Lektürejahr 2018

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    • Lektürejahr 2018

      Und schon wieder ein Rückblick. :thumbsup:
      Was waren Eure Lektüre-Highlights 2018?
      Der Übersichtlichkeit halber bitte höchstens zehn Titel nennen.
      Gerne auch mit Sortierung nach Begeisterungsgrad.
      Interessant wäre auch zu erfahren, aus wie viel gelesenen Werken Ihr Eure Auswahl getroffen habt.
      Und natürlich könnt Ihr auch die Enttäuschungen des Jahres nennen.

      Herzliche Grüße
      :wink: Talestri
      One word is sufficient. But if one cannot find it?
      Virginia Woolf, Jacob's Room
    • Ich fange mal mit meinem Lesejahr an.

      Gelesen: 32
      Highlights (kein Ranking, nur alphabetisch):
      Bakewell, Sarah: Das Café der Existenzialisten
      Degen, Michael: Nicht alle waren Mörder: Eine Kindheit in Berlin
      Fallada, Hans: Kleiner Mann - was nun?
      Gasdanow, Gaito: Das Phantom des Alexander Wolf
      Kaniuk, Yoram: 1948
      Molinari, Gianna: Hier ist noch alles möglich
      Palmen, Connie: Du sagst es
      Remarque, Erich Maria Arc de Triomphe
      Tartt, Donna: Die geheime Geschichte

      Enttäuscht war ich von:
      Menasse, Robert: Die Hauptstadt

      :wink: Talestri
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      Virginia Woolf, Jacob's Room
    • Meine Highlights des Lesejahres waren
      - Die Ermordung des Commandantore von Murakami,
      - David Foster Wallace "Der Besen im System",
      - Marquez' "Hundert Jahre Einsamkeit" (endlich geknackt :D )
      - Die Wiederlektüre des Zauberbergs sowie
      - Ngugi wa Thiong’o: "Herr der Krähen".

      Besonders bereichernd waren einige Romane von Paul Auster gegen Jahresende (Mr. Vertigo, Mond über Manhattan, Leviathan), der Auster wird mich weiterbeschäftigen...

      Enttäuschungen waren selten. Eine Wiederlektüre von T. Manns "Faustus" gestaltete sich zäh in der zweiten Hälfte. Ich las Graham Greens "Unser Mann in Havanna", was mich nicht eben motiviert diesen Autoren näher kennenzulernen. Und Gaddis "Fälschung der Welt" hab ich nach 400 Seiten abgebrochen, das war mir zuviel...

      Allen einen guten Rutsch :cincinsekt:
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Da Ursula K. LeGuin dies Jahr verstorben ist, habe ich sehr viel von ihr gelesen, wenn auch nicht alles. Ich nenne:
      The Dispossessed
      Left Hand of Darkness
      Orsinian Tales (so müssen Kurzgeschichten sein, nicht das zähe blöde Zeug aus Alice Munros "Dear Life")
      The wind's twelve quarters

      Sehr ungewöhnlich:
      Patrick Rothfuss: The slow regard of silent things

      Gewaltige Vision der Marsbesiedlung in drei Bänden:
      Kim Stanley Robinson: Red Mars, Green Mars, Blue Mars (drei Bände)

      Immer wieder außergewöhnlich:
      Brian W. Aldiss: Report on Probability A

      Vergnüglich zu lesen und kurzweilig, nicht so anspruchsvoll, sehr heroisch:
      Rick Riordan: Percy Jackson ( fünf Bände)

      Nette Idee, aber mit Längen:
      Neil Gaiman: American Gods

      Zwar spannend, aber sehr enttäuschend, weil blutrünstig und dumm, nicht empfehlenswert
      James Frey: Endgame (drei Bände)
      Schöne Grüße, Helli


      ...ich mag alle Farben. Nur schwarz müssen sie sein.
    • Hudebux schrieb:

      Mein Highlight war Der Grüne Heinrich ( zweite Fassung) . Das Buch hatte ich aus dem Regal meiner Grosstante, eine recht alte Ausgabe in Fraktur.
      Das ist eine schöne Anregung. Dieses Jahr ist nicht nur ein Clara Schumann-, sondern auch ein Keller-Jahr, wie ich eben bemerkt habe.
      Ich habe den Roman vor über dreißig Jahren gelesen und praktisch keine Erinnerung mehr daran.
      Vielleicht ist es Zeit für eine neue Lektüre.

      Viele Grüße
      :wink: Talestri
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      Virginia Woolf, Jacob's Room
    • garcia schrieb:

      - Ngugi wa Thiong’o: "Herr der Krähen".
      Auch das finde ich als Thema sehr interessant, ich habe von Ngugi wa Thiong'o bisher nur "Der gekreuzigte Teufel" gelesen, was ich gut erzählt, aber etwas langatmig fand. "Der Herr der Krähen" steht zwar auf meiner Liste, aber mit fast 1000 Seiten ist er mir einfach zu umfangreich. Das gleiche gilt für Gaddis "Fälschung der Welt", noch länger, und steht seit fünf Jahren im Regal.


      :wink: Talestri
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      Virginia Woolf, Jacob's Room
    • Also ein paar gelesene Bücher sind auf meinem Bücherregal dazugekommen:

      Maxim Biller: Sechs Koffer :thumbup:
      Maxim Biller: Im Kopf von Bruno Schulz
      Arthur Köstler: Sonnenfinsternis :thumbup:
      Walter Kempowski: Tadellöser & Wolff
      W. G. Sebald: Austerlitz :thumbup:
      Thomas Melle: Die Welt im Rücken
      Robert Menasse: Die Hauptstadt
      Lutz Seiler: Kruso

      Die sonstigen gelesenen Bücher sind direkt ins offene Bücherregal gewandert. Vielleichet erbarmt sich ihrer sonst noch einer :D
    • Woher wisst ihr, was ihr 2018 gelesen habt?

      Einige Bücher erinnere auch ich, bei weitem aber nicht alle. Dabei waren:

      Hourani, Geschichte der arabischen Völker
      Ortkemper, Engel wider Willen
      Tegmark, Leben 3.0
      Budworth, 200 praktische Knoten
      Escher, Die Zeit der Strategen
      Elsberg, Blackout
      Schätzing, Limit
      Shakespeare, Hamlet
      Lüders, Wer den Wind sät
      Herrmann, Der Sieg des Kapitals
      Kopelew, Und schuf mir einen Götzen
      Sehel, Besser Kraul-Schwimmen

      Houranis Geschichte ist ein alter Klassiker voller Wissen, sehr gutes Buch, die aktuelle 2. Auflage ist um den arabischen Frühling erweitert. Ortkempers Engel wider Willen wollte ich schon beim Erscheinen des Farinelli-Films lesen. Jetzt war er endlich dran. Unterhaltsam, zum Ende hin langweilig. Ideen zu wirklichen HIP-Aufführungen bekommt man. Es soll sich unterhalten werden, Orangen müssen währen der Vorführung verkauft werden, echte Kastraten müssten irgendwo her ... Knoten knoten ist eine sehr geeignete Beschäftigung zum Überbrücken langer Autofahrten als Beifahrer - in diesem Fall in die Normandie. Meditatives Knoten habe ich das genannt. Tegmarks Buch über Künstliche Intelligens ist hochaktuell und von größter Brisanz, weil die sozialen Steuerungs- und Regelsystem noch nicht annähernd in der Lage sind, die Möglichkeiten der KI einzuhegen. Eschers Buch über Fußballtrainer empfehle ich jedem, der bei Tippspielen in Foren mitmacht. Eine spannende Taktikgeschichte. Elsbergs Blackout ist schon ältere Unterhaltungsliteratur. Ein spannendes Buch ist auch Schätzings Limit. Ein Buch für den Strandurlaub. Die beim Deutschlandfunk meinten zum neuen Schätzing, Limit sei besser. Okay, also dann, dachte ich mir. Es gibt Menschen, die jedes Jahr aufs Neue Herr der Ringe lesen (jedenfalls hat es sie gegeben, bevor es die Filme gab). Ich hingegen meine, der Hamlet sollte mehrfach gelesen werden, vielleicht jedes Lebensjahrzehnt ab dem 20. ein Mal. Die Stauffenberg-Ausgabe eignet sich sehr. Lüders ist mir zu polemisch und sein Lied singt er mir zu oft. Erfreulich allerdings sein diesbezüglicher Antiamerikanismus. Wer sich mit der amerikanischen Nahostpolitik der letzten 70 Jahr beschäftigt, gibt ihm zwangsläufig Recht. Herrmanns Sieg des Kapitals habe ich meinem Sohn empfohlen, schon als Kontrastprogramm zum Schulwirtschaftsunterricht. Habs ebenfalls gelesen. Viel Interessantes, Kluges drin, am Ende hin aber schwächer. Kopelew war eine Folgelektüre zur Geschichte der SU. Meinen Kindern ist all das Sowjetmäßige schon derartig fremd, dass ich staune. Film-Empfehlung für diejenigen, die den Irrsinn noch miterlebt haben: Stalins Tod. Mal eine andere Komödie. Mit Sehels Besser Kraul-Schwimmen habe ich womöglich die meiste Zeit verbracht. Selbstbeigebrachte Freizeit-Krauler haben es schwer, wenn sie einen Kraul-Technik-Kurs belegen. Freunde werfen sich Blicke zu, wenn sie erfahren, dass ich mir ein Buch über das Schwimmen kaufe. Und das in Zeiten Youtubes...

      Recht viel gelesen habe ich übrigens auch in naturwissenschaftlichen Schulbüchern (Physik, Chemie, Biologie). Ist wohl wirklich so, dass man mit den Kindern ein zweites Mal das Abitur macht.
    • Knulp schrieb:

      Woher wisst ihr, was ihr 2018 gelesen habt?

      Aus meiner calibre-Datenbank :thumbup:
      Deine Liste ist ja sehr vielfältig.
      Elsbergs Blackout kenne ich nicht, ich habe aber mal eine fiktive Doku-Serie vom srf gesehen, mit dem selben Titel, die ich ziemlich alarmierend fand. Gibt's noch in der Mediathek.

      Danke für den Hinweis auf Kopelew!

      :wink: Talestri
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      Virginia Woolf, Jacob's Room
    • Talestri schrieb:

      Die zwei möchte ich unbedingt lesen, die "Sonnenfinsternis" kenne ich nur in der alten Übersetzung aus dem Englisch.
      Zur "Sonnenfinsternis" gehören aber unbedingt die beiden Bände: "frühe Empörung" und "Abschaum der Erde." Leider wurde Köstler im späteren Leben zu einem veritablen Ar...loch!
      Bei Sebald empfehle ich "Die Ringe des Saturn" bzw. "Die Ausgewanderten."
      Das am Rande zu Beginn.
      Welches Buch habe ich 2018 mit dem größten Genuss gelesen? Nö, es war nix dabei, dass mich umgehauen hat. Ok, die Kafka Biografie von Reiner Stach ist was ganz Feines, ich lese nun die anderen Bände.
      Vielleicht Andrea De Carlo "Villa Metaphore", weil es so dick ist und doch so schnell gelesen.
      Ha, doch noch was gefunden: Peter Rühmkorf: "Sämtliche Gedichte"
      Gruß aus Kiel
      Ich vergesse niemals ein Gesicht. Doch bei Ihnen mache ich eine Ausnahme! (Groucho Marx)
    • Meine Güte, 2018 war so lang, da habe ich auch Schwierigkeiten die ganzen Bücher zu erinnern. Eine Datenbank diesbezüglich habe ich leider nicht. ;)

      Sehr schön war die Wiederbegegnung mit Jules Verne (2 Jahre Ferien, Die Eissphinx, Die Schule der Robinsons, Die Leiden eines Chinesen in China, Die 500 Millionen der Begum), grandios fand ich als Erstbegegnung John Fante (Der Weg nach Los Angeles, 1933 war ein schlimmes Jahr), dann endlich mal wieder André Gide (Die Schule der Frauen), Daniel Kehlmann (F), Christian Kracht (nochmal Imperium, dann 1979). Nach langen Jahren und wieder begeistert John Steinbeck (Jenseits von Eden) und Albert Camus (Der Fremde) und (erstmalig) natürlich James Leo Herlihy (Midnight Cowboy). Ansonsten gab's 'ne Menge Dürrenmatt, Kästner, Balzac, die mir durchweg gefallen haben.

      Die Rote von Alfred Andersch hätte ich mir sparen können, ebenso Der Fall Mersault von Kamel Daoud. Patricia Highsmiths Fremder im Zug finde ich als Film erheblich besser und den Rest der mir nichts sagenden Bücher habe ich wohl verdrängt. ^^

      :wink: Wolfram