Leider soeben verstorben - Der Nekrologthread

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    • Philbert schrieb:

      Die Goldene Stimme aus Prag, Karel Gott, ist verstummt (Quelle: Tschechischer Rundfunk).
      Du warst schneller als ich RIP Hier mit Quelle dazu :

      bild.de/unterhaltung/leute/leu…8vuMWJmfRC8jACgdyi3cBM6Kk
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Er ist 80jährig seinem Leukämieleiden erlegen. Möglicherweise erhält er ein Staatsbegräbnis oder dergleichen. Sein Biene-Maja-Lied hat ganze Generationen von Kindern (und nicht nur diese) geprägt, und alle haben neben seiner unverwechselbaren Stimme auch seine unprätentiöse Menschlichkeit gerühmt.
      ______________________

      Homo sum, ergo inscius.
    • Ginger Baker ist heute 80jährig gestorben. Sicher nicht der beste Drummer seiner Zeit, der er immer wieder - wohl wegen seiner Mitgliedschaft in der Supergroup Cream - bezeichnet wurde (ich erinnere mich dunkel an eine drumbattle im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen in München 1972, wo er hinter einem Drumgebirge gegen den mit 3 Trommeln ausgestatteten Art Blakey schwer abgekackt ist).

      Aber sehr eigen in seinem stark tombetonten Spiel und irgendwie immer groovy. Sein sehr problematisches Sozialverhalten hat ihm mehr Bewunderer als Freunde beschert (anlesbar z.B. hier: spiegel.de/kultur/tv/ginger-ba…television-a-1103819.html)
    • Andreas schrieb:

      Sicher nicht der beste Drummer seiner Zeit, der er immer wieder
      Das wohl nicht, wenn auch Claptons Gesichtsausdruck im Film "Beware of Mr. Baker" befragt, ob Bonham.. Ekel und Abneigung zeigt, dass jemand es wagt, diesen "Klopper" mit Baker zu vergleichen.
      Nun gut, die Deppen vom "Rolling Stone" mögen das anders sehen.
      Sein Verdienst ist es wohl, dass er stilbildend für ne ganze Generation von Schlagzeugern im Rock wurde, oder wie Stewart Copeland mal sagte: "He invented all the stuff."
      Dabei war er eigentlich Jazzer und die späten CDs. "Coward of the Country" oder "Falling of the Roof" sind wahrlich gelungen.
      Sein Standard"drumkit" war eigentlich ein verdoppeltes normales Kit mit ein paar zusätzlichen Becken, winzig zu dem was heute manche Schwermetaller anliefern lassen. Die zweite Basstrommel hat er sich bei Hisemann abgeguckt.
      Ein Wunder, das er so alt wurde. Lesenswert seine Autobiografie Hellraiser, was für ein "irres Leben".
      R.I.P.
      Gruß aus Kiel

      PS. Der Nachruf der SZ ist ungenau. So war er mit Charlie Watts nicht nur befreundet, sondern hat ihn ausdrücklich Brian Jones als Drummer empfohlen. Wer sehen will, wie eng die beiden waren, sehe sich dieses Video an:youtube.com/watch?v=HVRVc6-PYEY etwa ab 4:05
      Mit Bruce ("Wee Jack", so er) verband ihn eine Art Haßliebe: Einerseits die wohl beste Bass/Schlagzeug Kombination in ihrer Zeit, andererseits waren sie Rivalen und doch gab es immer wieder gemeinsame Auftritte von 1962 bis 2009
      PPS. Cream hat er gegündet, er lud Capton zum Gründungsgespräch in sein Haus ein, der sagte zu, unter der Bedingung, dass Bruce Bass spielen sollte. Baker stimmte zähneknirschend zu.

      Literatur dazu:
      Baker: Hellraiser, der Film Beware of Mr. Baker
      Biografien von Jon Hiseman, Dick Heckstall Smith, Brian Jones und Jack Bruce.
      Und: Peter Brkusic, Ulli Blobel: Ginger Baker a Natural Born Drummer (Dort sind auch die sog. "Drum Battles" als CD Ausgabe drauf und Baker macht keineswegs ne schlechte Figur.)
      Ich vergesse niemals ein Gesicht. Doch bei Ihnen mache ich eine Ausnahme! (Groucho Marx)
    • Doc Stänker schrieb:

      PS. Cream hat er gegündet, er lud Capton zum Gründungsgespräch in sein Haus ein, der sagte zu, unter der Bedingung, dass Bruce Bass spielen sollte. Baker stimmte zähneknirschend zu.
      Ich dachte immer, die Gründung von Cream sei von dem Manager Robert Stigwood ausgegangen, der eine "Supergroup" mit besonders fähigen Musikern zusammenstellen wollte.
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • Andreas schrieb:

      Ginger Baker ist heute 80jährig gestorben. Sicher nicht der beste Drummer seiner Zeit, der er immer wieder - wohl wegen seiner Mitgliedschaft in der Supergroup Cream - bezeichnet wurde (ich erinnere mich dunkel an eine drumbattle im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen in München 1972, wo er hinter einem Drumgebirge gegen den mit 3 Trommeln ausgestatteten Art Blakey schwer abgekackt ist).
      Baker war kein großartiger Techniker, gemessen an den "reinen" Jazz-Drummern. Seinen Ruf durch "Cream" konnte er auch anschließend nie wieder nachweisen, das Gleiche gilt auch für den Bassisten Jack Bruce. Doch beide zusammen eben in DIESER EINEN BAND war damals absolute Spitzenklasse. So sollte man beide auch sehen.


      Doc Stänker schrieb:

      Die zweite Basstrommel hat er sich bei Hisemann abgeguckt.
      Ich möchte darauf hinweisen, dass der Swing-Drummer Louis Bellson 1946 der erste Drummer war, der die doppelte Bass-Drum eingesetzt hatte, und das bis in sein Lebensende. Das war sehr lange vor all den Rock-Drummern gewesen,

      Nach Bellson gab es die Bgband-Drummer Sam Woodyard (bei Duke Ellington), Jack Sperling (er spielte viele Jahre mit u.a. LEs Brown, auch vor allem ein erstklassiger Bigband-Drummer) und Alvin Stoller (auch er einer der vielen erstklassigen Allround-Drummer, der mit u.a. Harry James und Tommy Dorsey spielte, später dann aber viele Jahrzehnte im Studio tätig war, etwa für Oscar Peterson und Ella Fitzgerald). Dann gab es noch Ed Shaughnessy (auch er vor allem ein exzellenter Bigband-Drummer, etwa in der "Tonight Show-Bigband" und seiner eigenen Bigband) und Rufus "Speedy" Jones (u.a. bei Woody Herman, Count Basie, Maynard Ferguson, Duke Ellington).

      Das war alles in der Zeit um 1950 bis 1966 herum, also VOR Cream, etc.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Andreas schrieb:

      aber stilbildend war er nun eher nicht. Sein Drumming empfinde ich als absolut solitär, niemand nach ihm spielte so wie er.
      Hi Andreas: Zum einen solltest Du Dich bei Stewart Copeland beklagen, der das sagte und ich ihn zitierte und vielleicht auch bei Max Weinberg, der, nachdem er bei Springsteen vorspielte mit den Worten aufgenommen wurde. "Endlich mal kein "Ginger Baker." Korrektur. Er bewarb sich auf eine Anzeige, die "keinen jungen Ginger Baker" haben wollte.
      Im Ernst. Sein damals legendärer Ruf mag vielen aus der Cream Zeit herrühren, das stimmt aber nicht ganz, denn alles was im UK angesagte Musik hören wollte pilgerte um 1963-1965 nach London, um die Graham Bond Organization zu hören und da saß Ginger am Schlagzeug. In best. Musikerkreisen waren Graham Bond und Co. das Angesagteste (Bond, Bruce, Baker, Heckstall-Smith und zeitweise Maclaughlin)
      Gruß aus Kiel
      Ich vergesse niemals ein Gesicht. Doch bei Ihnen mache ich eine Ausnahme! (Groucho Marx)
    • Maurice schrieb:

      . Seinen Ruf durch "Cream" konnte er auch anschließend nie wieder nachweisen, das Gleiche gilt auch für den Bassisten Jack Bruce
      Das mag vielleicht kommerziell stimmen, aber für Bruce und Baker begannen große künstlerische Zeiten.
      Baker mit seiner Afrika-beeinflussten Musik als er für Jahre in Nigeria lebte, Bruce mit Tony Williams Livetime und dann erstaunlich guten Soloplatten.


      Maurice schrieb:

      Ich möchte darauf hinweisen, dass der Swing-Drummer Louis Bellson 1946 der erste Drummer war,
      Darum ging es mir nicht, wenn ich mich nicht irre, dann hatten andere 2 Trommeln vor ihm. Nee, es war so, dass Heckstall-Smith ein Konzert eines Londoner Amateurjazzorchesters besuchte und dort Hisemann am Schlagzeug mit zwei Basstrommeln saß.. Das steckte er gehässigerweise Baker und der schaffte sich daraufhin auch ne zweite an Statussymbol an.
      Gruß aus Kiel
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    • Doc Stänker schrieb:

      Darum ging es mir nicht, wenn ich mich nicht irre, dann hatten andere 2 Trommeln vor ihm.
      Okay, das kam aber nicht so deutlich an bei mir. Ich habe ja kurz geschrieben, dass Louis Bellson der erste Drummer war, und wer seine direkten Nachfolger waren (die meisten davon auch stilistisch, da alle vor allem Bigband-Drummer waren).


      Doc Stänker schrieb:

      Nee, es war so, dass Heckstall-Smith ein Konzert eines Londoner Amateurjazzorchesters besuchte und dort Hisemann am Schlagzeug mit zwei Basstrommeln saß.. Das steckte er gehässigerweise Baker und der schaffte sich daraufhin auch ne zweite an Statussymbol an.
      Also der berühmte "Kindergarten-Effekt": Was der Eine hat, muss der Andere auch unbedingt haben. :D
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Irgendwie wird er mir fehlen , der Mr. Baker . Ich habe ihn 2 x mit Cream live gehört . Februar 1967 in Hamburg , da waren alle 3 Musiker schlecht , aber Baker immer noch derjenige , der alles zusammen hielt . ( Was immer sie nahmen , sie hatten entweder zuviel oder zu wenig genommen ). November 1967 in Aalborg , da waren sie besser , aber müde/ausgebrannt . Und wieder war es Baker , der Leben in die Band brachte und dafür sorgte , daß das Programm nicht völlig lustlos runtergespielt wurde . Werde ich ihm nicht vergessen . Und 'Horses & Trees' mag ich sehr , hatte ich gerade im Januar in 'Eben krass...' erwähnt . Ich wünsche ihm , daß er seine Ruhe gefunden hat . RIP
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " - Don't all thank me at once (Scott Miller) - Jung sterben , aber so spät wie möglich ( F. Jourdain )
    • Wieland schrieb:

      Ja, das ist schon sehr traurig. Ich habe Jessye Norman mehrmals live erleben dürfen, u.a. Als Elisabeth im Tannhäuser und als Liedsängerin.
      Da ich umzugsbedingt über einen längeren Zeitraum über keinen Internetzugang verfügt, komme ich erst heute dazu hier Jessye Norman zu gedenken.

      Ihr Tod hat mich doch sehr betroffen, habe ich sie doch in ihrer großen Zeit als eine wirklich in jeder Hinsicht überwältigende Bühnenpersönlichkeit und Künstlerin erlebt.

      Bühnenpersönlichkeit, obwohl ich sie nie in einer Oper erlebt habe, sondern nur in diversen Liederabenden und im 'Lied von der Erde'. Aber sie hatte stets etwas raumgreifendes im Gesang wie auch im Auftreten. Wenn die Norman den Saal betrat, dann war sie da, wie ich es selten von einer anderen Künstlerin oder einem anderen Künstler erlebt habe. Und wenn sie dann anfing zu singen, wenn die Schönheit ihres Gesangs aufblühte, wenn man über diese langen Bögen, die Feinfühligkeit des Gesangs, die wunderbare Diktion, die Intelligenz und den Charme des Vortrags immer wieder erstaunte, dann war das wirklich groß. Groß war irgendwie alles an ihr und darin war sie eine wirkliche Diva, eine der letzten. Manches war mir, wenn ich sie dann nur auf CD hörte fast zu groß, aber live passte alles zusammen. Sie hatte noch einmal diese große Geste, auch diesen Mut zum Pathos, der heutzutage vielleicht nicht mehr so modern ist. Aber das war einem egal damals.

      Ich erinnere mich an einen Moment neben vielen anderen, der ganz besonders war. Geoffrey Parsons, einer ihrer bevorzugten Liedbegleiter, war gerade gestorben und sie erinnerte im darauffolgenden Liederabend in Hamburg an ihn, wobei sie ganz persönliche Worte fand, sich dann selber an's Klavier setzte und sich selber begleitend ihm ein Lied widmete. Leider weiß ich nicht mehr welches, aber das war einer der vielen Momente, die einem den Atem nahmen.

      Wunderbar ihr Strauss, wunderbar ihr Schubert, fantastisch ihr Mahler und ihr Berg, zum Niederknien ihr Messiaen. Als sie in Berlin das 'Lied von der Erde' sang, hatten wir meine Mutter mitgenommen, die dieses Werk erstmalig hörte und in die lang anhaltende Pause nach dem 'Abschied' mir zuflüsterte: "Das ist das Schönste, was ich jemals gehört habe." Und dem hatten wir alle nichts hinzuzufügen.

      Ich war an diesem Dienstag sehr traurig. Jessye Norman wird immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen einnehmen. Nicht, dass ich alles heute noch gut finde, was sie gesungen hat. Aber sie war eine große, leuchtende Gestalt und sie hat uns damals ganz viel Glück geschenkt. Sie hat stets mit Großzügigkeit gegeben, sie hat uns bezaubert und verzaubert mit ihrer Person und mit dieser überwältigenden Stimme.

      :wink: Wolfram
    • Prof. Dr. Rudolf Stephan

      3.4.1925 - 29.09.2019

      dt. Musikwissenschaftler.

      bis 1990 Ordinarius am Institut für Musikwissenschaft der FU Berlin.

      Engagierte sich in der Nachkriegszeit zusammen mit seinem Freund Carl Dahlhaus für eine vermehrte Behandlung der Musik des 20. Jh. durch die akademische Musikwissenschaft.

      Manchem musikinteressierten Laien der älteren Generation wird Stephan durch sein Fischer-Lexikon Musik sowie durch das Büchlein "Neue Musik" bekannt sein.

      Stephan war Hauptherausgeber der Arrnold-Schönberg- und der Alban-Berg-Gesamtausgabe.

      de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Stephan
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Heute wäre er 70 geworden - wenn er nicht vor 3 Tagen verstorben wäre . Nick Tosches eine Edelfeder zu nennen , würde ihm nicht gerecht . Aber Schreiben konnte er , und das über viele Themen . Angefangen mit seinen Büchern zur Pop-ulären Musik , oder besser deren Grenzbereiche ('Country : The Biggest Music in America" und "Unsung HeroesOf Rock'n'Roll') , über gnadenlose Biografien ( u.a. Jerry Lee Lewis , Dean Martin , Sonny Liston , sowie Michele Sindona - wobei das Werk über Letzteren -"Power On Earth"- eigentlich ein Enthüllungsbuch über die Geschäftspraktiken des Vatikans war , lt.Tosches 'schlimmer als die Mafia' ) , bis hin zu von mir verschlungenen Noir-Romanen ( 'Cut Numbers' , 'Trinities' ) . Einiges wurde übersetzt , doch nach meinem Dafürhalten kommt der ' Tosches-Stil ' nur im Original so richtig rüber - was nichts gegen die Übersetzungen sagt , ich möchte den auch nicht übertragen . Umstritten war er immer , er sorgte schon für sein Image , aber wo gibt es noch solche Qualität ? Und nun war es das . Bleibt nur , die vielgelesenen Bände weiter zu lesen . RIP
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " - Don't all thank me at once (Scott Miller) - Jung sterben , aber so spät wie möglich ( F. Jourdain )