ZITATERATEN: Konzert und Oper (ohne Komponisten über Komponisten)

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    • Quasimodo schrieb:

      Du bist erst im Fünftberuf Interpret? Ich dachte, im Zweit- oder Dritt...
      :D

      Quasimodo schrieb:

      Das ist so inhaltsleer und unverständlich und, ja: doof! - Wer sagt so was?
      SIbelius meinte mal, über Musik könne man nur mit Bankdirektoren sprechen, denn Musiker redeten ja nur übers Geld ... würde also schon passen.

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Ich will keine leidenschaftslose Gehirnarbeit, sondern ein durchlebtes Kunstwerk mit einer Aussage." - Karl Amadeus Hartmann, aus seinem Artikel "Von meiner Arbeit" (1962)
    • Nein, nicht Frantz. der hat nur 78, was sehr für dieses Forum spricht, wie ich meine.

      (Mist, jetzt habe ich die Zahl erhöht ...)

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Ich will keine leidenschaftslose Gehirnarbeit, sondern ein durchlebtes Kunstwerk mit einer Aussage." - Karl Amadeus Hartmann, aus seinem Artikel "Von meiner Arbeit" (1962)
    • Quasimodo schrieb:

      Ist A als Dumme-Sprüche-Klopfer bekannt?

      Quasimodo schrieb:

      Das ist so inhaltsleer und unverständlich und, ja: doof! - Wer sagt so was?
      ich will die Äußerung gar nicht verteidigen, im Kontext läse sich das vielleicht noch etwas anders.

      Als Dumme-Sprüche-Klopfer ist A ganz und gar nicht bekannt, es kann aber gut manchen geben, dem A generell fremd ist. Daß A gelegentlich schwer daneben gehauen hat, dürften allerdings viele meinen. War auch schon Thema auf Capriccio.

      also alle bisherigen Vermutungen treffen nicht zu.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Kater Murr schrieb:

      A Stravinsky?
      nein, auch wieder ganz und gar nicht. A hat sich allerdings auch zu Strawinsky ausgiebig geäußert - eines der besonders umstrittenen Kapitel in A's Werk.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Khampan schrieb:

      nanu, keiner traut sich zu sagen..., also A = Adorno?
      jaaa!
      Musikschriftsteller, gesellschaftskritischer Soziologe, Philosoph, Komponist, und m.W. gelegentlich als Klavierbegleiter eigener Lieder aufgetreten.

      Für die weitere Suche nach B und C braucht es wohl noch ein paar Hinweise:

      der Text, dem das Zitat entnommen worden ist, stammt aus den letzten Lebensjahren Adornos. Es handelt sich um eine Sammelbesprechung von 10 Schallplatten, die auf einer Bestsellerliste gestanden hatten.

      B und C spielen übrigens nicht das gleiche Instrument.

      hier nochmal das Zitat von Adorno:

      Auch [...] B und vor allem der blutjunge [...] C, werden keinen enttäuschen. Best sellers müssen den Standards entsprechen; die Waren werden nach ihren Äquivalenten getauscht.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Vielleicht präzisiere ich die Hinweise noch etwas:

      C war Pianist (B als nicht). Beide erschienen auf einer Schallplatte, die 1966 und 1977 auf einer Bestsellerliste stand.

      Die Frage ist also, welcher gut capricciobekannte Pianist kommt in Frage, 1966/67 "blutjung" auf einer Bestsellerliste gestanden zu haben?

      (Darin, daß er mit einem Nichtpianisten zusammen auf einer Schallplatte erschien, steckt auch noch ein Hinweis).
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


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      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • zabki schrieb:

      Die Frage ist also, welcher gut capricciobekannte Pianist kommt in Frage, 1966/67 "blutjung" auf einer Bestsellerliste gestanden zu haben?
      Ich versuchs mal: Grigori Sokolov?

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Gurnemanz schrieb:

      Ich versuchs mal: Grigori Sokolov?

      Zwielicht schrieb:

      Wenn's stimmt, müsste B Viktor Tretjakow sein.
      ganz genau!

      :top: :top: :top:

      die Schallplatte brachte die Sieger in Klavier und Violine des Tschaikowski-Wettbewerbs 1966 und stand auf den Spiegel-Bestsellerlisten von 1966 (dort auf Platz 1) und 1967. Adorno schrieb für den Spiegel eine Sammelrezension der Liste 1967. Auf der kamen so grausliche Sachen vor wie "Festliches Barock".

      Die ganze Rezension mit dem Titel "Orpheus in der Unterwelt" gibts online:

      spiegel.de/spiegel/print/d-45878748.html

      wieder abgedruckt in Adorno, Musikalische Schriften VI, S. 545.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Schöner Schlußsatz: "Die Welt der Unterhaltung ist die Unterwelt, die sich für den Himmel ausgibt." :D Und sehr lesenswert, das Ganze. Danke! (Händel-Liebhaber mögen sich empören oder müde abwinken. Tschaikowski kriegt natürlich auch sein Fett. :| )

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
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      Helmut Lachenmann
    • Das glaubt mir jetzt vermutlich keiner, aber ich dachte kurz an Sokolov, als der Zeitrahmen klar war, da ich auch eine Aufnahme des Tschaikowsky-Konzerts mit Järvi besitze, die direkt beim oder nach dem Wettbewerb 1966 gemacht wurde. Chopin 1965 wäre Argerich gewesen, das passte im Kontext nicht so gut.

      Aus dem Text Adornos für den Spiegel hätte man auch jede Menge hübscher Zitate zu Komponisten gewinnen können:

      "Die von der Musikhistorie X bescheinigte Synthese von italienischer Opernhomophonie und deutscher Kontrapunktik wird nur den überzeugen, der nicht weiß, was Kontrapunkt ist: Die Verpflichtungen, die in jeder polyphonen Komposition deren Ansatz dem Komponisten auferlegt, honoriert X nicht. Kein Stimmgewebe ist durchgebildet, nirgends stiftet der Stimmzusammenhang die Form."

      "mit der längst in die Sphäre von Kurmusik herabgesunkenen "a" von Y, und einem so akademischen Produkt wie dem "b" von Z, zu dem einem nichts Besseres einfällt als das öde Gehops jener Art von Ballett, die sich etwas auf ihre Klassizität zugute tut."

      "[V]s Bilderwelt ist nicht sublimiert, sondern kraß fixiert. Dem verdankt sie ebenso die schlagende Drastik wie das Überprofilierte und Unvermittelte der thematischen Gestalten. So geschickt seine Symphonik, so wenig symphonisch ist sie: bar des integrativen Vermögens. Sie nimmt das atomistische Hören vorweg. Ein kurzer Weg führt von Seitensatzthemen wie dem aus "c" und dem aus dem Klavierkonzert [Vs] über S zu Q: Prototypen von Schlagermelodien, bei denen man unentwegt sich gleichwohl als Standesperson fühlen soll."
      Tout le malheur des hommes vient d'une seule chose, qui est de ne pas savoir demeurer en repos dans une chambre.
      (B. Pascal)
    • Kater Murr schrieb:

      Aus dem Text Adornos für den Spiegel hätte man auch jede Menge hübscher Zitate zu Komponisten gewinnen können: [...]
      Genau das habe auch ich beim Lesen gedacht!

      :D
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Kater Murr schrieb:

      Aus dem Text Adornos für den Spiegel hätte man auch jede Menge hübscher Zitate zu Komponisten gewinnen können:
      ich lese ja überhaupt ganz gerne in dem dicken Band mit vielen Konzertkritiken. Manches klingt mehr geradeaus und zugleich offener, als man es vielleicht von anderen Publikationen her erwartet. z.B.: "Strawinskys Oktett ist fraglos ein Meisterwerk, mag es sich mit dem Neoklassizismus ansonsten verhalten wie es will" [sinng. zit.].
      das nur nebenbei.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Neues Rätsel

      Dann mach ich mal weiter. Bitte nicht googeln!

      Der Schriftsteller und Musiker A aus der Stadt X begleitet den Schriftsteller und Musiker B bei einigen Konzert- und Probenbesuchen in der Stadt Y. Es werden die Werke v und w des Komponisten C aufgeführt, u.a. von den Dirigenten E und F sowie den Orchestern G und H. Nebenbei wird auch noch Komponist D erwähnt.


      A berichtet:

      B war mir auf eine mich berauschende Weise zugewandt [...] - zugewandt, ja, wenn nicht plötzlich eine Frau dazu trat. Das geschah allerdings so häufig, daß ich manchmal dachte, er kenne wenigstens die Hälfte der Bevölkerung von Y, und ich gestehe, daß es mich verdroß, wie mühelos sich das Gesprächs-Niveau dann senkte und ich "stehen gelassen" wurde - trotz des permanenten "Darf ich Sie der Gräfin Soundso vorstellen?" [...]

      Wir gingen von einer Probe in die andere, und mir fiel die Aufgabe zu, für offene Türen zu sorgen. Als erstes Werk stand das v an, [...] unter E. Die G waren mit dem Zuhörenlassen heikel; aber E, von dem ich's für ihn, B, einfach verlangte und der den großen Namen blitzschnell in seiner Krone unterbrachte, befürwortete es [...], und so konnten wir, gegen alle Erwartung verdutzt, die ganz uneitle, hochprofessionelle Probentechnik des sonst so antipodischen Maestro beobachten [...]. Sein schnelles Ausschlagen der Viertel im [ersten Satz von] v war für mich irritierend, weiß ich noch, zumal es gegen C's Vorschrift ging; trotzdem kam ein Schwingen der Ganzen Takte zustande, wie es nur selten gelingt und auch E selber in der Schallplattenaufnahme nicht wieder gelungen ist; natürlich war das auch den G zu danken [...]. Ein paar Sätze über die Bedeutung von C's "Pesante", die ich mir hinterher herausnahm, wurden von E so nichtssagend beantwortet, daß ich mich schnell dankend verabschiedete und B hinterherlief, der gar nicht mit E hatte sprechen wollen. Die Aufführung, eine Matinée, blieb jedenfalls hochkultiviert zu nennen und von der Klangverwirklichung ohne Makel [...].

      [Nach einem Rückblick auf vorbildliche Aufführungen von w in der Vergangenheit]: Die Aufführung unter F nun konnte nach solchen Vorbilds-Beschwörungen natürlich nicht standhalten; wir gingen zur Generalprobe [...] mit schlimmen Ahnungen. F, den ich von X her kannte (und der sich ein bißchen an der Vorstellung gütlich tat, ich sei extra seinetwegen als Verehrer nach Y gereist) erzählte nachher aufgeräumt, wie er sich das Werk während der ganzen Herfahrt im Zug angeeignet habe, und es sei ja nun gar nicht so schlimm wie gedacht: "sowas Ähnliches wie D's 100. Psalm...". Vielleicht machten B solche Eröffnungen sprachlos; er beteiligte sich auch hier nicht am Gespräch und ließ mich reden, und ich führte mich [...] wohl ganz besonders unhöflich auf, sagte F ins Gesicht, daß eine Bahnfahrt eben nicht ausreiche, um die - von ihm verpatzten - Taktwechsel nach /23/ hinzukriegen [...] (ich habe mich später in X dafür entschuldigt, und er ließ meine C-Unbedingtheit, die er nicht teilte, gemütlich als Ursache gelten). Es waren nun nicht die G, die [...] zu spielen hatten, sondern die H, ein Unterschied wie Tag und Dämmerung, die glanzlosen Bläser vor allem machten den enormen Formkörper korpulent und das Impetuoso zäh und klobig, besonders nachdem wir vom Vormittag her noch das herrliche Blech der G im Ohr hatten. Die Aufführung war dann korrekt und ungenial, "jämmerlich prachtvoll", habe ich in meinen Kalender geschrieben; sie ließ mich kalt, und ich war kreuzunglücklich darüber. Seltsamerweise aber wirkte B beeindruckt und nachdenklich. Wir gingen noch [...] ein bißchen hin und her; ich krittelte an den Mängeln der Aufführung herum, aber er war anderswo und sagte plötzlich: "Trotzdem - es ist doch sehr viel, was übrig bleibt...".

      :wink:
      Details are always welcome. (Vladimir Nabokov)