GÁL: Die heilige Ente - Ein Spiel mit Göttern und Menschen

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    • GÁL: Die heilige Ente - Ein Spiel mit Göttern und Menschen

      ... ist DIE große unbekannte Oper des 20. Jahrhunderts, denn bis heute existiert kein Mitschnitt; lediglich die Mitschnitte einer Fassung für Kinder (2007, Köln) und einer Fassung für Klavier und Ensemble (2012, Berlin); der 1929-Mitschnitt (durch die RAVAG, also der Vorgänger-ORF) ist schon längst unwiederbringlich verloren.

      Das alles ist umso verblüffender, als der österreichische Komponist Hans Gál (1890-1987) mit der Uraufführung am 29. April 1923 in Düsseldorf einen großen Erfolg erringen konnte und sich diese Oper in den darauffolgenden Jahren großer Beliebtheit erfreute und ihren Siegeszug in zahlreichen Städten antrat. Bis zum Jahre 1933, von da an wurde Gál wegen seiner jüdischen Abstammung von den Spielplänen verbannt, konnte sich selbst aber durch Emigration retten (1933-1938 in Österreich, danach bis zu seinem Tod in Schottland).

      HEUTE gibt es in Heidelberg die erste ernstzunehmende Aufführung seit 1933, und Deutschlandfunk Kultur überträgt live (ab 19:05, Beginn 19:30). Link zum Progamm. Link zum Livestream.


      Wer also an spannenden Raritäten interessiert ist, sollte es heute keinesfalls verpassen, den Livestream mitzuschneiden und anzuhören. Es ist gar nicht absehbar, ob es einen Mitschnitt dieser Produktion geben wird.

      Kurz zum Werk:

      Die heilige Ente - Ein Spiel mit Göttern und Menschen
      Oper in einem Vorspiel und drei Akten von Hans Gál (1923)
      Textdichtung von Karl Michael von Levetzow und Leo Feld

      Personen:
      Der Mandarin, Bariton
      Li, seine Gemahlin, Sopran
      Der Kuli Yang, Tenor
      Die Tänzerin, Sopran
      Der Gaukler, Bassbuffo
      Der Bonze, Bass
      Der Haushofmeister, Tenorbuffo
      Drei Götter: Bass, Tenor, Bariton.

      Die Oper ist generell heiter (Mischung aus Humor und Ironie) und spielt in China unter Menschen und Göttern.

      Kurze Skizze des Inhalts:
      Der Entenzüchter Yang wird, als er sich am Weg zum Palast des Mandarins befindet, von der Ehefrau Li des Mandarins durch ihren Gesang und ihre Schönheit verzaubert - so lässt er sich die Ente stehlen, der dabei hatte, um sie dem Mandarin für dessen Festmahl zu bringen.
      Die Ente ist also weg, daher wird Yang vom Mandarin mit dem Tode bedroht, könne er die Ente nicht zurückbringen. Das ist für die Götter ein Grund einzugreifen und die Seele des Yang mit der Seele des Mandrins zu vertauschen. Yang nützt seine Gelegenheit und schafft in der Position des Mandrins die Todesstrafe ab, aber dann geht er zu weit, denn er erklärt auch die Götter für überflüssig, was diesen nicht gefällt, sodass sie den Seelentausch wieder rückgängig machen.
      Die Ente taucht schließlich auf, was der Mandarin als Wunder betrachtet und Yang die Erhebung in den Adelsstand anbietet. Yang will das jedoch nicht und zieht in die weite Welt, um sein Glück zu suchen.

      Und wie diese Oper klingt, hört man heute ab 19:30 im Livestream! Nicht verpassen.
    • Sadko schrieb:

      HEUTE gibt es in Heidelberg die erste ernstzunehmende Aufführung seit 1933 [...].
      Die Premiere wurde recht positiv aufgenommen: rnz.de/kultur-tipps/kultur-reg…les-gut-_arid,503394.html.

      Selbst habe ich Karten für die letzte Vorstellung am 9.5.2020. Wie überall ruht natürlich auch in Heidelberg der Theaterbetrieb, und ob ich die Vorstellung tatsächlich erleben kann, muß sich erst noch zeigen.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
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      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Ich drücke Dir die Daumen, dass die Aufführung am 9. Mai 2020 stattfinden kann, auch wenn ich nicht wirklich dran glaube. Ein Freund aus Wien hatte eine Karte für den 17. April, aber bis zum 30. April ist in Heidelberg alles abgesagt.

      Es wäre sehr schade, wenn das Corona-Virus sämtliche Aufführungen dieser Opernrarität verhindert. Immerhin gibt es den Radiomitschnitt der Premiere.