Capriccios Symphonien-Ranking 2019

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Informationen zum Capriccio-Verein als Betreiber des Forums finden sich hier.
    • Amfortas09 schrieb:

      Algabal schrieb:

      Die 8. ist keine Symphonie, auch wenn es draufsteht.
      selbst wenn Begriff Sinfonie als formaler Schrumpfkopf sich reingezogen wird, fiele Mahler 8. doch ganz locker darunter, weil 1. Satz Sonate (und 4. Satz von Beethovens 9. ist auch vokal-like)..Chose kommt damit sogar sinfonischer rüber als Nr. 9 und 10. . Gielen deutet Andante von Mahlers 9. nicht mehr als Sonate, im Gegensatz zu Florus. Bei Adagio von 10. tendiert Gielen zur und bestimmt Florus die Chose wiederum als Sonate, aber nicht Robert HP Platz....
      Aber es ist kein Instrumentalroman sondern ein blödes Oratorium oder sowas. Allein darum war mir zu tun. Außerdem hast du den Smiley schon gesehen, oder?

      Adieu
      Algabal
      Keine Angst vor der Kultur - es ist nur noch ein Gramm da.
    • Algabal schrieb:

      Außerdem hast du den Smiley schon gesehen, oder?
      Smiley hatte ich mir reingezogen, aber keine besondere Bedeutung gegeben...

      Algabal schrieb:

      Aber es ist kein Instrumentalroman sondern ein blödes Oratorium oder sowas
      Also ziehste dir anscheinend Begriff Sinfonie nicht besonders engmaschig rein. Find ich supi. :thumbup:
      Dann wäre 2. Teil von Mahlers 8., der epischer rüberkommt als 1 Teil, sowas wie Vokal-Instrumental-Roman. Von solcher Art fabrizierten Notenquäler noch einige ...
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Algabal schrieb:

      Aber es ist kein Instrumentalroman sondern ein blödes Oratorium oder sowas.

      Das Wort "blödes" möchte ich mal überlesen. ;) Wenn man Mahler 8 als Oratorium klassifizieren möchte - müsste man dann nicht auch die Gattung anderer Sinfonien mit starkem Vokal-Anteil "korrigieren"? Ich denke z. B. an Mahler LvdE (das offensichtlich mal als Sinfonie intendiert war) sowie Schosti 13 und 14.

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Die Symphonie als Gattung interessiert mich erst seit einem knappen Jahr - da kenne ich nicht so viele Symphonien. Trotzdem gibt es über 15 Werke, die ich in letzter Zeit kennen (heißt in diesen Kontext: zumindest einmal live gehört) und lieben gelernt habe:
      1. Mahler 9
      2. Mahler 2
      3. Bruckner 8
      4. Schostakowitsch 15
      5. Schostakowitsch 13
      6. Bruckner 7
      7. Martinů 4
      8. Messiaen: Turangalîla
      9. Schostakowitsch 7
      10. Mahler 1
      11. (Franz) Schmidt 2
      12. Bruckner 4
      13. Mahler 6
      14. Copland 3
      15. Dvořák 4
      Ich habe mich auf die "klassische" Symphonie beschränkt. Das bringt mit sich, dass zum Beispiel Janáčeks Sinfonietta, Rimskis Scheherazade und Rachmaninows "Glocken" nicht genannt wurden.

      Zum Vergleich: meine heurige Opern-Liste.
    • Braccio schrieb:

      Man könnte ja diskutieren, .... ob "Sinfonia" genannte Ouvertüren oder konzertante Sinfonien hierhin gehören. Ich wäre da jetzt einfach mal großzügig, um die Sache nicht zu kompliziert zu machen.
      Gibt es hier schon eine "Entscheidung" ? Ich hätte da nämlich ein paar zu nennen in meiner Liste .... :versteck1:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • "Sinfonische Kantate". Es ist eine hybride Form, wie es ja auch schon vorher gegeben hat, wenn auch normalerweise nicht mit solch dominierendem Vokalanteil. Das Lied von der Erde hat "Sinfonie" nicht mehr im Titel, aber Zemlinskys "Lyrische Sinfonie" und die ist auch nicht so verschieden.

      Was die Mahlerschen Sinfonien betrifft, ist es m.E. nicht "offensichtlich" oder "selbstverständlich", dass er diese Entwicklung genommen hat. Sein erstes großes Werk war "Das klagende Lied". Er hätte auch durchweg solche hybriden, freieren Stücke oder sinfonische Dichtungen mit deutlicherer narrativer Struktur oder Programmen komponieren können Wiewohl die ersten drei Sinfonien ja noch programmatische Titel/Kommentare haben oder hatten, ist doch die Distanz zur Programmusik [sic! alte RS, mmm sieht ja furchtbar aus] à la Strauss bzw. der Weg zu einer abstrakteren, stärker an der Tradition orientierten Form schon sehr deutlich.
      Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
      (B. Pascal)
    • Kater Murr schrieb:

      Das Lied von der Erde hat "Sinfonie" nicht mehr im Titel [...].
      Die Universal-Edition (universaledition.com/gustav-ma…as-lied-von-der-erde-1817) nennt als vollständigen Titel:

      Gustav Mahler
      Das Lied von der Erde.
      Eine Symphonie für eine Tenor- und eine Alt- (oder Bariton-) Stimme und Orchester
      (Nach Hans Bethges "Die chinesische Flöte")

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Ich wollte zuerst schreiben "wurde in den Untertitel verbannt", weil ich es auch so im Hinterkopf hatte. Dann habe ich aber nicht gesucht, sondern einfach das erste CD booklet aufgeschlagen und da stand es nicht weithin sichtbar. Es ist aber jedenfalls ein gewisser Unterschied zur 8. oder zu Zemlinsky oder Schostakowitsch 14., dass Sinfonie nur noch im Untertitel steht.
      Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
      (B. Pascal)
    • weils um eine Art Sinfonie-Ränking geht, in diesem Faden:

      Kater Murr schrieb:

      meinem Eindruck nach sind sie [Bruckner + Mahler] im romanischen Sprachraum nach wie vor nicht allzu populär
      als eine Art Fallbeispiel habe ich hier mal die Sinfonieaufführungen des "Orquestra Sinfonica Heliópolis" vom "Instituto Baccarelli" in Sao Paulo in den letzten 10 Jahren aufgelistet, soweit ich die über yt erwischt habe. Das "Instituto Baccarelli" ist eine Art privater Musikschule mit hochschulartigem Zweig..

      Haydn 104
      Mozart 40, 41, Sinf. conc.
      Beethoven 6, 7, 8, 9
      Schubert h, gr. C
      Berlioz Sinf. fant,
      Schumann 4
      Brahms 2
      Tschaikowsky 2, 5
      Dvorak 6, 8, 9
      Mahler 2 (mit Verstärkung), 4, 6, 9
      Ives 2

      also an der Spitze Beethoven u. Mahler gleichauf, allerdings kein Bruckner.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Braccio schrieb:

      Derzeit liegt die Sinfonietta eh in den Top 50 von 188 genannten Werken. Ist doch gar nicht schlecht.
      hmm, vielleicht gar nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass einige mit bedenklichen Begründungen auf eine Nennung verzichten, wie eben:

      Sadko schrieb:

      Ich habe mich auf die "klassische" Symphonie beschränkt. Das bringt mit sich, dass zum Beispiel Janáčeks Sinfonietta, Rimskis Scheherazade und Rachmaninows "Glocken" nicht genannt wurden.
      Ich hätte übrigens gern Bartoks Konzert für Orchester in meine Liste geschmuggelt.
      Janáčeks Betitelung "Symfonietta" - das wurde mir erst in dieser Diskussion klar - dürfte hauptsächlich auf die tschechische Vorliebe für Diminutive zurückzuführen sein. Damit ist in den seltensten Fällen eine Verkleinerung gemeint, allenfalls eine Verniedlichung oder Emotionalisierung.
      Mamičko = Mama, nicht Mütterchen, wie es leider regelmäßig dem Rhythmus entsprechend übersetzt wird.
    • Khampan schrieb:

      Braccio schrieb:

      Derzeit liegt die Sinfonietta eh in den Top 50 von 188 genannten Werken. Ist doch gar nicht schlecht.
      hmm, vielleicht gar nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass einige mit bedenklichen Begründungen auf eine Nennung verzichten, wie eben:

      Sadko schrieb:

      Ich habe mich auf die "klassische" Symphonie beschränkt. Das bringt mit sich, dass zum Beispiel Janáčeks Sinfonietta, Rimskis Scheherazade und Rachmaninows "Glocken" nicht genannt wurden.
      Ich hätte übrigens gern Bartoks Konzert für Orchester in meine Liste geschmuggelt.
      Janáčeks Betitelung "Symfonietta" - das wurde mir erst in dieser Diskussion klar - dürfte hauptsächlich auf die tschechische Vorliebe für Diminutive zurückzuführen sein. Damit ist in den seltensten Fällen eine Verkleinerung gemeint, allenfalls eine Verniedlichung oder Emotionalisierung.
      Mamičko = Mama, nicht Mütterchen, wie es leider regelmäßig dem Rhythmus entsprechend übersetzt wird.
      Ich dachte ja die ganze Zeit eher, die Kriterien zu weit, nicht zu eng gefasst zu haben. Wenn ich Sadko richtig verstanden habe, hat er seine Vorgaben selbst gesetzt, so wie manche nur ein Werk je Komponist nennen, manche nicht. Finde ich aber auch nicht allzu schlimm.

      Die Sinfonietta liegt derzeit übrigens auf Platz 36. Und das bei bislang fast 200 nominierten Werken.
    • Hier also nun meine 15 Favoriten:

      1. Dvorak Sinfonie Nr. 8
      2. Dvorak Sinfonie Nr. 9
      3. Mozart - Sinfonia Concertante in E-flat major, KV 297b
      4. Beethoven 6. Sinfonie "Pastorale"
      5. Brahms 4. Sinfonie
      6. Mendelssohn-Bartholdy 3. Sinfonie "Schottische"
      7. Mendelssohn-Bartholdy 4. Sinfonie "Itaienische"
      8. Haydn Sinfonie Nr. 26 "Lamentatione"
      9. Haydn Sinfonie Nr. 22 "Philosoph"
      10. Haydn Sinfonie Nr. 83 "La Poule"
      11. Brahms 2. Sinfonie
      12. Brahms 1. Sinfonie
      13. Schumann Sinfonie Nr. 1 "Frühlingssinfonie"
      14. Schubert C-Dur-Sinfonie "Die Große"
      15. Bizet Sinfonie Nr. 1 C-Dur
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Allegro schrieb:

      Hier also nun meine 15 Favoriten:
      Schööööön! 8o Da sind ganz viele dabei, die ich wesentlich häufiger höre als meine Favoriten ...

      Das Oboeriche und Oboerichinnen "La Poule" mögen, kann ich verstehen ... bei dem zweiten Thema ...

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Ich will keine leidenschaftslose Gehirnarbeit, sondern ein durchlebtes Kunstwerk mit einer Aussage." - Karl Amadeus Hartmann, aus seinem Artikel "Von meiner Arbeit" (1962)
    • Felix Meritis schrieb:

      Wobei die Sinfonia concertante ja eher ein Doppelkonzert ist, oder? Die für Violine und Bratsche hätte ich sonst auch auf die Liste gesetzt.
      Jo, wenn schon, dann die für Violine und Viola, die ist nämlich im Gegensatz zu der mit Bläsern (KV 297b) wirklich von Mozart.
      Trotzdem Einspruch! Sinfonia concertante ist ein eigener Gattungsbegriff. Üblich ab der (Vor-)Klassik für ein Konzert für mehrere Soloinstrumente.
      Bartoks Konzert für Orchester hätte eindeutig mehr Sinfoniecharakter.