Eben gehört und geguckt

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    • Beim Stöbern im Netz bin ich auf diese grandiose Übertragung gestoßen, die ich gerade mit wachsender Begeisterung sehe:

      Hector Berlioz
      LA DAMNATION DE FAUST


      Bruxelles Théâtre royal de La Monnaie 20/06/2002

      Faust – Jonas Kaufmann
      Méphistophélès - José Van Dam
      Marguerite - Susan Graham
      Brander - Henry Waddington

      Dirigent: Antonio Pappano
      Regie, Bühnenbild und Kostüüme: Roland Aeschlimann
      Choir and Orchester from the Bruxelles Théâtre royal de La Monnaie

      Ich gestehe, ich bin überwältigt, denn dagegen verblasst sogar die vorzügliche Darbietung aus der MET. Der junge Jonas Kaufmann (2002) ist grandios, und auch Susan Graham und José van Dam sind großartig. Die eigentliche Entdekcung aber ist das Dirigat von Antonio Pappano, der mich immer wieder überrascht, obwohl ich langsam wissen müsste, wie gut er auch das französische Repertoire beherrscht.

      Die sehr sparsame Inszenierung muss man nicht mögen, aber sie kann sich sehen lassen, wenn man sie nicht gerade an der brillanten Inszenierung der Fura dels Baus in Salzburg misst. Insgesamt also eine Aufführung, die es eminent wert ist, dass man nach ihr forscht, und die man getrost auch auf DVD herausbringen könnte.

      Kennt die Aufführung noch jemand sonst?

      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Für alle, welche die oben angesprochene FAUST Aufführung nicht kennen: es gibt eine sehr gute Dokumentation mit Ausschnitten daraus auf YouTube, und zwar in mehreren Folgen ab hier: "http://www.youtube.com/watch?v=VEy8usxhDTc&feature=related"

      Wenn man "Faust" und "Kaufmann" eingibt, findet man bei YouTube auch einige weitere Ausschnitte aus der Produktion. Schaut rein. Es lohnt sich.

      :wink: Rideamus

      PS: Danke an Amelia Grmaldi für ihren diskreten Hinweis auf YouTube.
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Heute die hier:



      Die Inszenierung ist stellenweise etwas plakativ, langweilt aber nicht. Und Angela Denoke als Marietta ist :juhu: :juhu: :juhu: .


      Michel :wink:
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)
    • Strawinsky - Ballette auf ARTE im August 2010

      Guercoeur schrieb:


      Beitrag von Johannes (Gouerc.) aus "Demnächst im TV":

      Mo., 16.08.2010 - ARTE - 22.35-0.25 Uhr Strawinsky und Les Ballets Russes - Eine Hommage an Igor Strawinsky F 2008 - 1:51:00 Igor Strawinsky (1882-1971): L' Oiseau de Feu (Der Feuervogel) - Märchenballett in 2 Szenen für Orchester 1909/10 Choreographie: Michail Fokin (1880-1942) Igor Strawinsky (1882-1971): Le Sacre du Printemps (Die Frühlingsweihe) - Ballett in 2 Bildern für Orchester 1911-13 Nach der Originalchoreographie von Vaslav Nijinsky (1889-1950) Igor Strawinsky (1882-1971): Les Noces (Die Hochzeit) - Russische Tanzszenen in 4 Bildern 1914-23 (komponiert 1914-17; instrumentiert für Sopran, Mezzosopran, Tenor, Baß, gemischten Chor, 4 Klaviere und Schlagzeug 1921-23) Choreographie: Bronislawa Nijinska (1892-1972)

      Interpreten: Solisten, Chor und Orchester des Mariinski Theaters St. Petersburg Leitung: Valery Gergiev Regie: Denis Caïozzi Aufnahmen: St. Petersburg, 06/2008 Weitere Infos finden sich auf der ARTE-HP

      Wiederholungen: Mi., 18.08.2010 - ARTE - 3.00-4.50 Uhr Mi.., 25.08.2010 - ARTE - 0.45-2.35 Uhr Mo., 30.08.2010 - ARTE - 10.05-11.55 Uhr :wink: Johannes



      Hallo Johannes und Capriccios,

      ersteinmal Danke für die INFO von Johannes ohne die mir die Sendung nicht unbedingt aufgefallen wäre.

      Die Strawinsky - Ballette Der Feuervogel und Le Sacre habe ich mir gestern auf Festplatte mitgeschnitten um ggf. später eine DVD daraus zu archivieren und auch gleich angesehen. Man wird es mir mit Verständnis nachsehen, dass ich an Les Noces kein Interesse habe; das ist halt nicht meine Musik.

      Während ich an Gergievs Dirigat nun überhaupt nichts auszusetzen habe fand ich die Ballett-Chreographie ziemlich steif, trocken und müde ohne mitreissende Bewegung. Kostüme und Tänzer erinnerten an ein ruhigen Nachmittagskaffee statt wirklich aufzuwühlen ! Besonders bei Le Sacre empfand ich das als eher Müde; ganz im Gegensatz zur Musik, die von Gergiev wirklich spannend interpretiert wurde.
      :thumbdown: Die Kostüme fand ich sehr zugeknöpft; das Opfer stand bei Le Sacre da wie angewurzelt da - eine Angst geopfert zu werden war überhaupt nicht erkennbar.

      :!: Wenn ich an eine frühere Balletaufführung ivon Le Sacre m Stadttheater Bonn zurückdenke, so hatte dies ungleich mehr Klasse und Feuer bei den Tänzern. Die Kostüme waren ebenfalls angemessen und die Gepferte war am Ende bis auf einen Lendenschurz nackt ( :D was mir natürlich gut gefallen hat). Das Opfer tanze am Ende passend zur Musik mit äußerster Hingabe um ihr Leben (statt wir bei Arte gestern im TV steif dazustehen) - welch ein Unterschied mit gleichem Material eine Ballettchoreogarafie spannend oder langweilig zu inzenieren ...

      :wink: Wer hat die Ballette noch gesehen/gehört und kann meine Kritik über die Ballettaufführung nachvollziehen ?
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Heute Erstbegegnung mit Benjamin Brittens Owen Wingraw:




      Musikalisch war dieser erste Eindruck sehr positiv, macht mir durchaus Lust auf einen zweiten Durchgang. Gerald Finley spielt und singt die Hauptrolle intensiv und glaubwürdig, und auch der Rest des Ensembles gefällt. Und auch ohne Vergleichsmöglichkeiten zu haben (Erstkontakt eben...), denke ich, dass Nagano und das DSO Berlin ihre Sache hier sehr gut machen.

      Die visuelle Umsetzung allerdings ist furchtbar, bar jeder Atmosphäre, in der Ästhetik eines mittelmäßigen Fernsehspiels von erbarmungswürdiger Banalität :faint: . Beim nächsten Mal werde ich das Bild abschalten...

      Kennt jemand den Originalfilm von 1971? Wie ist der im Vergleich?

      Michel
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)


    • Auf der Bühne habe ich Dvoraks Oper noch nicht gesehen, aber so eine Aufführung würde mir gut gefallen. Die Inszenierung von Carsen ist mE alles andere als eine Beschädigung am romantischen Bild der Oper, hat man sich auf die Sprache Carsens eingelassen, entstehen immer wieder poetische Momente. Die musikalische Seite ist exzellent, allen voran Renée Fleming.

      Liebe Grüße Peter
      .
      Auch fand er aufgeregte Menschen zwar immer sehr lehrreich, aber er hatte dann die Neigung, ein bloßer Zuschauer zu sein, und es kam ihm seltsam vor, selbst mitzuspielen.
      (Hermann Bahr)


    • Dass diese Inszenierung von Götz Friedrich 1972 in Bayreuth ein Skandal war, kann man sich heute kaum noch vorstellen. Obwohl: Wahrscheinlich sind es genau die Aspekte, die die Produktion auch heute noch sehenswert machen, die damals das Festspielpublikum ärgerten. Sehr detaillierte Personenregie statt "Rumstehen-und-Singen", gute Darsteller, das sinnlich Ballett während des Bacchanals (John Neumeier übrigens), die Besetzung von Venus und Elisabeth mit der gleichen Sängerin (wirklich gut: Gwyneth Jones) und Elisabeths Ambivalenz und offenkundige Neigung zu Tannhäusers Liebesvisionen, der sie bloß am Ende nicht nachgeben kann/will, oder der wirklich stark inszenierte Pilgerchor im 3. Akt - die in Fetzen gekleideten Pilger, die sich und ein überdimensionales Kreuz mit letzter Kraft über die Bühne schleppen, die sehen aus als hätten sie 2000 km in den Beinen und wirken sehr wenig erlöst.

      Kleiner Gag am Rande: Obwohl ohne Publikum gefilmt wurde, wird nach jedem Akt Applaus eingeblendet. Allerdings auf ziemlich dämliche Art und Weise: Vorhang und Applaus sind nämlich nicht synchron. Sänger geht raus - Jubel brandet auf. Vorhang öffnet sich - Applaus nimmt ab. :mlol:
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)
    • Das hier ist ziemlich gut :juhu: :juhu: :juhu:



      Birtwistle: The Minotaur

      - Birtwistles Musik mag ich meistens sehr gern, als Opernkomponist kannte ich ihn schändlicherweise aber nicht. Wunderbar farbig komponiert, kraftvoll in den brutalen Opferszenen, lyrisch und sanft in den Träumen des Minotaurus, immer nahe am Text. Einfach tolle Musik.

      Stephen Langridges Inszenierung ist in Ordnung, aber nicht mehr. Das könnte man sicher eindrucksvoller machen. Pappanos Dirigat sehr gut, soweit man das ohne Vergleichsmöglichkeit sagen kann. Bei den Sängern hätte ich mir darstellerisch und stimmlich ausdrucksstärkere Besetzungen für Ariadne (Christine Rice) und Theseus (Johan Reuter) gewünscht - dass die Monologe und Szenen der beiden am Anfang der Oper etwas lange wirken, liegt (so jedenfalls mein Eindruck) vor allem an den Sängern. John Tomlison ist der Minotaurus in die Kehle komponiert, und seine Bühnenpräsenz und stimmliche Gestaltung (bei allen bekannten Problemen) lässt die anderen alt aussehen.

      Michel :wink:
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)
    • Soeben beendet:



      (Aufzeichnung der Premiere aus der Mailänder Scala, 7.12.2007)

      - zu meckern wäre hier einiges. Das fängt bei der völlig absurden Bildregie ein... Der Mensch hat anscheinend gerade gelernt, dass es außer Schnitten noch andere Möglichkeiten gibt, zwischen 2 Einstellungen zu wechseln. Und reiht dann sinnfrei Überblendung an Überblendung. Und man stelle sich einen Tristan vor, wo bei jeder Erwähnung von "Nacht" abgeblendet wird. Genau :faint: . Einfach ärgerlich.

      Schwerer wiegt allerdings, dass auch Chéreaus Inszenierung nicht zu überzeugen weiß. Einige starke Bilder, sicherlich, vor allem im ersten Akt. Aber auch viel Leerlauf.

      Und der Tristan Ian Storey hat anscheinend so viel Angst vor dem 3. Akt, dass die Akte 1 und 2 mit einem Tristan ablaufen, der mit angezogener Bremse unterwegs ist. Im 3. Akt allerdings hat er mir gut gefallen. Enttäuschend Michelle DeYoung mit durchgehend unangenehm schriller Höhe.

      Und trotzdem gibt es zwei sehr gewichtige Gründe, sich diese Scheibe anzuschauen: Waltraud Meier ist phänomenal, und Daniel Barenboim (normalerweise nicht unbedingt mein Lieblingsdirigent, und bei bei Wagner schon gar nicht) liefert einen kraftvollen, dramatischen bis zum Bersten sinnlichen Tristan. Toll.

      Kennt jemand diese und auch die fast 15 Jahre ältere Bayreuther DVD, ebenfalls mit Waltraud Meier und Daniel Barenboim und kann vergleichen?

      Michel
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)


    • TV-Fassung Ungarischen Fernsehens (MTV) 1977, Vertrieb: Videoland

      Leider die einzige DVD, die es von dieser Oper gibt, die musikalisch für mich noch höher steht als der "Bánkbán" des gleichen Komponisten. Vergleicht man die alte LP-Version (Qualiton) von 1960, dann verstärkt sich das Leiden, denn die damalige Glanzleistung wird musikalisch bei weitem nicht erreicht.
      Die Inszenierung ist schlicht, aber annehmbar. Professionelle Schauspieler agieren (sehr gut!), während die Stimmen von Mitgliedern der Ungarischen Staatsoper kommen. Die Tontechnik ist mäßig. József Simándy, einst ein strahlender, unübertrefflicher László Hunyadi, wirkt schon recht ausgesungen, Eszter Horváth als seine Mutter ist mit der schwierigen Partieüberfordert. Veronika Kincses als Mária ist nicht schlecht, zufrieden darf man mit Sándor Solyom-Nagy als Gara sein. Der Rest ist Durchschnitt und darunter.
      Den astronomischen Preis bei Amazon ist die Aufnahme nicht wert; sie ist mit etwas Glück auch weit billiger zu haben.
      ______________________

      Homo sum, ergo inscius.
    • Gesucht, gefunden, geglotzt und gehört.


      Hugo Niebelings (Karajans gehaßter und später geschasster Berater in Fragen der Inszenierung) geniale Sicht auf JSBs Passion nach Johannes:




      Grandioses Tanztheater, beeindruckende Schauspieler (Klaus Barner, Christopf Quest), großartige Inzenierung, Eröffnung der Passion auch in visueller Hinsicht im Dom zu Speyer (übrigens musikalisch unterlegt in der Einspielung mit :juhu: Karl Richter).
    • Wie schön, dass es diese Dokumentation über Glanz und Elend einer Pianistenkarriere gibt. Das Leben Joao Carlos Martins, der vielen als der spannendste Interpret Bachs neben Glenn H Gould galt.





      Vertiefen kann man z.B. dort:

      "http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,275210,00.html"

      "http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-22702495.html"
    • Heute das hier:




      - erster Kontakt mit dieser Oper, also keine Vergleichsmöglichkeiten. Aber da mich das von der ersten bis zur letzten Minute gepackt hat, gehe ich mal davon aus, dass Barenboim und die Sänger (insbesondere Kristine Opolais und Misha Didyk) ihre Sache sehr gut machen, und auch die Inszenierung von Tcherniakov ist ausgesprochen spannend.

      :wink: Michel
      Es gibt kaum etwas Subversiveres als die Oper. Ich bin demütiger Diener gegenüber diesem Material, das voller Pfeffer steckt. Also: Provokation um der Werktreue willen. (Stefan Herheim)
    • Yukon schrieb:

      Wie schön, dass es diese Dokumentation über Glanz und Elend einer Pianistenkarriere gibt. Das Leben Joao Carlos Martins, der vielen als der spannendste Interpret Bachs neben Glenn H Gould galt.

      Ich glaube ich lese zum ersten Mal den Namen des Pianisten - wer sind die vielen?


      "Alles Syphilis, dachte Des Esseintes, und sein Auge war gebannt, festgehaftet an den entsetzlichen Tigerflecken des Caladiums. Und plötzlich hatte er die Vision einer unablässig vom Gift der vergangenen Zeiten zerfressenen Menschheit."
      Joris-Karl Huysmans
    • Das gab's heute Nachmittag:




      Die Carsen-Inszenierung aus der Mailänder Scala unter Riccardo Muti hat mich sehr bewegt und ist unbedingt weiterzuempfehlen! Vor allem das Schlussbild - die Nonnen, von denen eine nach der anderen mit dem Ton der Guillotine zu Boden fällt - ist enorm beeindruckend und berührend.


      :wink:
      Renate
      Unsre Freuden, unsre Leiden, alles eines Irrlichts Spiel... (Wilhelm Müller)