Leider soeben verstorben - Der Nekrologthread

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    • Der Jazzpianist McCoy Tyner ist heute verstorben. Er wurde 81 Jahre alt.

      jazzbluesnews.com/2020/03/06/i…0VIsj7lPt2vPHbfK_jnKkrMX0
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Ein wirklicher Verlust. Ich habe ihn sogar noch live erlebt und obwohl eigentlich so gar kein Fan von Klavier solo im Jazz bin, hat er mich damals umgehauen und ich habe sein Konzert nie vergessen.

      Überrascht war ich, dass er 'erst' 81 war. Für mich war McCoy Tyner immer ein alter, erfahrener Pianist, aber vielleicht hatte ich den Eindruck auch nur, weil er schon immer, schon so früh, sooo gut war. Dass er wesentlich jünger als Coltrane war, war mir nie bewusst.

      R.I.P.
      Wolfram
    • Quasimodo schrieb:

      Hab' ihn aber leider nie live hören können.
      Ich schon. Vor ca. 13 Jahren oder so im KH Dortmund in einem Doppelkonzert “McCoy Tyner Trio” und “Roy Haynes Quartet”. Da hat mich Tyners Trio allerdings ziemlich enttäuscht, das ziemlich zerfahren rumgewurschtelt hat und Tyner daselbst vor allem undefinierbares Zeugs mit viel Pedal in die Tasten gegriffen hat. Das Haynes Quartet hat ihm damals definitiv den Schneid abgekauft und ziemlich heißes Zeug geboten. Aber egal: für mich war Tyner einer der größten und idiomatischsten Jazzpianisten ever!

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Das ist unendlich traurig.

      Ich hoffe er hatte ein sanftes Heimgehen und was er gemacht hat in unserer Welt bleibt uns ja.

      Danke.
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Von Max von Sydow hab ich viel, klar als alter Bergmanfan der ich bin. Er gehörte dort ja über viele Jahre zur Stammbesetzung. Ein wunderbarer Schauspieler! Möge er in Frieden ruhen.


      :(
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      (Shunryu Suzuki)
    • Er hat ja soviele tolle Rollen gemacht!

      Unvergeßlich der frustrierte Intellektuelle in Allans "Hannah und ihre Schwestern". Eine Gänsehautrolle mitten in einer Komödie, das Beispiel dafür daß Liebe tödlich ist wenn man dafür emotional zu unreif ist. Irre.

      Der coooole Killer in "Die drei Tage des Condor". Der fiese Doc in Scorceses Geniestreich "Shutter Island". Und natürlich der Pater im Exorzisten!! Die Liste seiner Rollen ist schier unendlich, aber mir bleibt er als Bergmans coolster Hauptdarsteller in Erinnerung.

      Ein ganz Großer ist nun weg und wir müssen weiter klarkommen...


      :clap:
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    • Max von Sydow - auch einer dieser Giganten, die selbst die uninteressantesten Rollen mit Aspekten ausstatten konnte, daß es Spaß machte, sie darin zu sehen. Er spielte einen alternden König in Conan, der Barbar (1982), er war Jesus von Nazareth in Die größte Geschichte aller Zeiten (1965), er war Der Steppenwolf (1974) oder Imperator Ming in Flash Gordon (1980). Unvergeßlich bleibt er natürlich als Bergman-Darsteller, als Pelles Vater oder Pater Merrill.

      RIP, Max... ;(
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      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Genesis P-Orridge ist im Alter von 70 Jahren in New York verstorben. Er hat die (man möchte sagen: postapokalypischen) Industrialbands Throbbing Gristle und Psychic TV gegründet (und das ganze Genre gleich mit), außerdem im Verbund mit Cosi Fan Tutti in pornographisch angehauchten Performances die Öffentlichkeit nachhaltig verstört. Nix was man immer haben will, aber etwas, was eine sich human nennende Gesellschaft auszuhalten hat. Gefälligst. Das war einer der Ernst gemacht hat. Sowas fehlt.

      Chapeau, Mr/Mrs P-Orridge. "Ruhe in Frieden"? Nö, Frieden wollte er/sie nicht.


      :(
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      (Shunryu Suzuki)
    • Der italienische Architekt und Designer Vittorio Gregotti ist gestern, am 15.3.2020, im Alter von 92 Jahren in Mailand
      gestorben. Wie es heisst, an Corona.

      deutschlandfunkkultur.de/zum-t…ml?dram:article_id=472566
      de.wikipedia.org/wiki/Vittorio_Gregotti


      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
      Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten
    • Das ist wirklich bitter.

      Vittorio Gregotti galt als der letzte lebende Vertreter des italienischen Rationalismus und war wirklich einer der ganz Großen. Von ihm kenne ich leider nur das Fussballstadion in Nîmes aus eigener Anschauung. Ich verbinde mit ihm eine sorgfältig geplante Architektur ohne Effekthascherei und ohne einen bübertriebenen ideologischen Überbau.

      Und Charles Wuorinen, einer der wichtigsten in der Neuen Musik weltweit ... ;(
      Es ist vielfach leichter, eine Stecknadel in einem Heuhaufen zu finden, als einen Heuhaufen in einer Stecknadel.
    • Sadko schrieb:

      Luca Targetti, der ehemalige Casting-Direktor der Mailänder Scala, starb am 12. März 2020 62jährig am Corona-Virus.

      Link 1, Link 2
      Lieber Sadko, das finde ich ganz toll, dass du an ihn erinnerst.

      Gerade hörte ich auf Facebook auch von seinem Tod und kann es immer noch nicht fassen. Ich habe Luca schon ganz lange nicht mehr gesprochen, kannte ihn aber noch aus seiner Mailänder- und Neapel-Zeit, auch in München haben wir ihn noch besucht. Aber dann verlor sich leider der Kontakt. Leider! Luca war ein unglaublich humorvoller, liebevoller Mensch/Freund und wir haben wunderbare Zeiten verbracht. Ich werde ihn sehr, sehr vermissen und bin gleichzeitig unglaublich geschockt und tief getroffen.

      Geschockt natürlich auch, dass er wohl ausgerechnet am Corona-Virus sterben musste (wobei es vielleicht letztlich sogar egal ist, woran man stirbt), an diesem Mist, dass ausgerechnet mein geliebtes Italien so fürchterlich heimsucht.

      R.I.P. mein lieber, lieber Luca. Ich werde dich nie vergessen!!!

      Wolfram