Auf Wiedersehen: Die "Lindenstraße"

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    • Auf Wiedersehen: Die "Lindenstraße"

      Die letzte Folge der "Lindenstraße" ist gelaufen. :heul1: :heul1: :heul1:


      maticus

      P.S. Die heutige, letzte Folge, Nr. 1758, hieß "Auf Wiedersehen". Eine 34 Jahre währende Ära in der Fernsehgeschichte ging damit zu Ende.
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
      Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten
    • Die "Lindenstraße" ist an mir praktisch völlig vorbeigegangen. Außer Zufallseinschalten, eventuell wenige Minuten vor der eigentlich beabsichtigten Sendung, fällt mir nix ein ...

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Ich will keine leidenschaftslose Gehirnarbeit, sondern ein durchlebtes Kunstwerk mit einer Aussage." - Karl Amadeus Hartmann, aus seinem Artikel "Von meiner Arbeit" (1962)
    • <= na und an mir sind sämtliche Hollywood-Blockbuster der verg. 40 Jahre weitestgehed vorübergegangen :)

      Die Lindenstrasse hatte in den 80ern m. E. durchaus ihre Funktion, war für viele von dt. Serien a la Schwarzwälder Traumschiff Gefrustete einfach (sehr!) wohltuend anders!

      warum sie dann noch 30 weitere Jahre gelaufen und gelaufen ist.....nu, man könnte auch langelange diskutieren, ob es nicht ein Segen wäre, wenn zwei Drittel / drei Viertels weniger Tatorte produziert würden etc. etc......

      >mais non - mir ist nicht im geringsten nach solchen Diskursen, weder bei den Breaking News noch sonst wo !!!<

      :wink:
      Durchhängen iss nich !!
      (Udo Lindenberg)
    • Josquin Dufay schrieb:

      Endlich habe ich meine Ruhe...
      Zum Glück ist diese bescheuerte Serie vorbei. Am Anfang war auch ich neugierig gewesen, aber als ich festgestellt habe, dass das auch nur so eine "Moral-Serie" war, war das Kapitel für mich sofort beendet. Ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn man mir mit dem erhobenen Zeigefinger kommt und auf Moral-Apostel spielt. Von den ewig gleichen Geschichten und Figuren mal abgesehen. Und alles schön politisch korrekt natürlich, wirr müssen ja die Menschheit aufklären und belehren. Schrecklich.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • <= bei Capriccio kommunizieren aber mündige Bürger miteinander, right ;) und wie hoch deren Anteil wirklich ist :| :|

      unter Sozialwissenschaftlern (bin von Haus aus ja selbst einer) gibt's da mein ich ziemlich bedrückende Thesen (die sich kaum ein Politiker je zu eigen machen dürfte, jedenfalls nicht öffentlich)!

      dass ein erheblicher Bevölkerungsanteil so c. ab dem 18. Lebensj. das wirklich selbständige Denken weitestgehend einstellt ... dass, als Variante davon, viel mehr Leute, als so gemeinhin befürchtet wird, aktuelle Probleme nur dann an sich heranlassen, wenn diese im Rahmen von Fernsehserien angesprochen werden ----- mais non, Markus Lanz usw (streiten wir nicht noch darüber; ab und an werden dort ja mal ein paar wirklich sinnvolle Sätze fallen) ist besagten Leuten viel zu anstrengend.....

      >wollte diesbzgl. mich eigtl. nicht mehr äussern, auch wahr...<

      EDIT ... und ja - meine These ist in der Tat, dass es am verg. Wochenende 20% weniger Grillparties, illegale Flohmärkte etc. etc. gegeben hätte, hätten die Tage davor Muddi Beimer und ein paar andere Figuren (aus noch viel klebrigeren derzeit laufenden Serien) ihre Rübe ins TV-Gerät gehalten, um "ihre" Leute zu umsichtigen Verhalten aufzufordern!!

      :wink:
      Durchhängen iss nich !!
      (Udo Lindenberg)
    • Ihr letzten Vier, was habt Ihr doch so Recht! :)

      Wunderbar passt für mich hierzu der Begriff des sauren Kitsches, der allein schon rein quantitativ erfüllt wird: Rund zwanzig Personen machen rund achthundert verschiedene topaktuelle oder (pseudo-)zeitlose Riesenprobleme, Probleme und Problemchen in rund fünzig Tagen durch.

      Hinzu kommen diese wunderbar raschelnden Papierdialoge, sterilen Bilder und drittrangigen Mimen.

      Schade eigentlich, dass der doch einst gar nicht so unbegabte Regisseur Geißendörfer hier sein merkantiles und künstlerisches Finale gefunden hat.

      Damit wir uns nicht falsch verstehen: Süßkitsch à la Traumschiff brauche ich keineswegs. Aber er hat etwas Ehrlicheres irgendwie ...

      NB: Insgesamt fünfzig Folgen vielleicht habe ich über die Jahre schon gesehen oder teilweise gesehen. Sonst könnte ich auch gar nicht so lästern. Aber ich habe dieses Seifenoratorium relativ schnell wirklich nicht mehr ertragen. Isch schwöör ...!

      :wink: Wolfgang
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • Maurice schrieb:

      Zum Glück ist diese bescheuerte Serie vorbei. Am Anfang war auch ich neugierig gewesen, aber als ich festgestellt habe, dass das auch nur so eine "Moral-Serie" war, war das Kapitel für mich sofort beendet. Ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn man mir mit dem erhobenen Zeigefinger kommt und auf Moral-Apostel spielt. Von den ewig gleichen Geschichten und Figuren mal abgesehen. Und alles schön politisch korrekt natürlich, wirr müssen ja die Menschheit aufklären und belehren. Schrecklich.

      Ich möchte mal eine Lanze für die Serie brechen. In den 80er und 90er Jahren hatte die "Lindenstraße" durchaus innovative Züge.

      Das begann damit, dass eine Serie, die erkennbare Züge der 68er-Bewegung und des deutschen Autorenfilms trug, mitten in der "geistig-moralischen Wende" von Kanzler Kohl auftauchte. Eigentlich war das ein Anachronismus, auch durchaus in den 90er Jahren noch.

      Zweitens ist es der "Lindenstraße" eine zeitlang durchaus gelungen, aktuelle Themen fernsehgerecht aufzubereiten.

      Drittens ist die Ästhetik der Serie m. E. gar nicht so uninteressant. Natürlich atmet das Ding deutschen Mief durch und durch, aber genau das ist ja der Punkt. Die "Lindenstraße" war eine ganz eigene Interpretation des Genres Seifenoper, deren modernere Varianten im Stil von "Rote Rosen" eher ein Abklatsch ausländischer Vorbilder sind, auch wenn sie schönere Sets und Darsteller aufbieten.

      Aber: die "Lindenstraße" hatte ihren Zenit lange überschritten. Mit der Liberalisierung der Gesellschaft wurde diese Art des unterhaltsam verkleideten Aktivisten-Fernsehens irgendwie zunehmend obsolet. Die Serie war zuletzt eine Institution, die man deswegen nicht angetastet hat, weil sie halt eine Institution war - so wie der örtliche Dackelzüchterverein schon seit 27 Jahren von Hinnerk Hinnerksen geleitet wird.

      Innovationen oder Originalität gibt es im herkömmlichen Fernsehen m. E. schon lange nicht mehr. Die findet man heutzutage bei den Streaming-Diensten.

      Insofern möge die "Lindenstraße" in Frieden ruhen. Sie erinnert mich an Zeiten, in denen die ganze Nation Namen von Fernsehcharakteren wie "Mutter Beimer" kannte. Tempi passati...

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • andréjo schrieb:

      NB: Insgesamt fünfzig Folgen vielleicht habe ich über die Jahre schon gesehen oder teilweise gesehen. Sonst könnte ich auch gar nicht so lästern. Aber ich habe dieses Seifenoratorium relativ schnell wirklich nicht mehr ertragen.
      So erging es mir auch in etwa. ich war, als die Serie begann, noch Teenager gewesen. Da war das "in" und angesagt. Doch recht schnell konnte ich damit überhaupt nichts mehr anfangen. Da waren mir die altbackenen Filme mit Peter Alexander noch lieber gewesen, weil der wenigstens noch Pep hatte. Dagegen waren die Darsteller der "Lindenstraße" so bieder wie der Serienname.


      Symbol schrieb:

      Zweitens ist es der "Lindenstraße" eine zeitlang durchaus gelungen, aktuelle Themen fernsehgerecht aufzubereiten.
      Ich fand das völlig bescheuert. Vor allem so oberlehrerhaft umgesetzt. Da war es bei mir vorbei mit dem ganzen Mist.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Maurice schrieb:

      Symbol schrieb:

      Zweitens ist es der "Lindenstraße" eine zeitlang durchaus gelungen, aktuelle Themen fernsehgerecht aufzubereiten.
      Ich fand das völlig bescheuert. Vor allem so oberlehrerhaft umgesetzt. Da war es bei mir vorbei mit dem ganzen Mist.

      Es mag ja sein, dass Dir das nicht zugesagt hat, aber erfolgreich war es. Der Kuss zwischen zwei Männern, das Abgleiten von Klausi in rechtsradikale Zirkel etc. waren seinerzeit sozusagen "Talk of the town". Es ist also bei den Zuschauern angekommen, ob nun oberlehrerhaft oder nicht.

      Ob man die Serie mochte oder nicht: "Impact" hatte sie.

      LG :wink:
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    • Ich möchte Symbol zustimmen. Die "Lindenstraße" war sehr innovativ, was die Themenbehandlung anging. Es wurde halt nicht immer die heile Welt a la "Traumschiff" & Co gezeigt, sondern sehr oft brisante Themen, die fast überall sonst in der Unterhaltung eher tabu waren. So wurde sehr früh Homosexualität thematisiert, HIV, Drogen, Rechtsradikale. Dazu kamen Sekten, Gewalt von Frauen gegen ihre männlichen Partner, Polyamorie, Behinderungen, Parkinson, .... Ich kann die gar nicht alle aufzählen, da ich das meiste vergessen habe, und natürlich auch nicht immer gesehen habe.

      Nicht ganz zustimmen kann ich Symbol bei der Einschätzung, dass die Serie zum Schluss eher obsolet wurde. Es gab immer noch viele zeitaktuelle "problematische" Themen wie z. B. Flüchtlinge, rechtsradikale Personen im Polizeidienst, Pädophilie, Sterbehilfe, etc. Zudem hat sich die Art der früher lange Zeit eher altbackenen Inszenierung in der letzten Zeit durchaus modernisiert, vielleicht kam das aber zu spät.

      Die ARD hat bei der Absetzung wohl mit hohen Kosten und niedriger Quote argumentiert. Ich finde, Quote sollte bei ÖRn keine Rolle spielen. Zudem soll die "Lindenstraße" zum Schluss immer noch um die 2 Millionen Zuseher gehabt haben, oder ca. 10% Marktanteil. Das ist in der heutigen Medienwelt eigentlich gar nicht soo schlecht. Der Werte waren in den 1980/90ern zwar vielleicht bis 4-5 mal so hoch, aber die Medienlandschaft hat sich auch total verändert.

      maticus
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    • maticus schrieb:

      Nicht ganz zustimmen kann ich Symbol bei der Einschätzung, dass die Serie zum Schluss eher obsolet wurde. Es gab immer noch viele zeitaktuelle "problematische" Themen wie z. B. Flüchtlinge, rechtsradikale Personen im Polizeidienst, Pädophilie, Sterbehilfe, etc. Zudem hat sich die Art der früher lange Zeit eher altbackenen Inszenierung in der letzten Zeit durchaus modernisiert, vielleicht kam das aber zu spät.

      Dieser Eindruck meinerseits hat vielleicht auch mit einer vollkommen veränderten Medienlandschaft zu tun.

      Wie weiter oben geschrieben gelang es der "Lindenstraße" noch bis in die 90er Jahre, so etwas wie den "Talk of the town" zu liefern. Das wurde in den 2000er Jahren schon deutlich schwieriger, in den 2010er Jahren nahezu unmöglich.

      Das Fernsehen hat seine kulturell bindende Kraft weitgehend verloren. Die wichtigen Sachen finden heutzutage bei den Streaming-Diensten statt. Die etablierten Fernsehsender begegnen dem mit Biligware oder aufgeblähten Kindergeburtstagen als Abendshows. In diese Landschaft passte die "Lindenstraße" zuletzt ungefähr so gut wie ein Hummerschwanz an die Bockwurstbude. Die Serie war ein Relikt aus vergangenen Zeiten, als man im etablierten Fernsehen noch neue Dinge versucht hat.

      Natürlich gibt es immer noch politische Themen, aber erstens finden die großen politischen Diskurse nicht mehr in verschiedenen Ausprägungen der Mitte, sondern eher in Abgrenzungen zu den Rändern statt, und zweitens würde die "Lindenstraße" damit (anders als vor 20 oder 30 Jahren) niemals mehr prominent in den Zeitungen landen oder ein Tischgespräch bestimmen.

      So hat halt alles seine Zeit - die "Lindenstraße" hatte ihre.

      LG :wink:
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    • andréjo schrieb:

      Damit wir uns nicht falsch verstehen: Süßkitsch à la Traumschiff brauche ich keineswegs. Aber er hat etwas Ehrlicheres irgendwie
      Da würde mich ja brennend interessieren, was Du am "Traumschiff" "ehrlicher" findest. Vielleicht kannst Du das "irgendwie" nochmal genauer erklären.

      andréjo schrieb:

      Insgesamt fünfzig Folgen vielleicht habe ich über die Jahre schon gesehen oder teilweise gesehen. Sonst könnte ich auch gar nicht so lästern.
      Vielleicht liegt auch hier ein wenig die Antwort. Bei der "Lindenstraße" musste man schon etwas mehr Durchhaltevermögen aufbringen, wenn man sie richtig verstehen wollte. Keine Serie, wo man sich zwischendurch ab und zu mal eine Folge anschaut. Das ist so, wie sich ein CD mit den "schönsten Sätzen der klassischen Musik" kauft, und hinterher dann kein Fan von klassischer Musik wird bzw. meint, nun alles zu kennen.

      maticus
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    • Ich habe doch oben erklärt, was mich an der Serie genervt hat: die Häufung der Katastrophen und Kataströphchen auf engstem Raum, das entsetzlich Papierene der Dialoge und Problementwicklungen, die schwachen schauspielerischen Leistungen, die Farblosigkeit des Milieus (Dialekt wird zuletzt doch von niemandem mehr gesprochen, zum Beispiel).

      Eben Merkmale des Sozialkitsches, des sauren Kitsches.

      Abziehbilder statt Charaktere.

      Ein guter Roman, ein guter Film hechelt nicht jeder modischen Erscheinung hinterher in der Penetranz einer "Lindenstraße".

      Du bist mir nicht böse, Meister maticus, wenn ich behaupte, dass gelegentliche Einblicke (zur Bestätigung meiner Vorurteile, das gebe ich gerne zu) mir da genügten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich sehr wohl verstanden habe, was ich für mich verstehen musste. :) ;)

      Der Vergleich zwischen Häppchen und Vollständigkeit in der Kunstmusik ist recht hübsch, ich würde ihn allerdings anders anlegen: Solche Serien bieten in der Tat nur Häppchen statt durchdachter Themen, Klischees statt Durchdringung.

      Zu Deiner ersten Frage: Das "Traumschiff" nimmt niemand ernst und das wissen alle, die daran verdienen. Die Lindenstraße möchte ernst genommen werden, will aufrütteln und mahnen. Das tut gute Literatur, die nicht eindimensional sein will, allenfalls im Subtext, in der Notwendigkeit des Interpretierens.

      Aber: Die Serie hat ihren Zweck erfüllt und es liegt mir fern, irgendwem meine Ansichten aufzudrücken. Ich will überdies nicht leugnen, dass ich einzelne Folgen oder Teile als spannend empfunden habe, so wie man einen guten Krimi spannend finden kann. (Ich bin allerdings auch kein Krimi-Fan.)

      :cincinbier: Wolfgang
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    • andréjo schrieb:

      Ich habe doch oben erklärt, was mich an der Serie genervt hat: die Häufung der Katastrophen und Kataströphchen auf engstem Raum, das entsetzlich Papierene der Dialoge und Problementwicklungen, die schwachen schauspielerischen Leistungen, die Farblosigkeit des Milieus (Dialekt wird zuletzt doch von niemandem mehr gesprochen, zum Beispiel).

      Vieles davon - vor allem die vollkommen unglaubwürdige Häufung von Geschehnissen im Leben der Protagonisten - sind aber typische Stilelemente der Seifenoper.

      Es war ja gerade das Besondere der Lindenstraße, dass hier Elemente der "daytime soap", des deutschen Autorenfilms und der miefigen deutschen Vorabendserie gekreuzt worden sind. Das ist eigentlich ein ziemlich unmögliches Vorhaben - dass das Produkt dieses Versuchs dann über 34 Jahre lief, ist schon bemerkenswert.

      LG :wink:
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