ZITATERATEN: Konzert und Oper (ohne Komponisten über Komponisten)

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    • Gurnemanz schrieb:

      Ein Schuß ins Blaue: B = Karajan ?
      Which tunes your sacred lyre
      To that eternal quire,
      Where holy Herbert sits
      (o shame to profane wits!).

      Holy Herbert ist es nicht. Immerhin hat Karajan aber auch x von C eingespielt, in einer nicht unumstrittenen Aufnahme. Aber was war bei ihm schon unumstritten...

      :wink:
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    • Boah, was seid Ihr schnell und produktiv. Da ziselier ich meine Antwort an Gurni und unterdessen kommen 25 neue Lösungsvorschläge rein... Leider kann ich nicht alle würdigen.

      Felix Meritis schrieb:

      Hm, irgendwie müsste der Dirigent eine Generation älter sein als Karajan. Vielleicht Furtwängler [...]
      :thumbup: :thumbsup:

      Braccio schrieb:

      Dann tippe ich mal ins Blaue und sage C = Schubert, x = Symphonie Nr. 8 C-Dur.
      :verbeugung1: :thumbup: Wie bist Du darauf gekommen? Durch Karajans "umstrittene" Aufnahme?

      Gemeint ist in der Tat Furtwänglers Dirigat der Großen C-Dur-Sinfonie von Schubert (wohl die bekannte DG-Studioaufnahme mit den Berliner Philharmonikern).

      :wink:
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    • Nochmal das vervollständigte Zitat (keine Übersetzung - Deutsch ist die Originalsprache):

      Haben Sie auch schon Interpreten gehört, die Übergänge gar nicht wahrzunehmen scheinen? Oder andere, die einen Übergang groß einleiten und, statt in etwas hineinzuleiten, dann neu anfangen? Übergänge sind Orte der Verwandlung. Etwas Neues wächst aus dem Alten. Hören Sie bei Furtwängler, wie er Übergänge schon mehrere Takte vorher unmerklich vorzubereiten beginnt oder wie er im ersten Satz von Schuberts großer C-Dur-Symphonie den Charakter des Seitenthemas unmittelbar davor durch eine kleine, meisterhafte Temporückung vorausnimmt!

      :wink:
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    • Tip: A, ein Instrumentalist, hat Furtwängler noch live gehört, allerdings nie mit ihm zusammengearbeitet. Mit Karajan dagegen kam es zu einem gemeinsamen Auftritt, der für A - so berichtet er - sehr unbefriedigend verlief. Fortan ging man getrennte Wege.

      :wink:
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    • Quasimodo schrieb:

      Alfred Brendel?
      :jaja1: :thumbup: So ist es! Das Zitat stammt aus Brendels Buch "A bis Z eines Pianisten" (2012).

      Ich habe die Stelle in Furtwänglers Aufnahme der Großen C-Dur gerade nochmal nachgehört: Es handelt sich ja nur um zwei Überleitungstakte, in denen die Vierteltriolenbewegung des Hauptthemenkomplexes zu Vierteln gestaut wird, bevor dann das Seitenthema in Vierteln beginnt. Furtwängler nimmt das Seitenthema deutlich langsamer, aber er bezieht bereits die beiden Überleitungstakte in das langsamere Tempo mit ein, so dass sie tatsächlich wie eine Antizipation des Seitenthemas wirken. Anders als Brendel würde ich allerdings nicht von einer "kleinen Temporückung" sprechen - die ist schon recht deutlich. Kurz bei Karajan reingehört (der Vergleich bot sich an): HvK wird beim Seitenthema nur minimal (und nicht auf einen Schlag) langsamer, die Überleitungstakte wirken hier mehr wie ein Auslaufen des Hauptthemenkomplexes. So zumindest mein Eindruck.

      Felix Meritis, Braccio und Quasimodo teilen sich die Lösung. Glückwunsch! Einer von Euch sollte weitermachen.

      :wink:
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    • Zwielicht schrieb:

      zwei Überleitungstakte, in denen die Vierteltriolenbewegung des Hauptthemenkomplexes zu Vierteln gestaut wird
      korrigiere: der Begleitrhythmus wird nicht gestaut, sondern gestreckt.
      Die Verlangsamung ist also schon einkomponiert, so dass eigentlich keine weitere Maßnahme nötig wäre, um den neuen Charakter zu verdeutlichen. Bei Furtwängler ist das Hautthema wesentlich schneller als bei Karajan, so dass Fu irgendwo abbremsen muss, und das tut er eben zwei Takte vor dem Seitenthema, sogar relativ abrupt beim Übergang von den Triolen zu Vierteln.
      Kann man machen, muss man aber nicht unbedingt überzeugender finden als Karajans stabileres Tempo.
      Schon gar nicht als Musterbeispiel für gelungene Übergänge.

      [Besserwissermodus aus] :saint: Khampan
    • Khampan schrieb:

      Zwielicht schrieb:

      zwei Überleitungstakte, in denen die Vierteltriolenbewegung des Hauptthemenkomplexes zu Vierteln gestaut wird

      korrigiere: der Begleitrhythmus wird nicht gestaut, sondern gestreckt.Die Verlangsamung ist also schon einkomponiert, so dass eigentlich keine weitere Maßnahme nötig wäre, um den neuen Charakter zu verdeutlichen. Bei Furtwängler ist das Hautthema wesentlich schneller als bei Karajan, so dass Fu irgendwo abbremsen muss, und das tut er eben zwei Takte vor dem Seitenthema, sogar relativ abrupt beim Übergang von den Triolen zu Vierteln.
      Kann man machen, muss man aber nicht unbedingt überzeugender finden als Karajans stabileres Tempo.
      Schon gar nicht als Musterbeispiel für gelungene Übergänge.

      Klar, dass Dir das stabile Tempo besser gefällt :D . Und natürlich muss Furtwängler von seinem schnellen Tempo runterkommen. Durch die abrupte Temporückung an genau dieser Stelle zieht er die zwei Takte zum Seitenthema mit rüber und gibt ihnen mehr Gewicht. Der einkomponierte Effekt wird vielleicht etwas vergröbert bzw. ausgestellt. Eine solche Rückung finde ich zumindest erhellender als es ein Ritardando in den beiden Takten wäre. Muss man nicht machen, kann man aber.

      :wink:
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    • Khampan schrieb:

      Die Verlangsamung ist also schon einkomponiert, so dass eigentlich keine weitere Maßnahme nötig wäre, um den neuen Charakter zu verdeutlichen.
      Tja, das ist so eine Frage... Soll man bei allem, was "einkomponiert" ist, auf "weitere Maßnahmen" verzichten? Dann brauchte man z.B. in polyphonen Sätzen auch keine Stimmen hervorzuheben, müsste keine besonderen Harmonien zeigen usw.. Ich glaube, dass man damit erstens die meisten Hörer überfordern würde und zweitens "weitere Maßnahmen" zum Erleben und Verstehen (statt nur Hören) des "Einkomponierten" in vielen Fällen durchaus sinnvoll und notwendig sind.

      Zwielicht schrieb:

      Durch die abrupte Temporückung an genau dieser Stelle zieht er die zwei Takte zum Seitenthema mit rüber und gibt ihnen mehr Gewicht. Der einkomponierte Effekt wird vielleicht etwas vergröbert bzw. ausgestellt. Eine solche Rückung finde ich zumindest erhellender als es ein Ritardando in den beiden Takten wäre. Muss man nicht machen, kann man aber.
      Eben. Furtwängler macht diese Temporückung ja nicht einfach, um abzubremsen und dann mit dem zweiten Thema weiterzumachen, sondern in diesem Moment blitzt so etwas wie die Idee des neuen Themas auf. Das ist zwar auch irgendwie "einkomponiert", aber keineswegs selbstverständlich wahrzunehmen und auch nicht die einzige Möglichkeit, die Partitur an dieser Stelle zu deuten. Man könnte z.B. auch die Duolen einfach als Beruhigung des Vorhergehenden verstehen. Bei Furtwängler sind sie das auch, aber eben gleichzeitig auch der plötzliche Einfall des Neuen. Konsequenterweise macht er dann zwei Takte später zum eigentlichen Thema kaum noch etwas mit dem Tempo. Ich finde das außerordentlich überzeugend.
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • Arbeitgeber A aus X über den an Institution Y beschäftigten Musiker B:

      Ich bedaure außerordentlich [...] Ihren Fortgang von X. [...] Eine Möglichkeit, Ihre überaus schätzenswerte Kraft jetzt der Y zu erhalten, sehe ich zu meinem größten Bedauern nicht. Ich möchte aber nicht verfehlen, Ihnen zu sagen, dass das, was Ihnen über gegen Sie erhobene Anschuldigungen [zugetragen worden ist], auf Unwahrheit beruht, dass die gesamte Komission sich einig ist in der außerordentlich hohen Einschätzung Ihrer künstlerischen Kraft. Ich möchte Ihnen von Herzen danken für alles das, was Sie während der 7 Jahre Ihrer hiesigen Tätigkeit uns geschenkt haben. Sie dürfen versichert sein, daß Ihr Wirken, Ihre künstlerische Eigenart und Ihre außerordentlichen Leistungen bei uns unvergessen bleiben werden.

      Gesucht sind A und B sowie die Institution Y in X.
      Bernd

      Fluctuat nec mergitur
    • Hm, Y wäre dann ein Femininum, etwa eine Universität, eine Musik(hoch)schule oder eine Philharmonie. Was könnte das sein?

      Muß ich noch grübeln...

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann