Ludwig van - ein bunter Strauss zum 250igsten

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    • Einstieg? Meine Erlebnisse: op. 18 mit dem ABQ gekauft (damals DM 100,- ... als Student ...) und enttäuscht - gut gemacht, aber langweilig.

      Jahre später dann die mittleren Quartette ebenfalls mit dem ABQ - und op. 59 Nr. 1 hat sofort eingeschlagen. Was für eine tolle Musik! Ganz zu schweigen von op.95.

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Ich will keine leidenschaftslose Gehirnarbeit, sondern ein durchlebtes Kunstwerk mit einer Aussage." - Karl Amadeus Hartmann, aus seinem Artikel "Von meiner Arbeit" (1962)
    • Das Jahr 2020 wird, das steht nach einem Blick auf die Spiel- und Tourneepläne nicht nur der wichtigen Konzerthäuser, Orchester und SolistInnen schon jetzt fest, Beethovens Werke inflationär bringen (wie schon vor ein paar mehr Jahren bei Mozart). Alleine wenn ich an die Events in und um Bonn denke, … :versteck1: Als Musikfreund wird man dem Jubiläum kaum ausweichen können, selbst wenn man derartige Feierlichkeiten (wie ich) nicht schätzt.

      Ungewollt habe ich dem Meister aber schon jetzt selbst Tribut gezollt und meine CD-Sammlung erweitert:
      "Sämtliche Werke für Cello und Klavier" in der legendären Einspielung von Pierre Fournier und Friedrich Gulda (neu aufgelegt bei DGG)
      "Irische und Schottische Lieder" mit André Schuen und dem Boulanger Trio

      mehr als bloß hörenswert
    • EinTon schrieb:

      Weitere Beispiele für den "lyrischen" Beethoven wären das 4, Klavierkonzert, das Violinkonzert und an Kammermusik das Streichquintett op. 29. sowie die "Frühlingssonate" für Klavier und Violine op. 24.
      wenn das Violinkonzert, dann m.E. noch eher die Violoncellosonate op. 69. Das Vl-Konzert hat m.E. doch einen starken Einschlag von Marschcharakter.

      Nicht zu vergessen auch die Klaviersonate fis-Moll op. 78.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • zabki schrieb:

      dann m.E. noch eher die Violoncellosonate op. 69.
      Diese Cello-Sonate war meinen Lauscherchen das Erstrendezvous mit Beethovens Cello-Mucke. Seit dem Beethovens Cello-Sonaten rettungslos verfallen. .
      youtube.com/watch?v=SyAfZuI-8r8
      ab 00:00
      Beim Reinziehn vom 1. Satz (Allegro, ma non tanto), kommt einen Sonate klar/übersichtlich rüber (2 x Expo), aber dabei niemals Feeling, dass Chose sich in Form erschöpft bzw. darin aufgeht oder anpasst. Im Gegentum. Sehnsüchtiger Charakter bzw. Ausdruck, die nicht ins Sentimentale abkackt, scheint Formales hinter sich zu lassen zu wollen bzw. mir kommt hier vor allem eine Art Spannung zwischen Form und cantablen Ausdruck der Themen rüber.... oder möchte Form dem Ausdruck sich fügen, diesem unterstützend zur Gestalt verhelfen ?(
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • andréjo schrieb:

      Unbedingt an die späte Klaviersonate op. 109 denken. Noch lyrischer geht es nicht!
      Dementsprechend handelt es sich um eines meiner Lieblingswerke von Beethoven! :thumbsup:

      Amfortas09 schrieb:

      Diese Cello-Sonate war meinen Lauscherchen das Erstrendezvous mit Beethovens Cello-Mucke. Seit dem Beethovens Cellos-Sonaten rettungslos verfallen.
      Auch op. 69 ist für meine Ohren eines der besten Werke, die Beethoven überhaupt geschrieben hat....

      In die lyrische Kategorie gehört außerdem das wunderbare, zu Unrecht etwas vernachlässigte Klaviertrio op. 70/2.

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • andréjo schrieb:

      Unbedingt an die späte Klaviersonate op. 109 denken. Noch lyrischer geht es nicht!
      Deine fetzige Anregung mit YT-Links genudelt:
      youtube.com/watch?v=XQKhAL_9nlc
      youtube.com/watch?v=WvEYqU2reBY
      youtube.com/watch?v=d62U39p1GMc

      Nebenbei: Wenn Notenquäler geile Variationssätze verzapften, dann gehört Beethoven unbedingt mit in diesen Kader.
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • arundo donax schrieb:

      In die lyrische Kategorie gehört außerdem das wunderbare, zu Unrecht etwas vernachlässigte Klaviertrio op. 70/2
      Haben meine Lauscherchen sehr spät entdeckt, nämlich (ohne h) erst durch DLF-Mitschnittt (mit Fabian Müller, Klavier, Sarah Christian, Violine, Maximilian Hornung, Violoncello vom 19.02.2019). Fazit: Einfach mega-geile Beethoven Mucke.
      youtube.com/watch?v=KSzuTMkrw_E
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • Zunächst Dank für all die Hinweise und Anregungen.

      Es ist ja nicht so, dass ich noch nie ein Streichquartett von ihm gehört habe, aber nie systematisch. Halt mal dies und dann das, was gerade so auf mich zu kam. Von daher denke ich, dass ich mich vielleicht wirklich mal von Nr. 1 ausgehend durcharbeiten sollte.

      Übrigens verspreche ich mir von diesem Jubiläumsjahr auch, wie Amfortas, glaube ich, schon angemerkt hat, eine vielleicht sogar Flut von Ausgrabungen und Erstveröffentlichung. Wenn Labels das Jahr so nutzen, um Geld zu machen - wunderbar. Da haben dann sozusagen beide was davon. ^^

      :wink: Wolfram
    • Also die DG hat schon 1977 zum 150 Todestag eine 12 -teilige "Beethoven-Edition" auf den Markt geschmissen, natürlich nur unter künstlerischen Gesichtspunkten. 76 LPs umfassend in weinroten Schubern. Auch wenn ich es auf die schnelle nicht nachweisen kann, aber 1970 wurde der 200 Geburtstag bestimmt auch nicht übergangen.

      2013 gab es eine "Complete Beethoven Edition" von der DG, anläßlich ihres 100 jährigen Bestehens auf den Markt geworfen, hier schon aus 87 CDs bestehend und in 20 Schubern veröffentlicht.
      Jetzt frag ich mich, was da noch ausgegraben werden könnte? Die Sinfonien für Klavier 2/4 händig sind längst mehrfach erhältlich gewesen. Mit Beethoven wurde schon immer Geld verdient. Egal was drin war, solange der Name drauf stand lief es.

      Ich stelle gerade überrascht fest, dass sich bei den LPs die Schaumstofffüller zu Staub auflösen, bzw. kurz davor sind es zu tun. Muss wohl mal ein Großreinemachen durchziehen.
    • Wenn ein solches Jubiläum Anlass für musikalische Entdeckungen ist, lohnt es sich bereits. Bei mir sind es z. B. die Streichtrios und einige Lieder, die ich noch besser kennenlernen könnte, auch die Missa solemnis wollte ich mal näher erkunden (bisher wurde ich noch nicht warm mit ihr). So gesehen: Auf zu neuen Ufern!
    • lothar schrieb:

      Also die DG hat schon 1977 zum 150 Todestag eine 12 -teilige "Beethoven-Edition" auf den Markt geschmissen, natürlich nur unter künstlerischen Gesichtspunkten. 76 LPs umfassend in weinroten Schubern. Auch wenn ich es auf die schnelle nicht nachweisen kann, aber 1970 wurde der 200 Geburtstag bestimmt auch nicht übergangen.

      2013 gab es eine "Complete Beethoven Edition" von der DG, anläßlich ihres 100 jährigen Bestehens auf den Markt geworfen, hier schon aus 87 CDs bestehend und in 20 Schubern veröffentlicht.
      1977 wurden angeblich weitgehend die für 1970 neu aufgenommenen Sachen nochmal neu und günstiger zusammengepackt. (Stimmt natürlich nicht ganz, für 1977 gab es immerhin eine Neuaufnahme der Sinfonien mit Karajan bei DG.)

      Jetzt frag ich mich, was da noch ausgegraben werden könnte?
      Nix, daher ja solche Gags wie eine computergenerierte 10. Sinfonie. Ich glaube, in irgendeiner Edition waren sogar einige der Kontrapunktübungen für Albrechtsberger mit eingespielt worden...
      In den 1970ern war zB noch die "Leonore"-Urfassung eine Novität, ebenso die schottischen/irischen Lieder (VEB/Eterna haben von letzteren Aufnahmen mit grausam deutschem Akzent gemacht). Selbst Klavierkonzerte in Minimalbesetzung haben wir schon durch. Einzig Streichquartette komplett mit einem Ensemble auf historischen Instrumenten fehlt meines Wissens noch.
      Auch an historischen Aufnahmen ist von den meisten üblichen Verdächtigen in den letzten 20 Jahren sehr viel ausgegraben worden; klar, da mag noch etliches irgendwo schlummern, aber die Nachfrage dürfte sich in engen Grenzen halten.

      Persönliche Entdeckungen sind natürlich eine andere Sache, aber die haben ja nicht unbedingt was mit einem Jubiläum zu tun.
      Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
      (B. Pascal)
    • Amfortas09 schrieb:

      Newbie69 schrieb:

      Und Beethovens Sinfonien wollte ich mir die Tage eh noch vornehmen ...
      Wünsch dir, dass Beethoven-Mucken-Funke dabei rüberspringt und voll einschlägt. Keinen Schimmer, wie oft ich z.B. Beethovens 3. und 5. Sinfonie mir reingezogen. Keinen Überdruß, sondern merke, dass ich damit bisher nicht fertig bin und es wahrscheinlich niemals werde....
      für zu übertroffene Mischung von Kraft und Lyrik empfehle ich den langsamen Satz der 4.
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • Was gibt es eigentlich noch für Skizzen und Pläne, die man durch irgendeinen Rechner jagen könnte, - nur weil sie der große Ludwig in die Tonne getreten hat oder aus Zeitmangel nicht beendete?
      Ich hab irgendwo was von einem Quintett gelesen. Aber darauf wird es sich ja sicher nicht beschränken (oder aufgehoben für den 300.sten? :D )