Leider soeben verstorben - Der Nekrologthread

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    • Dr. Lonnie Smith ist gestern im Alter von 79 Jahren verstorben.

      npr.org/2021/09/28/1041372956/…-hammond-organ-dies-at-79

      Smith war einer der wichtigsten Jazz-Organisten des Jazz nach Jimmy Smith.

      RIP Mr. Smith
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Die Deutsche Oper Berlin teilt mit, daß Karan Armstrong gestern gestorben ist.
      deutscheoperberlin.de/de_DE/karan-armstrong-in-memoriam#
      (nein, ich setze keinen Link zu jener denkwürdigen "Salome"...)
      Einzelne giebt es sogar, auf deren Gesicht eine so naive Gemeinheit und Niedrigkeit der Sinnesart, dazu so thierische Beschränktheit des Verstandes ausgeprägt ist, daß man sich wundert, wie sie nur mit einem solchen Gesichte noch ausgehn mögen und nicht lieber eine Maske tragen (Arthur Schopenhauer)
    • Bereits am 14. August verstarb im Alter von 88 Jahren der kanadische Komponist, Klangforscher und Autor Raymond Murray Schafer. Er komponierte u.a. 12 IMO hörenswerte Streichquartette, die vom Molinari Quartet auch komplett auf zwei Doppel-CD eingespielt wurden.





      R.I.P.
    • Wie ich gerade erfahren habe, ist gestern der Tonmeister Günter Appenheimer an den Folgen eines Fahrradunfalls gestorben. Er arbeitete seit vielen Jahren als Tonmeister für das Tonstudio van Geest (heute "Alte Zigarrenfabrik") in Sandhausen bei Heidelberg. Bei discogs werden sage und schreibe 439 Produktionen aufgeführt, an denen er - meist in Doppelfunktion als Tontechniker und Aufnahmeleiter - beteiligt war, mehrfach war er für den Grammy nominiert.
      Ich kannte Günter Appenheimer seit 27 Jahren und habe mit ihm im "Clara-Wieck-Auditorium" insgesamt 20 Klavierduo-CDs aufgenommen. Seine Musikleidenschaft ging so weit, dass er mir eines Morgens erzählte, er habe am Abend zuvor nach einem rund zehnstündigen Aufnahmetag noch per Kopfhörer zwei Mahler-Symphonien gehört. Seine Repertoire-Kenntnis war schier grenzenlos, ebenso wie seine Liebe zur Musik. Anders als die allermeisten Tonmeister ließ er uns bei den Aufnahmen grundsätzlich freie Hand, indem er z.B. niemals während der Takes unterbrach, keine "Anweisungen" usw. gab, aber trotzdem jederzeit völlig im Bilde war, welche Stellen z.B. noch einmal wiederholt werden mussten. Vor allem hörte er nicht nur perfektionistisch sondern freute sich spürbar über Takes, die musikalisch besonders gelungen waren. Auch und gerade, wenn wir uns mal an einzelnen Stellen "festgebissen" haben, hatte er die Fähigkeit, psychologisch geschickt zu helfen. Dabei half ihm (und uns) nicht zuletzt sein wunderbarer Humor, wenn er z.B. bei heiklen Stellen sagte "Das war jetzt schon besser nicht zusammen". Schon kurz nach Beginn unserer ersten gemeinsamen Aufnahme (Dvoraks Slawische Tänze) hatten wir absolutes Vertrauen zu ihm, und es wurde bis zum Schluss immer wieder bestätigt. Als ich heute Vormittag die Schubert-Fantasie für Violine und Klavier geübt habe, dachte ich, dass ich das doch gern mal aufnehmen würde, und dass ich Günter dazu einfach brauchte. Heute Abend erfuhr ich dann, dass das leider nicht mehr gehen wird. Ich bin dankbar, ihn gekannt und mit ihm so intensiv zusammengearbeitet zu haben.
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • Eine traurige Nachricht. Mir sagt zwar der Name Günter Appenheimer nichts, wohl aber weiß ich vom Tonstudio van Geest, und es dürften sich einige Aufnahmen in meiner CD-Sammlung finden, bei denen Günter Appenheimer mitgewirkt hat. [Nachtrag: So ist es, und es sind z. B. Brahms-Einspielungen dabei, die ich nicht missen möchte.]

      R.I.P.
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Ja, eine traurige Nachricht und schön, dass hier auch mal an jemanden aus der "hinteren Reihe" erinnert wird. Zumeist sind es ja die Künstler selbst, die (allein) im Rampenlicht stehen und die für etwas gefeiert werden, was in mancherlei Hinsicht eher eine "Teamleistung" ist.
      "it's hard to find your way through the darkness / and it's hard to know what to believe
      but if you live by your heart and value the love you find / then you have all you need"
      - H. W. M.
    • Ich habe eben mit dem Nachfolger von Teije van Geest im Tonstudio telefoniert und ein paar Einzelheiten erfahren, die ich aber nicht in die Öffentlichkeit weitergeben möchte. Günter Appenheimer wurde 76 Jahre alt und hat bis vor wenigen Wochen noch quasi täglich im Studio gearbeitet. Die von ihm produzierten CDs nehmen unglaubliche 13 Regalmeter ein. Ein besonderes Anliegen war ihm die Vermittlung Klassischer Musik an Kinder und Jugendliche. Er hat z.B. Schüler von Musikschulen geradezu hingebungsvoll unterstützt, ihre Darbietungen professionell aufgenommen und das Ergebnis mit ihnen besprochen, alles natürlich ohne Bezahlung. Selbst als er noch von Krankheit und Unfall schwer gezeichnet im Krankenhaus lag, hatte er noch Pläne, diese Tätigkeit wieder aufzunehmen. Die jüngeren Kollegen im Studio haben bis zuletzt seinen Rat gesucht und von seiner immensen Erfahrung profitiert. Ich habe unzählige schöne, bewegende und witzige Erinnerungen an ihn. Er fehlt.
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • Neu

      Doc Stänker schrieb:

      Paddy Malone. 1.8.1938 - 11.10.2011.
      Korrektur.
      Der hier erwähnte hieß Moloney und lebte 1 Tag länger.
      Das ändert nichts daran, dass Paddy nun tot ist und die Trauerfeier ist hier zu sehen.
      Funeral of Chieftains musician Paddy Moloney takes place - YouTube
      Gruß aus Kiel
      Was soll ich mit einem Oldtimer? Ich kauf mir doch auch keinen Schwarz-Weiß-Fernseher. (Jeremy Clarkson)
    • Neu

      AlexanderK schrieb:

      ich durfte sie in der Rolle der Lucia live erleben, unvergesslich.
      ... und ich war im Saal, als sie die Violetta in "La Traviata" am 12. November 2010 exakt 40 Jahre nach ihrem Debüt an der Staatsoper Hamburg am 12. November 1970 sang. Hier die Laudatio von Simone Young und die Dankesworte von Edita Gruberova nach der Vorstellung:
      youtube.com/watch?v=7In12yQzZ18
      Mir war damals gar nicht bewusst, dass sie an jenem Abend zum letzten Mal diese Rolle sang.
      "Ich bin ein solcher Skeptiker, dass selbst Skeptiker in mir Skepsis auslösen."
      (Dieter Nuhr)
    • Neu

      Die Gruberova tot, das ist wirklich ein Schock für mich, hat sie mi h doch mein ganzen Klassikleben hindurch begleitet. In einer meiner ersten Vorstellungen konnte ich ihre fulminante, ja wirklich legendäre Zerbinetta erleben und danach ihren langsamen, so sorgfältig aufgebauten Wechsel in das italienische Fach. Lucia, Anna Bolena, Norma, Elisabeth im Roberto, daneben Liederabende und Konzerte. Immer war sie ein präsenter Teil meines Opernlebens. Die Aufführungen mit ihr waren noch einmal Sternstunden eines 'wissenden' Gesangs. Will sagen, die Gruberova wusste, wie man eine verzierte Partie zu singen hatte, was Merkmale romantischer italienischer Partien waren, wie ein Ton produziert werden musste, wie fokussiert, wie er im Belcanto zu klingen hatte. Von all den technischen Schwierigkeiten ganz zu schweigen. Aber sie wusste natürlich nicht nur davon, sie beherrschte auch das entsprechende Vokabular, selbst im für Sänger hohen Alter.

      Überhaupt ist die Länge ihrer Karriere und die fast gleichbleibende Qualität ihres Singens mehr als bemerkenswert. Und wenn man sie live erleben konnte, war da noch einmal etwas zu spüren von der Faszination der klassischen Diva (auch wenn sie selber eigentlich keine war), der 1. Dame, die alles beherrschte und die ein Haus zum Rasen bringen konnte.

      Wie unendlich schade, dass sie ihr Leben nach dem Ende ihrer Karriere nicht länger mehr genießen durfte. Aber sie wird als eine der ganz, ganz großen Sängerinnen nach 1945 in Erinnerung bleiben.

      R.I.P.
    • Neu

      Ich finde ja, es ist derzeit durchaus angebrachter, in diesem Thread der großartigen Edita Gruberova zu gedenken.

      Indem man z.B. diesen Nachruf von Reinhard J. Brembeck in der SZ liest:

      Aus einer anderen Musikgalaxis
      Sie sang, als müsse sie kaum atmen: Zum Tod der Koloraturspranistin Edita Gruberova

      sueddeutsche.de/kultur/edita-g…anistin-nachruf-1.5443285
      Später, auf irgend eine niemals aufgeklärte Weise, ist einzelnen Familiengliedern das »Wort« bekannt geworden, dieses desperate Wort, das in jener Nacht Herr Permaneder sich hatte entschlüpfen lassen. Was hatte er gesagt? – »Geh' zum Deifi, Saulud'r dreckats!«.
    • Neu

      Melzer schrieb:

      Ich finde ja, es ist derzeit durchaus angebrachter, in diesem Thread der großartigen Edita Gruberova zu gedenken.
      Vielleicht kann man die persönlichen Erinnerungen an sie, die Trauerbekundungen und die Links ja auch in den Thread zur Sängerin kopieren, wo man sie auch in ein paar Wochen, Monaten oder gar Jahren noch findet. Diese Themenfäden zu den einzelnen Personen sind nämlich oft ziemlich verweist und mager.

      Mich hat die Nachricht vom Tod Edita Gruberovas auch erschrocken, als ich sie gestern hier im Forum zuerst gelesen habe. Obwohl die meisten ihrer Aufnahmen, durch die ich sie kenne und mit denen sie in Erinnerung bleibt, inzwischen schon dreißig bis fünfzig Jahre alt sind, kam mir die Gruberova nie wie eine Sängerin der Vergangenheit vor, so präsent war sie bis vor kurzem noch in der internationalen Opernwelt, auf den Posien und in den Berichten.Ihr früher Tod ist ein großer Verlust für eben diese Opernwelt. Gruberova hat es geschafft, sich im Laufe ihrer Karriere mehrmals neu zu erfinden, mit neuem Repertoire, mit neuen Positionen. Wolfram hat schon Recht, wenn er schreibt, dass "noch einmal etwas zu spüren von der Faszination der klassischen Diva ", wenn die Gruberova auftrat,"(auch wenn sie selber eigentlich keine war), der 1. Dame, die alles beherrschte und die ein Haus zum Rasen bringen konnte". So habe ich sie zum Ende ihrer Laufbahn hin auch empfunden.
      Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde