Jeden Tag ein Orgelwerk ...

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    • Rosamunde schrieb:

      Bin gerade bei mureilles d'eau - unglaublich.

      Nicht wahr? Eine völlig singuläre Tonsprache, dabei irgendwie fasslich ... das Cover der DG-Box passt m. E. großartig zur Musik.

      Hier ein Frühwerk.

      Olivier Messiaen: Diptyque

      Olivier Latry
      Orgel in Notre-Dame de Paris



      Gruß
      MB

      :wink:
      "Es ist ein Jammer, dass die Dummköpfe so selbstsicher und die Gescheiten so voller Zweifel sind." - Bertrand Russell
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      Messiaen Orgelwerke

      Mauerblümchen schrieb:

      Rosamunde schrieb:

      Bin gerade bei mureilles d'eau - unglaublich.
      Nicht wahr? Eine völlig singuläre Tonsprache, dabei irgendwie fasslich ... das Cover der DG-Box passt m. E. großartig zur Musik.

      Danke euch beiden für die Anregung. Die Quasi-Trilogie aus L'Ascension (das ich selber immer wieder versuche zu spielen), Messe de la Pentecôte und Méditations sur le Mystère de la Saint Trinité gehört seit langem zu meinem unverzichtbaren Kanon.

      Bei bisherigen Durchhörsitzungen - gleiche Aufnahme aus dieser Wunderkiste

      - bin ich allerdings meist beim Livre d'Orgue ausgestiegen, mit dem ich nicht klar komme.

      Jetzt also direkt Start bei Track 8 von CD 12, Le Livre du Saint Sacrement. Erstmalig mit meinen neuen subwooferbestückten Lautsprechern. Live feeling.
      Ich höre unter anderem für Messiaen ungewohnte Tonarten, Des-Dur, As-Dur, Es-Dur, nanu? Überhaupt scheint der Klang ein noch wichtigerer kompositorischer Aspekt geworden zu sein als in früheren Werken (mag ich falsch verstehen, egal). Jedenfalls überraschend wenig Gemeinsamkeiten mit dem vorangeganenen Livre d'Orgue. Erheblicher Suchtfaktor spürbar.
      Mehr will ich fürs erste gar nicht sagen und wissen. Erst mal für ein paar Jahre den Nachholbedarf ausgleichen, dann weiß ich vielleicht mehr.
      <3 Khampan
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      Rosamunde schrieb:

      aber speziell murailles d'eau - da wächst kein Gras mehr
      eine Marotte von mir ist, dass mich Einzelsätze nur im Zusammenhang interessieren...
      Zunächst sehe ich mir Satzbezeichnungen oder -beschreibungen gar nicht erst an (soweit es sich vermeiden lässt), um einen Eindruck rein aus der Musik heraus zu bekommen.
      Also schaun wir mal. Kann ein paar Monate oder Jahre dauern.

      Manchmal ist der Eindruck freilich so stark wie im 3. Satz von L'Ascension, dass ich heulend da saß und mir sagte: Ich-will-das-spielen! (Mein Lehrer gibt mir die Noten. Ich nach einer Woche: schluck... und der 2. Satz ist noch schwerer)
      :wink: Khampan
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      Khampan schrieb:

      eine Marotte von mir ist, dass mich Einzelsätze nur im Zusammenhang interessieren...
      hast völlig recht - es baut sich langsam auf und man braucht den Aufbau auch, finde ich. Ist für mich bei Messiaen extremer, als bei anderen Komponisten/Werken. Und es geht mir jedes mal so zB bei dem "Quartet for the end of time", wo ich unbedingt alle Sätze brauche, um den letzten, oder die letzten beiden auf eine bestimmte Art erfassen zu können. Oder bei "Vingt regards..." der letzte Satz Regards d'eglise d'amour, für den ich gar keine Worte habe, so unglaublich ist er - was für eine Musik - nachdem man alles vorher auch betrachtet hat.

      Khampan schrieb:

      dass ich heulend da saß
      Genau - der Messiaen Effekt - bei mir eine Art Katharsis.

      Khampan schrieb:

      Ich nach einer Woche: schluck... und der 2. Satz ist noch schwerer)
      Ich weiss sowieso nicht, wie man Orgel spielen kann, mit beiden Füssen auch noch ! Ich hab als Kind in der Kirche immer den Organisten beobachtet, wir Kinder sasssen oft auf der Empore bei ihm. Wie er da mit den Beinen herumgetanzt ist, zusätzlich zu den Händen auf dem doppelten Keyboard, und dann auch noch Register gezogen....faszinierend.
      :wink:
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      Khampan schrieb:

      Manchmal ist der Eindruck freilich so stark wie im 3. Satz von L'Ascension, dass ich heulend da saß und mir sagte: Ich-will-das-spielen!
      Ja ... "Transports de joies" ... Hammerstück.

      Bei mir war es "Dieu parmi nous" aus der "Nativité", gehört in einem Orgelkonzert auf dem Evangelischen Kirchentag 1987 in Frankfurt ...

      Rosamunde schrieb:

      Ich weiss sowieso nicht, wie man Orgel spielen kann, mit beiden Füssen auch noch !
      Das bekommt man/frau als Organist*in öfter zu hören ...

      ... ich bewundere die Geiger. Die haben viel mehr Parameter in Echtzeit zu kontrollieren als ein Organist. Der/die Organist*in drückt die Taste, dann klingt der Ton, und er/sie muss sich bis zum Loslassen nicht mehr drum kümmern.

      Ein Geiger kontrolliert Bogengeschwindigkeit, Bogendruck, Anstellwinkel des Bogens zur Saite, näher am Steg/näher am Griffbrett, eher an der Bogenspitze/eher am Frosch, er hat keine Markierungen für die Stellen, wo die linke Hand die Saite niederdrückt, mehr/weniger Vibrato (Frequenz), intensiveres/weniger intensives Vibrato (Amplitude), ... ich glaube, das sind ein paar Parameter mehr als bei der Orgel.

      Das mit der Koordination von Fingern und Füßen kriegt man schon hin. Langsam üben, schwierige Stellen (Triosonaten ...) halt erst rechts alleine, dann links alleine, dann Pedal alleine, dann die drei möglichen Kombinationen, dann alles zusammen ... und immer nur so schnell, dass man alles kontrolliert. Ja keine Fehler machen - die prägen sich genaso ein wie richtig gespielte Stellen. Schneller wird es von alleine, wenn die Bewegungen 100%ig verinnerlicht sind.

      Und: Es ist überwiegend binär - Taste ist gedrückt oder nicht (ja, es gibt die Möglichkeit, den Klang bei Beginn und Ende zu beeinflussen; geschenkt). Das ist beim Geiger anders ...

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Es ist ein Jammer, dass die Dummköpfe so selbstsicher und die Gescheiten so voller Zweifel sind." - Bertrand Russell
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      Mauerblümchen schrieb:

      Das mit der Koordination
      Das erinnert mich an einen Bratschertreff des ROH, zu dem ich vor einiger Zeit mal eingeladen war. Ich wurde dann im Laufe des Abends von einem noch aktiven Kollegen auch mal gefragt, ob ich denn wenigstens noch ein bisschen Kammermusik spielen würde, so als Zeitvertreib? Ach nee, winkte ich ab, irgendwie würde es bei mir mit der Koordination von rechts und links nicht mehr so klappen. “Och wieso....bei uns doch auch nicht“ antwortete er.