Leider soeben verstorben - Der Nekrologthread

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    • andréjo schrieb:

      Auch noch Dirigent zugegeben.
      Na ja, auch wenn ein Ennoch zu Guttenberg eher in der Tradition eines Richter, Rilling, Münchinger stand, habe ich stets respektiert, dass seine musikalischen Auffassungen, so jedenfalls mein Eindruck, von tiefer Überzeugung getragen waren, so angreifbar sie aus der Sicht einer sog. strengen historisch informierten Aufführungspraxis auch immer gewesen sein mögen. Insoweit mag sich vielleicht, wenn ich an seine Bachdeutungen denke, das eine oder andere aus dieser Sicht durchaus als recht anachronistisch darstellen.

      Möge er also in Frieden ruhen.
    • Yukon schrieb:

      andréjo schrieb:

      Auch noch Dirigent zugegeben.
      Na ja, auch wenn ein Ennoch zu Guttenberg eher in der Tradition eines Richter, Rilling, Münchinger stand, habe ich stets respektiert, dass seine musikalischen Auffassungen, so jedenfalls mein Eindruck, von tiefer Überzeugung getragen waren, so angreifbar sie aus der Sicht einer sog. strengen historisch informierten Aufführungspraxis auch immer gewesen sein mögen. Insoweit mag sich vielleicht, wenn ich an seine Bachdeutungen denke, das eine oder andere aus dieser Sicht durchaus als recht anachronistisch darstellen.

      Möge er also in Frieden ruhen.
      Um Gottes Willen! Es lag mir fern, mich über ihn lustig zu machen, und ich schätze etwa seine Eroica mit der KlangVerwaltung sehr. Er dürfte wohl nicht die Bedeutung eines Roshdestvensky besitzen (von dem ich wiederum keine Aufnahme der Eroica besitze), aber das ist sicher nicht die Intention dieses Threads! Weiter oben ging es nur um eine kritische Abwägung bezüglich der Medien und das möglicherweise geringere Interesse an dem berühmten Russen.

      Streng genommen passen diese Beiträge alle nicht ganz in den vorliegenden Thread. Wenn sie stören, können sie von meiner Seite aus selbstverständlich gelöscht werden.

      Es mögen beide großen Musiker in Frieden ruhen, tun es wohl auch! :)

      Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • andréjo schrieb:

      Hueb' schrieb:

      Général Lavine schrieb:

      Muss schon wieder die Totenglocke läuten für einen ganz Großen: Gennadi Roshdestwenskij.

      thenewstribune.com/entertainme…ies/article213306119.html
      Ich verstehe nicht, warum das keine Erwähnung in den deutschen TV-Nachrichten findet, wohingegen ein mAn minder bedeutender Dirigent wie Guttenberg sehrwohl erwähnt wird. ?(

      Viele Grüße
      Frank
      :cincinbier:
      Naja, Guttenberg war Adliger, Umweltschützer, trotzdem bzw. von daher Konservativer, vor allem aber Vater. Auch noch Dirigent zugegeben. Doch bloße Musik für Ansprüche kümmert nur Minderheiten; der normale Intellektuelle, der durchschnittliche Bildungsbürger und der übliche Quizkandidat versteht davon nicht viel und interessiert sich noch viel weniger.

      Irgendwie mache ich diese Erfahrung ständig ... und wenn mir beim Quizgucken auf Tempo nicht ständig Operntitel dann doch nicht rechtzeitig einfielen, hielte ich mich auch für keinen Intellektuellen ... :P

      :wink: Wolfgang
      Hallo in die Runde,

      ein bißchen leicht macht Ihr es vielleicht doch.

      die beiden Dirigenten haben einfach sehr unterschiedliche Herkünfte: Roschdestwenkij ist einer der ganz großen russischen Orchestererzieher gewesen, seine Repertoiretiefe und die Qualität seiner Interpretationen im russischen Bereich und darüber hinaus kennt jeder Klassikfreund mit genügend Interesse insbesondere Richtung Osten.

      Enoch zu Guttenberg kommt in der Wahrnehmung außerhalb der Klassikkenner sicher zu Gute, dass er aus altem deutschem Adelshaus und 'Vater von' ist. Aber seine Konzerte, die immer aus der Richtung Chorleiter zu verstehen sind, müssen sehr eindrücklich und bewegend gewesen sein. Da ich das von ihm gepflegte Repertoire aus der Choristenperspektive ständig selber gesungen habe, hat mich wenig dazu bewegt, seinen Interpretationen zuzuhören. Und hier in München war Guttenberg ein nahezu immer ausverkaufter Dirigent, so schlecht kann es auch außerhalb Münchens nicht gewesen sein, wenn man sich die Internetpräsenz so anschaut.

      Gerade heute ist das Programmheft seines Münchner Konzertveranstalters herausgekommen, da sind 6 Konzerte für die kommende Saison angekündigt, mal sehen, welche Lösung dort gefunden wird, auch ein Verdi Requiem seiner Chorgemeinschaft Neubeuern war für in wenigen Tagen im Kloster Eberbach angekündigt. Die Website des Künstler weist noch etliche Konzerte über München hinaus aus, man hat hier offensichtlich noch keine Lösung gefunden.

      Gruß Benno
    • wes.walldorff schrieb:

      Gennadi R. hat eben diesen Shosta (that`s "Ballettmusik Der Bolzen") übr. auch zur Gänze eingespielt … weiß ich allerdings erst seit eben
      Ja, hier alle Ballette zusammen.




      Bei diesen insgesamt fünf CDs bleiben keine Wünsche offen. Diese "verrückte" Musik beherrschte Gennadi Roschdestwenski wie kein anderer. :verbeugung1:

      Als Hommage an den großen Meister verrückter Musik mag auch folgendes Video dienen:

      youtube.com/watch?v=qc_n848r8xc


      maticus
      Bartolo hatte Recht. --- Andreas März
      This is Bartolo, King of the King of Wines. --- Alan Tardi
    • Hueb' schrieb:

      Ich verstehe nicht, warum das keine Erwähnung in den deutschen TV-Nachrichten findet, wohingegen ein mAn minder bedeutender Dirigent wie Guttenberg sehrwohl erwähnt wird.
      Bei Guttenberg hat es sicherlich mit seinem Sohn zu tun, sonst hätte er u.U. auch nicht erwähnt werden können - bei Roschdestwenski habe ich die Wahrnehmung, daß er - ähnlich wie Guttenberg - nur dem Kenner bekannt ist. Mir selber ist er erst seit 2013 wirklich ein Begriff; es hat gewiß damit zu tun, was man als Hörer für ein Repertoire abdeckt.
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Jon Hiseman

      Ich hatte das garnicht mitbekommen, aber am 12.6 verstarb Jon Hiseman, einer der wichtgsten JazzRock Schlagzeuger Europas.
      Graham Bond Organisation, wo er Ginger Baker ersetzte, John Mayall und Colosseum waren seine Stationen, aber eben auch das United Jazz and Rock Ensemble und sehr viele Arbeiten für Andrew Lloyd Webber.

      Bis April war er noch auf Tour mit Mark Clarke und Clem Clempson, dann ging es gesundheitlich schlechter, ein Hirntumor wurde diagnostiziert; an den Folgen der Op verstarb er.
      Trauriger Gruß heute aus Berlin

      Hier ein liebenswürdiger Nachruf: theguardian.com/music/2018/jun/18/jon-hiseman-obituary
      Ich vergesse niemals ein Gesicht. Doch bei Ihnen mache ich eine Ausnahme! (Groucho Marx)
    • Der Posaunist Bill Watrous ist am 02.Juli 2018 verstorben. Am 08.Juni 1939 geboren, wurde er 79 Jahre alt. Sein Tonumfang soll gigantisch gewesen sein (er dürfte von allen Posaunisten die größte Höhe erreicht haben überhaupt). Er spielte mit u.a. Maynard Ferguson, Woody Herman, Quincy Jones, Johnny Richards, Kai Winding. Später leitete er diverse eigene Bands, u.a. ab 1983 mit dem exzellenten Alan Raph ein Gespann aus zwei Posaunen. 1965-1968 war auch Mitglied der Begleitband der Merv Griffin-Show, die damals sehr populär war.

      RIP Bill !!

      jazznewsyoucanuse.com/2018/07/rip-bill-watrous/
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • R o b b y . . .

      jetzt aber mal gelle || || (hab es selbst erst mit ner Woche Verspätung erfahren, zugegeben . . .)

      bereits am 03.d.M. hat sich der Kameramann Robby Müller verabschiedet - - -

      . . . bei den meisten Wim Wenders Werken stand er hinter der Kurbel . . . also z. B. auch hier
      youtube.com/watch?v=GDsSYL2Gca…X3GgWibQf2&index=16&t=19s
      (die Eisdiele - kaum 400m entfernt vom "Stadion am Zoo" - existierte zumindest bis vor 12 Jahren noch, u. ein paarmal bin ich seinerzeit auch reingeraten . . .
      <= na denn . . . so viel sentimental journey muss mal erlaubt sein aus so einem Anlass . . .)

      Robby M. war freilich noch für manch anderes kameratechnisch verantwortlich, z. B. bei 5 Jim Jarmusch Filmen, z. B. bei einem Gutteil des Frühwerkes von Lindenstraßen - Geißendörfer, z. B. bei "Breaking the Waves" resp. "Dancer in the Dark" (Lars van Trier), z. B. bei Andrej Wajdas "Korczak" . . .

      mach et jut liebe Jung . . .
      Fleiß ist gefährlich (Henning Venske "Inventur") Majo ist ätzend (Gus van Sant "Paranoid Park") Hollywood ist ein Witz (Aki Kaurismäki)
    • Robby Müller - ja, einer der ausgezeichnetsten Kameramänner seiner Generation. Ich habe Breaking The Waves (1996) gut in Erinnerung, und Dead Man (1995) hatte mich visuell sehr beeindruckt.

      RIP, Robby, RIP... ;(

      -----

      Er wurde noch nicht erwähnt:

      Hanns-Martin Schneidt (1930-2018) verstarb bereits am 28. Mai. Mir fiel er auf als Dirigent einiger Bach-Einspielungen und der Marienvesper Monteverdis, die er in den 1970er Jahren für die Archiv Produktion machte.
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Gestern starb im Alter von 76 Jahren der polnische Jazztrompeter Tomasz Stańko.

      Viele seiner Aufnahmen sind auf dem ECM-Label erhältlich.
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)
    • . . . der ganz frühe Stanko liegt mir allerdings doch näher...

      >vermutl. der düsterste* Jazz aus Osteuropa, der bis dato (= 1970 / ...auf unserer Seite der Todesgrenze jedenfalls) zu hören gewesen war . . .
      . . . *mitunter geradezu fatalistisch - depressiv veranlagte Zeitgenossen enthalten sich an "schwierigen" Tagen da mal besser!<

      <= man vergegenwärtige sich aber mal Bilder aus der Warschauer City um 1970 … das past scho . . . + die "Trauerarbeit" natürlich: K. ist der im Jahr zuvor >38jährig< verstorbene Krzysztof Komeda, Pianist und Filmkomponist (u. a. 5mal Polanski)!

      = = > > und hier Stankos Ausflug in jazzrockige Gefilde

      o.k.o.k. - streng genommen wohl "second hand - jazzrock" … nixxdesdo mag ich die Scheibe sehr - als Vinyl hatte ich sie zu Studentenwohnheimszeiten fast kaputtgespielt . . .

      :wink:
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