Gibt es schlechte Musik (/Kunst)?

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    • Ach, es sind doch fast alle ehemals relativ Großen heute "vergessen", einfach, weil nur ganz wenige gepflegt werden. Vom NS Unterdrückte haben heute mehr Chancen, wiederbelebt zu werden, als Mitläufer.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • Da möchte ich auch noch meinen Senf dazugeben:
      Grundsätzlich scheinen gute und weniger gute bzw. schlechte Musik an persönliche Vorlieben oder Abneigungen gebunden zu sein. Wenn ich Leute fragte, welche Art von Musik sie gern hören, bekam ich oft etwa diese Antwort: „Eigentlich jede gute Musik.“ Niemand scheint schlechte Musik zu hören.
      Ich selbst benutze diesen Begriff nicht, weil ich davon ausgehe, dass jede Musik ihre Daseinsberechtigung hat, auch wenn ich sie persönlich nicht mag.
      Es gibt allerdings Stücke, und einige davon sind hier bereits verlinkt worden, bei denen fällt es mir schwer, diese als Musik zu bezeichnen, weil diese völlig im Gegensatz zu meinen Hörgewohnheiten stehen. Zur Musik gehören für mich Melodien, Rhythmen und Harmonien. Wenn ich davon nichts erkennen kann, dann ist das in meinen Augen (oder Ohren) keine schlechte Musik, sondern überhaupt keine!
      Viele Grüße aus Sachsen
      Andrea
    • Andrea R. schrieb:

      Wenn ich Leute fragte, welche Art von Musik sie gern hören, bekam ich oft etwa diese Antwort: „Eigentlich jede gute Musik.“ Niemand scheint schlechte Musik zu hören.

      Vielleicht mit einer Einschränkung - auf Englisch gibt es den hübschen Begriff "guilty pleasure", zu Deutsch also etwa "schuldbewusstes Vergnügen". So bezeichnet man Musik, die einem gefällt, obwohl man sie eigentlich für schlecht hält :) Als Teenager hab ich etwa Britney Spears als "guilty pleasure" bezeichnet.

      Andrea R. schrieb:

      Es gibt allerdings Stücke, und einige davon sind hier bereits verlinkt worden, bei denen fällt es mir schwer, diese als Musik zu bezeichnen, weil diese völlig im Gegensatz zu meinen Hörgewohnheiten stehen. Zur Musik gehören für mich Melodien, Rhythmen und Harmonien. Wenn ich davon nichts erkennen kann, dann ist das in meinen Augen (oder Ohren) keine schlechte Musik, sondern überhaupt keine!

      Das find ich eigentlich noch herablassender, als sie als schlechte Musik zu bezeichnen :) Dazu hatten wir hier schonmal einen (107 Seiten langen) Thread: musik oder kakophonie ?? - Ist moderne klassische Musik ein Evolutionsfehler?


    • Melione schrieb:

      Das find ich eigentlich noch herablassender, als sie als schlechte Musik zu bezeichnen
      Das sehe ich eher umgekehrt. „Schlecht“ assoziiert für mich fast immer etwas Negatives. Dagegen etwas nicht in bekannte Kategorien einordnen können, ist doch grundsätzlich erst einmal eine neutrale Aussage. Wer Wert auf feste Zuordnungen legt, kann das allerdings auch als unvollständig oder minderwertig interpretieren.
      Viele Grüße aus Sachsen
      Andrea
    • Andrea R. schrieb:

      Dagegen etwas nicht in bekannte Kategorien einordnen können, ist doch grundsätzlich erst einmal eine neutrale Aussage.
      Naja, Musik in die Kategorie "Nichtmusik" einzuordnen ist schon eine (nichtneutrale) Aussage, eine Bewertung, und zwar eine negative.

      maticus
      Bartolo hatte Recht. --- Andreas März
      This is Bartolo, King of the King of Wines. --- Alan Tardi
    • maticus schrieb:

      Musik in die Kategorie "Nichtmusik" einzuordnen ist schon eine (nichtneutrale) Aussage, eine Bewertung, und zwar eine negative
      tja, ob es "Musik" ist, ist ja gerade strittig. Ist es keine, dann ist auch die Einordnung als "Nichtmusik" keine Negativbewertung ...
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Andrea R. schrieb:

      Es gibt allerdings Stücke, und einige davon sind hier bereits verlinkt worden, bei denen fällt es mir schwer, diese als Musik zu bezeichnen
      Hättest du "diese als 'gute' Musik zu bezeichnen" geschrieben, wäre ich ja sofort bei dir. Nur dass wir uns dann wieder in dieser gut-schlecht-Diskussion befinden würden. Aber Musik ist doch zunächst einmal alles, was als solche verkauft wird, mag man sie mögen oder nicht.

      Melione schrieb:

      zu Deutsch also etwa "schuldbewusstes Vergnügen". So bezeichnet man Musik, die einem gefällt, obwohl man sie eigentlich für schlecht hält
      O ja, so ergeht es mir mit machen Filmen, Büchern etc. Fürchterlicher Kitsch eigentlich, aber trotzdem herrlich und sehr von mir geliebt. Schade eigentlich, dass das Vergnügen daran 'schuldbewusst' ist. Wenn Kunst uns gefällt, aus welchen Gründen auch immer, hat sie ja schon eine Daseinsberechtigung. ;)

      :wink: Wolfram