Bach Das wohltemperierte Streichquartett

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    • Bach Das wohltemperierte Streichquartett

      Bach hat bekanntermaßen keine Streichquartette komponiert, diese wurden erst von Joseph Haydn und seinem Umfeld "erfunden". Trotzdem hat es immer wieder En Streichquartettensembles gereizt, Bachs Musik für Streichquartett zu setzen. Dies wohl auch deshalb, weil sich viele spätere Komponisten auf Bach bezogen haben und Fugen in Streichquartette inkorporiert haben. Prominentestes Beispiel ist der ursprüngliche Finalsatz zu Beethovens op. 130, die Grosse Fuge op. 133.

      Speziell an der Bach'schen "Kunst der Fuge" haben sich zahlreiche Bearbeiter und Streichquartette abgearbeitet, es gibt sicher um die 10 Einspielungen, darunter von so prominenten Ensembles wie dem Emerson und Juilliard SQ.

      Einen Schritt weiter ist jetzt der Primarius des Borromeo String Quartet - Nicolas Kitchen - gegangen, der das 1. Buch des Wohltemperierten Klaviers für Streichquartett gesetzt und mit seinem Ensemble eingespielt hat. Das Ergebnis kann man partiell bei youtube und in voller Länge bei diversen Streamingdiensten (z.B. dem des Werbepartners) hören. Fast zeitgleich ist das französische Quatuor Ardeo mit einer Streichquartettversion der Goldbergvariationen herausgekommen, die ich aber noch nicht gehört habe. Mich würde interessieren, was andere Capriccios von diesen Bearbeitungen haben.

      amazon.com/J-S-Bach-Borromeo-String-Quartet/dp/B075WFHRJQ

    • Streichquartett-Bearbeitungen von Bach - jawoll, kommt sofort:

      Arrangements & Transkriptionen für Streich-Ensemble

      Nur für den Anfang... ;)

      Ansonsten muß man die Einspielungsthreads zu den einzelnen Werken durchforsten (z.B. für das WTC I), da sind nämlich auch die Bearbeitungen gelistet (Chronologisch nach Aufnahmedatum sortiert).

      PS: ich Schussel... :hammer1: - ganz vergessen:

      Arrangements fürs WTC
      Arrangements für GV
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Danke Wieland auch von mir für den Thread! :top:

      Hab das hier zur Kunst der Fuge schon mal im Werkthread geschrieben, passt vielleicht auch hierher:

      AlexanderK schrieb:



      Das ungarische Keller Quartett bietet in seiner im Mai 1997 im Alten Stadttheater Eichstätt aufgenommenen Streichquartettversion (CD ECM 1652 / 457 849-2) genau die Abfolge wie Pi-shien Chen, also mit dem abrupten Abbruch der unvollendeten Fuge und ohne Choral. Sofort nimmt die Auflösung mit Streichquartett für sich ein, das passt sehr gut bei diesen polyphonen Geflechten. Das Keller Quartett spielt mit weichem, sehr angenehmem, vibratolosem Streicherklang, das wirkt auf mich romantisch, „gefühlsbetont“, leidenschaftlich.



      Das amerikanische Emerson String Quartet spielte die Kunst der Fuge im Jänner und Februar 2003 in der American Academy of Arts and Letters in New York ein (CD DGG 474 495-2). Diese vier Streicher haben sich dafür entschieden, nach dem Contrapunctus XI mit zwei Fassungen des Canon per Augmentationem in Contrario Motu einen das Geschehen vertiefenden Rahmen zu schaffen, in den sie nacheinander XII rectus und inversus, die drei weiteren Canons und XIII rectus und inversus einbetten. Außerdem runden sie wie Lifschitz ihre Einspielung mit dem Choral nach dem Fugenabbruch ab. Das Emerson String Quartet spielt kühler, stellt die Musik mehr aus, schafft dadurch eine vordergründige Klarheit, aber auch eine gewisse Strenge, einen distanzierenden Ernst. Kaum „Gefühliges“ – das Keller Quartett wirkt emotionaler, das Emerson String Quartet funktioneller. Eine eigene Welt wie sie sich bei Lifschitz nach und nach aufbaut tut sich ausgerechnet in den beiden Rahmen-Fassungen des Canon per Augmentationem in Contrario Motu auf, eine suggestiv verloren wirkende Welt, mit starker, eindringlicher Aura. Während das Keller Quartett sich vor dem Ende der abbrechenden letzten Fuge bewusst zurücknimmt, dreht das Emerson String Quartet in der Durchführung des B-A-C-H Motivs hin zum Abbruch gewaltig auf – und unterstreicht damit das Bewusste, Gewollte der Interpretation. Wie bei Lifschitz sorgt der Choral danach für eine Harmonisierung des Geschehens.

      SWR 2 sendete am 10.4.2017 eine Konzertaufzeichnung von den Ettlinger Schlosskonzerten vom 5.2.2017 aus dem Asamsaal mit dem Chiaroscuro Quartett. Vor Franz Berwalds Streichquartett Nr. 3 und Franz Schuberts Streichquartett d-Moll D 810 "Der Tod und das Mädchen" spielte das Quartett auf Barockinstrumenten die Contrapuncte I, III und IX aus Bachs Kunst der Fuge – sofort durch die Instrumentenwahl (für Berwald und Schubert wurden danach die Instrumente gewechselt) den Anstrich der Historischen Aufführungspraxis evozierend, mit der Tongebung und dem Klang der Instrumente. Das kommt gleich wieder rhetorischer als beim Emerson String Quartet, die Musik wirkt hier erkämpft, fast erlitten, aber mit dem Contrapunctus IX hellt sie sich auf einmal wie befreit auf.
      Zur Info: Bis auf weiteres keine aktive Moderationstätigkeit meinerseits.
      Herzliche Grüße
      AlexanderK
    • Roy Harris und Mary Norton haben die Kunst der Fuge für Streichquartett arrangiert , und das Roth Quartet hat 1934 eine Aufnahme davon gemacht , die ich mehrfach erwähnte . Das Interessante an der Veröffentlichung ist jedoch , daß man die Komplementierung des Finales durch Donald Francis Tovey in dessen Klaviereinspielung von 1935 anfügte .Vielleicht für einige Schnee von gestern . Aber 1999 nahm das Delme Quartet eine Bearbeitung der KdF durch Robert Simpson auf . Diese Arbeit unterscheidet sich sehr von Harris/Norton . Aber das Delme Quartet hat auch noch das nachkomponierte Finale von Donald Francis Tovey aufgenommem , und somit ergibt es eine komplette Version der Kunst der Fuge für Streichquartett . Spannend allemal , wie ich meine .

      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " - Don't all thank me at once (Scott Miller) - Jung sterben , aber so spät wie möglich ( F. Jourdain )