Wenig bekannte Schweizer Komponisten

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    • Zurzeit lese ich die 500-seitigen Memoiren "Temps er contretemps" von Gustave Doret (1866-1943), der auch eine "Tell"-Bühnen-Musik komponierte.
      Man erfährt in diesen Memoiren unheimlich viel über das damalige Musikleben. Doret war u.a. mit Massenet, Debussy, Saint-.Saëns, Fauré, Vidor, Hegar, Huber, Suter und Paderewski befreundet.

      de.wikipedia.org/wiki/Gustave_Doret

      beta.hls-dhs-dss.ch/de/articles/009468/2005-04-19/
      www.adrianomusic.com
    • adriano schrieb:

      Dann gäbe es noch Caspar Diethelm:

      de.wikipedia.org/wiki/Caspar_Diethelm

      jpc.de/jpcng/classic/detail/-/…phonic-works/hnum/8056061

      Erschreckend, was der alles komponiert hat! Doch die Werke, die dieser Edition erschienen sind empfehlenswert und sehr gut eingespielt.
      Dirigent Rainer Held hat noch ähnliche Schweizer Musikprojekte vor.
      Das klingt auch noch recht gut. Danke für die Info. Hatte von ihm noch nie gehört. War er Jude gewesen? Ich meine mir einzubilden, dass da ein gewisser "jüdischer Einfluss" zu hören ist. Ich frage nur, das soll jetzt nicht politisch klingen.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Armin Schibler

      Wenn ich in den letzten Wochen und Monaten meinen Musikkeller betrete, fällt mein Blick als erstes auf eine LP von Armin Schibler (1920-1986), die ganz zufällig vorne vor einem Stapel noch zu hörender Platten steht.

      wikipedia sagt dazu:

      Schibler war zu Lebzeiten einer der am meisten aufgeführten Schweizer Komponisten des 20. Jahrhunderts, ausgezeichnet mit internationalen Musikpreisen.

      Dann sollte er hier auch Erwähnung finden.
    • Armin Schibler

      Schibler hat auch recht viel komponiert - er war ausserordentlich vielseitig in Sachen Gattungen und Stil.

      Mehrere seiner Werke wurde am Stadttheater Zürich uraufgeführt, als dieses noch nicht "Opernhaus" hiess.
      tls.theaterwissenschaft.ch/wiki/Armin_Schibler

      srf.ch/kultur/musik/der-vergessene-komponist-ein-stueck-schweizer-musikgeschichte

      Hier ein Dokumentarfilm:
      youtube.com/watch?v=JEQxvSPMP8c&feature=youtu.be

      Ein weiteres typisches Schweizerisches Künstlerschicksal. Einmal gestorben, wird man gleich vergessen. Alibi-artige Jubiläumsfeiern finden schon statt - dann, aber, rasch wieder zurück in die Versenkung! Zu Lebzeiten nannten Ihn seine Neidischen Kollegen den "Schulmusiker". Aber keiner unter ihnen war ein derart anregender Pädagoge.

      Ich durfte ihn in den 1970er Jahren einmal kennen lernen.
      Wir probten ein Stück mit einer Bühnenmusik von mir, er kam ins Kellertheater herein und schaute uns zu (er wohnte einige Häuser weiter vorne) und fand das Ganze sehr interessant :-). Die Kritik verriss mich natürlich total. Es waren verschiedene Einakter (darunter auch einige von mir geschriebene) - und ich inszenierte das ganze Zeug auch noch; das war anscheinend zuviel aufs Mal...
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    • Ernst Pfiffner

      Ein weiterer bemerkenswerter Schweizer war Ernst Pfiffner:
      musinfo.ch/de/personen/komponisten/?pers_id=43&abc=P

      Einige seiner Werke gibt es auf CD:
      discogs.com/Ernst-Pfiffner-Cia…certanti/release/13463595
      amazon.de/Ernst-Pfiffner-Diverse/dp/B000027J4U

      Das Label pmp (pfiffner musikporudktion, von Pfiffners Sohn verwaltet) hat 1997 noch eine sehr schöne Kammermusik-CD herausgegeben, die ich im Internet nicht finden kann.

      Sein "Componimento per organo, archi e batteria" ist ein Meisterwerk.

      Auch er musste seinen eher herabschätzenden Ruf als "Kirchenmusiker" immer wieder gutmachen.

      Ich war mehrere Jahre lang mit ihm und seiner Familie befreundet. Ernst war die personifizierte Bescheidenheit. Er hatte eine wunderbare Ausstrahlung, die vermuten liess, dass eine enorme Charakterstärke dahintersteckte. Auf meinem damaligen eigenen Label habe ich eine LP mit vokalen und instrumentalen Kompositionen produziert. Eine CDR davon schenke ich gerne an Interessenten.

      Ein Zyklus für Sprechgesangsstimme und Streichquartett Pfiffner ist mir gewidmet. Ich hätte es aufnehmen sollen, doch ich fand mich damals noch etwas unreif dafür und wollte meine Gesangstechnik verbessern. Dann bekam ich ein Stimmbandkarzinom...
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    • Rolf Urs Ringger

      Und wie wär's mit dem 1935 geborenen Rolf Urs Ringger?

      de.wikipedia.org/wiki/Rolf_Urs_Ringger
      musinfo.ch/de/personen/komponisten/?pers_id=373&abc=R
      tls.theaterwissenschaft.ch/wiki/Rolf_Urs_Ringger

      Aeusserst lyrische und transparente, angenehm hörbare Musik!
      Fürs Zürcher Opernhaus durfte er zwei Ballette komponieren.
      Es gibt Vokalzyklen von Othmar Schoeck, die von ihm orchestriert wurden.
      Er hat mehrere autobiographische Essays geschrieben

      Es gab Zeiten in Zürich, wo eine Ringger-Uraufführung zum gesellschaftlichen Ereignis wurde. Er wurde von zahlreichen Kulturstiftungen und Privaten gefördert und lebt heute noch in Zürich.
      Es gibt mehrere CDs mit seiner Musik:

      amazon.de/s?k=ringger&i=popula…95%C3%91&ref=nb_sb_noss_2

      (RUR und ich, wir kennen uns sehr gut seit 1966 ca.. 30 Jahre lang haben wir ein paar hundert Meter voneinander entfernt gewohnt)
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    • adriano schrieb:

      Diethelm ist in der erzkatholischen Innerschweiz aufgewachsen und hat die Luzerner Kirchenmusikschule besucht...
      Okay, vielen Dank. Bei den paar Hörschnipseln auf Amazon hatte ich den Eindruck, dass er teilweise jüdische Einflüsse in seinen Werken hatte. Das passiert, wenn man nur Hörschnipsel zur Verfügung hat (Ich bin froh, dass hier überhaupt das I-Net funktioniert, wir hatten diese Woche mehrfach die Techniker da, da wir u.a. neues Wlan bekommen haben. Dafür sind die Telefone alle still, nur Mobilfunk geht :jaja1: ).
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Jacques-Dalcroze als Opéra-Comique-Komponist

      Hier das Video einer historischen TV-Produktion von 1965 (anlässlich des Komponisten 100. Geburtstags).
      rts.ch/play/tv/operas/video/musiques-09-05-1965?id=10057816

      Es geht um Emile Jaques-Dalcrozes musikalische Komödie "Die Zwillinge von Bergamo", eine spritzige, zweiaktige Opéra-Comique, die sowohl Sänger als auch Tänzer involviert. Eric Tappy und Basia Retchitzka waren damals international bekannte Solisten.
      Die gesprochene Einleitung ist kurz.

      Den Klavierauszug gibt es auf IMSLP:
      imslp.org/wiki/Les_jumeaux_de_…Jaques-Dalcroze%2C_Emile)
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    • Schweizer Komponisten auf LP

      Dieser Händler bietet interessante LPs an:

      ebay.de/b/Klassik-Oper-und-LP-…Schweiz/19490/bn_96312256

      Bin übrigens dabei, die gesamte LP-Produktion des Labels Jecklin (ca. 180 Platten) zu digitalisieren. Praktisch alle alten Masters sind beschädigt, also tue ich das direkt ab unbespielten LPs. Die Pressungen sind alle hervorragend.
      Diese Audio-Dateien werden in Zukunft auf der Website der Schweizerischen Landes-Phonothek als Streamings angeboten. Dass heisst, dass sie in unseren Bibliotheken abgehört werden können, später auch in ausländischen. Die Landes-Phonothek hat schon viele solche Schweizer Produktionen digitalisiert, inklusive die von meiner Wenigkeit sämtlichen eingespielten 49 CDs und die LPs und CDs meines eigenen, früheren LP-Labels.
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    • Rolf Urs Ringger (1934-2019)

      Neu

      Weiter oben in diesem Forum erwähnte ich doch den Komponisten Rolf Urs Ringger, mit dem ich seit den 1970er Jahren befreundet war.

      NEUE ZUERCHER ZEITUNG, 4. Juli 2019
      Nachruf: Der leuchtende Klang seiner Musik bleibt im Ohr

      [...]
      Hinweis:
      Der Inhalt wurde wegen Einhaltung von Forenregel Nr. 7 in Verbindung mit den FAQ (Die Kunst des Zitierens - Teil 2) entfernt. Der Inhalt kann bei diesem Link nachgelesen werden.
      Lionel - Für die Moderation -
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    • Weietere RUR-CDs

      Neu

      Rolf Urs Ringger:
      Sehr zu empfehlen sind auch die beiden "Musikszene Schweiz"-CDs mit Orchesterstücken, Chor- und Kammermusikwerken.
      Weitere Orchesterstücke befinden sich auf der Tudor-CD "A Moment of Sunrise" (English Chamber Orchestra).
      Dann gibt es noch Klavierwerke-CD auf den Labels "Musica Espanola" und "Tudor".
      Ringgers Orchesterbearbietungen von Othmar-Schoeck-Liedern gibt es auf einer CD des Labels "Novalis"
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