Aribert Reimann

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    • Aribert Reimann

      Da hier noch kein Thread zu Aribert Reimann existiert, will ich mal versuchen, einen anzustoßen.
      Über die kompositorischen Techniken (Cluster) oder Qualitäten bin ich wahrlich nicht berufen zu berichten. Ich kann nur Biographisches und vielleicht über meine eigenen Empfindungen berichten. Alles andere zu einem der bedeutendsten deutschen Komponisten der Gegenwart tragen hoffentlich Berufenere bei.

      Zunächst ein paar biographische Fakten:

      Geboren am 4.3.1936 in Berlin als Sohn des Kirchenmusikers Wolfgang Reimann und der Altistin Irmgard Rühle. Erste Tätigkeit als Korrepetitor in Berlin, dann Studium dort (u.a. unter Boris Blacher) und in Wien. Erste Auftritte als Pianist und Liedbegleiter und Ende der 50iger/Anfang der 60iger Jahre erste Kompositionen (Ballette, Opern, Orchesterwerke), wobei der Gesang, die menschliche Stimme, wohl durchaus immer wieder eine große Rolle in seinen Werken einnahm und einnimmt.

      Bekannt wurde Reimann wohl v.a. als Komponist von sogenannten 'Literaturopern'. 'Melusine' nach Goll, 'Lear' nach Shakespeare, 'Gespenstersonate' nach Strindberg, 'Troades' nach Euripides, 'Das Schloss' nach Kafka, 'Bernardas Alba Haus' nach García Lorca, 'Medea' nach Grillparzer und 'L'Invisible' nach Maeterlinck. Mit dem 'Lear' (UA 1978 in München) schaffte Reimann dabei einen der größten Erfolge einer zeitgenössischen Oper überhaupt.

      Natürlich erschöpft sich sein Werk nicht nur im Bereich der Oper, auch im sinfonischen Bereich, im Liedgesang, in Orchesterwerken mit Gesang hat er, für mein Empfinden, Spuren hinterlassen. Bemerkenswert ist darüber hinaus seine Tätigkeit als Liedbegleiter und seine weitreichende Zusammenarbeit mit bestimmten Sängern/Sängerinnen.

      Ich habe das Gefühl, das klingt hier alles noch ziemlich holperig und spröde und wird einem Komponisten, den ich so absolut nicht empfinde, überhaupt nicht gerecht. Also versuche ich es mal mit dem, was er in mir immer wieder ausgelöst hat, was er mir bedeutet.

      Erstmalig hörte ich ihn im einem Konzert, das Gerd Albrecht in HH dirigierte. Das war nach dem Sensationserfolg des 'Lear' und Albrecht präsentierte damals die 'Sieben Fragmente für Orchester in Memoriam Robert Schumann' (1988). Völlig unvorbereitet saß ich damals da und es traf mich mit einer Wucht, die ich bei zeitgenössischen Komponisten so noch nicht kennengelernt hatte. Es war wohl diese Mischung aus völlig neuen, für mich damals ungewohnten Klängen und der ganz intensiven Emotionalität, die mich direkt getroffen hat. Und gerade das war es wohl auch, was mich danach immer wieder angezogen hat. Live habe ich 'Das Schloss' und die 'Gespenstersonate' gesehen, gehört einiges mehr. Und immer wieder überwältigte mich dieses direkt in die Mitte meines Seins treffende Gefühl. Es mag an mir liegen und auch mit Sicherheit falsch sein, aber die allermeiste zeitgenössische Musik (und ich habe über gut 25 Jahre quasi jede Uraufführung an der Hamburgischen Staatsoper und vieles in der Zeit im Konzertsaal erlebt), ließ mich, fasziniert davon oder nicht, innerlich relativ unberührt. Und mit innerlich meine ich das direkte, emotionale Treffen, das man im ersten Moment nicht erklären kann oder mag. Und das war und ist bei Reimann völlig anders. Seine Musik hat für mich eine suggestive Kraft, eine emotionale Wucht, eine geradezu urwüchsige, manchmal eine fast archaische Unmittelbarkeit, der ich mich hingebe und über die ich mir nicht immer Rechnung geben möchte. Jedenfalls nicht öffentlich. ^^

      Hinzu kommt natürlich auch noch seine Behandlung der menschlichen Stimme. Leider habe ich die Mödl in der 'Gespenstersonate' als Mumie nicht mehr erlebt. Aber was er mit Fischer-Dieskau, eben mit Mödl, mit Varady, mit Dernesch, auch mit Fassbaender (als Liedbegleiter) und vielen anderen erreicht hat, wie er auf Stimmen eingegangen, wie er ihre Möglichkeiten sondiert und ausgeformt hat, das ist wirklich überragend.

      Um es mal abschließend ziemlich platt und anderen zeitgenössischen Komponisten gegenüber sicherlich ungerecht zu sagen: Reimann ist (für mich) der Komponist der Moderne, der am stärksten den Menschen im Mittelpunkt seines Werkes hat und der ihn auch mit seiner kompositorischen Unmittelbarkeit am stärksten erreicht.

      Nein, nein, nein, das ist bestimmt ungerecht und falsch. Aber für mich trifft das halt zu.

      :wink: Wolfram
    • Aber dann wird es, jedenfalls, was große Oper oder Orchesterwerke auf CD angeht, schon eng. Weder 'Troades', noch 'Das Schloss' oder das 'Requiem' (immerhin mit Fischer-Dieskau, Varady, Dernesch) hat es zu CD-Ehren gebracht. Eine wirkliche Schande. Aber wer davon eine Mitschnitt ('Troades' wurde im Radio übertragen) oder eine LP ergattern kann - unbedingt zugreifen. Gerade auch das 'Requiem' ist in seiner Mischung aus unterschiedlichsten Stilen, Texten, Ansätzen beeindruckend, berührend, ergreifend.

      :wink: Wolfram
    • Sehr schön, ein Thread über Reimann - vielen Dank! Mein erster Kontakt mit einem seiner Werke war eine Repertoireaufführung von Das Schloss am Duisburger Haus der Deutschen Oper am Rhein, Mitte der 90er Jahre (mit dem mittlerweile verstorbenen Richard Salter als K.) - am Ende saßen noch etwa 30 Zuschauer in Parkett und erstem Rang und klatschten begeisterten Beifall.

      Lear war ja immer mehr oder weniger auf den Bühnen präsent, hat aber in den letzten zehn Jahren nochmal zugelegt, mit vielrezipierten Aufführungen in Paris und Salzburg. Ergänzend noch der Link zum (schnell verstummten) Thread über Lear:

      REIMANN : Lear - Musikgewordene Trostlosigkeit

      Wolfram schrieb:

      Aber dann wird es, jedenfalls, was große Oper oder Orchesterwerke auf CD angeht, schon eng. Weder 'Troades', noch 'Das Schloss' oder das 'Requiem' (immerhin mit Fischer-Dieskau, Varady, Dernesch) hat es zu CD-Ehren gebracht. Eine wirkliche Schande. Aber wer davon eine Mitschnitt ('Troades' wurde im Radio übertragen) oder eine LP ergattern kann - unbedingt zugreifen. Gerade auch das 'Requiem' ist in seiner Mischung aus unterschiedlichsten Stilen, Texten, Ansätzen beeindruckend, berührend, ergreifend.
      Von Troades gibt's den Mitschnitt der Münchner Uraufführung auf LP (EMI). Das wäre ebenso wie das Requiem mal wirlich ein Kandidat für die Wiederveröffentlichungsmaschine von Warner! Immerhin kann man sich die von Dir erwähnte Aufnahme des Requiems auf Youtube anhören: youtube.com/watch?v=NfvLNevo_ZE

      Ebenfalls aus München existiert ein Mitschnitt von Das Schloss:




      Melusine (1971 in Schwetzingen uraufgeführt) ist 2010 in Nürnberg mitgeschnitten worden:




      Medea als DVD/Blu-ray aus Wien (Uraufführung) oder als CD aus Frankfurt:



      :wink:
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    • hehe … bei Reimann assoziiere ich sofort Moritz Eggert und "Rossini - Saal" (Bad Kissingen) - - - - - - -

      <= Eggert hat ja lange Jahre an seinem (letztlich abendfüllenden) Klavierzyklus Hämmerklavier gearbeitet - der ja auch (!u. nicht zu knapp!) seine quasi-kabarettistische Note hat, indem er Eigenheiten (um nicht zu sagen Marotten) diverser Klassik - Pianisten mit-thematisiert . . . und noch vor Vollendung des Zyklus` sind einzelne Teile davon mal hier, mal dort (i. d. R. oder ausnahmslos? vom Komponisten selbst) uraufgeführt worden . . .

      bei einer solchen UA (im erwähnten Saal) war ich selbst zugegen: Moritz Eggert performte mit sichtbarer Lust - und Aribert Reimann (2, 3 Reihen schräg vor mir sitzend) amüsierte sich prächtig :) :)

      = = = > > > was ich aber eigentlich loswerden wollte ;) ist, dass die eben erwähnte Reimann - Medea demnä. am Essener Aalto zu sehen ist, übr. wieder mit der Frankfurter (und Wiener!) Medea - Darstellerin Claudia Barainsky ! hab längst meine Karte für die Premiere, vielleicht sieht man sich ja . . . theater-essen.de/oper/premieren/medea/

      :wink:
      Fleiß ist gefährlich (Henning Venske "Inventur") Hollywood ist ein Witz (Aki Kaurismäki)
      "es ging aus heiterem Himmel über irgendwas...ich passte da nicht rein...die anderen auch nicht!" (FiDi üb. seine erste und letzte Talk-Show)
    • Auch von mir herzlichen Dank für den Thread.
      Mein erster Kontakt zu Reimann war der „Lear“ in München, der mich total geflasht hat. Ich habe ihn vier Mal gesehen, später die LP, dann die CD gekauft.
      Hier ein Video der letzten Szene: "Lear" - München
      Den „Lear“ aus Hamburg gibt es auch auf DVD, habe ich aber noch nicht gesehen.



      In München gab es viel von Reimann, ich habe noch „Troades“, „Das Schloss“, „Bernarda Albas Haus“ und in Berlin „Die Gespenstersonate“ gesehen.
      Warum es von vielen Produktionen keine Videomitschnitte gibt, verstehe ich nicht. Reimann hat immer bekannte, bedeutende literarische Vorlagen verwendet, dafür müsste es doch ein Publikum geben, das über die Neue Musik-Fraktion hinausgeht?

      :wink: Talestri
      One word is sufficient. But if one cannot find it?
      Virginia Woolf, Jacob's Room
    • Gerne docke ich an dem Dank der Vorschreiber an.
      Hab inzwischen mir in letzter Zeit alle Opern Reimanns reingezogen, sowie auch manches von seiner Instrumental-Mucke. Meistens Live-Mitschnitte.
      Am gelungenen kommen mir bisher Lear (Albrecht, Young, Weigle u.a) und Das Schloss (Boder, live ) rüber, vor allem der Gestaltung des Orchesterparts wegen.
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Talestri schrieb:

      Den „Lear“ aus Hamburg gibt es auch auf DVD, habe ich aber noch nicht gesehen.
      Die hatte ich mir schon mal eingeschmissen, sowie ein etwas olles dvd-konvertiertes TV-Video (mono) der UA.
      Szenisch ist mir Hamburg-Video generell fetziger.
      Aber beim allerletzten Schlussbild unter Ponnelle-Regie wird der eigene Brägen total geflasht, wenn sich nach dem Tod Lears das Bühnenbild trostlos zurück-schrumpft in leere, kontingente Natur...
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Danke euch für die Rückmeldungen. ^^

      Zwielicht schrieb:

      Das Schloss am Duisburger Haus der Deutschen Oper am Rhein, Mitte der 90er Jahre (mit dem mittlerweile verstorbenen Richard Salter als K.) - am Ende saßen noch etwa 30 Zuschauer in Parkett und erstem Rang und klatschten begeisterten Beifall.
      Ich habe 'Das Schloss' damals in Hannover gesehen. Zum Glück blieb das Haus bis zum Schluss ziemlich gut besucht. Jedenfalls fand kein nennenswerter Exodus statt. Wie frustrierend für alle beteiligten, wenn sich dann nur noch ca. 30 Leute im Haus verlieren.

      Zwielicht schrieb:

      Von Troades gibt's den Mitschnitt der Münchner Uraufführung auf LP (EMI). Das wäre ebenso wie das Requiem mal wirlich ein Kandidat für die Wiederveröffentlichungsmaschine von Warner! Immerhin kann man sich die von Dir erwähnte Aufnahme des Requiems auf Youtube anhören: youtube.com/watch?v=NfvLNevo_ZE
      Troades habe ich damals noch im Radio mitgeschnitten, das Requiem kenne ich auch nur via YouTube. Ja, es ist erstaunlich, dass beide Werke noch nicht wieder herausgebracht wurden. Ich hatte da sehr auf den 80igsten Geburtstag gehofft, aber das war dann auch nichts.

      Talestri schrieb:

      Den „Lear“ aus Hamburg gibt es auch auf DVD, habe ich aber noch nicht gesehen.
      Asche auf mein Haupt, dass ich es nicht geschafft habe, die Produktion damals zu sehen. Ich kann nur hoffen, dass die neue Intendanz sie doch noch mal wieder hervorholt.

      :wink: Wolfram
    • 'Das Buch der hängenden Gärten' mit Fassbaender und Reimann am Klavier hat es immerhin zu CD-Ehren gebracht.



      Es schlummert allerdings irgendwo noch eine Radio-Aufnahme (Schwetzingen?) bei der zusätzlich Marianne Hoppe als Rezitatorin der nicht vertonten Gedichte auftritt.

      Wie weiter oben schon angemerkt, darf man Reimann als Begleiter nicht vergessen.



      :wink: Wolfram
    • Gerade bei YouTube gefunden:

      youtube.com/watch?v=b21HPWZ0Oxg

      2013 erhielt Reimann einen Kompositionsauftrag der Wiener Konzerthausgesellschaft, einen Prolog zu Beethovens 9. zu schreiben. Hier gibt es nur eine gekürzte Fassung, die wirklich nur einen vagen Eindruck vermittelt. Aber die Kombination von zeitgenössischer Musik mit einem dann übergangslos folgendem quasi 'Heiligtum' der klassischen Musik empfinde ich nicht nur als ungemein spannend, sondern auch als ebenso wagemutig.

      :wink: Wolfram
    • (zwei, drei Kunstlied-CDs weniger wären evtl. gar nicht schlecht: so manches in meinem Fundus hab ich glatt vergessen :| :| )

      < < = = eine Kombi AriReimann + FiDi gibt's übrigens auch . . .

      ((üb. die Fertigkeiten u./od. Manierismen des späten FiDi ist wohl >hier oder andernorts< zur Genüge geschrieben und gestritten worden - so oder so ist hier mit jedem Takt zu spüren, dass ihm diese >zieml. vergessenen< Preziosen eine Herzensangelegenheit ist!))
      Fleiß ist gefährlich (Henning Venske "Inventur") Hollywood ist ein Witz (Aki Kaurismäki)
      "es ging aus heiterem Himmel über irgendwas...ich passte da nicht rein...die anderen auch nicht!" (FiDi üb. seine erste und letzte Talk-Show)
    • Wolfram schrieb:

      Um es mal abschließend ziemlich platt und anderen zeitgenössischen Komponisten gegenüber sicherlich ungerecht zu sagen: Reimann ist (für mich) der Komponist der Moderne, der am stärksten den Menschen im Mittelpunkt seines Werkes hat und der ihn auch mit seiner kompositorischen Unmittelbarkeit am stärksten erreicht.
      Ich bin alles andere als der große Reimann-Kenner, aber das überrascht mich schon zu lesen. Ich fand ihn bislang durchaus attraktiv, außerdem vielleicht ein wenig konservativ und karg, ein Erfolgskomponist neben dem avancierteren Betrieb, und ich habe mich immer gefragt, ob nun er oder Zender der bedeutendere 1936er-Deutsche ist.
      :D
      Momentan hat Zender die Nase vorn, da mir seine interkulturellen Konzepte mehr Relevanz für das ausgehende 20. Jahrhundert zu haben scheinen - aber da sieht man eben den anderen Zugang. Reimann hat mich nie unmittelbar gepackt (wie etwa Nono, Zimmermann oder Rihm). Das mit dem Menschen im Zentrum und der kompositorischen Unmittelbarkeit kann ich leider nicht nachvollziehen. Ich fand die Medea (seine einzige Oper, die ich gehört habe, dafür live in Wien) beinahe dekorativ, jedenfalls in erster Linie ästhetisch, keineswegs unmittelbar.
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    • Na ja, da zeigt sich dann wohl, dass eine Zuneigung auch immer ganz viel mit Geschmack, persönlichem Betroffenheit oder anderen subjektiven Kriterien zu tun hat.
      Zender habe ich bislang nur als Dirigenten erlebt, Rihm (Montezuma) fand ich interessant, sprach mich aber nicht so intensiv an, Nonos Intolleranza hat mich schon tief berührt, sein Al gran sole... dagegen überhaupt nicht. Was auch sicherlich immer mit der musikalischen Umsetzung zu tun hatte.
      Aber bei keinem der beiden wurde ich zutiefst getroffen, wobei wir aber wieder bei subjektiven Dingen sind.

      putto schrieb:

      Ich fand ihn bislang durchaus attraktiv, außerdem vielleicht ein wenig konservativ und karg, ein Erfolgskomponist neben dem avancierteren Betrieb,
      Das klingt ein wenig so, als wenn Erfolg verdächtig ist, als wenn es da einen (Qualitäts-) Unterschied zwischen Erfolg und Avanciert gibt. Sollte man nicht stattdessen froh sein, dass jemand aus der Avantgarde mal häufiger gespielt wird, Zuschauer anspricht und vielleicht Tore öffnen kann?

      :wink: Wolfram
    • Klar, das war gewissermaßen auch ein Rückblick auf meine frühere Sicht der Dinge, und Erfolg abseits des Neue-Musik-Betriebes war mir da tatsächlich suspekt, heute weniger. Bei der Avantgarde hatte ich Reimann aber, glaube ich, nie einsortiert, gedanklich. Es war mir auch nie klar, für wie wichtig er genommen wird, ich habe den Eindruck, dass er international eher für nicht so zentral genommen wird - der grove-Artikel ist eher kurz (ebenso etwa bei Zender, Matthus, Dittrich), Schnebel, Lachenmann und sogar Nicolaus A. Huber sind da wesentlich prominenter.

      Lange nicht gehört ist meine CD mit Reimann-Liedern, die ich sehr früh kennengelernt habe, auch noch vor Hába, weshalb ich vor allem die Vierteltonpolyphonie in den Streichern faszinierend fand - aber eben gleichzeitig merkwürdig altertümelnd. Heute (wo ich einerseits weniger fortschrittsgläubig bin, andererseits Hábas Quartette alle gehört habe) wäre mein Eindruck wohl anders, sollte ich wieder anhören (wozu hat man CDs gekauft?)
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