"Ein Klavier, ein Klavier": Jeden Tag eine Klaviersonate / ein Soloklavierwerk

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    • Andreas schrieb:

      nein kenne ich nicht. Werde sie mir auf iMusic mal anhören.
      Ich frage nur, weil ich bis heute keine andere Aufnahme von Sibelius' Werken für Klavier solo kenne als dieses Glenn Gould-Album. Ich habe es mir bei Erscheinen als Vinyl-LP gekauft und besitze heute diese Sony Classical-Doppel-CD:

      Es interessiert mich, wie die Interpretation Goulds im Vergleich zu anderen Sibelius-Interpreten abschneidet. Aufgenommen hat Gould diese Werke (op. 41 und op. 67), weil er im Zuge eines Konzerts mit den Berliner Philharmonikern und Herbert von Karajan Jean Sibelius persönlich kennengelernt hatte:
      glenngould.com/music/glenn-gould-plays-sibelius/
      Hierbei dürfte es sich um die Konzerte der Berliner Philharmoniker vom 24., 25. und 26. Mai 1957 im Konzertsaal der Hochschule für Musik handeln. Gespielt wurden damals Hindemiths Sinfonie "Mathis der Maler", Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 und die Sinfonie Nr. 5 von Sibelius. Der Hindemith-Konzertmitschnitt wurde 1964 bedauerlicherweise gelöscht, die anderen Werke sind hier veröffentlicht:
      "Wer kocht eigentlich, wenn Sie nicht im Restaurant sind, Monsieur Bocuse?"
      "Derselbe, der kocht, wenn ich da bin: Mein Souschef."
    • Glenn Gould soll Sibelius bei dem Konzerten, die im Mai 1957 in Berlin mit Herbert von Karajan stattfanden persönlich kennengelernt haben? Da habe ich meine Zweifel, dass Sibelius knapp 4 Monate vor seinem Tod in Berlin gewesen sein soll. Sibelius letzter öffentlicher Auftritt war anlässlich der Feierlichkeiten zu seinem 70. Geburtstag 1935 in Helsinki. Danach zog er sich in sein Haus Ainola in Järvenpää zurück ("Die Stille von Ainola"). Dort empfing er zwar noch 1955 Yehudi Menuhin, Eugene Ormandy und Mitglieder des Philadelphia Orchestras aber größere Auftritte mied er. Auch habe ich nirgendwo etwas gefunden, dass Gould Sibelius in Ainola oder anderswo in Finnland traf.

      Das Zitat
      “one of the truly indelible musical-dramatic experiences of my life.”

      habe ich auf dieser Seite in einem anderen Zusammenhang gefunden:
      Certainly, and I don't mind confessing to it. Many years ago, I happened to be in Berlin while Herbert von Karajan led the Philharmonic in their first-ever performance of Sibelius's Fifth. As you know, Karajan tends – in late romantic repertoire particularly – to conduct with eyes closed and to endow his stick wielding with enormously persuasive choreographic contours, and the effect, quite frankly, contributed to one of the truly indelible musical-dramatic experiences of my life.
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • Lionel schrieb:

      Glenn Gould soll Sibelius bei dem Konzerten, die im Mai 1957 in Berlin mit Herbert von Karajan stattfanden persönlich kennengelernt haben? Da habe ich meine Zweifel, dass Sibelius knapp 4 Monate vor seinem Tod in Berlin gewesen sein soll. Sibelius letzter öffentlicher Auftritt war anlässlich der Feierlichkeiten zu seinem 70. Geburtstag 1935 in Helsinki. Danach zog er sich in sein Haus Ainola in Järvenpää zurück ("Die Stille von Ainola"). Dort empfing er zwar noch 1955 Yehudi Menuhin, Eugene Ormandy und Mitglieder des Philadelphia Orchestras aber größere Auftritte mied er. Auch habe ich nirgendwo etwas gefunden, dass Gould Sibelius in Ainola oder anderswo in Finnland traf.
      Ich stutzte auch etwas, als ich von dieser Begegnung auf glenngould.com - immerhin "The Official Website of Glenn Gould" - las. Die dortige Angabe "the great Finnish composer, whom he had met in Berlin in the late 1950s at a performance of Sibelius’s Fifth under Herbert von Karajan" lässt für mich aber keinen anderen Schluss zu, als dass die Begegnung in Berlin im Mai 1957 stattgefunden haben muss, denn am 20. September 1957 starb Sibelius und vor Mai 1957 gab es keine anderen Konzerte der Berliner Philharmoniker, in denen Karajan die Fünfte von Sibelius dirigierte und Glenn Gould als Solist eines anderen Werks beteiligt war. Die detaillierte Auflistung seiner Konzerte in "Glenn Gould - Eine Biographie" von Otto Friedrich, 1. Auflage April 1991, S. 411 ff., nennt jedenfalls kein Berliner Konzert von Glenn Gould vor dem 24. Mai 1957. Vielmehr debütierte er an diesem Tag in Berlin. Die nächsten Konzerte mit Glenn Gould und Herbert von Karajan in Berlin fanden am 21. und 22. September 1958 statt, als Sibelius bereits nicht mehr lebte.

      Dass Sibelius, wie Du schreibst, "größere Auftritte" in seinen letzten Lebensjahren mied, heißt ja nicht, dass er sich nicht doch vielleicht mal in ein Konzert gesetzt hat, in dem eines seiner Werke aufgeführt wurde. Oder zumindest bei den Proben dabei war, wobei ihn Gould getroffen haben könnte.
      "Wer kocht eigentlich, wenn Sie nicht im Restaurant sind, Monsieur Bocuse?"
      "Derselbe, der kocht, wenn ich da bin: Mein Souschef."
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      Ein Glücksfall für mich : Die 3 Klavierstücke D946 von Schubert höre ich sehr gern . Den Pianisten Peter Katin (1930-2015) höre ich auch sehr gern . Hier kommt nun beides zusammen . Was diese Aufnahme von meinen anderen der Klavierstücke abhebt , ist die Einspielung auf einem Clementi Pianoforte von 1832 . 1828 verstarb Schubert , 1868 erst erfolgte die Veröffentlichung , aber wenn die Stücke gleich erschienen wären , hätten sie so klingen können .

      Hörprobe : youtube.com/watch?v=M5Lbmlyjb3k
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Kamikaze - You Yellow Fiend !"
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      Johannes Brahns
      Klaviersonate Nr. 3; Händel-Variationen

      Anton Kuerti

      Insgesamt sehr gut bis hervorragend, der Sonate fehlt zum Schluss das letzte Quäntchen Überschwang, die Variationen sind sehr transparent, federnd-leichtflüssig gestaltet, das lyrische Spiel liegt dem Pianisten, die Fuge fand ich aber nicht gänzlich überzeugend, das werde ich mir auf jeden Fall noch mal mit etwas Abstand anhören.
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      paxperlux schrieb:

      [...] das lyrische Spiel liegt dem Pianisten [...]
      Stimmt, Anton Kuerti hat, wie ich finde, eine ganz feine Aufnahme des Klavierwerks Schuberts (nicht komplett) vorgelegt.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
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      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann