BBC Music Magazine: Die 50 größten Komponisten

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Tichy schrieb:

      zabki schrieb:

      Steve Reich. Music for 18 musicians
      Steve Reich gehört aber eben nicht zur (west-)europäischen Linie.
      gut, mir war nicht ganz klar, was gemeint war.

      zugegeben, der simple yt-Beweis ist anscheinend bei den Namen von puttos Liste nicht so leicht zu führen, nimmt man aber die ab Kriegsende hervorgetretenen bekannten Namen dazu, siehts schon wieder anders aus:

      Boulez, Répons
      mehr als 900 Likes
      youtube.com/watch?v=OQE5TYnD58k

      Boulez, Structures I & II
      fast 1500 Likes
      youtube.com/watch?v=EmErwN02fX0

      Ligeti, Concerto de chambre
      über 600 Likes
      youtube.com/watch?v=hboFvSaKUHU

      Ligeti, Etudes for piano
      über 1600 Likes
      youtube.com/watch?v=XHhZ2TzHlow
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Hätte ich gesagt "3-5 % der klassischen Zuhörerschaft" anstelle von "1000", wäre es wohl nicht zur Diskussion gekommen :P
      Es handelte sich um ein Gefühl, ohne Richtigkeitsanspruch.

      Wien und München sind in meinen Augen auch Mekkas für Neue Musik. Und es ist im Übrigen auch gut und erfreulich, dass beispielsweise die musica viva in München (zu der ich ab und zu auch gehe) konstant hohe Besucherzahlen aufweist.

      Aber anhand von "likes" auf YouTube Rückschlüsse auf die Popularität und Verbreitung von Musik im Gesamtbild zu schließen (geschweige denn künstlerische Qualität!), scheint mir wiederum fraglich. Nur mal im Gesamtvergleich:

      Shape of You von Ed Sheeran hat 1,7 Mio. likes bei 200 Mio. Views. Und das seit dem Release 2017.

      Dvořáks Neunte mit Celi hat 38.000 likes bei 7 Mio. Views.

      Glassworks 43.000 bei 5,8 Mio.

      Das Video The Best of Classical Music hat 534.000 likes bei 86 Mio. Views. Der neueste Komponist ist dabei Richard Strauss.

      Sagt nicht viel aus.


      Anyway, was lernen wir jetzt aus dieser dummen Liste? Das die meisten Befragten wohl Briten sind, die meisten deutschsprachigen Tonkünstler nicht gefragt wurden und wir ohnehin alle einen eigenen Fokus haben, was Neue Musik betrifft ;)
      No harm done. At least in my case.
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • Tichy schrieb:

      Anyway, was lernen wir jetzt aus dieser dummen Liste? Das die meisten Befragten wohl Briten sind, die meisten deutschsprachigen Tonkünstler nicht gefragt wurden und wir ohnehin alle einen eigenen Fokus haben, was Neue Musik betrifft ;)
      No harm done. At least in my case.
      Ich finde die Liste ja sehr interessant und gar nicht schlecht oder dumm - man muss sie nur lesen können. Deshalb hätte mich dann doch die genaue Fragestellung noch interessiert.

      Jedenfalls ist der musikhistorische Fokus der Komponisten vor Monteverdi überraschend desorientiert bzw. werden die englischen Renaissancemeister als Referenz der eigenen Kultur in einem höheren Ausmaß als Händel hochgehalten - was dann aber auch nicht so wundert, wenn man an Vaughan-Williams denkt.

      Und nach Stockhausen ist es ebenfalls mit dem internationalen Konsens vorbei, während von Monteverdi bis Stockhausen nur ganz leichte "Schlagseiten" auszumachen sind.

      Das sind für mich schon Ergebnisse, die es lohnend gemacht haben, die Liste durchzugehen. Und im Einzelnen habe ich gelernt, dass ich Knussen wohl unterschätzt habe, auch wenn ich ihn immer noch nicht als so prominent wie Rihm einschätzen mag.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • Symbol schrieb:

      Kater Murr schrieb:

      Land ohne Musik, das 200 Jahre von Importen wie Händel, Haydn, clementi, Mendelssohn gelebt hat. Und seit Purcell vergeblich auf den nächsten großen Komponisten gewartet hat.

      Dieses "Land ohne Musik" hat nach Purcell durchaus große Komponisten hervorgebracht - die heißen allerdings Lennon, McCartney, Bowie, Marr etc. und sind halt nicht im Bereich der klassischen Musik, sondern der Populärmusik tätig bzw. tätig gewesen.
      Benjamin Britten ist aber inzwischen doch wirklich als großer Komponist anerkannt (und Elgar vielleicht als halbgroßer). Bei meiner fröhlichen Lexikonschauerei war ich im grove überrascht, dass Lennon keineswegs einen Rieseneintrag abbekommen hat. Wäre mal eine lustige Umfrage, ob Jerome Kern, Duke Ellington, John Lennon oder Andrew Lloyd Webber vorzuziehen sei - auf Stephen Sondheim wäre ich da nie als Umfragensieger gekommen, der wäre eigentlich für mich die zweite große Überraschung (neben Knussen). Und von wegen lexikalischer Wertung: Ellington wird da schon als größter Jazz-Komponist gefeiert, was dann aber auch die relative Unwichtigkeit der Komposition im Jazz bedeutet. Ob man daraus jetzt etwas bezüglich Britten versus Lennon folgern kann ...?
      :versteck1:
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • Na, ein bißchen Geschmack haben die Limies dann wohl doch.
      Der angeblich am meisten im UK aufgeführte Komponist Elgar, rangiert unter ferner liefen.
      Es ist eben doch nicht alles verloren, obwohl Britten???
      Gruß aus Kiel
      Ich vergesse niemals ein Gesicht. Doch bei Ihnen mache ich eine Ausnahme! (Groucho Marx)
    • So, um mal aus dem Artikel zu spoilern. Bei der Nennung der 5 sollten die befragten Komponisten grob folgende Kriterien berücksichtigen:

      a) Originalität
      b) Einfluss
      c) Handwerk

      Befragt wurden diese Komponisten-/innen:

      John Luther Adams, Kalevi Aho, Eleanor Alberga, Richard Allain, Tony Banks, Gerald Barry, Mason Bates, Jeff Beal, Luke Bedford, David Bednall, Iain Bell, Michael Berkeley, Ned Bigham, Judith Bingham, Richard Blackford, Victoria Bond, Neil Brand, Charlotte Bray, Gabin Bryars, Diana Burrell, Jay Capperauld, John Casken, Qigang Chen, Bob Chilcott, Unsuk Chin, Anna Clyne, Gloria Coates, Stewart Copeland, John Corigliano, Jessica Curry, Rebecca Dale, Michael Daugherty, Carl Davis, Oliver Davis, Brett Dean, Donnacha Dennehy, Zosha Di Castri, Avner Dorman, Jonathan Dove, Anne Dudley, Moritz Eggert, Danny Elfman, Brian Elias, Daniel Elms, Ilan Eshkeri, Sebastian Fagerlund, Samantha Fernando, Brian Ferneyhough (sagt Monteverdi/Sibelius/Tallis/Varese/Webern), Shiva Feshareki, Graham Fitkin, Erika Fox, Cheryl Frances-Hoad, Dai Fujikura, Ola Gjeilo, Detlev Glanert, Murray Gold, Howard Goodall, Edward Gregson, Christopher Gunning, Emily Hall, John Harbison, John Harle, Tom Harrold, Malcolm Hayes, Jake Heggie, Wim Henderickx, Edward Hernderson, Keaton Henson, Philip Herbert, Nigel Hess, Thomas Hewitt Jones, Jennifer Higdon, Anders Hillborg, Rolf Hind, Matthew Hindson, Luci Holland, Robin Holloway (hat 5 mal Bruckner angegeben), Simon Holt, Stephen Hough, Dani Howard, Clara Ianotta, Gabriel Jackson, Karl Jenkins, Hannah Kendall, Aaron Jay Kernis, Daniel Kidane, Alexander L'Estrange, Elena Langer, Morten Lauridsen, Nicola LeFanu, Emilie Levienaise-Farrouch, George Lewis, Lowell Liebermann, Magnus Lindberg, Jonathan Little, Anne Lovett, Stuart MacRae, Matthew Martin, Odaline de la Martinez, Colin Matthews, David Matthews, Christopher Maxim, Cecilia McDowall, Gemma McGregor, Donna Mckevitt, John McLeod, Stephen McNeff, Paul Mealor, Anna Meredith, Alexander Mills, Gabriela Montero, Thea Musgrave, Rodney Newton, Patrick Nunn, Michael Nyman, Tarik O'Regan, Roxanna Panufnik, Owain Park, Anthony Payne, Hilda Peredes, Joseph Phibbs, John Pickard, Tobias Picker, Rachel Portman, Francis Pott, Michael Price, Gabriel Prokofiev, Bernard Rands, Steve Reich, Max Richter, Helen Roe, Laura Rossi, John Rutter, Rebecca Saunders, Nitin Sawhney, Gerard Schurmann, Peter Seabourne, Jack Sheen, Valgeir Sigurdsson, Mark Simpson, Howard Skempton, Angela Slater, Bent Sorensen, Michael Stimpson, Dobrinka Tabakova, Joby Talbot, Outi Tarkiainen, Andrea Tarrodi, Augusta Read Thomas, Shirley Thompson, Anna Thorvaldsdottir, Christopher Tin, Jobina Tinnemans, Will Todd, Mark-Anthony Turnage, Erkki-Sven Tüür, Ian Venables, Philip Venables, Freya Waley-Cohen, Errollyn Wallen, Huw Watkins, Heloise Werner, Lee Westwood, Eric Whitacre, Matthew Whiteside, John Williams, Debbie Wiseman, Daniel Wohl, Alex Woolf, Gabriel Yared, Marc Yeats, Raymond Yiu, Kemal Yusef.

      Also fast nuur bekannte Namen :megalol:
      Da fehlen nicht nur Widmann, Pintscher, Furrer, Rihm oder Haas. Sogar John Adams ist nicht dabei. Ich vermute, die wurden zwar gefragt, wollten aber nicht antworten. Laut Artikel hat sich z.B. auch Ferneyhough anfangs gesträubt, an der Bildung einer Rangfolge teilzunehmen.
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • Na servas, fast nur englischsprachige Namen. Aus dem deutschen Sprachraum sehe ich nur 2: Moritz Eggert, Detlev Glanert bzw. dort arbeitende wie Rebecca Saunders, Unsuk Chin, Brett Dean, Clara Iannotta. Wobei Iannotta der einzige italienische Namen in der Liste zu sein scheint.

      Ich glaube, wir können das als eine durchaus englisch-amerikanische Umfrage einschätzen, was ja auch am Ergebnis ersichtlich ist.

      Bei der Aufgabenstellung ist der Begriff "Handwerk" schon etwas irritierend. Aber gemeint ist wohl etwa das, weswegen man als "großer Meister" gilt: originell und einflussreich und "qualitativ".
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • putto schrieb:

      Bei der Aufgabenstellung ist der Begriff "Handwerk" schon etwas irritierend. Aber gemeint ist wohl etwa das, weswegen man als "großer Meister" gilt: originell und einflussreich und "qualitativ".
      "from a technical point of view, how brilliantly constructed is their music".

      Ich bin zugegeben ebenfalls etwas schockiert über diese Gewichtung. Eine objektive Verteilung kann man das sicher nicht nennen, Absagen von der Teilnahme hin oder her.
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • Ja, dann ist die Aufgabenstellung ohnehin in Ordnung, das wäre etwa das, wonach man Komponisten eben beurteilt.
      Die Gewichtung der für die "Jury" ausgewählten Komponisten ist wirklich ganz schlecht, ehrlicher wäre gewesen, nur Engländer zu nehmen und das auch dazuzuschreiben.
      Aber, wie gesagt, man erkennt es ja eh im Ergebnis.
      :D
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • vielleicht schimmern in der Liste der Befragen und der von diesen generierten Ergebnisliste Adornos Ressentiment-Hörer durch...? :D
      Um originell zu sein, muß man schließlich originelle Meinungen vertreten! Jawollja!
      viele Grüße

      Bustopher


      Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
      Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)
    • Tichy schrieb:

      Brian Ferneyhough (sagt Monteverdi/Sibelius/Tallis/Varese/Webern)
      Daß hier Sibelius auftaucht, überrascht mich dann doch einigermaßen...

      :huh:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Gurnemanz schrieb:

      Wen nennt...

      Tichy schrieb:

      Rebecca Saunders
      ... denn?
      Helmut Lachenmann, Enno Poppe, Ustvolskaya, Varese, Georges Aperghis
      „Music is a nexus. It's a conduit. It's a connection. But the connection is the thing that will, if we can ever evolve to the point if we can still mutate, if we can still change and through learning, get better. Then we can master the basic things of governance and cooperation between nations.“ - John Williams
    • Tichy schrieb:

      Helmut Lachenmann, Enno Poppe, Ustvolskaya, Varese, Georges Aperghis
      Danke! Bei Lachenmann und Varèse bin ich dabei. Und nehme mir vor, irgendwann mal Musik von Poppe, Ustvolskaya und Aperghis kennenzulernen. Die kenne ich nämlich noch gar nicht.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann