Opern-Raritäten: Aufführungen selten gespielter Werke

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    • Opern-Raritäten: Aufführungen selten gespielter Werke

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      Ich bin immer auf der Suche nach Aufführungen selten gespielter Opern, um meinen musikalischen Horizont zu erweitern. Eine gute Quelle ist die Datenbank von operabase, die ich regelmäßig durchforste, aber auch da entgeht einem so manches. Daher bin ich immer sehr dankbar für Hinweise auf solche Aufführungen. Vielleicht gibt es ja andere Capricciosi, denen es ähnlich geht. Hier soll der Ort sein, um Informationen darüber auszutauschen.

      Bei Raritäten denke ich an Werke, die weltweit allerhöchstens alle paar Jahre aufgeführt werden. Das können z.B. wieder ausgegrabene Barock-Opern sein, kaum gespielte Werke des 20. oder 21. Jahrhunderts, in den letzten Dekaden vernachlässigte Genre wie die deutsche Spieloper oder die Opéra comique, unbekanntere Werke berühmter Komponisten etc. Im Zweifelsfall lieber eine Nennung zu viel als eine zu wenig.
      Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.
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      Eine Rarität ist wohl auch Gabriel Fauré: Pénélope. Premiere war gestern in Frankfurt a. M. Ich bin am 11.12.19 dabei.

      -> oper-frankfurt.de/de/spielplan/penelope/

      Ebenso Georg Caspar Schürmann: Die getreue Alceste. Läuft zur Zeit in Schwetzingen. Ich habe Karten für den 11.1.20.

      -> theaterheidelberg.de/produktion/die-getreue-alceste/

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
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      Fauré schätze auch ich sehr, vor allem seine Kammermusik. Pénélope ist seine einzige Oper, und sie wird meines Wissens nur ganz selten aufgeführt. Was ich schade finde!

      Mehr dazu vielleicht demnächst.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
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      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
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      Offenbachs Barkouf ist eine ziemlich rare Rarität für eine 160 Jahre alte Oper! Es gibt keine Aufnahme, es gibt (bislang) nicht einmal eine offizielle Ausgabe. Wer sie hören und sehen möchte, muss auf eine Wiederaufnahme der Ko-Produktion in Strasbourg/Mulhouse oder Köln hoffen. Wenn man über das vor allem dramaturgisch schwache Libretto hinwegsehen kann, ist es ein verdammt starkes Stück!
      Bernd

      Fluctuat nec mergitur
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      Im Theater an der Wien:

      In der zweiten Dezemberhälfte: Stanislaw Moniuszko: Halka (Karten gibt es noch für die Vorstellung am 31.12.), u.a. mit Tomas Koniecny

      17.-26.Februar 2020: Christian Jost: Egmont (ein Auftragswerk des Theaters an der Wien), u.a. mit Angelika Kirchschlager und Bo Skovhus

      16.-28.April 2020: Sergej Prokofjew: Der feurige Engel (1927)
      ______________________

      Homo sum, ergo inscius.
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      Eine SEHR GUTE Idee, dieser Thread, lieber Bertarido!

      Ich mache gleich mal Werbung für drei Produktionen, die ich kenne und für gut befinde:


      Brünn/Brno (Leoš-Janáček-Theater): Bohuslav Martinů, Marienspiele (Hry o Marii)
      Mi., 18. Dez. 2019 (19:00 - 21:50)
      Do., 19. Dez. 2019 (18:00 - 20:50) - da geht sich der letzte Zug nach Wien gut aus
      Wird viel zu selten gespielt. Ich halte es nicht für das beste Werk Martinůs, aber für ein sehr hörenswertes. Wenn ich Zeit hätte, wäre ich heuer wieder dort.
      Es gibt Komponisten, deren Werke in keine fertigen Schubläden passen. Zu solchen gehört sicherlich auch der in Polička geborene Bohuslav Martinů (1890-1959). Jede seiner Opern erforscht neue Möglichkeiten und baut originelle Brücken zwischen unterschiedlichen Kunstgattungen. So sind auch die Marienspiele, vier voneinander unabhängige Geschichten, von der christlichen Idee der Erlösung und Vergebung der Sünden beseelt. Die Geschichten – obwohl sie zueinander im Kontrast stehen – passen zueinander wie ein meisterhaft zusammengesetztes Mosaik: Die klugen und die törichten Jungfrauen (Prolog, Drama), Mariken von Nimwegen (Mirakel), Die Geburt des Herrn (Pastorale) und Schwester Pascalina (Legende). Trotz der vielfältigen Herkunft und Stilisierung sind sie mit Martinůs beeindruckender Musik verbunden, sodass aus einem großen Mysterium und einer kraftvollen spirituellen Aussage ein Ganzes entsteht. (Quelle)
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      Bratislava (Altes Opernhaus): Eugen Suchoň, Krútňava
      Do., 19. Dez. 2019 (jeweils 19:00 - 21:30, auch wenn auf der Homepage steht, dass es bis 22:10 dauert - Unsinn!)
      Do., 26. März 2020
      Do., 30. April 2020
      Wird zwar in der Slovakei regelmäßig aufgeführt, in anderen Ländern aber so gut wie nie. Für die Mitte des 20. Jahrhunderts ziemlich konservative Musik, aber mir gefällt's.
      Die Oper „Krútňava“ (wörtlich: „Strudel“) wurde 1949 uraufgeführt und machte den Komponisten Eugen Suchoň über Nacht zu einem der erfolgreichsten lebenden Opernautoren seines Landes. (...) Die Handlung der Oper spielt in einem slowakischen Gebirgsdorf nach dem ersten Weltkrieg und erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der aus Eifersucht zum Mörder wird. Dieses Verbrechen ermöglicht ihm, seine Auserwählte zu heiraten, doch schließlich drängen ihn Gewissensbisse dazu, sich freiwillig der Gerechtigkeit zu stellen. „Krútňava“ ist eine „Nationaloper“ mit Volkstänzen und Anklängen an Volkslieder, gleichzeitig aber auch ein mitreißendes psychologisches Drama. Der Ausklang des Werkes bietet kein opernhaftes Happy End. Zu Ende geht nur eine Episode aus dem Leben der einfachen Menschen, die allein aus ihrer tiefen Verbindung zur Natur und aus ihrem Glauben die Kraft schöpfen, ihr schweres Los weiter zu tragen. (Quelle)
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      Ostrava (Antonín-Dvořák-Theater): Bohuslav Martinů, Julietta
      Fr., 20. Dez. 2019 (18:30 - 21:30)
      So., 19. Jänner 2020 (15:00 - 18:00)
      Für mich ein sehr unterschätztes und zu Unrecht kaum gespieltes Werk eines meiner Lieblingskomponisten. Am 19. Jänner fahr ich vielleicht hin, da komme ich noch am selben Abend nach Wien zurück.
      Wunderschön poetisch, lyrisch und fantastisch surrealistisch, so könnte man die berühmteste Oper von Bohuslav Martinů beschreiben, die er während seines Aufenthalts in Paris komponierte. Alles in dieser Oper spielt am Rande der Realität und der Illusion des zerbrechlichen Traums von Michel über seine Liebe - Juliette, femme fatale, nach der sich alle sehnen und die niemand bekommt. Die eigentümliche Stadt, deren Bewohner ihr Gedächtnis verloren haben, fällt allmählich in den absurden Dunst eines Sommernachtstraums. Michels Erinnerung an das Mädchen, das er einmal getroffen hat, wird zu einem verzweifelten Kampf, sich auf etwas Stabiles zu stützen, sich auf Konkretheit und Bewusstsein zu stützen, das jeden Moment in seinen Träumen unterdrückt wird. (Quelle)
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      brunello schrieb:

      Eine durchaus hörens- wie sehenswerte Produktion (Koproduktion mit der Staatsoper Hannover, wo das Werk schon gelaufen ist)
      Allerdings angeblich penetrant verstärkt. Womit das für mich schon mehr oder weniger gestorben ist...
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      das wackere Hagen erfreut z. Z. mit der Urversion von Paule Hindemiths Cardillac 8)

      lt. deropernfreund.de leisten die Protagonisten "schier übermenschliches", Bühne und Regie allerdings weniger . . .

      >bin vermutl. am 16.01. in der Vorstellung<

      :wink:
      Alexa: Was ist ein gerechter Lohn? - Das weiß ich leider nicht!
      Peter Kessen "Disruptor Amazon"

      Hollywood ist ein Witz - nicht hassenswert...
      Aki Kaurismäki
    • Nicolai: "Die lustigen Weiber von Windsor" am Nordharzer Städtebundtheater

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      Besonders ältere Opernfreunde beklagen des öfteren, dass die deutsche Spieloper fast ganz von den Bühnen verschwunden sei. Ich vermisse sie zwar nicht :versteck1: , weise aber trotzdem gerne darauf hin, dass in den Theatern des Nordharzes 2020 "Die lustigen Weiber von Windsor" laufen: harztheater.de/dielustigenweibervonwindsor
      Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.
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      Lieber Bertarido,

      mit dem Avatarsnamen hast Du es sicher schon längst mitbekommen: kommendes Jahr kann man in Göttingen (und Umgebung) innerhalb von 11 Tagen acht verschiedene Händel-Opern live erleben, u.a. die szenische Rodelinda mit dem großartigen Christopher Lowrey in 'Deiner' Rolle (ab dem 20.5.2020):

      haendel-festspiele.de/de/progr…/hauptprogramm/index.html

      Und wenn Du für ausgefallene Opern offen bist, ist Innsbruck, wie ich diesen August erleben durfte, eine tolle Anlaufadresse:

      altemusik.at/en/calendar

      Kommendes Jahr mit der Leonora von Ferdinando Paer (szenisch mit einer ausnehmend guten Besetzung) und L’empio punito von Alessandro Melani: der ältesten Opernfassung des Don Giovanni-Stoffes aus dem Jahre 1669 .....

      Gruß Benno
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      Lieber Benno,

      danke für die Hinweise. Die Göttinger Händel-Festspiele sind natürlich immer einen Besuch wert. Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik hatte ich nicht so im Blick; eine Oper von Ferdinando Paër zu erleben, den ich bisher nicht einmal dem Namen nach kannte, wäre schon sehr reizvoll.
      Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.
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      Das Tiroler Landestheater in Innsbruck ist auch sonst immer wieder mal für selten gespieltes Repertoire gut. In dieser Spielzeit Samson et Dalila/Saint-Saens (konzertant), Katja Kabanowa/Janacek, Der Leuchtturm/Peter Maxwell Davies und Lakmé/Delibes
      Die Theaterakademie August Everding in München übrigens auch. Im Juni 2020 gibt's Castor et Pollux von Rameau (und im März A Midummer Night's Dream von Britten)
      Und das Landestheater Niederbayern zeigt Maria Stuarda/Donizetti und Ercole sul Termodonte/Vivaldi
      viele Grüße

      Bustopher


      Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
      Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)
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      bustopher schrieb:

      Das Tiroler Landestheater in Innsbruck ist auch sonst immer wieder mal für selten gespieltes Repertoire gut. In dieser Spielzeit Samson et Dalila/Saint-Saens (konzertant), Katja Kabanowa/Janacek, Der Leuchtturm/Peter Maxwell Davies und Lakmé/Delibes
      Ergänzung: Am am 9. + 17. + 20. + 22. Mai 2020 gibt es dort Webers Freischütz - allerdings mit den Berlioz-Rezitativen.
      Link dazu.