Bei welchen Komponisten kann/sollte man mit der ersten Sinfonie anfangen?

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    • Ich habe mir oft nicht ausgesucht, womit ich "einsteige". Das waren die Platten, die mir rein zufällig vorlagen. Bei Beethoven waren es die 6., die 3. und die 9. Bei Schubert natürlich 5. und 8., sicher die häufigste LP-Kombination früherer Zeiten. Und ich fände seine erste genausogut geeignet wie die 5., jedenfalls nicht irgendwie problematisch. Die große C-Dur ist viel problematischer, weil ewig lang. Bei Mozart habe ich meiner Erinnerung nach die "kleine" vor der großen g-moll kennengelernt; die ersten beiden müssten aber 38 und 39 gewesen sein.
      Bei Brahms habe ich ganz sicher die 1. als erste gehört und später auch als erstes gekauft.
      Bei Mahler weiß ich es nicht mehr genau; ich habe wohl die 4. als erstes gehört, dann die 2. (die könnte ich auch als erste gekauft haben, keine Ahnung). Die 1. war aber vermutlich dann die nächste, also auch unter den ersten drei. (Finde bei Mahler die erste besser als Einstieg als 4 oer 2.) Bei Bruckner habe ich vermutlich die 4. als erstes gehört, hat mir aber nicht besonders gefallen; die erste gekaufte war die 5. (eher ungeeignet), die 1. wäre m.E. keine Katastrophe, selbst wenn ich aus heutiger Sicht die 7. als Einstieg nahelegen würde.

      Ich sehe das heute, da man nicht mehr teure Platten kaufen oder darauf warten muss, was man im Radio hören kann oder ggf. in einer Leihbücherei kriegt, relativ irrelevant. Der Interessierte kann sich online alle möglichen Stücke anhören und ein eigenes Bild machen.
      Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
      (B. Pascal)
    • Bei Rowan Taylor würde ich mit der Ersten beginnen , doch weder von ihr noch von den 257 bzw.264 ( je nach Quelle ) folgenden konnte ich bisher eine Aufnahme finden .
      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " - Don't all thank me at once (Scott Miller) - Jung sterben , aber so spät wie möglich ( F. Jourdain )
    • Ecclitico schrieb:

      Kann es sein, dass ihr euch nicht in andere Leute hineinversetzen könnt?
      Zugegeben es fällt einem schwierig ein, sich in Dich hineinzuversetzen - liegt an Deiner maßlosen Überlegenheit, selbstverständlich.

      Bei mir war's für Beethoven so: ich kannte "pam pam pam paaaam" und wußte, daß es von seiner 5ten Symphonie ist.
      Dann habe ich mir LP mit den Symphonien 1,2,3 (Berliner Philharmoniker - André Cluytens) gekauft und habe brav mit der 1sten angefangen - und habe es nie bereut.

      Kater Murr schrieb:

      [Schuberts] große C-Dur ist viel problematischer, weil ewig lang.
      was sagst Du denn über Bruckner und Mahler? Kurz und unproblematisch? Brahmsens 1ste ist auch über 50 Minuten lang ... Dumme Clichés sind halt unsterblich.
      Alles, wie immer, IMHO.
    • putto schrieb:

      Wieso befürchtet?
      Kindheitstrauma. ;(
      Die h-moll war mein "Einstieg" in Schuberts Symphonien und ich fand sie damals laaaangweilig. 30 Minuten Allegro moderato und andante con moto ist nicht das was ich als 16 jähriger in einer Symphonie finden wollte ^^ . Und ja, ich fand sie damals und heute wirklich unvollendet.
      Das hat dazu geführt, das ich sein (Symphonien) Oeuvre erstmal lange Zeit ignoriert habe.
      Der Wiedereinstieg gelang dann durch eine Aufführung der 5. durch ein Laienorchester.

      Aber im Ernst, wenn man die "frühen" Symphonien als Schubert-untypische Jugendwerke ignoriert (das sind sie mMn nicht), dann bleibt gar nicht mehr soviel übrig, in das man eingeführt werden könnte.

      :wink:
    • Scherzo schrieb:

      Aber im Ernst, wenn man die "frühen" Symphonien als Schubert-untypische Jugendwerke ignoriert (das sind sie mMn nicht), dann bleibt gar nicht mehr soviel übrig, in das man eingeführt werden könnte.
      Naja, die "Große", Kammermusik, Lieder ...
      :versteck1:
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • Schubert selber betrachtete einzig die Große C-Dur als veröffentlichungswürdig (bzw als er dem Verleger Schott in Mainz ein "Verzeichniß (s)einer fertigen Compositionen" anbot, erwähnte er nur diese).

      Glücklicherweise hat die Nachwelt anders entschieden (obwohl Brahms nicht so dazu geneigt war; Dvorák auf der anderen Seite verteidigte die Jugendsymphonien).
      Mein Einstieg in Schuberts Symphonik kam mit der 4ten, dann mit der Großen C-Dur (Schuricht), der 3ten (Neumann) und erst dann mit der Unvollendeten. Leider in der Aufnahme von Haitink, gekoppelt mit der 5ten. So sehr ich Haitink mag und schätze - und ich habe viele hervorragende Aufnahmen mit ihm - diese LP hat mir diese beiden Symphonien fast verdorben. Für die 5te hat's lange gedauert, bevor ich's überwinden konnte.
      Alles, wie immer, IMHO.
    • Scherzo schrieb:

      Die h-moll war mein "Einstieg" in Schuberts Symphonien und ich fand sie damals laaaangweilig. 30 Minuten Allegro moderato und andante con moto ist nicht das was ich als 16 jähriger in einer Symphonie finden wollte .
      Ich war auch einmal 16, und gerade die Unvollendete fand ich absolut genial und beeindruckend. Tatsächlich hat sich meine Meinung nicht geändert seitdem... ;)
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Scherzo schrieb:

      putto schrieb:

      Wieso befürchtet?
      Kindheitstrauma. ;(
      Die h-moll war mein "Einstieg" in Schuberts Symphonien und ich fand sie damals laaaangweilig. 30 Minuten Allegro moderato und andante con moto ist nicht das was ich als 16 jähriger in einer Symphonie finden wollte ^^ . Und ja, ich fand sie damals und heute wirklich unvollendet.
      Das hat dazu geführt, das ich sein (Symphonien) Oeuvre erstmal lange Zeit ignoriert habe.
      Der Wiedereinstieg gelang dann durch eine Aufführung der 5. durch ein Laienorchester.

      Aber im Ernst, wenn man die "frühen" Symphonien als Schubert-untypische Jugendwerke ignoriert (das sind sie mMn nicht), dann bleibt gar nicht mehr soviel übrig, in das man eingeführt werden könnte.

      :wink:
      Na ja, auch die frühen Sinfonien von Schubert sind ja schon toll. Mein Einstieg bei Schubert war mit der Großen C-Dur. Allerdings habe ich das so gemacht, wie man das ja auf keinen Fall tun sollte. ;) Ich habe sie mir einmal komplett angehört und dann entschieden, dass mir die Sätze 3 und 4 am besten gefallen. Und mich also in diese beiden Sätze ausführlich eingehört. Und mittlerweile liebe ich die ganze Sinfonie.... aber einem Einsteiger würde ich Schuberts 1. auch nicht empfehlen, weil ich sie ganz nett finde, aber auch nicht so toll, dass ich sie häufig hören möchte. Und darum geht es doch, oder? ;)
      Viele Grüße, Michael
    • Felix Meritis schrieb:

      Scherzo schrieb:

      Die h-moll war mein "Einstieg" in Schuberts Symphonien und ich fand sie damals laaaangweilig. 30 Minuten Allegro moderato und andante con moto ist nicht das was ich als 16 jähriger in einer Symphonie finden wollte .
      Ich war auch einmal 16, und gerade die Unvollendete fand ich absolut genial und beeindruckend. Tatsächlich hat sich meine Meinung nicht geändert seitdem... ;)
      So auch bei mir, wobi ich in dem Alter das Stück im Konservatoriumsorchester mitgespielt habe, ein unvergessliches Erlebnis.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
    • Dennoch meine ich, dass man mehr über den Neuling wissen könne ...

      ... ein 19jähriger mit Musikerfahrung zwischen Death Metal und Club?
      ... ein 14jähriger, der bisher brav seine Clementis und Diabellis geübt hat und sich jetzt an Mozart-Sonaten versucht?
      ... ein 65jähriger Helene-Fischer-Fan, der sich im wohlverdienten Ruhestand mit klassischer Musik auseinander setzen will?

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Die Menschen heute sind ziemlich arrogant in der Beurteilung dessen, was gut ist und was nicht. Die Beurteilung der Kunst einer anderen Zeit gehört zum Schwierigsten." - Nikolaus Harnoncourt, Interview vom 22. Juni 2007 (harnoncourt.info/ich-bin-eifoermig/)
    • Um noch mal zur Alternativfrage zurück zu kommen. Ich glaube, ich habe nur bei Mahler mit der 1 angefangen. Das hatte den Hintergrund, dass ich hoffte, dass sie etwas leichter zugänglich ist, als die anderen. Mit Mahler hatte ich nämlich bisher so meine Probleme.
      Ansonsten habe ich immer mit den bekannteren Werken eines Komponisten begonnen und würde das einem Einsteiger auch so raten. Weil ich ganz persönlich ja zum Beispiel Beethovens 1. nicht sooo spannend finde. Da ist die dritte doch deutlich spannender, sowohl musikalisch, wie auch drumherum.
      Viele Grüße, Michael
    • Friese schrieb:

      Um noch mal zur Alternativfrage zurück zu kommen. Ich glaube, ich habe nur bei Mahler mit der 1 angefangen. Das hatte den Hintergrund, dass ich hoffte, dass sie etwas leichter zugänglich ist, als die anderen. Mit Mahler hatte ich nämlich bisher so meine Probleme.
      ich finde das ist ein ganz wesentlicher Punkt:
      Wenn man mit den Sinfonien eines Komponisten Probleme hat, dann kann die 1. ein entscheidender Türöffner sein. Nicht zuletzt war selbige auch für die Komponisten oft ein Toröffner, z.B. Beethoven, Schumann, Mahler.
      Nicht so sehr Brahms und Bruckner, die sich über verschiedenste Zwischenstufen an die Gattung herangearbeitet haben. Deren 1. war bereits das Ende einer Entwicklung und steht relativ gleichauf neben den dann folgenden.
      Und dann gibt es noch die Naturtalente, die als fertige Sinfoniker in die Welt getreten sind: Tschaikowsky, Sibelius, Schostakowitsch.
      Schubert ist ein klarer Sonderfall. Mir hing die 5. relativ schnell zum Hals raus, die Unvollendete fand ich öde, was daran lag dass sie standardmäßig zu langsam gespielt wurde*. Erst die Turbo-C-Dur-Sinfonie hat richtig eingeschlagen

      Dies nur mal um die Standardnamen unterzubringen.
      Gruß,
      Khampan

      * vgl. dieser Musikerwitz:
      Ein Philharmoniker erzählt: "Neulich hab ich geträumt wir spielen die Unvollendete. Ich wach auf und ... tatsächlich!!"
    • Hi,

      (bei) mir ist / war es völlig egal. Bei Beethoven schafft man es ja kaum, NICHT mit der 5, 6 oder 9 zuerst Bekanntschaft zu machen. Bei Bruckner und Schostakovich habe ich irgendwo angefangen, bis heute weiß ich mit beiden wenig anzufangen. Bei Mahler hab ich mit der 1 begonnen, aber nur, weil das die 1. CD der Box war. Der Erstdurchlauf war ohnehin Klangbrei unabhängig von der Nummer.
      Schöne Grüße, Helli


      Immer cool bleiben.