Salomon Jadassohn (1831-1902) - Komponist, Musiktheoretiker, Musikpädagoge und Pianist der Romantik

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Salomon Jadassohn (1831-1902) - Komponist, Musiktheoretiker, Musikpädagoge und Pianist der Romantik

      Der jüdische Komponist Salomon Jadassohn (13.08.1831 in Breslau - 11.02.1902, Leipzig) hat sich vor allem einen Namen als Musiktheoretiker und Pädagoge einen Namen gemacht. Während zu seinen Lebzeiten seine Werke geschätzt und gespielt worden sind, verschwanden sie schon bald nach seinem Tode 1902 von den Konzert-Pulten der Orchester. Vor allem sein "Lehrbuch der Harmonie", 1881 erschienen, wurde zum Standard für viele Kompositions-Studenten der nächsten Jahrzehnte.

      Geboren in Breslau 1831, ist von ihm nicht viel bekannt geworden. Immerhin hat seine ältere Schwester Bertha ihm das Klavierspiel beigebracht. 1848 begann er in Leipzig sein musikalisches Studium bei Iganz Moscheles, Ernst Ferdinand Wenzel, Ernst Friedrich Richter und Moritz Hauptmann. Bereits 1849 ging er nach Weimar zu Franz Liszt. Er war bei der Uraufführung von Richard Wagners "Lohengrin" unter Liszt mit dabei.

      1851 gab er unter der Leitung von Liszt mit der Weimarer Hofkapelle als Solist seinen Einstand und bekam viel Lob dafür. Auch in Breslau gab er Konzerte als Pianist, scheint aber gewisse Zweifel an seinem Können als Pianist zu haben, denn er fing erneut in Leipzig an Komposition bei Moritz Hauptmann zu studieren, doch dieses Mal im privaten Rahmen.

      Durch Hauptmann bekam er am Keßler'sche Musikinstitut eine Anstellung als Klavier - und Musiktheorie-Lehrer. Auch wurde er für die jüdische Gemeinde aktiv, sie es als Leiter des Synagogen-Chores, aber auch als Komponist für diverse Gottesdienste. 1867 übertrug man ihm die Leitung der Konzertvereinigung "Euterpe", Diese war das modernere Gegenstück zum Leipziger Gewandhausorchester. 1871 wurde er dann als Lehrer ans Leipziger Konservatorium berufen.

      Seine Schüler lesen sich wie ein "Who is Who" der damaligen Komponisten-Generation : Frederick Delius, Edvard Grieg, Ferruccio Busoni, Emil Nikolaus von Reeznicek, Felix Weingartner, Sigfried Karg-Elert, George Chadwick.....

      Zu den Werken:

      Seine vier Sinfonien schrieb er in der Zeit von 1860 - 1888 (. Sie waren alle im Geiste Schumanns und Mendelssohns geschrieben, und damit bereits zu ihrer Zeit nicht mehr zeitgemäß. Seine 1.Sinfonie wurde am 15.November 1860 im Leipziger Gewandhaus durch ihn selbst uraufgeführt. Die Kritiken waren positiv, und bereits ein Jahr später wurde sie im Verlag C.F.W.Siegel verlegt.

      Am 26.November 1863 wurde seine 2.Sinfonie am gleichen Ort uraufgeführt, die 3.Sinfonie erst 13 Jahre später, nämlich am 30.November 1876, ebenfalls im Gewandhaus Leipzig. Im März 1877 dirigiert dann Ernst von Schuch die Sinfonie in Dresden. Seine 4.Sinfonie stelle er 1888 fertig, und am 06.Dezember des gleichen Jahres fand bereits die Uraufführung am Gewnadhaus Leipzig statt.



      Neben den vier Sinfonien schrieb er noch zwei Klavierkonzerte und zwei "Cavatinen" (jeweils eine Für Violine und Cello, die auch auf der Box mit den Sinfonien dabei sind). Sie enstanden von 1882 bis 1894, also eher in der Spätphase seines Lebens.



      Dank Markus Becker, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und Michael Sanderling, aber auch der Plattenfirma Hyperion, gibt es die beiden Klavierkonzerte in hervorragender Qualität zu erwerben.



      Zwei weitere Einspielungen mit immerhin der 1.Sinfonie, dem 1.Klavierkonzert, 3 Serenaden für Streicher und eine Serenade für Flöte und Streicher, kann man einen weiteren Teil seiner Werke hören. O allerdings das Orchester aus Malta den Werken jetzt gerecht wird, vermag ich nicht zu sagen. Das Gleiche gilt für das Orchester aus dem tiefsten Russland.

      Etwas Kammermusik hat er auch geschrieben, so ein frühes Streichquartett (op.10), 4 Klaviertrios (2 1859, 1880 und eines 1887), 2 Klavierquintette (um 1869 und 1884), ein Klavierquartett (1884), u.a. Dazu kommen diverse Chorwerke und eine Orgelfantasie

      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Die Klavierkonzerte finde ich sehr melodiös und handwerklich gekonnt, wenn auch naturgemäß nicht sonderlich innovativ. Weitere Werke harren möglicherweise noch des Kennenlernens. Insofern danke ich Maurice für diesen Thread!

      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • andréjo schrieb:

      Weitere Werke harren möglicherweise noch des Kennenlernens. Insofern danke ich Maurice für diesen Thread!
      Danke Dir. Nun, es gab und gibt sicher kreativere Köpfe, was das Komponieren angeht, aber seine Orchesterwerke sind es durchaus wert gehört zu werden. Es ist allerdings wie so oft : Großartige Pädagogen sind nicht immer auch großartige Komponisten oder gar Solisten. das Problem ist wohl auch, dass es eine Reihe von Komponisten gab, die eine handwerklich-technische ausgezeichnete Arbeit abgeliefert haben, aber von noch kreativeren Komponisten einfach verdrängt worden sind.

      Jadassohn wurde ja zu Lebzeiten wohl aufgeführt, im Gegensatz zu etwa Hans Rott oder teilweise auch noch Bruckner oder Mahler (die zwar aufgeführt worden sind, aber deren Werke als zu "schwierig" galten. Vor allem Bruckner überarbeitete seine Werke fast alle immer wieder, weil er sich selbst nicht sicher seiner Werke war).
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)