Ein Tag ohne Beethoven ist möglich...

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    • Kater Murr schrieb:

      op.30/1 mit Oistrakh/Richter live Oktober 1967 ist angeblich in der Oistrakh-Kammermusikbox von Brilliant (CD 10) enthalten. Da diese Boxen zuweilen Fehldeklarationen hatten, will ich es nicht beschwören. Aber falls Du die schon haben solltest...
      Vielen Dank für diesen Hinweis, lieber KM! Diese Oistrach-Box habe ich nicht in der Sammlung (ich habe von ihm ohnehin viel zu wenig Material).

      Die auf Praga erschienene Aufnahme von op. 30/1 habe ich mir gerade bestellt, und das Aufnahmedatum ist 29. Oktober 1967 in Moskau. Von daher könnte es schon sein, dass die Brilliant-Box dieselbe Aufnahme anbietet. Auf der anderen Seite habe ich genauso wie Du mit sowjetischen Aufnahmen auf Brilliant die Erfahrung gemacht, dass man von den diskografischen Angaben eigentlich so gut wie gar nichts glauben kann. Von daher fühle ich mich mit der Praga-CD ein wenig "wohler".
      :cincinbier:
      Manche Menschen wollen glänzen, obwohl sie keinen Schimmer haben.
      (Heinz Erhardt)
    • Neu

      Hier lief opus 101 mit Igor Levit und dann mit Gilels.







      Ich finde Levit hat insgesamt mehr Feingefühl für den Fluss, besonders der unendlichen Melodie am Anfang. Gilels hat mehr Präzision, eine wunderbare Artikulation, so unbedingt nötig für Beethoven.
      Ich hätte gerne beides in einem.
    • Neu

      Rosamunde schrieb:

      Ich hätte gerne beides in einem.
      Franziska van Almsick hat mal einem Sportjourmalisten, der wissen wollte, wie man sich denn mit einer olympischen Goldmedaille so fühle, geantwortet:: "Da müssen se ma eene jewinnen!". Was Du "gerne hättest", musst Du Dir schon selbst besorgen. Musiker sind nicht dazu da, irgendwelche Wünsche zu erfüllen.
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • Neu

      ChKöhn schrieb:

      Musiker sind nicht dazu da, irgendwelche Wünsche zu erfüllen.
      Das nicht, aber sie erfüllen Wünsche. Nicht alle und nicht aller, aber immerhin. Und gegens Wünschen ist ja auch nichts einzuwenden, oder?

      ;)
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Neu

      ChKöhn schrieb:

      Musiker sind nicht dazu da, irgendwelche Wünsche zu erfüllen.
      Da hätte ich spontan gedacht, eher ist das Umgekehrte der Fall. Mit "irgendwelche" grenzt du es wieder ein, das macht deine Behauptung schwächer, als sie zunächst daherkommt. Spitzfindig könnte man den Musiker als Orchestermusiker verstehen und die Wünsche kommen vom Dirigenten (oder der Wunsch ist der des Komponisten). So war es aber nicht gemeint (das "irgendwelche" rettet es, also lasse ich das.

      Meines Erachtens ist weder der Musiker dafür da, uneingeschränkt die Wünsche des Publikums zu erfüllen noch hat der Musiker sich uneingeschränkt nach dem Publikum zu richten. Stattdessen bedingen Musiker und Publikum einander. Das Ideal des kreativen Genies, das dem Publikum erlaubt, an seinem Schaffen teilzuhaben, scheint mir arg romantisch.
    • Neu

      Gurnemanz schrieb:

      Und gegens Wünschen ist ja auch nichts einzuwenden, oder?
      da dürftest du wohl recht haben:

      ChKöhn schrieb:

      Die "Alberti-Bässe im Diskant" ab T. 60 bekommen ihren ganzen Ausdruck erst durch die Bögen vom jeweils 2. zum 3. bzw. 4. zum 1. Sechzehntel (die ich mir bei vielen Aufführungen bzw. Einspielungen deutlicher wünschen würde),
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Neu

      zabki schrieb:

      Gurnemanz schrieb:

      Und gegens Wünschen ist ja auch nichts einzuwenden, oder?
      da dürftest du wohl recht haben:

      ChKöhn schrieb:

      Die "Alberti-Bässe im Diskant" ab T. 60 bekommen ihren ganzen Ausdruck erst durch die Bögen vom jeweils 2. zum 3. bzw. 4. zum 1. Sechzehntel (die ich mir bei vielen Aufführungen bzw. Einspielungen deutlicher wünschen würde),

      Gutes Beispiel: An der Stelle habe ich mir meine Wünsche selbst erfüllt.
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • Neu

      ChKöhn schrieb:

      Gurnemanz schrieb:

      Das nicht, aber sie erfüllen Wünsche.
      Ja, ihre eigenen.
      Eben nicht nur. Ich könnte viele Aufführungen und Aufnahmen nennen, in denen meine Wüpnsche erfüllt wurden und werden. Da wir hier bei Beethoven sind, ein Bepiel für viele (erst kürzlich wieder gehört):



      Das Trio Zimmermann spielt Op. 9 und ich bin wunschlos glücklich..

      ^^
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
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      Helmut Lachenmann
    • Neu

      Gurnemanz schrieb:

      Das Trio Zimmermann spielt Op. 9 und ich bin wunschlos glücklich..
      Ich glaube aus einem ganz einfachen Grund trotzdem nicht, dass die Musiker Deine Wünsche erfüllt haben (Achtung, jetzt wird es leider ganz hart für Dich): Die kennen Dich gar nicht :) .
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • Neu

      ChKöhn schrieb:

      Rosamunde schrieb:

      Ich hätte gerne beides in einem.
      Franziska van Almsick hat mal einem Sportjourmalisten, der wissen wollte, wie man sich denn mit einer olympischen Goldmedaille so fühle, geantwortet:: "Da müssen se ma eene jewinnen!". Was Du "gerne hättest", musst Du Dir schon selbst besorgen. Musiker sind nicht dazu da, irgendwelche Wünsche zu erfüllen.
      Na guten Morgen.
      Ein bisschen Präzision bitte! Ich habe oben keinen Musiker danach gefragt, wie er sich fühlt. Und der Journalist hat sich wiederum nichts gewünscht.

      Du aber wünschst Dir ständig de facto irgendwas (anderes) zB von Kopatchinskaja.zB dass sie alle sf so spielt, wie Du sie willst.
    • Neu

      Rosamunde schrieb:

      Du aber wünschst Dir (...) zB von Kopatchinskaja.zB dass sie alle sf so spielt, wie Du sie willst.
      Nein, das hast Du frei erfunden. Und schon gar nicht käme ich auf die alberne Idee, mir 50 Prozent Gilels, 30 Levit und vielleicht noch 20 Arrau zu wünschen. Ich fände das extrem respektlos gegenüber den künstlerischen Leistungen aller drei. Und extrem dumm, denn es würde beweisen, dass ich von allen dreien nichts verstanden hätte.
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • Neu

      ChKöhn schrieb:

      Du aber wünschst Dir (...) zB von Kopatchinskaja.zB dass sie alle sf so spielt, wie Du sie willst.
      Nein, das hast Du frei erfunden. Und schon gar nicht käme ich auf die alberne Idee, mir 50 Prozent Gilels, 30 Levit und vielleicht noch 20 Arrau zu wünschen. Ich fände das extrem respektlos gegenüber den künstlerischen Leistungen aller drei. Und extrem dumm, denn es würde beweisen, dass ich von allen dreien nichts verstanden hätte.
      Du interpretierst meinen Urtext falsch. Das Wort „wünschen“ war nicht respektlos gemeint, wie du es hier deutest. Im Gegenteil: es ergibt sich aus meinem gesamten Beitrag, dass ich beide Interpretationen sehr schätze. Bitte nichts verdrehen oder auslassen. Sondern ganz tief und ordentlich analysieren und den Sinn meines Beitrags ergründen 8o

      Was du mir hier anhängen willst, ist m E genau das, was du mE mit Kopatchinskajas Ideen machst, nämlich sie respektlos zu behandeln. Ihre Phrasen seien sinnlos, verstümmelt usw.
    • Neu

      Rosamunde schrieb:

      was du mE mit Kopatchinskajas Ideen machst, nämlich sie respektlos zu behandeln. Ihre Phrasen seien sinnlos, verstümmelt usw.
      da gabs gerade Zoff, und jetzt muß ich Christian verteidigen (das Leben ist kompliziert ...). Die Legitimität von sachbezogener Respektlosigkeit (ob zutreffend oder nicht) habe ich immer vertreten. Einen Dissens gab (gibt) es betr. der Fundierung des Urteils.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Neu

      ChKöhn schrieb:

      Gurnemanz schrieb:

      Das Trio Zimmermann spielt Op. 9 und ich bin wunschlos glücklich..
      Ich glaube aus einem ganz einfachen Grund trotzdem nicht, dass die Musiker Deine Wünsche erfüllt haben (Achtung, jetzt wird es leider ganz hart für Dich): Die kennen Dich gar nicht :) .
      Das ist nicht hart für mich: Wer meine Wünsche erfüllt, muß sie nicht kennen. Jetzt müssen wir aber unbedingt ausdiskutieren, was man unter "Wünsche" versteht - ach ja, "verstehen" haben wir auch noch nicht geklärt. Wohin soll das nur führen? 8o :schwitz1:

      :D
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
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      ChKöhn schrieb:

      Und schon gar nicht käme ich auf die alberne Idee, mir 50 Prozent Gilels, 30 Levit und vielleicht noch 20 Arrau zu wünschen. Ich fände das extrem respektlos gegenüber den künstlerischen Leistungen aller drei. Und extrem dumm, denn es würde beweisen, dass ich von allen dreien nichts verstanden hätte.

      Na dann ist es ja ein Glück, dass weder ich noch Du das getan haben.
    • Neu

      Rosamunde schrieb:

      Ich finde Levit hat insgesamt mehr Feingefühl für den Fluss, besonders der unendlichen Melodie am Anfang. Gilels hat mehr Präzision, eine wunderbare Artikulation, so unbedingt nötig für Beethoven.
      Ich hätte gerne beides in einem.

      ChKöhn schrieb:

      Was Du "gerne hättest", musst Du Dir schon selbst besorgen. Musiker sind nicht dazu da, irgendwelche Wünsche zu erfüllen.
      Sorry Christian, natürlich sind Musiker nicht dazu da, die Wünsche des Publikums zu befriedigen. Wie sollen sie auch? Aber hier ging es schlichtweg darum, dass Rosamunde einen Wunsch, eher einen Traum geäußert hat. Ich weiß nicht, warum da nun so dermaßen darauf herumgeritten wird.

      Geht es uns nicht denn nicht ständig so, also uns 'normalen' Konsumenten, dass wir eine Interpretation gut finden, sie aber in manchen Dingen nicht unsere Erwartungen, Hoffnungen erfüllt. Also macht man sich auf die Suche nach anderen Sichtweisen. Das ist natürlich sehr subjektiv (so habe ich Rosamunde verstanden) und, wie ich finde, völlig legitim. Ich verstehe nur nicht, dass man sich an diesem (Traum-) Wunsch so 'abarbeitet'.

      :wink: Wolfram