Torsten Schürhoff (geb. 1980) - Klassische Musik heute

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    • ... der zweite Satz klingt wie eine sehr feierliche Krönungs - oder Amtseinführungszeremonie. Das sehr gebundene Klanggeschehen mit noch mehr eingebetteter Trompete passt dazu sehr gut.

      Die auf dem Klangteppich (nicht negativ gemeint) thronende Trompete setzt einen feierlichen Glanz, fast so wie das glühende Feuer eines edlen Metalls beim Giessen.

      So empfinde ich das - auch filmmusikinspiriert eben . :)
      ... alle Menschen werden Brüder.
      ... We need 2 come 2gether, come 2gether as one.
    • EinTon schrieb:

      An der Stelle hast Du aber dasselbe Problem: Du wechselst von A-Moll über einen A-Dur-Dominantseptakkord gleich wieder nach D-Moll (also die Grundtonart) zurück, dann kommen G7 und C - schon wieder die hinlänglich bekannte Quintfallsequenz.... Stattdessen irgendwo einen E-Dur Akkord (Dominante zu A-Moll) hineinzubringen klänge besser bzw. würde das "Ankommen" in der neuen Tonart stärker verdeutlichen.

      Statt:

      Am | Am | A7 | Dm | G7 | G7 | G7 | C


      also zB:

      Am | Am | Am | Dm6 | E7 | E7 | E7 | Am


      oder :

      Am | Am | Am | Dm6 | Esus4/7 | E | E - E/D | Asus2/C

      Die senkrechten Striche stehen für Taktstriche, der waagrechte Strich im letzten Beispiel für einen Halbtakt...
      Ich verstehe, worauf Du hinauswillst. Allerdings "passt" das mMn von der Melodie nicht so richtig. Zuerst kommt bei mir die Melodie, und wo auch immer sie hinwill, da folgen die Akkorde. Was will die Melodie hier sagen? Es kommt ein neues Thema in a-Moll, gespielt von der 1. Violine. Dann greift die 2. Violine das Thema auf und verändert es leicht über G nach C. Daraufhin insistiert die 1. Violine weiter in a-Moll, was die 2. Violine diesmal wiederholt und akzeptiert... etc.. Gerade bei einem Streichquartett kommt es auch auf die Stimmaufteilung an, wer welchen Happen zugeschmissen bekommt. Auf diese Art entwickelt sich ein musikalisches Gespräch zwischen den 4 Stimmen, was man vielleicht besser sieht, entweder im Konzert oder in der Paritur, als hört in der Aufnahme. Mir ist dann dieser Dialog wichtiger als die Akkordfolgen.

      Komplette Partituren möchte ich da ehrlichgesagt nicht ins Internet hochladen.

      Ingo Richter schrieb:

      Also das Allegro Maestoso finde ich schon filmmusikinspiriert. Erinnert mich ein wenig an Patrick Doyle's Score zu Harry Potter IV ("Der Feuerkelch") Nicht so zwingend, aber inspiriert. Wenn ich mir das als richtige Interpretation mit echten Instrumenten vorstelle gefällt es mir persönlich noch besser. Aber vollstes Verständnis - wer kann sich das als Hobbyist schon leisten.

      Was mir persönlich besonders gut gefällt ist die in das bisweilen auf mich auch ein wenig postminimalistisch wirkende Klanggeschehen eingebettete Trompete. Sie tritt maximal subtil in den Vordergrund.

      Oh, da meine ich auch Einflüsse eines Michael Giacchino oder sogar James Newton Howard zu hören.

      Mit Verlaub: Auch wenn das hier schon geschmeidig ins Ohr geht hat es für mich gar nichts mit Schlager zu tun. Nicht, daß ich gut gemachte Schlager abtun möchte, aber das Ziel hier ist doch ein ganz Anderes:

      Hier möchte jemand einfach sein Hobby teilen. Ich habe leider nicht genug musiktheoretisches Fachwissen, um mich an die Analyseversuche hier aktiv beteiligen zu können, aber mich berührt mindestens dieser schöne Satz schon.

      Am Schluss glänzt der Trompetenklang sogar ein wenig.

      Die Bilderstrecke im Video passt auch.

      Schöner Beitrag!

      Vielen Dank. Harry Potter IV habe ich glaube ich so 2008 oder 2009 mal gesehen, als er im Fernsehn kam, während ich das Trompetenkonzert so 2005/06 komponiert habe. Aber klar, die Inspiration sind Filmmusiken aus den 80er und 90ern. Michael Giacchino oder James Newton Howard kenne ich jetzt nicht, da muss ich mal ihre Filmographie nachsehen. John Williams oder Alan Silvestri habe ich da mehr im Ohr.
    • Oh, stimmt, Harry Potter IV ist genau von 2005 also zeitgleich ...- aber Dein Sound ist da, wie Du schon sagst schon von der FM aus diesem Zeitraum inspiriert.

      Und das Adagio weist da mit seiner etheriischen Ausstrahlung meiner Meinung nach mehr in unsere Zeit hinein.

      Was die Filmmusik selbst betrifft wird es derzeitig ja leider immer belangloser und austauschbarer, leider - aber das ist ein anderes Thema.
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    • ComposerTS schrieb:

      Ich verstehe, worauf Du hinauswillst. Allerdings "passt" das mMn von der Melodie nicht so richtig. Zuerst kommt bei mir die Melodie, und wo auch immer sie hinwill, da folgen die Akkorde.

      Vielleicht doch mal in Erwägung ziehen, die Melodie nachträglich zu ändern wenn's im Ergebnis sonst zu den immergleichen, auf die Dauer ganz schön langweiligen Akkordfolgen führt?


      ComposerTS schrieb:

      Was will die Melodie hier sagen? Es kommt ein neues Thema in a-Moll, gespielt von der 1. Violine. Dann greift die 2. Violine das Thema auf und verändert es leicht über G nach C. Daraufhin insistiert die 1. Violine weiter in a-Moll, was die 2. Violine diesmal wiederholt und akzeptiert... etc.. Gerade bei einem Streichquartett kommt es auch auf die Stimmaufteilung an, wer welchen Happen zugeschmissen bekommt. Auf diese Art entwickelt sich ein musikalisches Gespräch zwischen den 4 Stimmen, was man vielleicht besser sieht, entweder im Konzert oder in der Paritur, als hört in der Aufnahme. Mir ist dann dieser Dialog wichtiger als die Akkordfolgen.
      Eine elaborierte Erklärung hilft aber auch nicht weiter, wenn's im Ergebnis nun mal recht dürftig klingt... :pfeif:
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • EinTon schrieb:

      Vielleicht doch mal in Erwägung ziehen, die Melodie nachträglich zu ändern wenn's im Ergebnis sonst zu den immergleichen, auf die Dauer ganz schön langweiligen Akkordfolgen führt?
      Zur Sonatenhauptsatzform wäre noch zu erwähnen. dass in der Exposition der Tonartengegensatz (meist Tonika vs. Dominante, in Molltonarten auch Tonikaparallele - das ist das Erbe des barocken Suitensatzes) wichtiger ist als die Existenz eines zweiten Themas. - Haydn hat einige monothematische Sonatenhauptsätze geschrieben. Dann erklang anstelle eines zweiten Themas halt nach dem ersten Thema nochmal das erste Thema, nun halt in der Dominante. Oder eine Variante davon. - Erst nach 1790-1800 ist man großflächig dazu übergegangen, das zweite Thema auch im Charakter deutlich vom ersten abzusetzen.

      Wenn man das zweite Thema in der Tonika setzt, dann mag es schon sein, dass die Sonatenhauptsatzform nicht erkannt wird.

      Im Übrigen scheint mir auch wichtig, dass nach dem Erscheinen des ersten Themas häufig ein Forte-Ausbruch folgt, ebenfalls in der Tonika. Exemplarisch im Kopfsatz von Beethovens 1. Sinfonie. Darin Motivmaterial aus dem 1. Thema oder auch nicht.

      AABA ist übrigens nicht nur die Form von einer Musik aus Kampfstern Galactica, sondern auch von Hänschen klein und von 1.001 Jazz-Standards und Popsongs. Was also wird durch das Vorliegen dieser Form bewiesen?

      Gruß
      MB

      :wink:
      Un homme d'esprit est perdu s'il ne joint pas à l'esprit l'énergie de caractère. Quand on a la lanterne de Diogène, il faut avoir son bâton. (Nicolas-Sébastien de Chamfort)
    • Mauerblümchen schrieb:

      Wenn man das zweite Thema in der Tonika setzt, dann mag es schon sein, dass die Sonatenhauptsatzform nicht erkannt wird.
      Sein 2. Thema im Streichquartett ist aber in der Dominante (A-Moll) - für die Wiener Klassik bei einem Mollsatz sehr ungewöhnlich, aber später, in der Romantik, kann es vorkommen (z.B. im 1. Satz von Mendelssohns "Schottischer").
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • EinTon schrieb:

      Sein 2. Thema im Streichquartett ist aber in der Dominante (A-Moll) - für die Wiener Klassik bei einem Mollsatz sehr ungewöhnlich, aber später, in der Romantik, kann es vorkommen (z.B. im 1. Satz von Mendelssohns "Schottischer").
      Ah, ok, ich hatte nur den Kopfsatz des Trompetenkonzertes gehört. Danke für den Hinweis!

      Gruß
      MB

      :wink:
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    • So, jetzt habe ich auch den Kopfsatz des Streichquartetts gehört.

      Ich gebe EinTon recht:

      EinTon schrieb:

      Konkret klingt mir das ganze viel zu gleichförmig, was u. a. auf die ständige Präsenz des Hauptthemas (auch im Seitensatz) - zurückzuführen ist, ein kontrastierendes Seitenthema fehlt. Dazu kommt die im großen und ganzen gleichbleibende Lautstärke, es fehlt an Spannungsunterschieden.
      Auch enthält der Satz sehr viele Quintfallsequenzen (also Wendungen wie zB Dm - Gm - C - F), das nutzt sich sehr schnell ab!

      Bei Rosen könnte man lesen, dass Sequenzen im Barock der Motor der Musik waren - in der Klassik halt nicht mehr. Da gab es andere Fortspinnungstechniken. Rosen bemüht den Kopfsatz des 9. Klavierkonzertes von Mozart, um die völlig andere Periodizität und Fortspinnungstechnik der Klassik im Gegensatz zum Barock aufzuzeigen.

      TS ist rhythmisch monoton wie der erste Satz von 3. Brandenburgischen Konzert und setzt häufig Sequenzen ein - das bewirkt halt (unter anderem?), dass man diese bereits genannten "Mozart goes Vivaldi"-Assoziationen hat.

      Ich habe mal gehört, dass Brahms seinen Schülern empfohlen hat, Mozarts Klaviersonaten nachzukomponieren. Das heißt, man bleibt formal so dicht wie möglich an Mozart, verwendet jedoch eigenes melodisches, harmonisches, rhythmisches usw. Material. Wenn Mozart ein viertaktiges Thema geschrieben hat, welches er danach auf der II. Stufe wiederholt, dann macht man es genauso usw.

      Vielleicht wäre das mal was? Dann könnte sofort auffallen, wie monoton die bisherigen Versuche waren ...

      Gruß
      MB

      :wink:
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    • Mauerblümchen schrieb:

      Bei Rosen könnte man lesen, dass Sequenzen im Barock der Motor der Musik waren - in der Klassik halt nicht mehr. Da gab es andere Fortspinnungstechniken.

      Ich hatte meinerseits mal gelesen, dass Quintfallsequenzen - jedenfalls ihr zu häufiger Gebrauch bzw. zu viele Quinfälle hintereinander - als dilettantisch gelten würden oder eine Zeitlang gegolten hätten. Es sind halt Fortschreitungen auf die man (beim Komponieren/Songschreiben etc.) schnell "spontan kommt" und die leicht eine gewisse Klischeehaftigkeit vermitteln.
      zwischen nichtton und weißem rauschen
    • EinTon schrieb:

      Es sind halt Fortschreitungen auf die man (beim Komponieren/Songschreiben etc.) schnell "spontan kommt" und die leicht eine gewisse Klischeehaftigkeit vermitteln.
      So ist es!

      Wenn nun jemand sagt "Genau das wollte ich ausdrücken", dann stellen sich mir die Nackenhaare ... was drückt eine Sequenz aus als bestenfalls eine diffuse Reminiszenz an längst vergangene Zeiten!? Eine Sequenz geschrieben, schon wieder 20 Sekunden geplappert, ohne etwas zu sagen.

      Klingt ziemlich nach "Und wenn er nicht mehr weiter kann, dann fängt er eine Fuge an". Aber Fuge muss man auch erst einmal können ...

      Gruß
      MB

      :wink:
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    • @ Mauerblümchen und EinTon

      Es ist mittlerweile angekommen dass ihr die Musik nicht mögt.

      Wenn ihr etwas Konstruktives tun wollt, dann schlage ich euch vor, Euer enormes musikalisches Wissen dazu zu verwenden, selber etwas zu komponieren, was anderen Menschen von Nutzen ist.

      Darüber hinaus muss ich noch mal sehr eindringllich darauf hinweisen, das die Komposition längst abgeschlossen ist. Ich habe sämtliche Entscheidungen längst getroffen und sie stehen fest. Punkt. Wenn ihr so tolle Köche seid, dann kocht lieber selber etwas.
    • ComposerTS schrieb:

      Darüber hinaus muss ich noch mal sehr eindringllich darauf hinweisen, das die Komposition längst abgeschlossen ist. Ich habe sämtliche Entscheidungen längst getroffen und sie stehen fest. Punkt.
      Ich denke, das ist allen hier klar. Aber Du schriebst eingangs:

      ComposerTS schrieb:

      Feedback dazu ist herzlich willkommen.
      Feedback hast Du bekommen und das sehr ausführlich, in der Sache begründet und konstruktiv. Mir scheint, EinTon und Mauerblümchen haben es sich nicht leicht gemacht und sich einige Mühe gegeben. Ob ihre Kritik berechtigt ist, kann ich nicht beurteilen.

      Mir scheint, Du bist einfach enttäuscht darüber, daß Du nicht die Reaktionen bekommen hast, die Du Dir gewünscht hast. Finde ich durchaus verständlich, habe ich auch schon erfahren. Aber so ist es nun mal, wenn man andere Leute nach ihrer Meinung fragt, zumal solche Leute, die in der Lage sind, mehr zu sagen als "Gefällt mir" oder "Gefällt mir nicht".

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Mauerblümchen schrieb:

      Moin Torsten,

      darf ich fragen, warum Du komponierst? Machst Du das anstelle von Kreuzworträtsel lösen als Zeitvertreib Deiner selbst oder richtet sich Dein Komponieren an einen potenziellen Hörer, der Deine Werke mit Gewinn hören soll?

      Gurnemanz schrieb:

      Ich denke, das ist allen hier klar. Aber Du schriebst eingangs:
      Feedback hast Du bekommen und das sehr ausführlich, in der Sache begründet und konstruktiv. Mir scheint, EinTon und Mauerblümchen haben es sich nicht leicht gemacht und sich einige Mühe gegeben. Ob ihre Kritik berechtigt ist, kann ich nicht beurteilen.

      Mir scheint, Du bist einfach enttäuscht darüber, daß Du nicht die Reaktionen bekommen hast, die Du Dir gewünscht hast. Finde ich durchaus verständlich, habe ich auch schon erfahren. Aber so ist es nun mal, wenn man andere Leute nach ihrer Meinung fragt, zumal solche Leute, die in der Lage sind, mehr zu sagen als "Gefällt mir" oder "Gefällt mir nicht".

      :wink:
      Dann an dieser Stelle mal Feedback zum Feedback:

      ich bin in dieses Forum gekommen, um mal was Neues auszuprobieren. Vielleicht finden sich in einem Klassikforum ja Leute, die sich für meine Kompositionen interessieren. Kann ja sein. Ob das tatsächlich so ist, findet man nur heraus, wenn mans tatsächlich tut.

      Es ist absolut in Ordnung, dass die Leute sagen: "Gefällt mir, gefällt mir nicht." Da kann jeder seine Meinung haben. Es ist auch sehr löblich, wenn jemand begründen kann: "Gefällt mir, weil..." oder
      "Gefällt mir nicht, weil..." .

      Offensichtlich treffen meine Kompositionen nicht den Geschmack von diversen Leuten hier im Forum. Auch das ist in Ordnung.

      Obiges Zitat von Mauerblümchen ist der allererste Satz im allerersten Feedback. Ist das "in der Sache begründet und konstruktiv"?

      Ich würde sagen, Nein. Ich EMPFINDE das subjektiv als beleidigend.Man hätte das gleiche wesentlich sachlicher ausdrücken können z.B. als "Wie wichtig ist Dir der Eindruck Deiner Werke auf den Hörer?". Dann mal Pause, Luftholen und Antwort abwarten.

      Viel von dem Feedback EMPFINDE ich eben nicht als sachlich, sondern unterschwellig mit Arroganz und Abneigung gespickt.

      Und da muss ich dann sagen: ich nehme hiermit das Feedback zur Kenntnis, aber was ich dann damit mache, ist und bleibt komplett meine Sache.
    • Ich vermisse hier bei allen theoretisch fachlich vielleicht begründbaren Kritiken von Anfang an den grundsätzlichen Respekt dem Schaffenden gegenüber!

      Für mich ist das Trompetenkonzert ein Gewinn !!!
      ... alle Menschen werden Brüder.
      ... We need 2 come 2gether, come 2gether as one.
    • ComposerTS schrieb:

      Obiges Zitat von Mauerblümchen ist der allererste Satz im allerersten Feedback. Ist das "in der Sache begründet und konstruktiv"?
      Stimmt, diese einleitende Bemerkung fand auch ich nicht ganz fair. Aber in der Folge läßt sich MB recht detailliert auf Deine Komposition ein: in der Tat "in der Sache begründet und konstruktiv". Und Kommentare dieser Art hast Du hier reichlich geerntet. In diesem Zusammenhang habe ich wenig Verständnis für Dein Beleidigtsein. Aber egal: So wichtig ist das alles nicht.

      Immerhin: Die Erläuterungen von MB, EinTon und auch putto haben mein Verständnis für den "klassischen Stil" durchaus erweitert. Aber das wäre dann wohl besser an anderer Stelle zu diskutieren.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
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      Helmut Lachenmann
    • Hallo,

      jetzt habe ich auch mal hier und da reingehört. Ich will gar nicht sagen, dass es mir nicht gefällt. Es "zündet" aber auch nicht, sondern rauscht vorbei.

      Beim Trompetenkonzert (nur davon habe ich den ersten Satz komplett gehört) liegt das m.E. daran, dass die gar nicht schlechten Ideen hintereinander abgespult werden. Hier ein bisschen, da ein bisschen, dann wieder dies, dann wieder das. Es verzahnt sich nicht und hat auch keinen großen Spannungsbogen.
      Schöne Grüße, Helli


      Immer cool bleiben.
    • Gurnemanz schrieb:

      zumal solche Leute, die in der Lage sind, mehr zu sagen als "Gefällt mir" oder "Gefällt mir nicht".

      ComposerTS schrieb:

      Es ist absolut in Ordnung, dass die Leute sagen: "Gefällt mir, gefällt mir nicht." Da kann jeder seine Meinung haben. Es ist auch sehr löblich, wenn jemand begründen kann: "Gefällt mir, weil..." oder
      "Gefällt mir nicht, weil..." .

      Offensichtlich treffen meine Kompositionen nicht den Geschmack von diversen Leuten hier im Forum. Auch das ist in Ordnung.
      Das scheint mir doch ungefähr der Punkt zu sein: die Kritik, die man in diesem Forum voller wirklich hörerfahrener (und teilwiese auch selbst Schaffender) Leute finden kann, hat doch recht viel mit der Kunst zugrundeliegendem Handwerk zu tun, und geht schon übers "gefällt mir oder eben nicht" hinaus.
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • ComposerTS schrieb:

      Wenn ihr etwas Konstruktives tun wollt, dann schlage ich euch vor, Euer enormes musikalisches Wissen dazu zu verwenden, selber etwas zu komponieren, was anderen Menschen von Nutzen ist.
      hör Dich um, ist ja nicht so, daß Du der erste und einzige bist, der sich in diesem Unterforum der Kritik stellt...
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • Na ja, jetzt mal schön den Ball flach halten ...

      ... wahrscheinlich hast Du es gemerkt, lieber Thorsten: In diesen Forum diskutieren die Forianer mitunter darüber, ob Klemperers Studioaufnahme von Beethoven 9. Sinfonie aus dem Jahre 1957 oder die im selben Zeitraum entstandene Live-Aufnahme mit denselben Kräften das Werk noch besser auf den Punkt bringt.

      Was glaubst Du, wie wäre es in einem Literaturforum? Wo man debattiert, ob der mittlere oder der späte Grass die treffenderen Metaphern verwendet hat? Was wäre da los, wenn einer um die Ecke käme und mitteilen würde: "Ich habe auch mal Gedichte geschrieben ..." und es würde schon an einfachen handwerklichen Dingen fehlen?

      ComposerTS schrieb:

      Es ist absolut in Ordnung, dass die Leute sagen: "Gefällt mir, gefällt mir nicht." Da kann jeder seine Meinung haben. Es ist auch sehr löblich, wenn jemand begründen kann: "Gefällt mir, weil..." oder
      "Gefällt mir nicht, weil..." .

      Versuch doch mal, Geschmacksurteil und Qualitätsurteil auseinander zu bekommen. Bartóks Sonate für Violine solo "gefällt" mir nicht, aber ich anerkenne, dass sie handwerklich gut gemacht ist.

      ComposerTS schrieb:

      Offensichtlich treffen meine Kompositionen nicht den Geschmack von diversen Leuten hier im Forum. Auch das ist in Ordnung.

      Siehe oben. Ich meine, hätte kein Geschmacksurteil von mir gegeben.

      ComposerTS schrieb:

      Obiges Zitat von Mauerblümchen ist der allererste Satz im allerersten Feedback. Ist das "in der Sache begründet und konstruktiv"?

      Es war eine ernstgemeinte Frage - "komponierst" Du im Ernst, damit sich das jemand anhört, oder nur als Zeitvertreib? Ich habe mittlerweile verstanden, dass Du schon willst, dass sich das jemand anhört. Frage beantwortet.

      ComposerTS schrieb:

      Ich würde sagen, Nein. Ich EMPFINDE das subjektiv als beleidigend.

      Das ist Dein gutes Recht. Und jetzt? Wenn es Dich tatsächlich beleidigt hat und nicht nur als (potenziell) beleidigend wahrgenommen wurde, dann entschuldige ich mich dafür. Jetzt gut?

      ComposerTS schrieb:

      @ Mauerblümchen und EinTon: Es ist mittlerweile angekommen dass ihr die Musik nicht mögt.
      Wenn ihr etwas Konstruktives tun wollt, dann schlage ich euch vor, Euer enormes musikalisches Wissen dazu zu verwenden, selber etwas zu komponieren, was anderen Menschen von Nutzen ist.

      Zunächst mal muss ich nicht in der Lage sein, ein Ei zu legen, um ein faules Ei als solches erkennen und bezeichnen zu dürfen.

      Desweiteren ist es ja vielleicht gerade das "enorme musikalische Wissen", welches mich davon abhält, meine Tonsatzversuche in der Welt zu verteilen. Weil sie eben den Vergleich mit Bach, Mozart, Bruckner, Reger und Messiaen nicht im Entferntesten aushalten. Sondern nur ab und an orgelspielend im Gottesdienst zu verwenden. Als Choralvorspiel oder als Nachspiel, wo eh schon niemand mehr zuhört. Da finde ich es gerade noch ok. Es gibt schließlich auch Schamgrenzen. Aber in den Zeiten von DSDS und ähnlichem Müll scheinen die gefallen zu sein.

      Gruß
      MB

      :wink:
      Un homme d'esprit est perdu s'il ne joint pas à l'esprit l'énergie de caractère. Quand on a la lanterne de Diogène, il faut avoir son bâton. (Nicolas-Sébastien de Chamfort)
    • Hallo Torsten,

      wie Mauerblümchen ja gerade schon geschrieben hat: es ist doch so, dass die meisten hier sehr, sehr viel Klassische Musik konsumieren und eine riesige Hörerfahrung haben, wenn nicht sogar noch tiefergehende musikalische Kenntnisse (praktisch und/oder theoretisch) vorhanden sind. Und selbst solche CDs mit Zusammenstellungen a la "Kuschelklassik" o. ä. wird hier auf dieser Plattform die wenigsten begeistern. Da würde ich mal unterstellen, dass man die meisten User hier deswegen nicht vom Hocker reissen kann mit solchen Kompositionen. Was ist der Mehrwert (oder wenigstens Gleichwert) gegenüber Händel, Haydn, Mozart oder Filmkomponisten wie Nino Rota etc. pp.? Was hast Du hier erwartet?

      Ich selbst finde die wenigen Kompositionen, die ich von Dir gehört habe, auch recht spannungsarm und ingesamt einfach langweilig. Jedenfalls wenn ich z. B. eine Mozart-Sinfonie zugrunde lege. Und letztere kann ich mir ja immer anhören, warum sollte ich dann etwas hören (wollen), was mich weder intellektuell noch emotional anspricht?

      Diesen Satz aus dem Trompetenkonzert, dass Du "filmmusikalisch" nennst, kann ich mir gerade noch vorstellen zu (Film-) Bildern, auf denen Naturlandschaften o. ä. gezeigt werden. Allerdings ist das dann m. E. nicht unbedingt "filmmusikalisch" zu bezeichnen.

      Für ein Manko kannst Du natürlich nichts, das ist der künstliche Klang. Insofern glaube ich, dass sich die Musik sicherlich besser anhört, wenn von einem guten Orchester gespielt. Aber an der thematischen Unterforderung wird sich in meinem Fall nichts ändern. Dies ist meine ganz subjektive Empfindung.

      Wie gesagt hättest Du bei dieser Plattform und dem Background der (meisten) User mit einer sehr kritischen Rezeption rechnen müssen. D. h. nicht, dass es hier nicht auch Leute gibt, die Deine Musik mögen. Ehrlich gesagt habe ich mich aber spontan auch gefragt, was der Grund Deines Komponierens sein könnte, gerade wo Du Dich ja damit hier in ein solches Forum "getraut" hast. Da liegt die Frage nahe, ob dies ein Hobby von Dir ist oder der Versuch, kommerziell damit etwas zu erreichen, oder gar das Gefühl der "Berufung"? Möchtest Du "neue" Musik schaffen oder in den Spuren der großen Meister wandeln? U.s.w. Ich finde diese Fragen naheliegend und berechtigt. (Du bist hier natürlich niemandem Rechenschaft schuldig.) Ich könnte mir auch vorstellen, dass es eine Klientel gibt, die selbst nicht sonderlich "klassik-affin" ist, aber dennoch auch gerne mal ein (einfaches) klassisches Stück hört. Oder die ein Faible in RIchtung Meditationsmusik o. ä. haben (habe ich selbst in keinster Weise). Die könnte evtl. eine Zielgruppe sein.


      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga