Joseph HAYDN: Stabat mater Hob:XXbis

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    • Joseph HAYDN: Stabat mater Hob:XXbis

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      Liebe Capricciosi!

      Heute steht Joseph Haydns 1767 komponiertes "Stabat mater" im Schatten seines oratorischen Spätwerks, für die Zeitgenossen und Haydn selbst war es hingegen sein kirchenmusikalisches Hauptwerk, mit dem er den Durchbruch als seriöser Komponist feierte und das sich schon vor dem Erstdruck 1782 in händischen Abschriften (rund 180 sind noch erhalten) wie ein Lauffeuer über den süddeutschen, später auch den nord- und mitteldeutschen Raum verbreitete. Johann Adolph Hasse lobte es sehr, und in der zeitgenössischen Presse finden sich Urteile wie "Haydns Meisterstück" und ein "vortreffliches Stück, dessen Schönheit sehr rührend, dessen Ausdruck sehr richtig, und das einzige ist, so sich an der Seite des Pergolesischen hat erhalten können".

      Tatsächlich erinnert das Werk gelegentlich an eine modernisierte Version von Pergolesi. Haydn unterteilt den Text des Stabat mater in 13 Sätze (oder 14, wenn man die "Paradisi gloria"-Fuge als eigenständigen Satz zählt), darunter sieben Arien, ein Duett für Sopran und Tenor und fünf (oder sechs) Sätze mit Chorbeteiligung. Auffällig für Haydn ist die umfangreiche Rolle der Altsolistin, die sich an Prominenz nur dem Tenor unterordnen muss; der Sopran hat dagegen vergleichsweise wenig zu singen. So schöne und bedeutende Alt-Arien gibt es bei Haydn später nie wieder. Am eindrucksvollsten ist aber vielleicht der Eröffnungssatz, der zunächst im Orchester den Schmerz der Gottesmutter malt, bevor der Tenorsolist mit einem lang ausgehaltenen Crescendo beginnt. Sein Klagegesang wird vom vierstimmigen Chor aufgenommen und fortgeführt, so dass ein breites Panorama des Schmerzes entsteht. Überhaupt steht das Werk barocker Affektgestaltung noch sehr nahe, das aber mit der Melodiebildung und Harmonik der Frühklassik und beginnenden Wiener Klassik - eine durchaus aparte Kombination, wie ich meine. Ich bin ja nicht als besonderer Haydn-Fan bekannt, so dass mein Urteil möglicherweise wenig Gewicht hat, aber bei mir führt dieses Stabat mater das Ranking Haydn'scher Vokalkompositionen definitiv an.

      Ich nenne diese schöne Aufnahme mein Eigen:



      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.