Jeden Tag ein Orgelwerk ...

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    • Und wieder zurück zum Orgelgiganten:

      Max Reger:
      Zweite Sonate d-Moll op. 60
      Präludium und Fuge e-Moll op. 85 Nr. 4
      Phantasie über den Choral "Alle Menschen müssen sterben" op. 52 Nr. 1
      Präludium und Fuge h-Moll op. 129 Nr. 8 und 9
      Präludium und Fuge d-Moll op. 135b
      Heidi Emmert an der historischen Klais-Orgel von St. Elisabeth in Bonn


      amazon.de/Max-Reger-Orgelwerke…osim?tag=capricciokult-21

      Hier wieder eine Orgel mit relativ transparenter Akustik.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Jetzt habe ich Lust, meine recht übersichtliche Sammlung mit romantischer Orgelmusik zu durchwandern. Heute:

      Felix Mendelssohn Bartholdy:
      Sechs Sonaten für die Orgel op. 65
      Kay Johannsen an der Orgel von St. Adalbero Würzburg, erbaut 1995 von Orgelbau Rensch, Lauffen/Neckar



      Sechs recht abwechslungsreich gestaltete Werke, mit melodiösem Reichtum, wie bei Mendelssohn nicht ungewöhnlich. Die Orgel klingt recht klar, strahlend und prägnant, nicht so weich und rund wie die um 1900 gebauten Instrumente, die in meinen Reger-Aufnahmen verwendet werden.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Irgendwie gab dieser thread den Anstoss , mal wieder etwas aus meiner sehr, sehr überschaubaren Orgelnische zu hören .
      Widor : Symphonie pour orgue No.9 "Gothique" & Final : Toccata - Symphonie pour orgue No.5
      Boellmann : Suite Gothique & Elevation en mi bemol majeur de "Heures Mystiques"

      Pierre Cochereau aux grandes orgues de Notre-Dame de Paris (1971 Widor-1968 Suite-1972 Elevation)

      amazon.de/Symphonie-Gothique-S…Widor+Boellmann+Cochereau

      Leider kein Bild möglich
      ASIN B000025U0M
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " - Don't all thank me at once (Scott Miller) - Ich behalte mir das Recht vor , Fehler zu machen .
    • Gurnemanz schrieb:

      Kay Johannsen
      auch hier.

      Der Kay kanns und wie - hier gerade seine Impro über O Haupt voll Blut und Wunden in Dauerschleife (oder besser: improvisierte Variationen über O Haupt voll Blut und Wunden). Allein wenn das Thema immer wieder in verschiedenen Stimmlagen und Registrierungen aus dem Improgewusel heraus ertönt, dieses überlagert, stellt sich bei mir eine tiefempfundene Bewunderung für den Stuttgarter ein. Allerfeinstes Spiel, das so wirkt, als wäre es aus dem Augenblick heraus entstanden - natürlich Pustekuchen. Georgeltes Improvisationsspiel erfordert eine präzise Vorbereitung und falls möglich auch eine genaue Kenntnis der klanglichen Möglichkeiten des Instruments.

      Ich jedenfalls bin restlos begeistert.



      Kay Johannsen traktiert sein Instrument (Mühleisen - IV/81 -, Stiftskirche-Stuttgart):
    • Yukon schrieb:

      Ich jedenfalls bin restlos begeistert.
      Danke für den Tip, lieber Yukon! Wird vorgemerkt.

      Ich bin ja ziemlich inkompetent, was die Beurteilung organistischer Leistungen angeht, aber die oben erwähnte Mendelssohn-Einspielung mit Johannsen kann ich wärmstens empfehlen: sehr lebendiges, plastisches Spiel, das bei mir keine Wünsche offen läßt (auch nicht nach alternativen Einspielungen).

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
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      Helmut Lachenmann
    • Iveta Apkalna, die Titulatrice der Hamburger Elphi, ist momentan ja sehr gefragt. Bisweilen kann auch ich ihrem Spiel nicht widerstehen. Deshalb nunmehr zum Tagesabschluß technisch anspruchsvolle Pedalakrobatik bis 32' aus Wangen (BaWü) - Riegerorgel der katholischen Stadtpfarrkirche St. Martin, III/39 (Stand: 1987).



      George Thomas Thalben-Ball, Variationen über ein Thema von Paganini [op. 1 Nr. 24] für Pedal solo.

      In Ton und Bild kann man sich bei Diane Bish einen Eindruck verschaffen.
    • Mendelssohn / op. 65 Nr. 2 / Planyavsky - CD 1 - rec. 09/1988:

      CD 1 v. 3

      Perchtoldsdorf, Österreich (Niederösterreich) - Pfarrkirche St. Augustin, "Franz-Schmidt-Orgel", III/40.

      Hörbeispiele gibt es hier --> klick

      Kreative, hochspannende Aufnahme (tolle 8'-Mischungen im Grave -1-/Allegro -2-, zum Teil auch im vollen Werk, alles andere als anämisch, sehr sangliches Adagio -1/2-, das diese Bezeichnung unter Planyavskys Händen und Füßen auch verdient, untermalt vermutlich von einer Rohrflöte, 8', knackige und in Anbetracht eines ausgeprägten Hallanteils, sehr transparent hörbare Fuge -3-) am geeigneten Instrument (Standardbegleitheft - d/e/f -, 29 Seiten - Beschreibungen Leben, Hintergrund/Orgelwerke allgemein und Sonaten, Dispo und sehr kurze Beschreibung der Orgel, leider keine Registrierungen - sehr bedauerlich -, die ja gerade bei Mendelssohn, wenn auch aus guten Gründen nicht vorgeschrieben, durchaus nicht unwichtig sind).


      Zu Peter Planyavsky --> klick
    • Gustav Leonhardt mit einigen Voluntaryminiaturen für Orgel von John Blow (IV, VIII und XVIII). Insbesondere die chromatische Nr. 18, die hier nunmehr in Dauerschleife ertönt, hat es wirklich in sich, jedenfalls in der Weise, wie Leonhardt sie spielt - Tempo, Registrierung, Ornamentierung und Raumklang sind perfekt aufeinander abgestimmt - Besonderheit: ein sehr prominent und wunderschön ertönendes 8' Cromorne, was der Aufnahme durchaus etwas Archaisches im Sinne von ungeschliffen, sehr rustikal, gleichwohl feinsinnig verleiht. Inhaltliche Gemeinsamkeiten u.a. mit Didos Klage When I am laid in earth sind unverkennbar (wenn diese Voluntaryminiatur im Zusammenhang mit Purcells Tod entstanden wäre, könnte man dieses Werk wegen seines ausgeprägten chromatisch-melancholischen Charakters durchaus als eine Art Trauerrede auf seinen Meisterschüler begreifen). Daneben lassen Pachelbel (Fuge d-Moll), Sweelinck (Fantasia chromatica), Scarlatti (Sonate c-Moll, K 58), Bach (z.B.Canzona d-Moll, BWV 588) grüßen.

      rec. 06/2001, Orgel - Église Abbatiale Sainte-Croix, V/45, Bordeaux

      aus dieser ganz vorzüglichen Box:

    • Nochmals aus vorerwähnter Leonhardt-Box:

      Leonhardt spielt Werke von Hassler, Strogers, Byrd, Bull, Gibbons, Pachelbel, Ritter und Bach (J. S. und J. C.). Er verwendet ein Claviorganum von Matthias Griewisch, 2001 und ein Cembalo von Anthony Sidey/Frédéric Bal, Paris, 1995 nach Gottfried Silbermann, 1735 (J. S. Bach: Fantasie c-Moll, Aria variata, Partita Sopra O Gott ...):



      Was da an organistischer und cembalistischer Klangprächtigkeit unter den Händen des Großmeisters produziert wird, ist schon sehr beeindruckend. Insbesondere der Hassler, der hier derzeit mit seiner Canzon mehrfach hintereinander erklingt, kommt auf dem Claviorganum einnehmend betörend klangfarbig, die Tiefen der Musik auslotend, rüber.

      Hassler/Claviorganum:

      Das Instrument "setzt sich zusammen aus einem einmanualigen italienischen Cembalo nach Aelpidio Gregori sowie einer Truhenorgel mit Gedackt 8' und Flöte 4'. Beide Instrumente sind durch Verschieben der Klaviatur sowohl einzeln als auch gekoppelt spielbar."

      Zitat
    • Heute noch diese Aufnahme im vielleicht vierten oder fünften Versuch das Konzept dieser Aufnahme 1. zu begreifen und 2. schätzen zu lernen:



      Eine wohlwollend formuliert, durchaus anhörbare, wenn auch etwas anstrengend langatmige, wenig lebhafte/luxuriöse (wo bleibt das Kontrastierende, das Humorvolle, das Spielerische dieses Zyklus') Lesart der Bachschen Trios mit David Newsholme an den Tasten und Pedalen; da gibt es aus meiner Sicht durchaus Bewegenderes, wie von Righetti, L. Ghielmi, Rübsam 2, Rogg, Alard, Wunderlich, Alain 2 und einigen anderen. Vielleicht könnte man diese Interpretation meinetwegen als kontemplativ bezeichnen, wenn man denn wollte. Möglicherweise bin ich aber selbst gar so weit davon entfernt diese Produktion zu schätzen, schließlich bin ich ja auch ein überzeugter und erklärter Verfechter von Rübsam 2 (erschienen bei Naxos), :/ .

      Instrument: Cambridge - Trinity College Chapel, Metzler III/42.
    • Sweelincks Fantasia Chromatica:

      YT

      Irene De Ruvos Interpretation auf dieser wunderschönen winzigen einmanualigen Orgel* ist wirklich außergewöhnlich gut, jeder Ton ist voll Charakter und überbordender Schönheit, gepaart mit dem in diesem Werk angelegten klagenden und melancholischen Tonfall - ganz große Kunst.

      * Chiesa della Madonna del Popolo, Romagnano Sesia
    • In Gänze:

      rec. 11/2010

      Präludium, Largo & Fuge BWV 545; Nun komm, der Heiden Heiland BWV 599; In dulci jubilo BWV 608; Das alte Jahr vergangen ist BWV 614; Jesu, meine Freude BWV 610; Pastorella BWV 590; O Mensch, bewein dein Sünde groß BWV 622; Christ lag in Todesbanden BWV 625; Orgelkonzert nach Johann Ernst Prinz von Sachsen-Weimar BWV 592; Komm, Gott, Schöpfer Heiliger Geist BWV 667; Alle Menschen müssen sterben BWV 643; Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ BWV 639; Pièce d'orgue BWV 572

      J. S. Bach / Christoph Reinhold Morath / Orgel der evangelischen Kirche Kleinheubach, Johann Chritian Dauphin (1710) - Rieger (2010), II/17 (urspr. I/13).

      Zur Historie des Instruments: Eine ungewöhnliche Geschichte und Konzeption

      Immer wieder sehr gern, gerade weil das eher kleinformatige Instrument von dem Interpreten bis an Grenzen seiner Leistungsfähigkeit herangeführt wird, der Ton deshalb bisweilen etwas unperfekt, in Gestalt eines deutlich wahrnehmbaren Ächzens, Stöhnens und Knarzens, erklingt. Insgesamt eine sehr herbe Aufnahme mit knackig eingefangener Registerdemonstration, bei recht trockener Akustik (zuviel Hall wäre bei diesem Instrument auch völlig unangebracht).

      :verbeugung1:
    • Gerhard Gnann - Stylus phantasticus und Liedvariationen bis Bach - ursprünglich bei Fermate, später bei Audite, erschienen:

      rec. 13. - 15.10.1993

      Bruhns: Präludium in G
      Sweelinck: Mein junges Leben hat ein End; More Palatino
      Buxtehude: Toccata BuxWV 155
      Böhm: Jesu, du bist allzuschöne
      de Monte: Präludium con Fuga ex G
      Bach: O Gott, du frommer Gott BWV 767; Toccata, Adagio, Fuge BWV 564

      Was Gerhard Gnann und sein Aufnahmeteam in Riegel (St. Martin*) auf diesen Tonträger gebannt haben, ist interpretatorisch und aufnahmetechnisch allererste Sahne. Man gewinnt den Eindruck als gelänge der durch den Interpreten dfferenziert dynamisierte Klang des Instruments gewissermaßen ungefiltert auf die Ohren. Eine sehr schöne Ansprache der Pfeifen, ein edles Plenum, erlesene Grundstimmen und ein außerordentlich kerniger 32'er im Pedal zeichnen diese Aufnahme aus. Von dem Beiheft hätte ich mir allerdings angesichts der Registervielfalt des Instruments, die auch ausgeschöpft wird, mehr erwartet, denn die durch den Interpreten verwendeten Registrierungen sucht man leider vergebens.

      * Riegner & Friedrich-Orgel, Riegel (1991), III/35

      Die Aufnahme ist derzeit übrigens im Rahmen einer Audite-Preisaktion günstig bei JPC erhältlich, wie übrigens auch diese sehr empfehlenswerte Aufnhame der Skizzen, Studien und Fugen über B-A-C-H von Robert Schumann mit Andreas Rothkopf:



      Ev. Kirche Hoffenheim, Walcker-Steinmeyer-Lenter, II/27 (Stand: 1974) - rec. 23. & 24.09.1987
    • zabki schrieb:

      für alle, die einen besonderen Sinn haben für Dinge, die man "so nicht erwartet" hätte:
      Herzlichen Dank für diese Aussage. Kürzlich ist mir diese Aufnahme von Bachs Toccata/Adagio & Fuge (BWV 564) mit Gunther Rost aus der Wallfahrtskirche Maria Strassengel, III/30 begegnet (Pflüger 1995):

      YT

      Das sehr akzentuierte Spiel, dieser äußerst delikate und freie Umgang mit der Gewichtung der Betonungen, insbesondere im ersten Satz, hat mich anfangs doch sehr irritiert.
    • Nachdem ich mir in dieser Woche endlich wieder einen Multiplayer gegönnt habe - der "alte" LINN Unidisk SC ist ja an Überalterung des Lasers gestorben - kann ich endlich diese Box mit 17 SACD hören, die seit anderthalb Jahren im Regal steht:

      Max Reger

      Fantasie und Fuge über B-A-C-H op. 46
      Introduktion und Passacaglia d-Moll WoO IV/6
      Symphonische Fantasie und Fuge d-Moll op. 57
      Orgelsonate Nr. 2 d-Moll op. 60

      Martin Schmeding
      Sauer-Orgel im Dom St. Petri zu Bremen



      Macht definitiv Lust auf mehr!

      Gruß
      MB

      :wink:
      Un homme d'esprit est perdu s'il ne joint pas à l'esprit l'énergie de caractère. Quand on a la lanterne de Diogène, il faut avoir son bâton. (Nicolas-Sébastien de Chamfort)
    • Daraus Mendelssohns Op. 65 Nr. 2 mit Dietrich Wagler:



      Sehr schöne stürmisch-drängende Darstellung aus Freiberg - Silbermann (G.)/Mendelssohn muss wohl in der Tat keinen Widerspruch darstellen, obwohl ich die Ansprache dieser Silbermännin wesentlich prägnanter in Erinnerung habe.
    • Zum Tagesabschluss Simon Reicherts Betrachtungen zu Bachs Triosonaten:



      Man sollte bedenken, dass die Waltershausener Trösterin bekanntermaßen relativ schwer zu bewältigen ist, gepaart mit mit einer Akustik im Raum, die vielleicht eine Nachhallzeit von allenfalls 1,5 bis 2 Sekunden zulässt. Von der Gnade des Halls, womit man bisweilen spieltechnische Unzulänglichkeiten kaschieren kann, kann dort also nicht die Rede sein. Um eine möglichst große Wirkung zu erzielen, muß man eben sehr präzise und artikulatorisch ausgefeilt ans Werk gehen. Und genau das führt Simon Reichert mit seiner Aufnahme der Trios m.E. grandios vor, verbunden mit einer sehr schönen, geradezu spielerischen Leichtigkeit. Da wird jede Note ernst genommen, da wird nichts unterschlagen - übertiebene, pingelige Genauigkeit? Natürlich nicht. Wenn man der Aufnahme einmal zu einem günstigen Preis begegnet, heißt es alle etwaigen Bedenken über Bord zu werfen und zuzuschlagen.


      Gute Nacht ... :sessel1: