Björk Gudmundsdottir - Aktuelles

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    • Björk Gudmundsdottir - Aktuelles

      .. ihre früheren Werke werde ich später noch in der Rubrik "Pop" berücksichtigen.

      Hier soll es um folgende aktuellere Werke gehen:

      Dancer in the dark - Ouvertüre

      Biophilia

      Vulnicura (Album und Kammermusikversion)

      Utopia

      • ...
      ... alle Menschen werden Brüder.
      ... We need 2 come 2gether, come 2gether as one.
    • Vor ein paar Jahren hätte ich das noch zornig abgelehnt.
      Inzwischen schätze ich diese Art Musik als Filmmusik.

      Filmmusik und Konzertsaalmusik anders anzulegen, scheint über die gesamte Filmgeschichte hinweg üblich gewesen zu sein. Tendenzen, die Grenze zur Gebrauchsmusik einzureißen, wie es auch von Komponisten der Neuen Sachlichkeit angestrebt wurde, waren nicht nachhaltig erfolgreich (jedenfalls in unserer Region).

      Hinzu kommt eine je nach Region andere Lagerung von Stilen, die von der Fachwelt als zeitgemäße hochgeschätzt werden. In Deutschland oder Österreich wäre das Stück als Konzertsaalmusik im Kontext der Neuen Musik undenkbar, weil zu kommerziell.

      Bevor Du meckerst: Ich habe nicht behauptet, dass das Stück als Filmmusik konzipiert wurde.
      :P
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • also ich denke mal Björk hat hier von Anfang an zweigleisig gedacht: Also es gleichzeitig als Filmmusik und Konzertmusik geschrieben. Das Album heisst Selmasongs, sinngemäss Musik zum Film Dancer in the dark.

      Und ja: Dieses Stück hat - für mich zumindest - einen extremen spontanen Hörgefallen, ob man das nun als kommerziell einstufen möchte ist Ansichtssache.

      Bei YT gibt es davon auch noch eine Einspielung eines anderen Orchesters ... hat auch eine Klangwirkung.
      ... alle Menschen werden Brüder.
      ... We need 2 come 2gether, come 2gether as one.
    • mit Sibelius gestreckter Strauß ... :versteck1: :versteck1:

      sorry, nicht bös gemeint ;)
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Ingo Richter schrieb:

      Und ja: Dieses Stück hat - für mich zumindest - einen extremen spontanen Hörgefallen, ob man das nun als kommerziell einstufen möchte ist Ansichtssache.
      Ich mag dieses Etikett "kommerziell" eigentlich gar nicht, habe es nur verwendet, da es in diesem Kontext gerne verwendet wird, um diese Art von Musik von etwa Lachenmann abzugrenzen.

      Was die von mir behauptete Trennung von Film- und Konzertsaalmusik betrifft, gibt es als schönes Beispiel dafür ja John Williams, der für den Konzertsaal komplett anders schreibt. Bei Korngold und Eisler sind die Differenzen wohl geringer. Und von Williams werden ja die Filmmusiken öfter und vor größerem Publikum im Konzertsaal gespielt, als die Musik, die er dafür konzipiert hat. Insofern könnte man auch schreiben, dass die Grenzen sehr durchlässig sind, und etwa daran erinnern, dass Hanson überhaupt erst durch die Verwendung eines Teiles seiner Sinfonie als Filmmusik bekannter geworden ist.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • zabki schrieb:

      mit Sibelius gestreckter Strauß ... :versteck1: :versteck1:

      sorry, nicht bös gemeint ;)
      Haha, cool, aber so ähnlich klingt es ja auch in der Tat - zumindest beim ersten Höreindruck.

      Obwohl ich persönlich dabei dieses episch Nordische schon ein wenig vordergründiger empfinde.

      Was für ein Gebläse aber auch :clap:
      ... alle Menschen werden Brüder.
      ... We need 2 come 2gether, come 2gether as one.
    • putto schrieb:

      Ingo Richter schrieb:

      Und ja: Dieses Stück hat - für mich zumindest - einen extremen spontanen Hörgefallen, ob man das nun als kommerziell einstufen möchte ist Ansichtssache.
      Ich mag dieses Etikett "kommerziell" eigentlich gar nicht, habe es nur verwendet, da es in diesem Kontext gerne verwendet wird, um diese Art von Musik von etwa Lachenmann abzugrenzen.

      Was die von mir behauptete Trennung von Film- und Konzertsaalmusik betrifft, gibt es als schönes Beispiel dafür ja John Williams, der für den Konzertsaal komplett anders schreibt. Bei Korngold und Eisler sind die Differenzen wohl geringer. Und von Williams werden ja die Filmmusiken öfter und vor größerem Publikum im Konzertsaal gespielt, als die Musik, die er dafür konzipiert hat. Insofern könnte man auch schreiben, dass die Grenzen sehr durchlässig sind, und etwa daran erinnern, dass Hanson überhaupt erst durch die Verwendung eines Teiles seiner Sinfonie als Filmmusik bekannter geworden ist.
      Aber ja doch, insbesondere was auch John Williams betrifft kann ich dieser Beobachtung nur beipflichten!
      ... alle Menschen werden Brüder.
      ... We need 2 come 2gether, come 2gether as one.
    • ... es ist das scheinbar organisch wirkende aufwärtsstrebende, fast schon Passacaglia - artige was mich an diesem Stück auch so fasziniert. Es fängt ganz verhalten an und steigert sich dann zum vollen Blechbläserchor. Das ist anders als das Intro zu Also sprach Zarathustra - ähnlich, aber doch anders. Nun gut Björk greift hier ja auch zusätzlich auf die ihr vorliegenden Erfahrungen der Minimalistik zu.

      Es ist einfach eine wunderschöne Ouvertüre, die für mich auch alleinstehend ihre Strahlkraft voll entfalten kann. Immer wieder, und immer, immer wieder - bei mir zumindest :verbeugung1: :verbeugung1: :verbeugung1:

      Das wird uns hier noch des Öfteren begegnen, wenn es um die oben benannten Alben geht. Da kommt dann ja auch noch die elektronische Musik zur Geltung. Ja, diese Dame hat einfach ihren eigenen sehr eigenwilligen Stil, dem sie alles was sie tut stets unterordnet. An geeigneten Stellen später mehr dazu von meiner Seite...
      ... alle Menschen werden Brüder.
      ... We need 2 come 2gether, come 2gether as one.
    • ... wenn ich mir dazu noch das Luke - Thema an sich vor meinem geistigen Ohr so vorstelle (insbesondere bei der Szene aus dem Erstgedrehten, wo Luke auf Tantoin auf die beiden Sonnen schaut...) - hmm auch das ist nicht unähnlich, stimmt, da singt sogar ein Horn die Melodie... :)
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    • Ingo Richter schrieb:

      also ich denke mal Björk hat hier von Anfang an zweigleisig gedacht: Also es gleichzeitig als Filmmusik und Konzertmusik geschrieben. Das Album heisst Selmasongs, sinngemäss Musik zum Film Dancer in the dark.
      Dancer in the Dark ist intelligente (Kunst)Popmusik mit Orchester, und ich sehe keinen Grund warum man dieses Album (und auch die folgenden Björk-Alben) aus dem Bereich der Popmusik herausnehmen sollte.

      Die "Ouverture" ist einfach eine im Tempo deutlich verlangsamte Orchesterversion des letzten Songs des Albums, "New World". Die Orchesterarrangements des Films bzw. Albums stammen nicht von Björk selbst sondern vom amerikanischen Komponisten Vince Mendoza.
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • ... nun, die späteren Sachen sehe ich einfach mal hier in dieser Rubrik, wo ja auch die elektronische Musik zuhause ist gut aufgehoben.

      Sollte aber die Moderation auch der Meinung sein es sei unter "Pop" besser aufgehoben, dann eben dorthin verschieben. Dann liegt dieser Thread hier eben neben dem von mir für später ohnehin für die Rubrik "Pop" geplanten Thread "Björk Gudmundsdottir - frühere Werke".

      Ich finde, daß es zwischen Volta zu Biophilia einen Quantensprung in Björks musikalischer Reifung gegeben hat. Ab Biophilia ist jedes Musikstück für mich ein regelrechtes inszeniertes für sich sprechendes Kleinkunstwerk. Bei Biophilia spielt Björk auch ganz besonders mit einer Multimedialität. Das vor Volta erschienene Kurzalbum Medulla weist, was die ausgefeilte elaborierte Intensität der Musik betrifft auf Biophilia immerhin schonmal hin. Deshalb habe ich mich für die Aufteilung entschieden.

      Das ohnehin generell ein wenig aus der Reihe tanzende "Selmasongs" Music from dancer in the dark - Album und daraus für mich eben ganz besonders die Ouverture habe ich zur Eröffnung sehr gerne als "Earcatcher" genommen :)

      Fremdorchestrierung der Overture - stimmt, ist dann eben ein wenig so wie bei Bilder einer Ausstellung ... :)
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    • Ingo Richter schrieb:

      Fremdorchestrierung der Overture
      ...gilt auch für die anderen Songs ;)

      Mir gefiel von den Björk-Alben am besten Medúlla und dann Volta, deren klangliche, zT auch harmonische Herbheit und ungewöhnliche Instrumentierung (fast nur Chöre auf Medúlla, Blechbläserensemble auf Volta) mir sehr zusagte. Biophilia habe ich mir nur einmal angehört, das ging dann wieder in diese süßlich-plüschige Richtung... :rolleyes:
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • EinTon schrieb:

      Ingo Richter schrieb:

      Fremdorchestrierung der Overture
      ...gilt auch für die anderen Songs ;)

      Mir gefiel von den Björk-Alben am besten Medúlla und dann Volta, deren klangliche, zT auch harmonische Herbheit und ungewöhnliche Instrumentierung (fast nur Chöre auf Medúlla, Blechbläserensemble auf Volta) mir sehr zusagte. Biophilia habe ich mir nur einmal angehört, das ging dann wieder in diese süßlich-plüschige Richtung... :rolleyes:
      Das Stück über Kristallisation mit seinen teilweise fetten Technoelementen plüschig - OK 8o Späääääääter :jaja1:

      3 Folgebeiträge versplittert (Forenregel 10). Amaryllis für die Moderation
      ... alle Menschen werden Brüder.
      ... We need 2 come 2gether, come 2gether as one.
    • auch wenn bei Selmasongs, also auch bei der Ouvertüre fremdorchestriert wurde tut das der Originalität der Komposition keinen Abbruch. Es ist authentisch, es ist 100 % Björk. Auch die enge thematische Anlehnung an John Williams Adagio aus Star Wars 3 schmälert für mich nicht Vorangeschriebenes.

      Aber niemand ist gezwungen das genauso zu sehen. Wenn man sich mit Björks Werk intensiver beschäftigt fällt es dem Einen oder Andere es vielleicht ein wenig leichter diese meine Einschätzung eventuell zu verstehen.

      Letztendlich hat diese Vertrautheit mit Björks Musik mich wohl auch dazu verleiten lassen nicht ein bisschen mehr zu recherchieren.

      Aber das Stück finde ich nachwievor wie geschaffen in diese fantastische Musik einen Einstieg zu finden.
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    • Ingo Richter schrieb:

      auch wenn bei Selmasongs, also auch bei der Ouvertüre fremdorchestriert wurde tut das der Originalität der Komposition keinen Abbruch. Es ist authentisch, es ist 100 % Björk.
      Nö, eher eine Coproduktion von Björk und anderen Musikern/Produzenten. Das ist aber im Popbereich auch sonst üblich und keineswegs ehrenrührig - die Streichquartettsätze von den Beatles, etwa auf "Yesterday", stammen ja auch von ihrem Produzenten George Martin.
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • Ingo Richter schrieb:

      Was ist mit dem Wort "ehrenrührig" gemeint?
      Im Sinne von: dass ein Popkünstler auf einem seiner Alben nicht alles selber macht, (inbesondere produziert und arrangiert) ist von mir nicht als "Inkompetenzvorwurf" gemeint, sondern als Nachweis von produktiver Arbeitsteilung im Popgeschäft.

      Infragestellen möchte ich nur einen unkritischen Geniekult, der zuweilen um manche (gleichwohl gute) Popmusiker gemacht wird (und auch Deine Beiträge sind davon oft nicht ganz frei... ;) ) : Manche Beatlesfans wollen es zB nicht wahrhaben, dass diese ihre Streichersätze gar nicht selber geschrieben haben, halten sie es doch für einen Beweis der "Genialität" dieser Band, das sie angeblich ohne jede Musikhochschulausbildung ein Streichquartett professionell arrangieren konnten - eine Zerstörung dieses Mythos wird dann von dieser Fraktion fast als persönliche Kränkung, bzw. als ehrenrührig gegenüber ihrem Lieblingsmusiker empfunden. Das ist es aber - wie oben dargelegt - nicht.
      zwischen nichtton und weißem rauschen