WALDTEUFEL Émile: Walzerseligkeit auf französische Art

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    • WALDTEUFEL Émile: Walzerseligkeit auf französische Art

      Der Elsässer Charles Lévy, bekannt als Émile Waldteufel, geboren 1837 in Strasbourg, gestorben 1915 in Paris, stammte aus einer sehr musikalischen Familie und ist sozusagen das französische Gegenstück zu Johann Strauß. Bei uns, soll heißen in Mitteleuropa, ist er vor allem durch seine "Schlittschuhläufer" ("Les Patineurs", 1882) ein Begriff. Seine anderen Werke sind zu Unrecht viel weniger geläufig, Der Durchschnittshörer hierzulande kennt vielleicht noch die Walzer "L'Estudiantina" und "Espana" (inspiriert durch Chabrier), aber Waldteufel hat noch weit mehr an Köstlichkeiten zu bieten. Ich denke nur etwa an die Polka "Bonne Bouche" (1879).

      Unlängst habe ich mir die CD zugelegt, die Michel Swierczewski mit dem Orquestra Gulbenkian (Lissabon) 1990 aufgenommen hat (Nimbus Records 1996):



      Trotz seines polnischen Namens ist der Dirigent ein waschechter Franzose, geboren 1955 in Paris. Er studierte unter anderem auch in Wien, war später Assistent von Pierre Boulez, Claudio Abbado und Georges Pretre. Seine Interpretation ist gallisch-präzise, wenn auch teilweise etwas knallig, aber insgesamt recht gut anzuhören.

      Als Wiener ziehe ich allerdings die lockerere und überschäumende Art Willy Boskovskys vor, die dieser Anno Schnee mit dem Monte Carlo Orchester hinlegt hat:



      Das mag vielleicht weniger authentisch sein, aber geht noch mehr ins Blut.
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      Homo sum, ergo inscius.
    • Was für eine wunderschöne Musik, so richtig zum Dahinschmelzen! Doch leider wird sie viel zu wenig gespielt.
      Émile Waldteufel kannte ich bisher als einfühlsamen Walzerkomponist, ohne seine Werke zuordnen zu können. Klar, die „Schlittschuhläufer“ hatte ich schon gehört und „Espana“ kam wohl bei einem der letzten Wiener Neujahrskonzerte. Sonst war der Komponist für mich ein „weißer Fleck“ in der Musiklandschaft.
      Vielleicht kaufe ich mir angesichts der selten zu hörenden Werke mal wieder eine CD, obwohl ich eigentlich Live-Aufführungen bevorzuge. Danke, Waldi, für den Tipp!
      Viele Grüße aus Sachsen
      Andrea
    • Es gibt eine ganze Serie von CDs bei Marco Polo. Dort kann man vermutlich die ganzen Werke hören und erwerben. Es sind mindestens 11 CDs davon auf den Markt gekommen.



      Zum Probe anhören gibt es hier bei Naxos ais dieser Marco Polo-Reihe einen preisgünstigen Überblick mit einigen der bekanntesten Stücke von ihm. Ich selbst habe mal "Estudiantina" mit einem Orchester spielen dürfen, daran kann ich mich noch erinnern. Das sind aber locker mal 25-30 Jahre her.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Besonders hinreißend finde ich die Einspielungen von 4 Waldteufel-Walzern, die der britische Komponist und Dirigent Constant Lambert am Ende seines kurzen Lebens hinterlassen hat. Sie sind beispielsweise via Spotify erhörbar, für den Freund der Hardware aber auch auf dieser CD nachzuhören:



      :wink: Agravain