Ein schwuler Opernführer: Casta Diva

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    • Quasimodo schrieb:

      Oops, da hab' ich wohl falsch verlinkt. Gemeint ist die Arie "Vois sous l'archet frémissant", in der die Muse Hoffmann - textlich leicht verklausuliert, musikalisch eindeutig - ihre Liebe gesteht.
      Ohh, jetzt hast du das Szenenfoto entfernt ;(
      Ehrlich gesagt habe ich diese Arie bisher überhaupt nicht als Liebesgeständnis verstanden (abgesehen davon, dass ich es für Unsinn halte, jemandem die Liebe zu "gestehen"), aber ich weiß selbstverständlich, dass Du Dich damit viel tiefgehender als ich beschäftigt hast!

      Soprano schrieb:

      Sadko schrieb:

      Die Musen sind ja auch in der antiken Mythologie nicht "liebende" Wesen sondern Inspiration für Dichter (siehe Musenanruf bei Homer und dann bei späteren Dichtern, auch römischen)
      Da kann man sich sicherlich drum streiten ... es gibt verschiedene Theorien über die Funktion der Muse. Mitunter kann sie auch die weibliche Seite des Dichters symbolisieren. Ob allerdings die Trunksucht Hoffmanns als ein Triumph zugunsten der Kreativität zu werten ist .... da habe ich doch einige Zweifel! ;) Dies sollte hier jedoch nicht weiter vertieft werden.
      Puh, das denke ich eigentlich schon. Ich halte von Alkohol nichts und trinke keinen, aber dass bedeutende Literatur und generell Kunst unter viel Alkoholeinfluss stattfindet, ist ja nichts Neues. Hoffmann war sicher nicht so extrem wie zum Beispiel Ingeborg Bachmann, aber auch wenn er gerne viel Alkohol trinkt, kann er ja trotzdem tolle Werke schaffen.
      Und meinst Du, dass die Muse Hoffmanns weibliche Seite symbolisiert? Das klingt reizvoll, aber darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Aber ja, wieso eigentlich nicht? Das könnte doch Sinn ergeben!

      Aber wie Du ja geschrieben hast, wir sind dafür im falschen Thread. Die Diskussion finde ich aber sehr interessant!
    • Digitale Keilerei

      Die Moderatoren von Capriccio seien an dieser Stelle mal gelobt.

      Bei Tamino ist die Diskussion um den schwulen Opernführer in eine Art digitale Keilerei ausgeartet ... mitunter ganz amüsant zu lesen. Trotzdem dann am Ende befremdlich.

      Falls es jemand nachlesen möchte - es wird wohl bald gelöscht werden, zumindest die strittigen Beiträge.

      tamino-klassikforum.at/index.p…ule-opernführer/&pageNo=1
    • Soprano schrieb:

      Casta Diva wurde jetzt auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt.
      MDR Kultur hat darüber gestern berichtet und den Opernkritiker der WELT - Manuel Brug - dazu interviewt.

      mdr.de/kultur/radio/ipg/sendun…uKDbbJKzHuIcSZ6CUZcKYibpA

      Demnächst wird es dann offiziell im Buchhandel zu erwerben sein.
      Ich war auf der Buchmesse, in ca.14.Tagen!



      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Ich schaue täglich enttäuscht in den leeren Briefkasten. Hat jemand von Euch das Buch bereits?
      Als Unterstützer hatte ich am 27. Oktober eine E-mail bekommen, dass schon am nächsten Tag innerhalb Deutschland verschickt werden solle und in den Tagen darauf ins Ausland. :boese1:
    • Hudebux schrieb:

      Ich schaue täglich enttäuscht in den leeren Briefkasten. Hat jemand von Euch das Buch bereits?
      Als Unterstützer hatte ich am 27. Oktober eine E-mail bekommen, dass schon am nächsten Tag innerhalb Deutschland verschickt werden solle und in den Tagen darauf ins Ausland. :boese1: VW
      Die Enttäuschung ist verständlich. Müsste eigentlich schon da sein. Am besten, du kontaktierst gleich morgen früh mal den Verlag (querverlag.de). Mag sein, dass es am Zusteller liegt. Jedenfalls ist es ein schweres Buch - fast zwei Kilo, das passt nicht in einen normalen Briefkasten. Manchmal dauert das ein paar Tage länger - zumal nach Österreich oder in die Schweiz. Jedenfalls hab ich gehört, dass längst alle Exemplare für die Unterstützer verschickt wurde, auch ins Ausland.
    • Neu

      Der Querverlag hatte meine Email nicht erhalten, da ich dummerweise an eine Noreply-Adresse geantwortet hatte...

      Aber ein freundlicher Mensch hier im Forum (ich weiss nicht wer), hatte meine letztes Posting an den Querverlag weitergeleitet, und da wird offenbar auch in der Nacht gearbeitet. Jedenfalls habe ich nun Nachricht, dass das Buch tatsächlich schon ausgeliefert sein sollte. Der Schweizer Vertrieb soll jetzt kontaktiert werden, und ich bin nun zuversichtlich, dass ich den Führer bald erhalte.

      Hudebux
    • Neu

      Hudebux schrieb:

      ich bin nun zuversichtlich, dass ich den Führer bald erhalte.
      hoffentlich hat alles geklappt?

      Nach der äußerst erfreulichen Buchbesprechung im Musikmagazin auf SRF 2 wird dort dem Vernehmen nach am kommenden Donnerstag, den 21. August erneut über Casta Diva berichtet, in der Sendung Kontext unter dem Motto Künste im Gespräch, zwischen 9 und 10 Uhr am Vormittag.

      Auch im Deutschlandfunk Kultur steht eine Buchbesprechung an, ebenfalls am kommenden Donnerstag im Musikmagazin Tonart ab 11:05 - für alle, die Zeit haben und interessiert sind ...
    • Neu

      So viel Berichterstattung vorab, und schon die ersten Rezensionen, kaum dass das Buch herauskommt - dabei steht die offizielle Buchvorstellung erst noch bevor.
      Vielleicht findet ja der eine oder andere Capriccioso die Gelegenheit, daran teilzunehmen.

      Buchvorstellung Casta Diva an der Komischen Oper Berlin mit Barry Kosky am Sonntag, den 15. Dezember um 15 Uhr.

      In der offiziellen Einladung des Verlags wird um Anmeldung gebeten (marc@querverlag)
    • Neu

      Soprano schrieb:

      Hudebux schrieb:

      ich bin nun zuversichtlich, dass ich den Führer bald erhalte.
      hoffentlich hat alles geklappt?
      Ja am Donnerstag kam er an.
      Das Buch ist bezüglich Erscheinung und Ausstattung wirklich prächtig geworden. Zwei Bändchen, gutes Papier! Das schätze ich sehr.
      Der Klappentext wirbt: „Ein unterhaltsames Nachschlagewerk für schwule Opernfans und alle, die es werden wollen“ Das spricht mich persönlich nicht an.
      Aber das Grusswort von Barrie Kosky ist weit weniger ausschliessend, was die Leserschaft angeht:
      Die Queerness der Oper entfaltet ihre Attraktivität nicht nur für die gay community, sondern für alle Menschen, die in Anders- und Fremdartigkeit auch Schönheit sehen. Und im diesen Sinne sehe ich in dem vorliegenden Opernführer auch nicht nur ein Nachschlagewerk für schwule und lesbische, sondern für alle Leserinnen und Leser, die sich für die wunderbaren Anomalien in der Welt der Oper begeistern.
      Die darauf folgende Einführung der Herausgeber ist informativ, wenngleich auch etwas abstrakt und trocken. Jargon und Tonart kommen, scheint es, direkt aus dem literaturwissenschaftlichen Seminar, und da dürfen Foucault und Dekonstruktion natürlich nicht fehlen. Das Bedauern darüber, dass der „genderpolitischer Proportz“ hier leider nicht eingehalten werden konnte, natürlich auch nicht.

      Aber dann geht es los mit dem Opernführer und zwar chronologisch durch 400 Jahre Operngeschichte. Auf dem ersten Blick wie in einem ganz gewöhnlicher Führer: Personen, Ort und Zeit, Handlung, Spieldauer. Aber dann folgt ein Abschnitt (ohne Überschrift), der das Werk aus dem speziellen Blickwinkel dieses Führers beleuchtet und da wird es natürlich interessant. CD und DVD-Empfehlungen gibts es abschliessend auch. Auch die geschmackvolle Bebilderung ist thematisch inspiriert.

      Dies sind meine ersten Eindrücke.

      Gruss
      Hudebux