Für Elise, lang lang

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    • Für Elise, lang lang

      Lang Lang hat (schon vor einem guten Jahr) in der leeren Pariser Philharmonie Beethovens "Für Elise" gespielt und sich dabei leider gleich zweimal bei der Anzahl der Töne verzählt (bei 1:25 und 1:54), sozusagen "Für Elise, lang lang". Der Steinway CEO Ron Losby hat das anscheinend ebensowenig bemerkt wie der Pianist oder der Tonmeister und findet, dass diese Aufnahme

      "may be the greatest live performance ever captured of this masterpiece. The feedback on this video has been overwhelming and it promises to be viewed by millions for generations"

      Lang Lang. Peinlich peinlich.
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • Diesen Herrn habe ich einst in einer dafür nicht gedachten TV-Show zufällig mitbekommen. Es war das einschlägige Precipitato von Prokofieff, das er hingerichtet hat ... und wahrscheinlich habe ich das in diesem Forum auch schon mal geschrieben. Zu einem späteren Zeitpunkt habe ich Khatja Buniatishvili live mit dem selben Satz als Zugabe erlebt. Wahrscheinlich auch schon erzählt. Seitdem mache ich einen Bogen um sie, um ihn habe ich den Bogen streng genommen schon vorher gemacht. Das Leben ist kurz genug.

      :wink: Wolfgang

      EDIT: Audiamus hat hier halt doch mehr Humor ... :P
      He who can, does. He who cannot, teaches. He who cannot teach, teaches teaching.
    • 8| Das fällt ja sogar mir beim Anhören auf :huh:

      wie peinlich .... oder vielleicht fällt das ja auch unter Freiheit in der Interpretation ? :rolleyes:
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Na ja, bei Lang Lang würde ich noch unterstellen, dass er wusste, was er tat und eine Kurzversion für die MTV-Musikclip-Generation erstellt hat.

      (Wenn er hier im Forum schriebe, würde er eventuell extrem distanzierend etwas von Weltstar-Status und seinen außergewöhnlichen pianistischen Fähigkeiten schreiben, auf deren Grundlage man ihm durchaus auch mal zutrauen könne, ein Anfängerstück wie "Für Elise" richtig zu memorieren und wiederzugeben, wenn er es denn wolle.)

      Beim Steinway-CEO ist es halt peinlich.

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Ich will keine leidenschaftslose Gehirnarbeit, sondern ein durchlebtes Kunstwerk mit einer Aussage." - Karl Amadeus Hartmann, aus seinem Artikel "Von meiner Arbeit" (1962)
    • Mauerblümchen schrieb:

      Na ja, bei Lang Lang würde ich noch unterstellen, dass er wusste, was er tat und eine Kurzversion für die MTV-Musikclip-Generation erstellt hat.
      Seine Version ist nicht kürzer sondern zwei Achtel länger als die von Beethoven. Entweder er hat sich schlicht verzählt bzw. beim Übergang zurück zum Thema das Metrum aus dem Auge verloren, oder es war ein Schnittfehler, der vor der Veröffentlichung niemandem aufgefallen ist. Peinlich finde ich es so oder so.
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • Ich finde, zur Strafe sollte Lang Lang das Stück noch einmal aufführen, und zwar mit 840 Wiederholungen.

      :tee1:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Ich glaube, diese „extended version“ ist die bislang unbekannte Urfassung dieses Werkes, die anlässlich des Beethoven-Jahres nun endlich eingespielt worden ist.

      Darum möchte ich diesen Vorschlag aufgreifen

      Gurnemanz schrieb:

      mit 840 Wiederholungen
      , aber dafür plädieren, dass - zwecks der Intensivierung des bislang völlig ungeahnten Kunstgenusses - nur die beiden neuen Achtel gespielt werden. Das erhebt.

      :wink: Agravain
    • Lang Lang könnte ja den Harnoncourt geben und anführen, dass er ganz neue, sensationelle Quellen eingesehen hat (welche selbstverständlich nicht genannt werden), die belegen, dass dies schon immer so hätte gespielt werden müssen.

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Agravain schrieb:

      Darum möchte ich diesen Vorschlag aufgreifen

      Gurnemanz schrieb:

      mit 840 Wiederholungen
      , aber dafür plädieren, dass - zwecks der Intensivierung des bislang völlig ungeahnten Kunstgenusses - nur die beiden neuen Achtel gespielt werden. Das erhebt.
      wenn ich richtig verstehe, soll das zusätzliche Achtel nicht nur 1mal, sondern 840mal eingefügt werden.
      Das führt zu folgendem Konflikt: da 840 durch 3 teilbar ist, würde der charakteristische Taktwechsel (3+1 Achtel) verloren gehen. Gesucht wird ein musikhistorisch wie mathematisch sauberer Lösungsvorschlag.
      :alter1: Khampan
    • ChKöhn schrieb:

      sich dabei leider gleich zweimal bei der Anzahl der Töne verzählt
      Vermutlich hielt Lang Lang die wiederholten Töne dis/e für einen Triller und verstand dies daher als Aufforderung, eine Kadenz zu spielen, was er dann in minimalistischer Weise tat.

      Bei 3:13 bietet er uns übrigens die Version ohne Kadenz, sozusagen "richtig".

      Da jeder weiß, dass 313 die Autonummer von Donald Duck ist, wollte er damit darauf hinweisen, dass seiner Meinung nach Donald Trump der "richtige" Präsident der USA ist.

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Ich will keine leidenschaftslose Gehirnarbeit, sondern ein durchlebtes Kunstwerk mit einer Aussage." - Karl Amadeus Hartmann, aus seinem Artikel "Von meiner Arbeit" (1962)
    • ChKöhn schrieb:

      Gurnemanz schrieb:

      Ich finde, zur Strafe sollte Lang Lang das Stück noch einmal aufführen, und zwar mit 840 Wiederholungen.
      Warum willst Du mich bestrafen?
      Du meinst, Du kämst gar nicht drum rum, Dir das dann komplett anzuhören? Das nenne ich kollegiales Pflichtbewußtsein!

      :verbeugung1:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann