"Ein Klavier, ein Klavier": Jeden Tag eine Klaviersonate / ein Soloklavierwerk

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    • Als Wunderkind spielte sie vierhändig zusammen mit Franz Liszt. Als Teenager studierte sie in Frankfurt bei Clara Schumann. Als junge Frau wurde sie zur Freundin und bevorzugten Pianistin des alten Johannes Brahms. Dieser erklärte, niemand spiele seine Musik besser als sie. Das bekam auch Kaiser Franz Joseph zu Gehör. Bereits 1903 nahm sie Klaviermusik für die Schallplatte auf. Als sie in London schließlich hoch betagt verstarb, hatten die Rolling Stones einen Riesenhit mit Let's Spend the Night Together...

      Die Rede ist natürlich von der 1871 in Pest geborenen Ilona Eibenschütz. Hier spielt sie die Brahms-Ballade in g-moll, das Klavierstück op. 118 Nr. 3, eines der 1903 aufgenommenen Stücke. Ferner eine später entstandene Aufnahme mit Schumanns Romanze opus 28 Nr. 2 und Brahms' Intermezzo op 119 Nr. 2.


      youtube.com/watch?v=5O34oONYGkU

      youtube.com/watch?v=XV6ji84-8IA





      Cheers,
      Lavine :wink:
      “I think God, in creating man, somewhat overestimated his ability.
      Oscar Wilde
    • Martinů: Fantaisie et Toccata

      Ich bin zwar ein Bewunderer der Sinfonien und Werke für Klavier und Orchester von Martinů, aber hinsichtlich seiner Werke für Klavier solo sieht es in meiner Sammlung ziemlich mau aus. Diese Klavierwerke sind die einzigen, die ich derzeit auf CD besitze:

      * Fantaisie et Toccata
      – Rudolf Firkusny

      * “The fifth day of the fifth moon”
      – Jenny Lin
      – Maria Yudina

      * “Les bouquinistes du Quai Malaquais”
      – Maria Yudina

      Ich höre gerade Martinůs "Fantaisie et Toccata" in dem Live-Mitschnitt Rudolf Firkusnys aus London (rec. Queen Elisabeth Hall 21.2.1980):


      Wow! Welch ein tolles Werk! Ich bin so begeistert, dass ich mir heute diese vier CDs gekauft habe, um künftig etwas tiefer in Martinůs Klaviermusik eintauchen zu können:
    • b-major schrieb:

      Die Scherzi und Balladen von Chopin , in den 50ern,gespielt von Ruth Slenczynska
      Sehr schön - auch die Etüden sind ihr m.E. fulminant gelungen: youtube.com/watch?v=1vATSwCyHjY&t=943s

      music lover schrieb:

      Ich bin so begeistert, dass ich mir heute diese vier CDs gekauft habe, um künftig etwas tiefer in Martinůs Klaviermusik eintauchen zu können:
      Ein besonders zauberhafter Zyklus von drei Stücken sind die "Schmetterlinge und Paradiesvögel", hier nicht gespielt von Paul Kaspar, sondern von Emil Leichner: youtube.com/watch?v=WAtmLz_c13Q <3


      Hier nun aber ein wirklich bemerkenswertes Variationenwerk von Paul Dukas: Variations, Interlude et Finale sur un thème de Rameau, komponiert 1902. Ein Kritiker schrieb dazu sinngemäß, Dukas sei hier beeinflußt durch Beethoven in dem Geiste, wie er den Franzosen durch César Franck vermittelt worden sei... Eine Aufnahme von 1935 mit der jungen Yvonne Lefébure, Schülerin von Marguerite Long und Alfred Cortot, später selbst eine bedeutende Klavierpädagogin.



      youtube.com/watch?v=87fxE6gAdAU






      Cheers,
      Lavine :wink:
      “I think God, in creating man, somewhat overestimated his ability.
      Oscar Wilde
    • Hier wieder Skrjabin mit seinen "Sonatas of Colour" bzw. "Masses of Colour".

      Alexandr Skrjabin

      Klaviersonate Nr. 5 Fis-Dur op. 53
      Klaviersonate Nr. 6 op. 62
      Klaviersonate Nr. 7 op. 64 "Weiße Messe"
      Klaviersonate Nr. 8 op. 66
      Klaviersonate Nr. 9 op. 68 "Schwarze Messe"
      Klaviersonate Nr. 10 op. 70

      Vladimir Sofronitzky (Nr. 5, 6, 8, 9,10)
      Svjatoslav Richter (Nr. 7)



      Gruß
      MB

      :wink:
      "Es ist ein Jammer, dass die Dummköpfe so selbstsicher und die Gescheiten so voller Zweifel sind." - Bertrand Russell
    • Général Lavine schrieb:

      Das Nocturne op. 33 aus dem Jahr 1959 macht durchaus Lust, das weitere Schaffen von Samuel Barber für Klavier einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Interessanterweise orientiert Barber sich hier nicht so sehr an einem bekannten franco-polnischen Vorbild aus dem 19. Jh., sondern er gab dem Stück den Untertitel "Hommage to John Field".

      Zwar hat auch Daniil Trifonov dieses Werk 2018 eingespielt
      Die neueste Aufnahme ist wohl hier enthalten - ich habe sie gestern gehört und danach gleich die Sonate:



      Persönlicher Eindruck:

      Die 1949 von Vladimir Horowitz uraufgeführte Klaviersonate es-Moll op. 26 von Samuel Barber (1910-1981) dauert bei Isata Kanneh-Mason 19:08 Minuten lang. Sie hat vier Sätze. Der 1. Satz (Allegro energico) ist meinem Hörempfinden nach ein grimmiger Sonatensatz mit Sekund-Insistierungen und einem geheimnisvollen Nebenthema, und in der Durchführung mit einer harmonisierenderen, weicheren Passage. Der 2. Satz (Allegro vivace e leggero) kommt für mich wie ein Walzerspuk daher, wohingegen der 3. Satz (Adagio mesto) eine große Seele offenlegt. Atemberaubend dann das Finale, eine Allegro con spirito-Fuge, pianistisch wahnwitzig und kontrapunktisch komplex gewürzt, mit teilweise jazzoidem Flow von der Pianistin hingelegt, die ihr amerikanisches Album, das diese Sonate enthält (zu hören eben gleich nach Barbers Nocturne op. 33), von 4. bis 6.11.2020 und am 1.3.2021 in der Philharmonic Hall in Liverpool für Decca aufgenommen hat.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Auch hier eine Neuerscheinung. Ein ganz, ganz erstaunliches Album. Seit Jahren dachte ich mir, es wird Zeit, dass sich mal ein renommierter Pianist dieses Repertoires annimmt. Dass es dann Kit Armstrong sein würde, der es wirklich macht, bei der DG, mit einem ganzen Album nur mit Werken von John Bull (1562-1628) und William Byrd (1543-1623) - hätte ich nicht für möglich gehalten. Nach dem ersten Hören weiß ich, dass ich an diesem Album voll toller Musik, beeindruckend dargeboten von Brendels Schüler, noch sehr viel Freude haben werde,

      John Bull: Fantasia (Fitzwilliam 108)

      deutschegrammophon.com/en/arti…ia-fitzwilliam-108-516707




      Cheers,

      Lavine
      “I think God, in creating man, somewhat overestimated his ability.
      Oscar Wilde
    • Général Lavine schrieb:

      Auch hier eine Neuerscheinung. Ein ganz, ganz erstaunliches Album. Seit Jahren dachte ich mir, es wird Zeit, dass sich mal ein renommierter Pianist dieses Repertoires annimmt. Dass es dann Kit Armstrong sein würde, der es wirklich macht, bei der DG, mit einem ganzen Album nur mit Werken von John Bull (1562-1628) und William Byrd (1543-1623) - hätte ich nicht für möglich gehalten. Nach dem ersten Hören weiß ich, dass ich an diesem Album voll toller Musik, beeindruckend dargeboten von Brendels Schüler, noch sehr viel Freude haben werde
      Seit Glenn Goulds bahnbrechendem Album mit früher englischer Klaviermusik warte ich darauf, dass Musik von Byrd, Gibbons und Bull mal wieder flächendeckend (nicht nur ein Drei-Minuten-Stück) auf einem Album, das auf dem modernen Steinway eingespielt wude, erscheint. Jetzt ist es sogar ein Doppelabum. Die DG-Verantwortlichen haben da wirklich mal eine echt gute Idee gehabt!


    • Höre mir Online gerade ein paar Carnavals an - denn besitzen tue ich bisher eigentlich zu wenige.
      2x Arturo Benedetti Michelangli.... dann Wilhelm Kempff (da könnte ich mich von der ganzen Box gut trennen) und Jörg Demus.
      Über Barenboims Version von 1979 kann man Online so gut wie gar nichts finden - gibt es hier Meinungen? Bisher habe ich nur bei Youtube gehört, aber mir gefällt es ziemlich gut...

      Viele Grüße
      Martin
    • MartinG schrieb:



      Höre mir Online gerade ein paar Carnavals an - denn besitzen tue ich bisher eigentlich zu wenige.
      2x Arturo Benedetti Michelangli.... dann Wilhelm Kempff (da könnte ich mich von der ganzen Box gut trennen) und Jörg Demus.
      Über Barenboims Version von 1979 kann man Online so gut wie gar nichts finden - gibt es hier Meinungen? Bisher habe ich nur bei Youtube gehört, aber mir gefällt es ziemlich gut...
      Hi Martin, ich habe bei Spotify eine Barenboim Carnaval Aufnahme gefunden, ich weiss aber nicht, ob es dieselbe ist und ich finde leider auch keine Info darüber.
      Sie sieht so aus



      Ich habe gerade keine Schumann Ohren, man braucht ja so eine feine, besondere Antenne dafür, meine ich, aber habe kurz reingehört und sie hört sich auf erstes Hören für mich auch interessant an. Ich habe vor einiger Zeit Mitsiko Uchida am feinsten gefunden, aber wer weiss, wie ich ihre Aufnahme heute finden würde. Um Cortots Verspieltheit komme ich aber gewiss auch heute nicht herum.
      Eine Sache ist beim Carnaval für mich auffällig. Man merkt erst nach ein paar Nummern, wie der Hase läuft. Als ob die Verspieltheit erst Zeit zum Anlaufen braucht. Auf jeden Fall geht mir das so.
      Falls sich die Schumann Ohren einstellen, höre ich den Barenboim dann mal an. Danke für die Anregung !
    • Rosamunde schrieb:

      MartinG schrieb:



      Höre mir Online gerade ein paar Carnavals an - denn besitzen tue ich bisher eigentlich zu wenige.
      2x Arturo Benedetti Michelangli.... dann Wilhelm Kempff (da könnte ich mich von der ganzen Box gut trennen) und Jörg Demus.
      Über Barenboims Version von 1979 kann man Online so gut wie gar nichts finden - gibt es hier Meinungen? Bisher habe ich nur bei Youtube gehört, aber mir gefällt es ziemlich gut...
      Hi Martin, ich habe bei Spotify eine Barenboim Carnaval Aufnahme gefunden, ich weiss aber nicht, ob es dieselbe ist und ich finde leider auch keine Info darüber.
      Sie sieht so aus



      Ich habe gerade keine Schumann Ohren, man braucht ja so eine feine, besondere Antenne dafür, meine ich, aber habe kurz reingehört und sie hört sich auf erstes Hören für mich auch interessant an. Ich habe vor einiger Zeit Mitsiko Uchida am feinsten gefunden, aber wer weiss, wie ich ihre Aufnahme heute finden würde. Um Cortots Verspieltheit komme ich aber gewiss auch heute nicht herum.
      Eine Sache ist beim Carnaval für mich auffällig. Man merkt erst nach ein paar Nummern, wie der Hase läuft. Als ob die Verspieltheit erst Zeit zum Anlaufen braucht. Auf jeden Fall geht mir das so.
      Falls sich die Schumann Ohren einstellen, höre ich den Barenboim dann mal an. Danke für die Anregung !
      Ja, das ist die gleiche Aufnahme. Habe sie mir vorhin dann noch schnell gekauft... und stelle beim Einsortieren gerade fest, dass ich auch noch die DECCA-Aufnahme von Brigitte Engerer besitze. Ich fürchte, die habe ich noch nie gehört || . Ihre Chopin-Nocturnes wären für mich eine Einsame-Insel-Platte, von daher ist das ganz bestimmt hörenswert...
    • Général Lavine schrieb:

      Auch hier eine Neuerscheinung. Ein ganz, ganz erstaunliches Album. Seit Jahren dachte ich mir, es wird Zeit, dass sich mal ein renommierter Pianist dieses Repertoires annimmt. Dass es dann Kit Armstrong sein würde, der es wirklich macht, bei der DG, mit einem ganzen Album nur mit Werken von John Bull (1562-1628) und William Byrd (1543-1623) - hätte ich nicht für möglich gehalten. Nach dem ersten Hören weiß ich, dass ich an diesem Album voll toller Musik, beeindruckend dargeboten von Brendels Schüler, noch sehr viel Freude haben werde,

      John Bull: Fantasia (Fitzwilliam 108)

      deutschegrammophon.com/en/arti…ia-fitzwilliam-108-516707




      Cheers,

      Lavine
      Das ist wirklich eine hochinteressante Sache! Ich liebe Goulds alte Aufnahme von den Virginalisten (+ Sweelinck) und die Hörbeispiele sind auch hier verlockend. Wohl ein must-have...
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • William Byrd / John Bull: Piano Music

      Général Lavine schrieb:

      Auch hier eine Neuerscheinung. Ein ganz, ganz erstaunliches Album. Seit Jahren dachte ich mir, es wird Zeit, dass sich mal ein renommierter Pianist dieses Repertoires annimmt. Dass es dann Kit Armstrong sein würde, der es wirklich macht, bei der DG, mit einem ganzen Album nur mit Werken von John Bull (1562-1628) und William Byrd (1543-1623) - hätte ich nicht für möglich gehalten. Nach dem ersten Hören weiß ich, dass ich an diesem Album voll toller Musik, beeindruckend dargeboten von Brendels Schüler, noch sehr viel Freude haben werde

      music lover schrieb:

      Seit Glenn Goulds bahnbrechendem Album mit früher englischer Klaviermusik warte ich darauf, dass Musik von Byrd, Gibbons und Bull mal wieder flächendeckend (nicht nur ein Drei-Minuten-Stück) auf einem Album, das auf dem modernen Steinway eingespielt wude, erscheint. Jetzt ist es sogar ein Doppelabum. Die DG-Verantwortlichen haben da wirklich mal eine echt gute Idee gehabt!

      Felix Meritis schrieb:

      Das ist wirklich eine hochinteressante Sache! Ich liebe Goulds alte Aufnahme von den Virginalisten (+ Sweelinck) und die Hörbeispiele sind auch hier verlockend. Wohl ein must-have...

      Bei mir läuft inzwischen in Dauerschleife Kit Armstrongs wunderbares Doppelalbum mit Klavierwerken von Bull und Byrd. Sweelinck ist übrigens mittelbar auch mit an Bord, da Armstrong eine Fantasie von Bull über eine Fuge von Sweelinck aufführt.

      Großen Dank für diesen Tipp, mon Général :verbeugung2:
    • Neu



      Soeben bin ich dem Klub beigetreten und habe mir CD1 angehört. Klasse! Armstrong macht das richtig gut. Ich muss zugeben, dass mir zumindest Bull auf dem Klavier besser gefällt als auf dem Cembalo, wenn ich auch hier manche Stücke wie Walsingham für zu lange halte (die Hälfte der 13 Minuten sind Läufe). Aber Armstrong differenziert auch hier klanglich sehr schön.
      Im Zweifelsfall immer Haydn.