Eben gehört und geguckt

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    • Der Länge wegen auf zwei Abende verteilt, ging bei mir gerade Saint-Saëns Versuch einer Grand opéra zu Ende. Leider ist das Werk weitgehend in Vergessenheit geraten. Umso verdienstvoller, dass Pierre Jourdan und das Théâtre impérial de Compiègne die Oper 1991 auf die Bühne gebracht und für TV und DVD aufgezeichnet haben. (Ohnehin sind Jourdan und diesem Theater eine ganze Reihe von Aufzeichnungen unbekannterer französischer Opern zu verdanken, ich habe alle DVDs aus dieser Reihe, deren ich habhaft werden konnte.) Diese Produktion ist musikalisch wirklich beachtlich, szenisch ist sie sehr traditionell umgesetzt, etwas für Freunde historischer Kostüme. Bild (im 4:3-Format des damaligen TV) und Ton (Dolby Digital 5.1) sind ordentlich, was leider für die DVDs dieser Reihe keine Selbstverständlichkeit ist, und es gibt immerhin englische Untertitel (auch das ist eine Ausnahme).
      Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.
    • Hier wieder Neuland für mich, wenn es auch für Opernaffine schon wieder so Standard sein mag daß es langweilig wird...

      Für mich Neuling aber gilt: Je mehr Verdi ich kennenlerne desto mehr begeistert mich das...






      LG :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • garcia schrieb:

      Für mich Neuling aber gilt: Je mehr Verdi ich kennenlerne desto mehr begeistert mich das...
      Ist das nicht das Tolle? Ich bin ja ein paar Jährchen älter als du, aber die Erfahrung mache ich auch immer wieder mal, dass es Sachen gibt, die ich zwar wahrgenommen habe, die mich vielleicht auch teilweise interessiert haben, aber plötzlich hauen sie mich um und schieben mich in eine ganz andere Richtung. Und dann komme ich mir wieder wie ein junger Mann auf Entdeckungsreise vor. ^^

      Sei übrigens froh, dass du keinen Komponisten entdeckt hast, der nur drei Opern geschrieben hat. :D Bei Verdi hast du dann ja noch viel vor dir.

      :wink: Wolfram


    • Das Wochenende begann bei mir mit dieser älteren Aufzeichnung von Mozarts Frühwerk "Mitridate, re di ponto". Die Produktion von Ponnelle wurde 1986 im Teatro Olimpico in Vicenza gefilmt. Es wird zwar nirgends angegeben, aber es scheint mir offensichtlich zu sein, dass im Playback gesungen wird. Es handelt sich hier also eigentlich um einen Opernfilm, wenngleich die Sängerinnen und Sänger auf der Bühne gefilmt wurden und der Theatercharakter damit erhalten bleibt. Die Ästhetik erinnert stark an Ponnelles berühmte Monteverdi-Produktionen aus Zürich. Würde man heute sicher nicht mehr so machen, aber man kann sich den Film immer noch mit Genuss anschauen. Dirigent ist auch hier Harnoncourt, das Orchester ist sein Concentus musicus. Musikalisch ist die Aufnahme exzellent, allerdings mit dem Wermutstropfen, dass hier eine stark gekürzte Fassung aufgeführt wird. Das Bild (4:3-Format) ist okay, der Ton (PCM Stereo und 5.1 DTS) ist etwas dünn.
      Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.
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      Gestern abend gehört und angeschaut:



      Verdi und Karajan, das ist eine ungewöhnliche Kombination für mich. Weder zählt Verdi zu meinen bevorzugten Opernkomponisten, noch schätze ich Karajan sonderlich als Dirigenten. Bei dieser Aufführung des "Don Carlo" bei den Salzburger Osterfestspielen 1986 gefällt mir allerdings das Ergebnis musikalisch sehr gut, und mit José Carreras (Don Carlo). Agnes Baltsa (Eboli) und Matti Salminen (Großinquisitor) wirken auch noch drei meiner liebsten Sänger*innen mit. Auch die anderen Rollen sind sehr gut besetzt. Die Inszenierung ist, wenig überraschend, sehr konventionell. Leider wird nur die 4-aktige italienische Fassung von 1884 aufgeführt. Die Bildqualität ist mäßig (Bild im 4:3 Fomat), die Tonqualität ist in Ordnung (PCM Stereo und Dolby Digital 5.1).
      Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.
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      Du meinst die Hamburger und Wiener Konwitschny-Produktion mit der berüchtigten Umsetzung des Autodafé? Die kenne ich leider nur vom Hörensagen. Sollte ich mal die Gelegenheit haben, sie mir in Hamburg anzuschauen, wo sie meines Wissens immer noch läuft, werde ich das sicher tun. Eine Aufzeichnung aus Wien gibt es auf DVD, aber die habe ich (noch) nicht.
      Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.
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      Ihr bringt mich auf eine Idee ... ich könnte im Urlaub mal wieder die DVDs mit Konwitschny-Inszenierungen schauen ... Freischütz, Don Carlo, Götterdämmerung, ... was gibt's noch? Haben wir schon einen Faden dazu?

      Gruß
      MB

      :wink:

      Nachtrag: Den Faden haben wir: Peter Konwitschny - Die Opernarbeiten auf DVD

      ... und es gibt noch Lohengrin und Tristan.

      Gruß
      MB

      :wink:
      Un homme d'esprit est perdu s'il ne joint pas à l'esprit l'énergie de caractère. Quand on a la lanterne de Diogène, il faut avoir son bâton. (Nicolas-Sébastien de Chamfort)
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      Zum Ausklang des wie immer allzu kurzen Wochenendes noch etwas aus dem 20. Jahrhundert:



      Eine Aufzeichnung der Produktion der Salzburger Festspiele 2005, die ich sehr gelungen finde. Die Qualität von Bild (16:9-Format) und Ton (PCM Stereo, DTS 5.1) ist auch sehr gut. Umso bedauerlicher, dass hier eine gekürzte Fassung zur Aufführung kam.

      Man soll es kaum glauben, aber das ist die einzige Aufnahme einer Schreker-Oper auf DVD oder Blu-ray - warum eigentlich?
      Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.
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      Das liegt an der Übermacht von Richard Strauss, dessen Werk (wie hier in diesem Forum vor Jahren geäußert wurde) eine ununterbrochene Aufführungsgeschichte vorweisen kann, während Schrecker als verfemter Jude erst sehr spät im letzten Jahrhundert wieder entdeckt wurde. Menschen hängen eben am Altgewohnten und Stauss verkauft sich gut. Genauso erging es so auch Korngold und Zemlinsky.

      Abhilfe liefert wieder einmal aktuell operavision.eu:

      Der ferne Klang - Royal Swedish Opera

      2016 war dort auch eine Aufführung der Opera de Lyon von 'Die Gezeichneten' in bester Bildqualität zu besichtigen.

      Wem Rosenkavalier und Co zu den Ohren raushängt, sollte in jedem Fall mal ein Ohr auf Schreker werfen. Das ist alles mindestens genauso gut, wenn nicht sogar viel besser.




      Gruß
      Josquin
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      Josquin schrieb:

      Abhilfe liefert wieder einmal aktuell operavision.eu:

      Der ferne Klang - Royal Swedish Opera
      Guter Tipp, vielen Dank!

      Auführungen von Schreker-Opern versuche ich mitzunehmen, wenn es irgend geht. In Hannover habe ich in diesem Jahr eine ganz hervorrgende Produktion der "Gezeichneten" erleben können.
      Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.
    • Neu

      Bertarido schrieb:

      Du meinst die Hamburger und Wiener Konwitschny-Produktion mit der berüchtigten Umsetzung des Autodafé? Die kenne ich leider nur vom Hörensagen. Sollte ich mal die Gelegenheit haben, sie mir in Hamburg anzuschauen, wo sie meines Wissens immer noch läuft, werde ich das sicher tun. Eine Aufzeichnung aus Wien gibt es auf DVD, aber die habe ich (noch) nicht.
      Genau die meine ich. Danke für Deine Antwort! Ich könnte mir vorstellen, dass Dir die Produktion gefällt. Aber mach Dir damit keinen Stress.

      Josquin schrieb:

      Wem Rosenkavalier und Co zu den Ohren raushängt, sollte in jedem Fall mal ein Ohr auf Schreker werfen. Das ist alles mindestens genauso gut, wenn nicht sogar viel besser.
      Genau so seh' ich das auch. Schreker ist super, und die Über-Dominanz von Richard Strauss (bzw. insbesondere des Rosenkavaliers) geht mir auf die Nerven.
      Leider sind Schreker-Aufführungen wirklich selten - erst heuer im Sommer wurde das Spielwerk in Freiburg abgesagt, und vor wenigen Jahren wurde einem kleinen Musikfestival in Österreich, die sich auf die Wieder-Aufführungen "entarteter" Komponisten spezialisiert hat und gleich im ersten Jahr den Schatzgräber (wirklich gut!) aufgeführt hat, die Subventionen mehr oder weniger abgedreht. Anderseits hat die damals neue Grazer Opernindantin Nora Schmid ihre Direktionszeit absichtlich mit einer (ausgezeichneten!!) Produktion des Fernen Klangs eröffnet.

      Ich denke, es wäre längst an der Zeit, dass man die Musik, die die Nazis diffamiert haben und letztlich aus dem kulturellen Gedächtnis gestrichen haben, wieder aus der Versenkung holt. Aber das trauen sich halt wenige Theater.

      Allerdings ist das jetzt ziemlich off-topic.
    • Neu

      Nochmal OT:

      Schatzgräber gab es vor Jahren in Hamburg, toll gesungen, nicht so gut dirigiert und auch keine aufregende Inszenierung. Trotzdem überall sensationell besprochen, Radio-Übertragung, dann CD-Ausgabe. Aber es lief nicht. Besucher- und Käufer machten nicht mit. Ich glaube halt, nur wenige Komponisten erleben ein wirklich durchschlagendes Comeback. Aber vielleicht ist die Zeit auch noch nicht reif dafür.

      :wink: Wolfram