ZITATERATEN: Konzert und Oper (ohne Komponisten über Komponisten)

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    • Diesmal etwas Leichtes, was Ihr bestimmt sofort erraten werdet:

      X:
      Im Grunde genommen habe ich mir meine Technik selbst erarbeitet. Natürlich habe ich von meinem Lehrer und meinem ersten Mann [= Y] viel gelernt, stilistisch. Aber ich habe alles Technische immer allein erarbeitet. Ich bin mit einer Naturstimme geboren worden, jeder bewunderte meine schöne Stimme, aber ich wollte schon sehr früh wissen, wie ich jenseits von bloßem Instinkt zu singen habe. Und so habe ich allmählich begonnen, meinen Körper zu beobachten, meinen Atem, wie er funktioniert. Ich habe regelrecht in mich hineingehört.. Und ich bin sehr stolz darauf, daß ich mir meine Technik selbst erarbeitet habe. ... Früher hatte ich lange Zeit jemanden, der mich kontrollierte, heute nicht mehr. Natürlich habe ich jemanden, mit dem ich meine Rollen einstudiere, oder lange liegengebliebene Partien auffrische und nachstudiere. Und selbstverständlich habe ich in Z einen Ehemann, der mir sehr genau, sehr verständig zuhört, und mit dem ich mich über alle gesangstechnischen Fragen austauschen kann. Das ist nicht zu unterschätzen.
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      Homo sum, ergo inscius.
    • Ludwig ist es wohl eher nicht, weil diese von ihrer Mutter ausgebildet wurde. Ich würde auch eher auf Freni tippen. 1. Ehemann Leone Magiera, der auch ausbildete und 2. dann Ghiaurov, der ja nun wirklich etwas von Gesangstechnik verstand. Und Naturstimme passt natürlich auch auf Freni.

      :wink: Wolfram
    • Christian Köhn hat als Vollprofi die richtige Lösung gefunden, Wolfram hat mit den Ehemännern ergänzt.

      Applaus! Applaus! :clap: :clap:

      Das Zitat stammt aus: Dieter David Scholz: Mythos Primadonna, erschienen 1999.
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      Homo sum, ergo inscius.
    • Musiker A im Gespräch mit Musiker B über die Frage, welche Werke des Komponisten C dieser besonders schätzt:

      A: Ist ihnen bewusst, dass jedes Werk, das Sie herausgehoben haben, zu dem gehört, was wir eine Übergangsphase - oder, vielmehr, eine von zwei Übergangsphasen, um genau zu sein - in C's Entwicklung nennen könnten?
      B: Vergebung, aber das ist nun wirklich Quark. Vor allem kann ich diese Vorstellung eines Stillstands in der Entwicklung von C nicht akzeptieren. Sie möchten mich wahrscheinlich davon überzeugen, dass jedes Werk, das er geschrieben hat, vom Geist her ein "frühes", ein "mittleres" oder ein "spätes" ist, und ich denke, dass diese Art der Kategorisierung ebenso unergiebig wie wenig originell ist.

      Wer ist A, wer B, wer C?
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • Bevor das hier einschläft, noch ein paar Hinweise:

      Die Werke, die B besonders hervorhebt, sind neben op. 95 die Klaviersonate op. 81a und die drei Sonaten op. 31, an anderer Stelle im selben Gespräch noch die Quartette op. 18. Von den Symphonien hebt er die zweite und ganz besonders die achte hervor, während er die vierte "nicht ertragen" könne und auch die Pastorale nicht besonders möge.
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • Könnte B Michael Gielen sein? Von dem habe ich gerade kritische Anmerkungen zur 4. Symphonie gelesen. Und provoziert hat er ja auch ganz gern mal.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
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      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Zu A bietet das Zitat vielleicht zu wenig Informationen, deshalb noch ein weiteres Zitat aus demselben Gespräch zu Melodien Beethovens im Vergleich zu denen Mendelssohns:

      A: Mendelssohns sind weitaus kontinuierlicher, weil sie mit einer motivischen Substanz zusammenhängen, die zugleich umfassender, komplexer und - verstehen Sie mich jetzt nicht falsch - professioneller ist.
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)