Gibt es das "schwache" oder "problematische" Spätwerk?

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    • Kater Murr schrieb:

      Also Beethoven klar, Verdi vielleicht auch, Brahms und Bach in schwächerem, aber noch erkennbarem Maße, Haydn oder Bruckner dagegen nicht. Die haben von Nuancen abgesehen einfach so weiterkomponiert wie vorher,
      ja und nein, dächte ich.

      bin mal die jeweils 1. thematische Gruppe in den Adagios der VIII. und IX durchgegangen und hab den Anteil von Konsonanz/Dissonanz übern Daumen gepeilt. ich kriege:

      VIII. Adagio : 2/3 konsonant, 1/3 dissonant
      IX. Adagio : 1/5 konsonant, 4/5 dissonant

      das ist schon ein gravierender Unterschied.

      vgl. schon das Thema sowie die völlige Umstellung auf dissonante Höhepunkte im Adagio IX.

      ok, das kann man für eine krude Betrachtungsweise eines oberflächlichen Gesichtspunkt halten - m.E. sieht mans leicht "post festum" - es will ja alles erstmal von Gehör und Vorstellung konzipiert und akzeptiert sein.
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).