Kolumbien

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    • José Cascante

      José Cascante (1618 oder 1625 - 1702) gilt als erster kolumbianische Komponist von Bedeutung. Der genaue Ort und das Datum seiner Geburt sind unbekannt, aber es wird angenommen, dass er in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Santafé de Bogotá geboren wurde, wo er sein ganzes Leben verbrachte. Sein Vater gleichen Namens stammt aus Murcia in Spanien und war ebenfalls Kapellmeister in Bogotá. Cascante war von 1650 bis zu seinem Tod im November oder Dezember 1702 Kapellenmeister der Kathedrale von Bogotá. Sein Nachfolger war Juan de Herrera.

      Es sind nur 20 Werke von Ihm erhalten, von denen sich 12 im Archiv der Kathedrale von Bogotá befinden. Stilistisch ist das Werk in zwei Teile unterteilt, einen religiöseren und einen populärreligiösen. Cascante war verantwortlich für die Bestellung der großen Orgel der Kathedrale. Später wurden noch zwei weitere Orgeln für die Kathedrale gekauft. Ende des 18. Jh. waren diese Orgeln aber bereits wieder unbespielbar.
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      viele Grüße

      Bustopher


      Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
      Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)
    • Juan de Herrera y Chumacero

      Juan de Herrera wurde um das Jahr 1665 als Sohn eines Offiziers in Bogotá geboren. Er wurde bei Dominikanern oder Jesuiten ausgebildet und war als Nachfolger von José Cascante ab 1702 bis zu seinem Tod 1738 als Kapellmeister in der Kathedrale von Bogotá tätig. Er war als Priester geweiht und von 1690 bis zu seinem Tod auch noch Kaplan und Musiklehrer im Nonnenkloster Santa Inés in Bogotá.
      Gemessen an der Menge der erhaltenen Werke (über 40) war er der fruchtbarste Komponist der Kolonialzeit im heutigen Kolumbien, und das bei konstant hoher Qualität. Er war auch einer der wenigen Komponisten der späten Kolonialzeit, die Latein gegenüber volkssprachlichen Texten bevorzugten. Im Archivo Musical de la Catedral Primada de Colombia sind 33 groß angelegte Werke vorhanden, von denen 24 in Latein sind. Herreras erstes dort datiertes Stück ist ein 10-stimmiges Lauda Dominum omnes gentes in Tono V vom 20. Juni 1689. Sein Laetatus sum - Nisi Dominus - Lauda Jerusalem zu 11 Stimmen von 1690 ist eine Folge von Psalmen für die Vesper. Die selben Psalmen hat er ein Jahr später nochmals für 9 Stimmen vertont, erweitert um ein Magnificat. Sein erstes volkssprachiges Stück ist ein Villancico a 3 von 1698 zu Ehren Unserer Lieben Frau von Topo. Wie Cascante schrieb er Duette und Terzette, wenn er einheimische Texte vertonte, aber für einen größeren vokalen Apparat, wenn er lateinische Texte verwendete, zum Teil mehrchörig. Bereits die mehrchörigen Werke, die er vor seiner Ernennung zum Kapellmeister an der Sacro Santa Iglesia Catedral Primada Basílica Metropolitana de la Inmaculada Concepción de María en Bogotá (was für ein Name..!) geschaffen hat, sind von höchster Qualität. In den Folgejahren entstanden u.a. sechs Messen (darunter das oben verlinkte Requiem a 5), ein Totenamt, drei Sammlungen von Lamentacionesfür die Karwoche und sieben Sammlungen von Psalmvertonungen für die Vesper. Seine Vertonungen waren so erfolgreich, daß sie die von Europa importierte Kirchenmusik verdrängte.
      viele Grüße

      Bustopher


      Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?
      Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, Heft D (399)