"Das ist doch Mist! "- Wie reagieren auf schlechte Darbietungen?

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    • Mauerblümchen schrieb:

      - es entbehrt einfach jeder Plausibilität, dass die Menge der Kunstschaffenden heute irgendetwas weniger hätte als frühere Generationen.

      Meinst Du nicht, daß das etwas zu pauschal formuliert ist? Natürlich ist die Vergangenheitsverklärung ein Faktor, der oft unterschätzt wird. Aber eine Verschiebung der Schwerpunkte o.dgl. ist doch objektiv feststellbar, auch wenn die Gründe dafür oft nicht leicht auszumachen sind. Beispielsweise haben wir derzeit nicht sehr viele Spitzenstimmen für die deutsche Spieloper (für deren Vernachlässigung es natürlich auch sehr viele Erklärungen gibt, sie wird ja auch in der Ausbildung nicht besonders forciert). In den 1950er und 1960er Jahren hatten wir eine Überfülle an großartigen Tenören im italienischen Fach, heute ist die Zahl überschaubar. Ist die Lücke, die Pavarotti/Domingo/Carreras hinterlassen haben, wirklich gleichwertig gefüllt? Ich persönlich finde, nur teilweise.
      Es gab an der Wiener Staatsoper Zeiten, wo der Ausfall einer Berühmtheit oft keine echte (höchstens eine hochgeschaukelte) Affäre war, weil man aus dem Ensemble hochwertigst nachbesetzen konnte. Klar, heute kann sich die Staatsoper es gar nicht mehr leisten, eine solche Reserve zu besitzen (ich kann mir aber gut vorstellen, daß man mit irgendeinem mäzenatischen Krösus im Hintergrund dergleichen innerhalb mehrerer Jahre sogar wieder aufbauen könnte - ist natürlich irrealer Wunschtraum...). Jetzt haben wir kaum einen adäquaten Duca für den "Rigoletto". Bei der letzten Premiere sang ihn Beczala, ein toller Sänger, aber für diese Partie zu diesem Zeitpunkt kein idealer Interpret. Seine Schwerpunkte liegen woanders (dem Mozartfach ist er entwachsen, dafür begeistert er als Lohengrin oder jüngst als Cavaradossi). Natürlich fallen mir andere Namen ein, die in Frage kämen, aber die Qualität etwa von Big P hätte keiner.

      Andererseits sind wir weltweit gegenwärtig sehr gut mit Künstlern versehen, die Barockopern wirklich gut singen können. Das gab es früher nicht, weil sich zu wenige Leute dafür interessiert haben. Auch bei den Mezzosopranen sind wir mit Weltklasse bestens versorgt (Garanca, DiDonato…). Und die haben es nicht nur in der Stimme, sondern vermögen auch ihre Rollen wirklich auszufüllen. Gestern habe ich mir wieder einmal den ORF-Film der "Cosi" (Böhm/Kaslik) gegönnt (leider ist er nicht im Handel) und bin bereit, der himmlischen Christa Ludwig als Dorabella stundenlang die Füsse zu küssen (den anderen MItwirkenden bitte auch), aber ich behaupte selbstverständlich nicht, daß es das heute nicht mehr geben könnte. Dem Himmel sei Dank dafür! Doch ob ich je noch einmal so ein Timbre wie das von Fritz Wunderlich erleben werde? Nun, die Hoffnung stirbt zuletzt oder auch nie.

      :wink: Waldi
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      Homo sum, ergo inscius.
    • Ich denke schon, dass es diese 'Lagerkämpfe' heute nicht mehr so gibt wie vor mehreren Jahrzehnten offensichtlich noch. Egal ob es jetzt bei Sängern, Dirigenten oder Instrumentalsolisten ist. Wobei das ja damals überhaupt nicht mit irgendeiner musikalischen Qualität zu tun haben musste. Es ging um eine Art 'Fan-Kultur', die es nach wie vor in anderen Bereichen immer noch gibt, nur nicht mehr im Bereich der klassischen Musik. Die Grabenkriege zwischen Callas- und Tebaldi-Anhänger erlebt man nicht mehr zwischen Bewunderern von Garanca und di Donato (um hier zwei zitierte Sängerinnen aufzugreifen).

      Es wird also offensichtlich nicht mehr polarisiert, wobei das Publikum auch nicht mehr bereit ist, sich polarisieren zu lassen. Da hat wohl eine Art der Abkühlung stattgefunden.

      Ich glaube schon, dass das mit einer gewissen Art der Persönlichkeit zu tun hat, auch mit Wagemut, Risikobereitschaft. Aber auch heute gibt es starke Charaktere und Persönlichkeiten. Und es gibt interessante und nonkonforme Typen, Currentzis z.B., die weiterhin spalten. Das führt aber selten dazu, dass fast mit Aggressivität ein anderer Namen dagegen ausgespielt wird und sich die Anhänger dann 'bekriegen'. Vogt fällt mir in dem Zusammenhang auch ein. Eigentlich müssten sich die Kauffmann- und die Vogt-Fraktion kämpferisch gegenüberstehen. Passiert ja aber eigentlich nicht. Wie gesagt, vielleicht ist das Publikum schlauer geworden, vielleicht wird es aber durch den Gesang und die Darbietung emotional nicht mehr so angeregt.

      In einem anderen Bereich funktioniert der 'Krieg' ja noch prächtig. Regie-Theater gegen Werktreue. Da scheinen heute die Schlachten stattzufinden, allerdings sind da auch noch neue Schlachtfelder hinzugekommen. Inwieweit sich die Anhänger von Vogt und Kauffmann im Internet die Köppe einschlagen, kann ich nicht beurteilen. ^^

      :wink: Wolfram
    • Hallo Mauerblümchen, ich finde Deinen Beitrag (Nr. 58) extrem gut, und zwar den ganzen. Die beschreibt die Sache aus meiner Sicht ganz perfekt, so sehe ich sie auch.

      Waldi schrieb:

      Natürlich ist die Vergangenheitsverklärung ein Faktor, der oft unterschätzt wird. Aber eine Verschiebung der Schwerpunkte o.dgl. ist doch objektiv feststellbar, auch wenn die Gründe dafür oft nicht leicht auszumachen sind. [...]
      Es gab an der Wiener Staatsoper Zeiten, wo der Ausfall einer Berühmtheit oft keine echte (höchstens eine hochgeschaukelte) Affäre war, weil man aus dem Ensemble hochwertigst nachbesetzen konnte. Klar, heute kann sich die Staatsoper es gar nicht mehr leisten, eine solche Reserve zu besitzen (ich kann mir aber gut vorstellen, daß man mit irgendeinem mäzenatischen Krösus im Hintergrund dergleichen innerhalb mehrerer Jahre sogar wieder aufbauen könnte - ist natürlich irrealer Wunschtraum...). Jetzt haben wir kaum einen adäquaten Duca für den "Rigoletto". Bei der letzten Premiere sang ihn Beczala, ein toller Sänger, aber für diese Partie zu diesem Zeitpunkt kein idealer Interpret. Seine Schwerpunkte liegen woanders (dem Mozartfach ist er entwachsen, dafür begeistert er als Lohengrin oder jüngst als Cavaradossi). Natürlich fallen mir andere Namen ein, die in Frage kämen, aber die Qualität etwa von Big P hätte keiner. [...]
      Gestern habe ich mir wieder einmal den ORF-Film der "Cosi" (Böhm/Kaslik) gegönnt (leider ist er nicht im Handel) und bin bereit, der himmlischen Christa Ludwig als Dorabella stundenlang die Füsse zu küssen (den anderen MItwirkenden bitte auch), aber ich behaupte selbstverständlich nicht, daß es das heute nicht mehr geben könnte. Dem Himmel sei Dank dafür! Doch ob ich je noch einmal so ein Timbre wie das von Fritz Wunderlich erleben werde? Nun, die Hoffnung stirbt zuletzt oder auch nie.
      Ich stimme Dir teilweise zu, die Schwerpunkte haben sich ja wirklich verschoben, was ja auch ganz natürlich ist, sowas ergibt sich einfach. Dass die (Opern-)Welt internationaler geworden ist und Ensembles viel weniger Bedeutung haben, ist ja auch eine Tatsache, egal ob man sie gut findet oder nicht. Ich glaube, dieser Trend lässt sich so bald nicht umkehren, auch wenn man einen Krösus findet. Ich glaube, dass sich viel Sänger, die sich eine Karriere versprechen, ungern früh an ein Haus binden wollen.
      (Am Rande: Ich hab Beczała vor einem Monat als Cavaradossi gehört und war nicht sooo begeistert.)
      Natürlich ist das Timbre von Wunderlich einzigartig, aber das kann man ja auch von jedem (halbwegs wiedererkennbaren) Timbre sagen. Ich denke, Wunderlich wird allgemein zu verklärt. Ein (u.a. im Mozartfach) wirklich guter Tenor, aber mE nicht das Non-plus-Ultra.
      Aber ich bin der Meinung, dass in der derzeitigen Sängerausbildung zu viel falsch läuft, aber das ist wieder eine ganz andere Sache.

      Wolfram schrieb:

      Das führt aber selten dazu, dass fast mit Aggressivität ein anderer Namen dagegen ausgespielt wird und sich die Anhänger dann 'bekriegen'. Vogt fällt mir in dem Zusammenhang auch ein. Eigentlich müssten sich die Kauffmann- und die Vogt-Fraktion kämpferisch gegenüberstehen. Passiert ja aber eigentlich nicht. Wie gesagt, vielleicht ist das Publikum schlauer geworden, vielleicht wird es aber durch den Gesang und die Darbietung emotional nicht mehr so angeregt.In einem anderen Bereich funktioniert der 'Krieg' ja noch prächtig. Regie-Theater gegen Werktreue. Da scheinen heute die Schlachten stattzufinden, allerdings sind da auch noch neue Schlachtfelder hinzugekommen. Inwieweit sich die Anhänger von Vogt und Kauffmann im Internet die Köppe einschlagen, kann ich nicht beurteilen. ^^
      Naja, es gibt ja auch einige Leute (wie zB mich), die weder etwas mit Kaufmann noch mit Vogt anfangen können... ich finde, es gibt derzeit viel bessere Tenöre als diese beiden. Und ob der "Krieg Regie-Theater gegen Werktreue" wirklich stattfindet? Ich glaube nicht, der wird doch lediglich in einem bestimmten Internetforum konstruiert. Ich geh viel in die Oper und kenne dort viele Leute, und heftige persönliche Auseinandersetzungen über Sachthemen (zB beim Anstellen in der Stehplatzschlange) hab ich noch nicht wahrgenommen. Auch wenn das Wiener Publikum großteils konservativ ist, beschränkt sich der "Krieg" eigentlich nur auf eine Mischung aus Bravo- und Buhrufen bei der Premiere. Ansonsten lässt man den anderen Leuten ihre Meinung. Vielleicht ist die Menschheit ja doch reifer geworden? :thumbsup:
    • Sadko schrieb:

      Dass die (Opern-)Welt internationaler geworden ist und Ensembles viel weniger Bedeutung haben, ist ja auch eine Tatsache, egal ob man sie gut findet oder nicht. Ich glaube, dieser Trend lässt sich so bald nicht umkehren, auch wenn man einen Krösus findet. Ich glaube, dass sich viel Sänger, die sich eine Karriere versprechen, ungern früh an ein Haus binden wollen.




      Aber ich bin der Meinung, dass in der derzeitigen Sängerausbildung zu viel falsch läuft, aber das ist wieder eine ganz andere Sache.
      Ganz ohne Ensemble-Rückhalt geht es offenbar auch nicht. In Wien hat sich Direktor Meyer - Ehre, wem Ehre gebührt! - bemüht, diese Komponente zu stärken (Nafornita, Dimitrescu etc. etc.), denn nur vom internationalen Künstlermarkt zu zehren, ist weder künstlerisch noch wirtschaftlich auf die Dauer durchzuhalten. Egal, wie man das Ergebnis beurteilt, die Absicht ist jedenfalls vernünftig. Und ich kann nur hoffen, daß das auch unter seinem Nachfolger nicht vernachlässigt wird. Ich blicke ja etwas skeptisch in die Zukunft und wäre diesbezüglich froh, wenn ich in ein paar Jahren sagen könnte, meine Zweifel seien unberechtigt gewesen (alles ist möglich - hätte ich je von mir gedacht, Direktor M. einmal womöglich ein wenig nachzuweinen? Noch vor nicht allzu langer Zeit wäre mir das unmöglich erschienen!).

      Bei der Sängerausbildung bin ich vollkommen einig mit Dir. das ist allerdings nicht überall so. Ohne es wirklich beurteilen zu können, habe ich den Eindruck, daß die Stimmausbildung etwa in den USA oft besser ist als in Mitteleuropa (wobei in unseren Breiten trotzdem auch sehr viel Gutes geleistet wird).

      In punkto Vogt sind wir ebenfalls einig. Bei Kaufmann teilweise. ich mag ihn auch nur beschränkt, aber als Werther ist er schon großartig; allerdings bedarf es dabei schon des Gesamteindrucks, nicht nur des rein akustischen Erlebnisses.
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      Homo sum, ergo inscius.
    • Was die Kriege zwischen den Richtungen betrifft, so beschränken sich die im Grund meist auf einen harten Kern von Fanatikern, die päpstlicher als ihre Päpste agieren, während sich die oft schweigende Mehrheit verträgt bzw. ihre Meinungsverschiedenheiten nicht aggressiv austrägt. Natürlich stürzt sich die Berichterstattung aber viel lieber auf die funkensprühenden Zwistigkeiten, bis die irgendwann einmal fad werden, und die Sache mehr oder weniger einschläft (falls nicht irgendein Hitzkopf die Wellen wieder hochpeitscht).
      Als die Wiener Oper erbaut wurde, standen einander die Lager der Mozartianer und der Wagnerianer recht feindlich gegenüber. Anfangs sollte Mozart mit seinen Werken die plastische und malerische Schmückung komplett dominieren. Aber siehe da, in der tatsächlichen Ausstattung des Hauses ergab sich friedliche Koexistenz beider Richtungen, und sogar Eduard Hanslick, obwohl damals nicht mehr mit der neuesten Entwicklung in Wagners Werk einverstanden, sorgte dafür, daß Wagner repräsentativ gewürdigt und sein Büstenporträt in den Kreis der Erlauchten aufgenommen wurde. Niemand polemisierte heftig dagegen, obwohl die Auseinandersetzungen zwischen Wagnerianern und Antiwagnerianern in der Wiener Gesellschaft noch lange weiter gingen.
      Feuer lodern oft, aber nicht immer kommt jemand dazu, der bewußt Öl in die Flammen gießt. Der Streit zwischen den Callas-Fans und den tebaldi-Fans war meienr Ansicht nach künstlich geschürt, denn die beiden hätten jeweils ganz andere Konkurrentinnen zu "fürchten" gehabt, was sie gescheiter- und sympathischerweise aber nicht taten. Warum gab es damals denn keine ähnlichen Dispute zwischen den diversen Tenor-Lagern? Da herrschte doch auch dichtes Gedränge am Opernmarkt!
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      Homo sum, ergo inscius.
    • Amfortas09 schrieb:

      R-Talk finge an Spaß zu machen..
      Hat aber hier nichts verloren -> Was ist, was soll, was darf Opernregie? Und was nicht?

      ;)

      Und ist jetzt dorthin verschoben, ab diesem Beitrag:
      capriccio-kulturforum.de/index…&postID=502145#post502145
      AlexanderK, Moderation
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
      Künstler und Schwein gelten erst nach dem Tode etwas.
      Max Reger
    • Wir sind da schon seeehr off-topic, aber das sind die anderen Beiträge zu Inszenierungen ja auch.. Eventuell könnte die Moderation ein paar Beiträge auslagern? :rolleyes:
      Könne nicht, kann, siehe Vorposting..
      Herzliche Grüße
      AlexanderK, Moderation


      Waldi schrieb:

      Ganz ohne Ensemble-Rückhalt geht es offenbar auch nicht. In Wien hat sich Direktor Meyer - Ehre, wem Ehre gebührt! - bemüht, diese Komponente zu stärken (Nafornita, Dimitrescu etc. etc.), denn nur vom internationalen Künstlermarkt zu zehren, ist weder künstlerisch noch wirtschaftlich auf die Dauer durchzuhalten. Egal, wie man das Ergebnis beurteilt, die Absicht ist jedenfalls vernünftig. Und ich kann nur hoffen, daß das auch unter seinem Nachfolger nicht vernachlässigt wird. Ich blicke ja etwas skeptisch in die Zukunft und wäre diesbezüglich froh, wenn ich in ein paar Jahren sagen könnte, meine Zweifel seien unberechtigt gewesen (alles ist möglich - hätte ich je von mir gedacht, Direktor M. einmal womöglich ein wenig nachzuweinen? Noch vor nicht allzu langer Zeit wäre mir das unmöglich erschienen!).
      Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich Meyer nachweinen werde, aus meiner Sicht kann es fast nur besser werden. Dumitrescu ist übrigens seit 2001 Ensemblemitglied, also noch aus der ganz tiefen Holenderzeit, Meyers Engagement von Naforniță halte ich für einen ganz großen Fehler und eigentlich für einen Skandal. Dafür hat man Markus Eiche, den mE besten Bariton aus dem Holender-Ensemble ziehen lassen, der halt jetzt regelmäßig in Deutschland auftritt. Meyer hat Herbert Lippert zurückgeholt, der jetzt der Einspringer vom Dienst ist. Dass man einen Bacchus, Siegmund, Lohengrin, Paul etc. einfach so aus dem Ensemble besetzten kann (davon abgesehen, dass mich das Ergebnis nicht überzeugt), ist schon eine Leistung, ja!

      Warten wir mal ab, wie die Roščić-Spielzeiten werden, ich bin gespannt!
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      Sadko schrieb:

      Ich denke, Wunderlich wird allgemein zu verklärt. Ein (u.a. im Mozartfach) wirklich guter Tenor, aber mE nicht das Non-plus-Ultra.
      Na, da bekomme ich fast Schnappatmung. ;) Nein, ernsthaft, Wunderlich war mit Sicherheit mehr als sein Timbre und mehr als ein guter Mozarttenor. Aber das ist ein anderes Thema.

      Sadko schrieb:

      Auch wenn das Wiener Publikum großteils konservativ ist, beschränkt sich der "Krieg" eigentlich nur auf eine Mischung aus Bravo- und Buhrufen bei der Premiere. Ansonsten lässt man den anderen Leuten ihre Meinung.
      Was ich vor Jahren schon, als ich noch regelmäßig in die Oper ging, selber erlebt habe und was mir nun Freunde immer wieder erzählen, ist, dass es bei den Regieteams schon doch noch massiven Protest oder massive Zustimmung gibt (was sich logischerweise auf die Premiere beschränkt), die Sänger aber oftmals nur noch recht freundlichen Applaus erhalten. 'Das Haus kommt runter' gibt es wohl nur noch sehr selten, eher breitet sich ein Gefühl von 'war doch nett' aus. Damit ist ja aber auch niemandem gedient. ^^

      :wink: Wolfram
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      Waldi schrieb:

      Der Streit zwischen den Callas-Fans und den tebaldi-Fans war meienr Ansicht nach künstlich geschürt, denn die beiden hätten jeweils ganz andere Konkurrentinnen zu "fürchten" gehabt, was sie gescheiter- und sympathischerweise aber nicht taten.
      Lieber Waldi, das musst du noch mal erklären. Inwiefern künstlich geschürt und welche anderen Konkurrentinnen? Sie waren beide die quasi regierenden Königinnen an der Scala und eigentlich gab es sonst keine Konkurrenz für sie.

      Waldi schrieb:

      Warum gab es damals denn keine ähnlichen Dispute zwischen den diversen Tenor-Lagern? Da herrschte doch auch dichtes Gedränge am Opernmarkt!
      Vielleicht weil diese durch ihre Art des Singens nicht so polarisierten. Del Monaco und Corelli waren sich doch ziemlich ähnlich, der eine vielleicht ein wenig eleganter als der andere, aber sie vertraten nicht eine völlig andere Gesangs- und Interpretationsweise. Di Stefano sang lange an der Scala noch ein anderes Repertoire. Und die meisten anderen (schluchz, es gab wirklich sehr viele) rangierten in einer anderen Kategorie.

      :wink: Wolfram
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      Lieber Wolfram,

      Es gab genügend Soprane von hoher Qualität, z.B. Antonietta Stella oder die Scotto (die von der Callas aber protegiert wurde), und eine Leyla Gencer konnte es mühelos sowohl mit Callas wie Tebaldi aufnehmen, war nur bei den Plattenfirmen weniger im Geschäft.

      Und bei den Tenören könnte man serienweise Spitzenklasse aufzählen. Ich nenne nur einen Namen: Ferruccio Tagliavini.

      Ich erinnere mich dunkel, daß Tebaldi und Callas einander durchaus respektierten, aber die Medien fanden ein Konkurrenzverhältnis natürlich interessanter.
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      Waldi schrieb:

      Es gab genügend Soprane von hoher Qualität, z.B. Antonietta Stella oder die Scotto (die von der Callas aber protegiert wurde), und eine Leyla Gencer konnte es mühelos sowohl mit Callas wie Tebaldi aufnehmen, war nur bei den Plattenfirmen weniger im Geschäft.
      Ich liebe die drei von dir genannten sehr, aber keine hatte (Scotto fällt hierbei sowieso zeitlich aus dem Rahmen) weder die musikalische Intensität, noch die technische Qualität einer Callas noch die unglaubliche Schönheit des Timbre. Tebaldi muss etwas für die Fans verkörpert haben, das wohl ganz speziell war. Vielleicht das Einfache, Natürliche, Unschuldige, eben das Engelhafte, das Versprechen einer schönen, reinen, den 50iger Jahren auch entsprechenden Zukunft. Callas dagegen stand für das Neue, das sich Hineinbohren, die Zeitenwende, das Unbequeme. Stella - ja, wofür stand sie? Gencer? Beides tolle Sängerinnen, aber doch mit zu wenig Substanz, die durch das Publikum persönlich inhaltlich gefüllt werden konnte. Außermusikalisch durchaus, v.a. gesellschaftlich relevant, aber immerhin machbar.

      Waldi schrieb:

      Und bei den Tenören könnte man serienweise Spitzenklasse aufzählen. Ich nenne nur einen Namen: Ferruccio Tagliavini.
      Natürlich hat es in der Zeit wirklich haufenweise Spitzentenöre gegeben. Aber sangen ein Tagliavini, ein Picchi, ein Raimondi so, dass sie wirklich polarisierten? Natürlich werden sie ihre Fans gehabt haben, aber musste ihretwegen die Polizei in der Scala patrouillieren? ;)

      Waldi schrieb:

      Ich erinnere mich dunkel, daß Tebaldi und Callas einander durchaus respektierten, aber die Medien fanden ein Konkurrenzverhältnis natürlich interessanter.
      Das mag sein, wobei ich bei den Selbstzeugnissen beider nicht so sicher bin. Beide waren alte Theaterhasen und wussten genau, wie sie sich zu geben hatten. Ich möchte nicht wissen, wie da an der Scala (lange haben sie ja gar nicht gleichzeitig dort gesungen) manchmal die Fetzen zwischen ihnen geflogen sind. ^^ Und wenn die Callas sich mit Champagner und die Tebaldi mit Coca-Cola verglichen hat (durchaus ein treffender Vergleich :D ), dann wird die Tebaldi mit Sicherheit nicht unkommentiert gelassen haben.

      :wink: Wolfram
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      Ich kann mir durchaus vorstellen, daß man einen Tagliavini gegen einen di Stefano hätte ausspielen können. Aber aus geschäftsmäßiger Perspektive wäre es nicht geraten gewesen, neben der Paarung Callas-Tebaldi noch eine oder mehrere Spannungs-Situationen zu kreieren. Man sollte die Businessversatilität der Plattenfirmen nicht unterschätzen, die schon wußten, daß eine gute Portion Klatsch und Tratsch den Absatz belebten. Denk daran, wie gern auch Filmfirmen irgendwelche rpivaten Beziehungen zwischen ihren Hauptdarstellern konstruieren, weil das Publikum soetwas liebt. Wie publicityfördernd sich die wohl künstlich hochgespielte seinerzeitige Beziehung zwischen Netrebko und Villazon erwies, darüber könnten die DG-Leute wohl einiges erzählen. Viele scheinbare Konflikte haben nie existiert, während manche Harmonien gleicherweise vorgetäuscht waren.

      Was die Gencer betrifft, so schätze ich sie höher ein als Du. Vielleicht liegt es auch daran, daß Callas und Tebaldi groß im Plattengeschäft waren, während Gencer uns hauptsächlich durch Mitschnitte erhalten geblieben ist, die meist erst viel später an die Öffentlichkeit gelangten. Änhnlich war es auch mit Bidu Sayao (auch sie eine Stimme, die mühelos neben den genannten bestehen konnte). Sicher war die Callas die wandlungsfähigste von allen, andererseits stieß sie in der Höhe oft an ihre Grenzen (die Ursachen dafür sind oft dargelegt worden), was man ihr aber gerne verzieh und verzeiht. Bei der Tebaldi wäre man bei einem schrillen Spitzenton wohl kritischer. Ich nehme an, daß sie auch nicht jeden Tag engelsgleich gesungen hat, das wäre übermenschlich gewesen, aber sicher wurde darauf geachtet, daß das nicht zu sehr bekannt wurde, hätte es doch das "Image" beeinträchtigt. Bei der Callas hingegen war irgendein Ausrutscher kein Problem, von ihr erwartete man es nicht anders (und manche Skandalgeschichte, die von ihr kolportiert wurden, sind reine Erfindungen ihrer Manager gewesen).
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      Waldi schrieb:

      Sicher war die Callas die wandlungsfähigste von allen
      Da bin ich nicht mal so sicher. Wenn man die Rollenpalette der Gencer betrachtet, hört man nicht auf zu staunen.
      Die englische Wikipedia berichtet;
      "Her repertoire consisted of 72 roles, including operas by Monteverdi, Gluck, Mozart, Cherubini, Spontini,Simon Mayr, Puccini, Prokofiev, Britten, Poulenc, Menotti, and Rocca". Die Liste der Komponisten ist selbstverständich nich vollständig: von Donizetti, Verdi hat sie unzählige Rollen verkörpert.

      Dies nicht als Kritik an Maria Callas gemeint.
      Gencer war auch nicht fehlerfrei (ihre Triller z.B. sind in der Regel schwach), aber ihre stimmlichen Darstellungen sind sehr beeindruckend. Man braucht nur die Aufnahmen von Anna Bolena der beiden zu vergleichen (dieselbe Inszenierung, weitgehend dieselben comprimari), um zu verstehen, daß es kein extremes Gefälle zwischen den beiden gab.
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Neu

      Waldi schrieb:

      Denk daran, wie gern auch Filmfirmen irgendwelche rpivaten Beziehungen zwischen ihren Hauptdarstellern konstruieren, weil das Publikum soetwas liebt.
      Wenn eine konstruierte Konkurrenz allerdings auf keinen Nachhall bei den Zuschauern trifft, dann können sich die Plattenfirmen, die Agenten, die Intendanten noch so abmühen.

      Waldi schrieb:

      Sicher war die Callas die wandlungsfähigste von allen, andererseits stieß sie in der Höhe oft an ihre Grenzen (die Ursachen dafür sind oft dargelegt worden),
      Sie stieß, was die Höhe anging, eigentlich nicht an ihre Grenzen (den richtigen Ton traf sie eigentlich in den allermeisten Fällen), nur die Tonbildung, die Sicherheit, die Schönheit waren ein Problem (aber das meinst du sicherlich) und das durchaus schon sehr früh. Bis ca. 1953 ist die Höhe bombensicher.

      Waldi schrieb:

      Bei der Tebaldi wäre man bei einem schrillen Spitzenton wohl kritischer.
      Anders als bei der Tebaldi, die eine wesentlich kürzere Höhe besaß und im Bereich des 'C' schon Probleme mit der Zielgenauigkeit haben konnte. Aber letztlich hatten beide ja unterschiedliche Kernbereiche. Die Callas im Belcanto und die Tebaldi im Verismo. Da war sie der Callas, was das Fluten der Töne, was die Tonschönheit anging, was das Volumen anging, sicherlich überlegen. Im Bereich der Dramatik allerdings überhaupt nicht.

      Waldi schrieb:

      Bei der Callas hingegen war irgendein Ausrutscher kein Problem, von ihr erwartete man es nicht anders
      Meinst du musikalisch oder eher den Skandal. Was den angeht, den erwartete man sicherlich von ihr, war aber in keiner Weise bereit, den dann auch hinzunehmen. Man denke nur an Rom.

      :wink: Wolfram
    • Neu

      Ich denke Waldi meinte mit 'wandlungsfähig' eher die Aneignung einer Rolle, die sich u.a. in diesen vielen unterschiedlichen Stimmen darstellte und weniger die Bandbreite des Repertoires.

      Philbert schrieb:

      Gencer war auch nicht fehlerfrei (ihre Triller z.B. sind in der Regel schwach), aber ihre stimmlichen Darstellungen sind sehr beeindruckend. Man braucht nur die Aufnahmen von Anna Bolena der beiden zu vergleichen (dieselbe Inszenierung, weitgehend dieselben comprimari), um zu verstehen, daß es kein extremes Gefälle zwischen den beiden gab.
      Ich müsste die beiden Aufnahmen noch mal vergleichen, erinnere mich aber, dass ich beim letzten Hören schon dachte, dass die Gencer rein technisch schon Callas unterlegen war. Trotzdem war sie eine beeindruckende Künstlerin und es ist eine Schande, dass die Plattenindustrie so dermaßen an ihr vorbeigegangen ist. Wobei sie dieses Schicksal ja u.a. mit Olivero oder Varnay durchaus teilt.

      :wink: Wolfram
    • Neu

      Wolfram schrieb:

      Meinst du musikalisch oder eher den Skandal.
      :wink: Wolfram
      Ich meinte sowohl die unguten Spitzentöne wie die "Skandälchen". Größere Sachen nahm man natürlich nicht hin, aber eine gewisse Verhaltensweise und ein exklusives Auftreten gehörten zum Geschäft. Daneben war sie natürlich auch meist normal, abgesehen von ihren späteren Neurosen und sonstigen Leiden. Sie wollte einfach mehr, als das Leben ihr bot. Tragisch.
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    • Neu

      Waldi schrieb:

      Größere Sachen nahm man natürlich nicht hin, aber eine gewisse Verhaltensweise und ein exklusives Auftreten gehörten zum Geschäft.
      Aber wie heute auch bei anderen 'Promis' gab es natürlich immer das Lauern auf den Skandal (bei Presse und Publikum) und auf das 'Aufbauschenkönnen'. Da wurde dann ganz schnell aus Nebensächlichkeiten ein Riesenskandal gemacht.

      Um mal wieder die Kurve zum Thema zu kriegen bevor wir ganz Off Topic sind (obwohl ich mich ja wirklich gerne und stundenlang über Callas unterhalte):

      Lauert das Publikum heute vielleicht immer noch auf den Skandal? Geht es bei Missfallenskundgebungen überhaupt immer um Leistungsbewertung oder vielleicht auch um 'Machtspielchen', um enttäuschte Liebe, um Partizipation im Sinne von: 'Jetzt bin ich auch mal dran. Jetzt darf ich auch mal meine Meinung sagen.'?

      Ich mein, ein Buh, was ja eine ziemlich heftige Reaktion ist, kann doch nicht nur kühl-rational geäußert sein. Da schwingen doch mit Sicherheit noch andere Gründe mit, die möglicherweise tief in der Person des Buhers liegen.

      Immer unter der Voraussetzung, dass es heute noch diese 'Buh-Skandale' gibt, sieht man mal von dem Regieteam ab.

      :wink: Wolfram
    • Neu

      Opernstars stehen heutzutage nicht mehr so im Mittelpunkt des Klatsch-Interesses wie früher. Filmstars und -sternchen sowie Schlagersänger und dergleichen geben jetzt dafür mehr her. Wenn man in eine Opernvorstellung geht, weiß man, daß buhen (so man es tut) eigentlich nicht viel bringt, oft sogar das Gegenteil.. Außerdem: Wer in die Wiener Staatsoper geht, weiß in der Regel (ungefähr), was ihn erwartet. Ebenso wie an den meisten anderen Orten.

      Das Problem ist sicher auch, daß die Direktoren noch mehr aufs Geschäftliche achten müssen als früher. Notgedrungen sind das dann Leute, die unter Umständen nicht allzu viel von der künstlerischen Komponente verstehen. Dafür gibt es die Fachleute im Stab, die sogenannten Dramaturgen. Aber deren Meinung gibt oft nicht den Ausschlag bzw. suchen sich die Intendanten schon Helfer aus, die nicht überschwierig agieren. Ich kannte einmal einen Dramaturgen der Staatsoper, der wirklich viel Wissen drauf hatte. Er hat sich auf die Dauer mit seinem bekannt schwierigen Chef nicht vertragen und letztlich den Hut genommen (ich konzediere dem damaligen Chef immerhin, daß ein echter Fachmann für Stimmen war. Von Inszenierungen verstand er weniger. Außerdem war er meines Erachtens mehr eitel als für seine Stellung entschuldbar war. Dennoch gab es in seiner Ära wirkliche Höhepunkte. Daß da andere wesentlich beteiligt waren, fiel allerdings unter den Tisch...).
      Früher einmal gab es heftige Wogen, wenn man Karajan oder Böhm nicht engagierte. Jetzt diskutieren nur mehr ein paar Insider, ob es sinnvoll war, Welser-Möst ziehen zu lassen oder wer das Neujahrskonzert und wie dirigiert.

      Solange man in Wien seine ohnehin kleine Portion Florez, Netrebko oder Garanca bekommt, hält sich allfälliger Unmut in für die Politik in leicht auszuhaltenden Grenzen. Selbst wenn jemand von diesen nicht mehr in Wien aufträte, würde das keinen Weltuntergang auslösen - solange sich nicht die Medien mangels anderer Sensationen dahinterklemmen und eine Affäre daraus machen.
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      Homo sum, ergo inscius.
    • Neu

      Waldi schrieb:

      Solange man in Wien seine ohnehin kleine Portion Florez, Netrebko oder Garanca bekommt, hält sich allfälliger Unmut in für die Politik in leicht auszuhaltenden Grenzen. Selbst wenn jemand von diesen nicht mehr in Wien aufträte, würde das keinen Weltuntergang auslösen - solange sich nicht die Medien mangels anderer Sensationen dahinterklemmen und eine Affäre daraus machen.
      Ja, das gilt für Hamburg auch ähnlich. Die drei Genannten sind, so weit ich weiß, hier noch nie im Opernhaus aufgetreten. Bartoli, glaube ich, letztmalig 1987 (so roundabout). Und die ganzen 'Stars' zeitlich dazwischen (ob sie nun gut waren oder nicht spielt hier keine Rolle) auch nicht oder kaum. D.h. Hamburg ist seit Jahrzehnten quasi von der Top-Entwicklung des Marktes abgeschnitten worden. (Fleming, Terfel, Dessay, di Donato usw. Die Liste ist endlos.) Das bedeutet aber auch, dass das Hamburger Opernpublikum die Sänger, die sie von CD oder DVD kannten in HH nicht mehr live erleben konnten und von daher das 'Starpotential', die Wirkung (oder eben auch nicht) dieser Sänger von der Bühne her nicht mehr am eigenen Leib erleben konnten. Aber gerade dies und die hochgeschraubten Erwartungen im Vorfeld fördern wohl schon eine entsprechend lautstarke Reaktion. Von daher sind Dispute über Sänger in HH sehr zurückgegangen.

      :wink: Wolfram
    • Neu

      Ich bin überzeugt, daß auch ohne Stars sehr gute Qualität geboten werden kann. Schließlich erlebt man an kleineren Bühnen gar nicht so selten Auftritte, die mehr beeindrucken als an den Haupthäusern. Sicher geht man in die natürlich mit höchstgeschraubten Erwartungen, was auch nicht immer gerechtfertigt ist. Doch es wird öfter mit Wasser gekocht als gut ist. Oder man möchte bloß Schlagzeilen machen.
      Was ich leider zu wenig beurteilen kann, ist, inwieweit Inszenierungen im Repertoirebetrieb allmählich verkommen oder nicht. Manche Inszenierungen halten das aus, manche sind aber so konzipiert, daß mangelnde Präzision oder Detailschärfe mehr oder minder alles entwerten oder zumindest ziemlich beeinträchtigen. Umgekehrt werden manche gute Inszenierungen gekillt, obwohl man sie auffrischen könnte und das Publikum sie goutiert. Hinter den Kulissen gäbe es dafür wohl Erklärungen, die möglicherweise einige solche Entscheidungen besser verständlich machen könnten.
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      Homo sum, ergo inscius.