Leider soeben verstorben - Der Nekrologthread

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    • Um Ernst Märzendorfer tut es mir besonders Leid, er war als Künstler und als Mensch eine bedeutende Persönlichkeit,

      wenn er mit Sängern arbeitete war es immer als würde er jeden Einzelnen gern haben, ob nun die Partie groß war oder klein, so bleibt er mir in Erinnerung.

      In Dankbarkeit Peter aus Wien.

      R.I.P.+
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      Im April 2007 hatte ich mich mit Dr. Johannes Wildner getroffen, um ein Interview zum Thema "Bruckner 9 Finale" mit ihm zu machen.
      Relativ zu Beginn des Gespräches kam Herr Wildner auf Ernst Märzendorfer zu sprechen.

      Ich stelle für Euch (exklusiv!) ein Extrakt aus meinem Interview hier herein, mit der Bitte, die Datei nicht zu speichern und weiterzuverbreiten.
      Wenn das Forum öffentlich ist, muß ich die Datei auch wieder löschen.

      Dr. Wildner äußert sich über den geschätzen Kollegen Märzendorfer im Zusammenhang mit dessen Versuch, einen Finalsatz zu Bruckners 9. Sinfonie zu erschaffen.
      Ich bin gespannt, ob sich im Nachlaß von Märzendorfer evtl. tatsächlich verschollene Skizzen finden.

      Dies also mein Beitrag zum Andenken an Ernst Märzendorfer - einen großartigen Menschen und Musiker.
      "http://www.brucknerfreunde.at/jw_maer.mp3'
      KLICK"

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      immer mehr Senioren verschwinden spurlos im Internet...., sie haben "ALT" und "ENTF" gedrückt.
      Darf man das? Ja, wenn man es kann.
    • Soeben habe ich erfahren, daß die spanische Pianistin Alicia de Larrocha am 25. September im Alter von 86 Jahren verstorben ist ...

      Ihre Albeniz-Aufnahmen (und nicht nur die) sind Klassiker des Repertoires geworden.



      "http://www.nytimes.com/learning/students/pop/articles/26larrocha.html']New York Times Nachruf"
    • Giselher Klebe, 28.6.1925 - 5.10.2009

      Gerade habe ich einen Anruf bekommen: Heute morgen starb im Alter von 84 Jahren in Detmold der Komponist Giselher Klebe. Ich war Klebe seit langer Zeit freundschaftlich verbunden, er gehörte als Mensch und als Künstler zu den wichtigsten Personen meines Lebens, erst gestern vormittag habe ich ihn noch besucht. Ich werde lieber mit etwas Abstand etwas über ihn schreiben.

      Viele Grüße,

      Christian
      Jeder Eindruck, den man macht, schafft Feinde. Um populär zu bleiben, muss man mittelmäßig sein.
      Oscar Wilde
    • Die walisische Altistin Helen Watts ist bereits am 7. Oktober im Alter von 81 Jahren verstorben.

      Watts war ein "echter" Alt in der Nachfolge Kathleen Ferriers. QE II verlieh ihr den Titel eines "Commander of the British Empire". Im legendären Solti-Ring war sie die Schwertleite. Besonders häufig war sie in Händel-Partien zu hören, so auch in dieser - meiner liebsten - Aufnahme des Messiah. Ihr "For thou that tellest good tidings to Zion" ist einfach hinreissend :juhu:



      Cheers,

      Lavine :wink:
      "You gotta grab'em by Debussy" (DJ Trump)
    • das finde ich sehr traurig.

      erst vor Kurzem habe ich die messias - Aufnahme gehört und mir, ehrlich gesagt, gedacht, dass sie mir viel besser gefällt als die meisten Counter - Tenöre.

      Eine wunderschöne Stimme, die mich sehr angerührt hat.

      U.
      Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren (Bert Brecht)
    • Heinz Klaus Metzger

      Am Sonntag ist Heinz Klaus Metzger im Alter von 77 Jahren gestorben. Er gehörte zu den bedeutensten Musikpublizisten und Essayisten seit Beginn der siebziger Jahre. Sein Engagement galt vor allem der Neuen Musik. Er war wesentlich beteiligt an der Herausgabe der Reihe "Musik-Konzepte" und "Querstand".

      :wink:
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Wie ich der Süddeutschen Zeitung und Tante Wiki entnehme, ist der Musikwissenschaftler (Verfasser von "Wissenschaftsbüchern") und Haydn-Guru

      Howard Chandler Robbins Landon
      (*1926)

      am 20.11.2009 in Südfrankreich gestorben.

      R.I.P.

      (englische Musiker scheinen gerne im Süden Frankreichs abzuleben...)
      Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.
    • Heute nacht starb im Alter von 86 Jahren György Melis, einer der bekanntesten ungarischen Sänger in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts, der sowohl in seiner Heimat wie in Westeuropa und den USA durch zahlreiche Baritonrollen ein Begriff, ja fast schon eine Legende wurde.
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      Homo sum, ergo inscius.
    • Walter Raffeiner (1947 - 2009)

      Am 25.12.2009 verstarb der österreichische Opernsänger Walter Raffeiner im Alter von nur 62 Jahren.

      Raffeiner war einer der vielleicht untypischsten Sänger seiner Generation – man hätte ihn sich problemlos in einem Schauspielensemble, z. B. bei Frank Castorf, vorstellen können, eher zumindest, denn als Heldentenor an einer Staatsoper.

      1971 schloss Walter Raffeiner sein Musikstudium in Wien als Lied- und Oratoriensänger ab. Mitte der 70er Jahre kam er, nach Zwischenstationen u. a. am Stadttheater Hagen, als lyrischer Bariton ans Staatstheater in Darmstadt.

      Hier vollzog Raffeiner langsam den Wechsel ins Tenorfach. Schon der Schuhu in der Uraufführung der Oper „Der Schuhu und die fliegende Prinzessin“ von Udo Zimmermann (nach dem Schauspiel „Die wundersame Schustersfrau“ von Federico Garcia-Lorca) war von der Stimmlage her nicht mehr klar zuzuordnen, ebenso, wie der Melot, den Raffeiner damals als Gast an der Frankfurter Oper in Wagners „Tristan“ in einer Inszenierung von Nikolaus Lehnhoff sang.

      Nach dem Belsazar in der gleichnamigen Oper von Händel (Regie: Herbert Wernicke – die gleiche Rolle interpretierte Raffeiner auch in einer Produktion der Staatsoper in Hamburg, Regie dort: Harry Kupfer) war der Pedro am Staatstheater Darmstadt eine weitere, grosse Tenorpartie im „Tiefland“ von Eugene d´Albert, eine Rolle die ein hochgelagerter Bariton gut interpretieren kann und Raffeiner machte das bravourös.

      Es folgten, Walter Raffeiner war zwischenzeitlich Ensemblemitglied der Oper in Frankfurt geworden, der Max („Freischütz“ von Weber) und der Florestan („Fidelio“ von Beethoven), aber auch Partien wie der Guidobald in den „Gezeichneten“ von Franz Schreker oder die kleine Rolle des Boten in der „Aida“ (Regie bei beiden Produktionen: Hans Neuenfels).

      Ein absoluter Höhepunkt seiner Karriere dürfte die Interpretation der Titelpartie in Wagners „Parsifal“ in der Regie von Ruth Berghaus in Frankfurt gewesen sein. Raffeiners Stimme befand sich in ausgezeichnetem Zustand und darstellerisch war Raffeiner phänomenal. Wer das Schlussbild einmal gesehen hat, dürfte es nie wieder vergessen haben: in einem viel zu grossen Mantel steht Raffeiner mit einer goldenen Papierkrone und einem riesigen Speer auf der Bühne. Sein Blick ist ängstlich, die Schultern sind hochgezogen, verletzlich sieht das aus – und doch auch leicht trotzig.

      Walter Raffeiner hat sich nie geschont, was bald Spuren auf seiner Stimme hinterliess. Sein Siegmund („Walküre“ von Wagner, Regie: Ruth Berghaus) war im ersten Akt gesanglich problematisch, im zweiten, besonders bei der „Todverkündigung“, konnte Raffeiner dann aber noch erstaunlich punkten.

      Sein Gesangsstil kann als mitunter rüde bezeichnet werden. Immer war ihm der Ausdruck wichtiger, als das „Schönsingen“.

      Das fällt besonders beim Liedsänger Walter Raffeiner auf. Seine Interpretationen von Schubert-Liedern oder der „Winterreise“ des gleichen Komponisten sind weit weg von dem, was man von den bekannten Namen im Bereich „Lied“ gewohnt ist.

      Seine „Winterreise“ ist ein Portrait innerer Zerissenheit, voll Verzweiflung und durchsetzt von quälenden Ausbrüchen, verstörend, eigenwillig aber enorm direkt. Raffeiner konnte so packen, wenn man sich auf seine Interpretation einlassen konnte, dass er gefragt wurde, ob er bereit sei, seine „Winterreise“ vor jungen Leuten in einer Halle zu singen, in der normalerweise Rockmusik gespielt wurde, vor einem Publikum, das Musik von Schubert normalerweise nicht hören wird.

      Nach seinem Engagement in Frankfurt arbeitete Raffeiner freischaffend: als Schauspieler (in Fernsehspielen genauso, wie in Filmen), als Brecht-Interpret oder als Darsteller in Operetten (u. a. unter der Regie von Christoph Marthaler).

      Walter Raffeiner war ein Künstler, der in keine Schublade passte, der oft unbequem, aber auf der anderen Seite sehr herzlich sein konnte. Einer von denen, von denen es viel zu wenig gibt.
      Der Kunst ihre Freiheit
    • RE: Walter Raffeiner (1947 - 2009)

      Alviano schrieb:


      Walter Raffeiner hat sich nie geschont, was bald Spuren auf seiner Stimme hinterliess. Sein Siegmund („Walküre“ von Wagner, Regie: Ruth Berghaus) war im ersten Akt gesanglich problematisch, im zweiten, besonders bei der „Todverkündigung“, konnte Raffeiner dann aber noch erstaunlich punkten.


      Unvergeßlich jene "Walküre" in München 1989, bei der er vollkommen einging und für die Aufzeichnung dann durch Robert Schunk ersetzt werden mußte. Sowas habe ich seitdem nur noch einmal erlebt, damals buhte das ganze Haus...
      Ein Mann, der kleine Kinder und Hunde haßt, kann kein so schlechter Mensch sein. (W. C. Fields)
    • Alexandru Ionitza

      Wie der Homepage der Deutschen Oper am Rhein zu entnehmen ist, verstarb am bereits am 2. Januar der Tenor Alexandru Ionitza. Ich vermute, dass dieser Sänger ausserhalb Düsseldorfs kaum bekannt ist; für mich war er der Prototyp des Ensemblesängers, den es in dieser Form heute kaum noch gibt. 25 Jahre füllte er an der Rheinoper die Rollen der zweiten und dritten Reihe aus, die eben auch besetzt werden müssen. Dass seine Stimme weder die größte noch die schönste ist, hat eine Karriere im ersten Fach verhindert. Trotzdem war er mehr als ein Stichwortgeber. Selbst in Kleinstpartien wie dem Comte de Lerma in Don Carlos oder dem Richter im Maskenball gelangen ihm oft eindringliche Charakterstudien - und wenn es sein musste, und das Besetzungsbüro einmal wieder geschlampt hatte, stand er auch mal fünfmal in einer Woche auf der Bühne. Dabei zeichnete ihn eine unglaubliche Professionalität aus; ich kann mich an keinen einzigen wirklich schlechten Abend mit ihm erinnern. Jetzt ist er im Alter von nur 61 Jahren gestorben.
    • Herr Ionitza ist selbst innerhalb Düsseldorfs kaum bekannt :hide: Aber ich lebe ja auch erst seit zwei Jahren hier.

      Preisfrage: Was haben Beniamino Gigli, Juliette Gréco, Luise Rinser, Thelonious Monk, Heinrich Böll, Trude Herr, Romy Schneider, Joseph Beuys, Karlheinz Stockhausen und Maria Callas gemeinsam?

      Sie alle schleckten genußvoll die Gelati von Gigi Campi - dem Mann, der als kölscher Italiener im Gastrobereich, vor allem aber in der Jazzszene der Stadt mit Dom seine charmanten Spuren hinterließ. Im Alter von 81 Jahren sagte er nun "addio".

      Hier ein Link zum Nachruf in der Dumontpresse http://www.ksta.de/html/artikel/1262689709962.shtml , der nur einen bescheidenen Eindruck davon vermittelt, was Signore Campi in seinem Leben so alles bewegt hat.

      Auf seiner Firmenhomepage läßt sich auch manches nachlesen: http://www.campi-im-funkhaus.de/campi/index.html

      Cheers,


      Lavine :wink:
      "You gotta grab'em by Debussy" (DJ Trump)
    • Otmar Suitner gestorben

      Eine traurige Nachricht:

      Otmar Suitner (16. Mai 1922 - 8. Januar 2010 in Berlin) ist 87-jährig gestorben.

      "http://www.kurier.at/kultur/1968837.php"


      Das wenige was ich von ihm kenne, habe ich sehr gern. Seine Dvorak Symphonien sind für mich die Referenz-GA (trotz Angelov, trotz Kubelik).

      Wenn ich F10 auf meinem Computer drücke, schweigt er. Wie passend...
    • Das wenige was ich von ihm kenne, habe ich sehr gern. ...



      und auch diese Wiedergabe unter Suitner lohnt sich; jedem Pfitzner-Junkie zu empfehlen..

      und diese H+G ist orchestral auch nicht schlecht..



      orchestral ausgezeichnet ist diese Wiedergabe eines Meisterwerkes von Mozart (dt. Übersetzung ist zum Teil gewöhnungsbedürftig, aber es gibt schlimmere "Übersetzungen"):



      soweit ich es mal gehört habe, hatte Suitner einen Wozzeck in Dreden gegen die damaligen SED-Funktionäre durchgesetzt, auch beim Palestrina (in Berlin) hatte er anfangs politische Schwierigkeiten. Die SED-Behörden witterten "Schopenhauerischen Unrat"...

      :wink:
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Ionita und Raffeiner

      So gänzlich unbekannt ist Alexandru Ionita auch ausserhalb der "Deustchen Oper am Rhein" nicht gewesen. Immerhin hat er auch an Opernagesamtaufnahmen mitgewirkt, so beim "Rigoletto" als Borsa oder als Peppe in den "Pagliacci", beides unter der Leitung von Lamberto Gardelli.

      Original von Armin Diedrich
      Unvergeßlich jene "Walküre" in München 1989, bei der er vollkommen einging und für die Aufzeichnung dann durch Robert Schunk ersetzt werden mußte. Sowas habe ich seitdem nur noch einmal erlebt, damals buhte das ganze Haus...


      Solche Abende gab es bei Rarffeiner mehr als einen. Das ist besonders schade, weil Raffeiner für eine verhältnismässig kurze Zeit eine echte Hoffnung für das jugendlich-dramatische Tenorfach war.
      Der Kunst ihre Freiheit