In der Lohe bappt’s schon - auf zum Bayreuther Ring 2020

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    • In der Lohe bappt’s schon - auf zum Bayreuther Ring 2020

      Folgende Beiträge wurden aus dem Faden zu den Meistersingern 2019 in Bayreuth hierher verschoben. Braccio für die Moderation

      Cherubino schrieb:

      Gestern sind übrigens die Besetzungen für die nächsten Festspiele im Sommer 2020 veröffentlich worden, u.a. auch für den "Ring". Hat jemand Lust, mit mir zu kommentieren?
      Ich muss sagen, dass ich die meisten Sänger/innen nicht kenne.

      Mit Vogt habe ich einfach meine Probleme, aber eigentlich war diese Besetzung zu erwarten. Bei Groissböck bin ich mir nicht sicher, ob er die Partie ausfüllen kann. Toll finde ich Davidsen als Sieglinde. Was ich aber seltsam finde, ist, dass sie Brünnhilde und Siegfried geteilt haben. Hat das mit der Inszenierung zu tun?

      Gould ist, seitdem er das schwere Fach singt, auch nicht gerade mein Favorit. Seinen Tannhäuser fand ich eigentlich erst in der Romerzählung überzeugend und da ist ihm wohl die Regie sehr entgegengekommen. Die Goerke habe ich noch nicht gehört, bin aber auf sie sehr gespannt. Gleiches gilt für die Köhler. Eigentlich habe ich die Hoffnung, dass Bayreuth plötzlich wieder einmal die neue Hochdramatische entdeckt. ^^

      :wink: Wolfram
    • Dass Siegfried und Brünnhilde auf mehrere Sänger aufgeteilt werden, finde ich auch sehr überraschend, das ist ja eigentlich (zumindest in Bayreuth) nicht üblich - vielleicht hat das tatsächlich mit der Inszenierung zu tun. Von den drei Brünnhilden kenne ich nur Petra Lang, und auch die nur aus der Zeit, als sie noch Mezzosopran war. Ob der Umstieg von der Brangäne zur Isolde, von der Fricka zur Brünnhilde eine gute Idee war, vermag ich deshalb nicht zu sagen, bin aber gespannt. Erfahrungsberichte? Daniela Köhler und Christine Goeke kenne ich überhaupt nicht, teile aber natürlich die Hoffnung, dass Bayreuth plötzlich wieder einmal die neue Hochdramatische entdeckt. ^^
      Für den Siegfried sind Andreas Schagerl und Stephen Gould jetzt beide keine überraschende Wahl und eine solide, bewährte Bank. Ich muss allerdings auch sagen, dass Gould, der ja schon öfter in Bayreuth den Siegfried gesungen hat, mich dieses Jahr in der Radioübertragung als Tannhäuser nicht so ganz überzeugt hat.

      Den ersten Akt "Walküre" finde ich top besetzt, nachdem ich Klaus Florian Vogt einmal live gehört habe und das als eines der sinnlichsten, berührendsten Erlebnisse meiner persönlichen Operngeschichte in der Erinnerung und im Bauch habe, freue ich mich immer, ihn wiederzuhören, auch wenn seine Stimme sicher nicht so klingt, wie man sich einen Siegmund vorstellt. Nach ihrem sensationellen Erfolg als Elisabeth diesen Sommer ist es auch keine Überraschung, dass Lise Davidsen direkt wieder in einer großen Rolle engagiert wird und vielleicht steht ihr die Sieglinde sogar noch ein Bisschen besser als die Elisabeth, in der ich sie - halten zu Gnaden - trotz ihres jungen Alters teilweise schon ein Bisschen zu schrill und zu dramatisch fand. Georg Zeppenfeld ist für den Hunding natürlich eine absolute Luxusbesetzung.

      Mit Zeppenfeld und Günther Groissböck haben die Festspiele im Moment (und schon seit einigen Jahren) zwei absolut phantastische Bässe. Dass einer der beiden nun aus dem gewohnten Rollenspektrum ausschert und sich den Wotan erarbeitet, ist vielleicht die größte Überraschung auf den Besetzungslisten (bzw. in der Berichterstattung, die Nachricht ist ja nicht neu). Das ist ehrgeizig, kann zu einem tollen Ergebnis führen, es kann auch schief gehen - es ist auf jeden Fall mal richtig spannend.

      Mit Christa Mayer als Fricka und Wiebke Lehmkuhl als Erda, Waltraute und erste Norn hat man dann auch noch zwei alte Bekannte in den Besetzungslisten, die Christian Thielemann immer wieder mit größeren Aufgaben betraut und die seit Jahren verlässlich in Bayreuth dabei sind.
      Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde
    • Ganz ungewönlich sind solche Rollenteilungen aber auch in Bayreuth nicht, bei Chereau war der Siegfried erst zwischen Kollo und Jess Thomas geteilt, unter Kempe wollte Hermann Uhde nicht alle drei Wotane singen, auch gab es schon Zyklen mit geplant zwei Brünnhilden.
      Ein Mann, der kleine Kinder und Hunde haßt, kann kein so schlechter Mensch sein. (W. C. Fields)
    • Wo habt ihr denn die Besetzungsübersicht für den 2020er-Ring gefunden? Gibt es da einen Link? Mich sehrt die Sorge nicht alle Informationen zu haben... :/

      Und wäre das nicht ein lohnender eigener Thread? Mag das ein Admin vielleicht in die Hand nehmen?
      ...auf Pfaden, die kein Sünder findet...
    • Cherubino schrieb:

      Daniela Köhler und Christine Goeke kenne ich überhaupt nicht, teile aber natürlich die Hoffnung, dass Bayreuth plötzlich wieder einmal die neue Hochdramatische entdeckt.
      Ich habe mir beide auf YouTube angeschaut, wobei ich von Daniela Köhler nur die Hallenarie finden konnte. So richtig begeistert hat sie mich damit aber nicht.

      Anders die Ausschnitte mit der Goerke, die ja schon ganz anders im Geschäft ist. Das wird bestimmt 'ne Hausnummer werden. :)

      :wink: Wolfram
    • diskursprodukt schrieb:

      Wo habt ihr denn die Besetzungsübersicht für den 2020er-Ring gefunden? Gibt es da einen Link? Mich sehrt die Sorge nicht alle Informationen zu haben...
      Die Antwort ist mir jetzt ja schon abgenommen worden - ganz einfach auf der Internetseite der Festspiele. ^^

      diskursprodukt schrieb:

      Und wäre das nicht ein lohnender eigener Thread? Mag das ein Admin vielleicht in die Hand nehmen?
      Ja, sehr gerne! Volle Zustimmung!

      Wolfram schrieb:

      Ich habe mir beide auf YouTube angeschaut, wobei ich von Daniela Köhler nur die Hallenarie finden konnte. So richtig begeistert hat sie mich damit aber nicht.

      Anders die Ausschnitte mit der Goerke, die ja schon ganz anders im Geschäft ist. Das wird bestimmt 'ne Hausnummer werden.
      Ich habe dann heute Nachmittag die beiden Sängerinnen auch mal gegoogelt. Das ist ja in der Tat ein riesiger Unterschied: Daniela Köhler scheint noch sehr jung zu sein, hat bis 2015 in Karlsruhe im Ensemble kleine Sopranrollen gesungen (erste Dame, vierte Magd, Leitmetzerin...) und sich im letzten Jahr in Leipzig von der Helmwige zur Sieglinde hochgearbeitet, die sie offenbar auch bei dem merkwürdigen "Gastspiel" der Bayreuther Festspiele in Abu Dhabi gegeben hat (außerdem die Brünnhilde im Kinder-Ring). Für das Frühjahr dieses Jahres vermerkt die Plattform Operabase ihre erste Brünnhilde im "Siegfried", die sie bis zum nächsten Sommer dann noch in Leibzig und Chemnitz ausprobieren kann. Da wird mal wirklich dem Nachwuchs eine Chance gegeben, sich zu präsentieren, für die Sängerin muss dieser Bayreuther Ring eine Riesensache sein.
      Christine Goerke hingegen ist definitiv nicht mehr Nachwuchs, sondern schon ziemlich lange ziemlich gut im Geschäft, hat die Brünnhilde vor kurzem an der New Yorker Met gesungen (nichts gegen Leipzig und Chemnitz...), dass ich sie nur entfernt dem Namen nach kannte ohne sie je gehört zu haben, könnte aber vielleicht daran liegen, dass sie eine sehr amerikanische Karriere gemacht hat mit der Met als Zentrum und kaum in Europa tätig war.
      Zu dem riesigen Unterschied zwischen diesen beiden Sängerinnenlaufbahnen passt es dann aber auch, dass Köhler die (geschätzt) kleinste und Goerke die größte der drei Brünnhilden zu singen bekommt.
      Ich liebe Wagners Musik mehr als irgendeine andre. Sie ist so laut, daß man sich die ganze Zeit unterhalten kann, ohne daß andre Menschen hören, was man sagt. - Oscar Wilde
    • Wolfram schrieb:

      Hier der Link:

      bayreuther-festspiele.de/fests…news/2019/spielplan-2020/

      Einfach oben Programm, dann Spielplan anklicken und schon ist alles da.

      Wolfram
      Danke, ich hatte das zuvor lediglich unter "Pressemitteilungen" gesucht... ape01

      Cherubino schrieb:

      Ich habe dann heute Nachmittag die beiden Sängerinnen auch mal gegoogelt. Das ist ja in der Tat ein riesiger Unterschied: Daniela Köhler scheint noch sehr jung zu sein, hat bis 2015 in Karlsruhe im Ensemble kleine Sopranrollen gesungen (erste Dame, vierte Magd, Leitmetzerin...) und sich im letzten Jahr in Leipzig von der Helmwige zur Sieglinde hochgearbeitet, die sie offenbar auch bei dem merkwürdigen "Gastspiel" der Bayreuther Festspiele in Abu Dhabi gegeben hat (außerdem die Brünnhilde im Kinder-Ring). Für das Frühjahr dieses Jahres vermerkt die Plattform Operabase ihre erste Brünnhilde im "Siegfried", die sie bis zum nächsten Sommer dann noch in Leibzig und Chemnitz ausprobieren kann. Da wird mal wirklich dem Nachwuchs eine Chance gegeben, sich zu präsentieren, für die Sängerin muss dieser Bayreuther Ring eine Riesensache sein.
      Ich habe die Köhler in diesem Frühsommer im Essener Ring an einem Abend gehört. Dort hat sie mir gefallen, aber ich hätte sie jetzt trotzdem nicht gleich nach Bayreuth entsendet. Aber wir werden sehen. Die Verantwortlichen dort hatten in den letzten Jahren ja oft ein gutes Händchen... Und in der Tat: Im Siegfried dreht Brünnhilde ja erst auf, wenn alle schon satt sind. Das wird wohl langen.
      ...auf Pfaden, die kein Sünder findet...