Leider soeben verstorben - Der Nekrologthread

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    • Seine erfolgreichste Rolle wurde hierzulande ja eher wenig beachtet, Kapitän von Trapp in "The sound of music". Vorletztes Jahr sah ich noch mit großem Vergnügen "Knives out"
      Einzelne giebt es sogar, auf deren Gesicht eine so naive Gemeinheit und Niedrigkeit der Sinnesart, dazu so thierische Beschränktheit des Verstandes ausgeprägt ist, daß man sich wundert, wie sie nur mit einem solchen Gesichte noch ausgehn mögen und nicht lieber eine Maske tragen (Arthur Schopenhauer)
    • Agravain schrieb:

      Der Jazz-Pianist und -Komponist Chick Corea ist am 9.2.2021 im Alter von 79 verstorben.
      Uiiii, das haben nicht mal meine sonst so schnellen Seiten im Netz gemeldet. Gleich mal schauen. Danke für die schlechte Nachricht.

      mz-web.de/kultur/legendaerer-j…ck-corea-ist-tot-38054378

      Leider wahr..... RIP
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Agravain schrieb:

      Chick Corea ist am 9.2.2021 im Alter von 79 verstorben
      Einer meiner großen "Favorites" in meinen 20er.

      Er schreibt: „Ich habe immer versucht, jede Gelegenheit zu nutzen, um mit meiner Musik die Freude, kreativ zu sein, zu teilen. Und das an der Seite von all den Künstlern, die ich so verehrt habe. Genau das hat mein Leben so bereichert.“ So ist es!

      Meine persönliche Lieblingsplatte: My Spanish Heart


    • brunello schrieb:

      Ich bin etwas verwundert, dass bei nahezu allen Nachrufen/Würdigungen für den großartigen Chick Corea immer "nur" der Jazz-Pianist genannt wird und seine (mehr als) Ausflüge in die so genannte E-Musik - auch auf diversen CDs nachhörbar - unerwähnt bleiben.
      Du nimmst mir das Wort aus dem Munde, da ich exakt dies gerade tun wollte.

      Chick Coreas Aufnahme von Mozarts Konzert für zwei Klaviere und Orchester Es-Dur KV 365 mit Friedrich Gulda und dem von Nikolaus Harnoncourt geleiteten Concertgebouworkest Amsterdam

      dürfte hinlänglich bekannt sein, aber kennt Ihr auch seine Aufnahmen der Klavierkonzerte Nr. 20 d-moll KV 466 und Nr. 23 A-Dur KV 488 mit dem Saint Paul Chamber Orchestra?


      Ebenfalls zu erwähnen ist sein Klavierkonzert Nr. 1

      welches er einerseits Friedrich Gulda und andererseits "dem Geist der Religionsfreiheit" widmete. Letzteres - nämlich das, was von Corea als "religiöse Verfolgung" empfunden wurde, weil er wegen seiner Mitgliedschaft in der Scientology Church ein faktisches Auftrittsverbot in Baden-Württemberg erhielt (das Land drohte 1993 damit, seine Unterstützungsgelder für eine Veranstaltungsreihe im Rahmen der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Stuttgart zurückzuziehen, wenn Corea dort auftreten sollte) - ist allerdings ein anderes Thema...

      Eine weitere Komposition im klassischen Gewand ist sein Konzert für Jazz-Quintett und Kammerorchester "The Continents"
    • Général Lavine schrieb:

      Wundervoll! Könntest Du eine Piano Solo-Aufnahme nennen, auf der er so ähnlich spielt wie hier?
      Ich bin bei Corea, zugegebenermaßen, CD-mäßig vollkommen unterbelichtet. Ich habe gerade mal (Jazz und Klassik) 14 CDs von ihm, was praktisch nichts ist. Diese Scientology-Geschichte hat meine Wahrnehmung auf diesen unzweifelhaft großartigen Künstler in den 90er Jahren, als dieses Thema sehr hochgekocht war, massiv beeinflusst, und ich stelle mir - ebenso wie bei Cyprien Katsaris - immer wieder die Frage, was das eine mit dem anderen zu tun hat. Die Antwort ist: Nichts. Nur lief das bei mir innerlich eben doch etwas anders ab. Weil man nämlich wusste, dass das Geld, das man für eine Corea- oder Katsaris-CD ausgab, zu einem gewissen Bruchteil der Scientology Church zugute kam.

      Wenn Du mich fragst, wo er noch so großartig improvisiert hat wie für Sonja aus Santa Marta (Kolumbien) im Oktober 2020, muss ich Dir aus meinem beschränkten Erfahrungshorizont heraus antworten: Nirgends! Deshalb habe ich ja gerade dieses tolle Video anlässlich seines Todes verlinkt. Auf der anderen Seite ist Sonja aus Santa Marta natürlich eine Frau zum Verlieben, und angesichts seiner Blickkontakte zu ihr beim Spielen merkt man, dass er das trotz seiner 79 Jahre offenbar nicht anders als ich gesehen hat...

      :cincinbier:
    • music lover schrieb:

      Diese Scientology-Geschichte hat meine Wahrnehmung auf diesen unzweifelhaft großartigen Künstler in den 90er Jahren, als dieses Thema sehr hochgekocht war, massiv beeinflusst, und ich stelle mir - ebenso wie bei Cyprien Katsaris - immer wieder die Frage, was das eine mit dem anderen zu tun hat. Die Antwort ist: Nichts. Nur lief das bei mir innerlich eben doch etwas anders ab. Weil man nämlich wusste, dass das Geld, das man für eine Corea- oder Katsaris-CD ausgab, zu einem gewissen Bruchteil der Scientology Church zugute kam.
      Genau so geht es mir auch. Ein ganz dummes, belastendes Gefühl - ebenso wie bei einem Einkauf bei Breuninger in Stuttgart oder Düsseldorf.

      Andererseits sind mir auch die religiösen Wahnvorstellungen eines Olivier Messiaen, Francis Poulenc und eines JS Bach höchst suspekt - und ist die von diesen bewunderte Kirche etwa so viel besser als Scientology? Obendrein subventionieren wir alle diese Kirche gezungenermaßen auch mit unseren Steuern - trotz Austritts ... <X

      Immerhin zitiert Tobi Müller Corea heute auf Spiegel-Online wie folgt: »Ich weiß, dass ich manchmal für dieses Engagement angefeindet werde. Ich nehme es hin. Ich bin den Lehren von Ron L. Hubbard verpflichtet. Deshalb danke ich ihm auch jeweils in den Liner Notes meiner Alben. Aber ich bin kein Prediger. Ich lasse jedem seine Überzeugung. Auf der Bühne spiele ich einfach nur. Da habe ich nie missioniert.«

      “I think God, in creating man, somewhat overestimated his ability.
      Oscar Wilde
    • Général Lavine schrieb:

      Andererseits sind mir auch die religiösen Wahnvorstellungen eines Olivier Messiaen, Francis Poulenc und eines JS Bach höchst suspekt - und ist die von diesen bewunderte Kirche etwa so viel besser als Scientology? Obendrein subventionieren wir alle diese Kirche gezungenermaßen auch mit unseren Steuern - trotz Austritts ...
      Ich verstehe vollkommen, was Du meinst. Aber noch einmal: Was hat das alles mit der unfassbaren Pianistik eines Cyprien Katsaris oder der Jazz-Improvisationsfähigkeit eines Chick Corea zu tun? Die Antwort habe ich bereits gegeben: Nichts.
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      Steuart Bedford ist im Alter von 81 Jahren am 15.Februar gestorben, den meisten hier im Forum dürfte er als Dirigent der Werke Benjamin Brittens bekannt sein.

      R.I.P.
      Überzeugung ist der Glaube, in irgend einem Puncte der Erkenntniss im Besitze der unbedingten Wahrheit zu sein. Dieser Glaube setzt also voraus, dass es unbedingte Wahrheiten gebe; ebenfalls, dass jene vollkommenen Methoden gefunden seien, um zu ihnen zu gelangen; endlich, dass jeder, der Überzeugungen habe, sich dieser vollkommenen Methoden bediene. Alle drei Aufstellungen beweisen sofort, dass der Mensch der Überzeugungen nicht der Mensch des wissenschaftlichen Denkens ist (Nietzsche)
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      Lawrence Ferlinghetti ( 24/3/1919 - 22/2/2021 ) ist verstorben . 'A Coney Island of the Mind' und ' The Mexican Night ' wurden mal von mir zerlesen . Mit seinem Ableben hatte ich jetzt nicht mehr gerechnet . RIP
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Kamikaze - You Yellow Fiend !"
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      Gestern ist im Alter von 86 Jahren der Cellist Wolfgang Boettcher gestorben. Nach dem Gewinnen des ARD-Wettbewerbes war er Solocellist der Berliner Philharmoniker in der Karajan-Ära bis 1976, ab da Professor an der Berliner Musikhochschule und sehr aktiv in der Kammermusik.
      Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde