Vasks, Peteris - Sinfonische Werke

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    • Vasks, Peteris - Sinfonische Werke

      Der Lettische Komponist Peteris Vasks wurde am 02.April 1946 in Aizpute (Lettland) geboren und zählt heute zu den bekanntesten aktuellen nordischen Komponisten.
      Seine Werkreihe umfasst neben zahlreicher Kammermusik 3 Sinfonien und zahlreiche Konzerte für die Soloinstumente Violine, Flöte , Cello, sowie sinfonische freie Kurzwerke mit programmatischem Inhalt.

      Durch Wielands (Lutz) dankeswerter Empfehlung bin ich überhaupt auf diesen nordischen Komponisten gestossen.
      Ich würde mich freuen hier mehr über Vasks zu erfahren und Anregungen zu weiteren lohnenswerten CD´s zu erhalten.


      :spock1: Mein erster höchst erfolgreicher und empfehlenswerter Neuzugang ist dieser mit den Werken

      Peretis Vasks: Sinfonie Nr.2 (1998/99) + Violinkonzert (Distance Light" (1996/97)


      Vasks scheint "mein" Komponist des 20/21.Jhd. zu werden .... denn seine Werke scheinen trotz der gebotenen Modernität mit immer wiederkehrendem tonalen Rahmen und sind mit einer unglaublich starken Gefühlswelt gesegnet, die mich als Hörer gefangen nimmt. Das Ganze ohne den Hörer mit ungeniessbaren avantgartistischen, in meinen Augen sinnlosen Klängen zu nerven. [Blockierte Grafik: https://www.tamino-klassikforum.at/core/images/smilies/emojione/1f609.png] Der lettische Komponist Vasks hat, wie bereits viele aktuelle Komponisten, erkannt, was der Hörer bereit ist aufnehmen zu können und möchte; somit dann auch Spass an der Musik verspürt --- [Blockierte Grafik: https://www.tamino-klassikforum.at/core/images/smilies/emojione/1f60e.png] dann kann sich auch Erfolg einstellen.

      Die Sinfonie Nr.2 hat dramatische Momente mit heftigen Ausbrüchen neben klangvollen Momenten. Sie ist in einem Satz in der Länge von knapp unter 40Minuten. Packende Paukenstellen inclusive !

      Das sehr gefühlvolle und wunderbare Violinkonzert von ist offenbar eines der sehr beliebten Werke, da es das Werk bereits in zahlreichen Schallplatteneinspielungen gibt: Hier mit dem Dirigenten John Storgards an der Violine; aber auch mit Gidon Kremer, Vadim Glutzman u.a.
      Das einsätzige Werk für Violine und Streichorchester dauert etwas über 33 Minuten und zählt zu den "besinnlichsten und himmlischsten Concertos die je geschrieben wurden".



      ONDINE, 2002, DDD
      ______________

      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • teleton schrieb:

      Der lettische Komponist Vasks hat, wie bereits viele aktuelle Komponisten, erkannt, was der Hörer bereit ist aufnehmen zu können und möchte
      Welcher Hörer? Ich kann damit nicht gemeint sein, denn für mich steht Vasks ungefähr auf einer Stufe mit Pärt, was wahrlich kein Kompliment ist. Wenn Du nicht "den" Hörer sondern "die Mehrzahl der Hörer" meinst, magst Du aber recht haben. Allerdings erfüllt Helene Fischer deren Wünsche noch ungleich erfolgreicher.
      (Übrigens habe ich, um mein Urteil noch einmal zu überprüfen, gerade tatsächlich noch einmal in das Violinkonzert hineingehört: aber nach fünf Minuten habe ich den grauenvollen Kitsch nicht mehr ertragen.)
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • ChKöhn schrieb:

      Übrigens habe ich, um mein Urteil noch einmal zu überprüfen, gerade tatsächlich noch einmal in das Violinkonzert hineingehört: aber nach fünf Minuten habe ich den grauenvollen Kitsch nicht mehr ertragen.
      Ein hartes Urteil! Selbst habe ich das Violinkozert ("Tālā gaisma – Fernes Licht") vor 6 Jahren im Konzertsaal kennengelernt (Alina Pogostkina, Violine, Philharmonisches Orchester Heidelberg, Dirigent: Yordan Kamdzhalov). So richtig begeistert war ich nicht; so lese ich es jedenfalls in meinem eigenen Bericht, den zu zitieren ich mir erlaube:

      Gurnemanz schrieb:

      Es war das erste Mal, daß ich bewußt ein Werk des Letten Pēteris Vasks (*1946) hörte: ein etwa halbstündiges Werk für Violine und Streichorchester in einem Satz, dabei dreiteilig mit drei die Virtuosität betonenden Solokadenzen. Dies fiel insofern auf, als der Orchestersatz sonst überwiegend schlicht gehalten war, mit viel melancholischer Moll-Melodik. So richtig überzeugte mich das nicht (vermutlich bin ich zu sehr von Boulez und Ferneyhough "verseucht" :D ), obwohl sowohl Solistin als auch Orchester warm und sensibel aufspielten, da gab's nichts zu meckern! Immerhin war der Komponist selbst anwesend und genoß sichtlich den freundlichen Applaus.
      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Braccio schrieb:

      Ja, aber weitaus "härter" finde ich dies:

      teleton schrieb:

      ungeniessbaren avantgartistischen, in meinen Augen sinnlosen Klängen
      Stimmt. Da offenbart unser teleton mal wieder ganz eindeutig, was er mag und was nicht.

      :D
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
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      Helmut Lachenmann
    • teleton schrieb:

      Das Ganze ohne den Hörer mit ungeniessbaren avantgartistischen, in meinen Augen sinnlosen Klängen zu nerven.

      ChKöhn schrieb:

      grauenvollen Kitsch

      Als jemand der sowohl Ferneyhough als auch Vasks hört, finde ich solche Pauschalabqualifizierungen nicht sehr hilfreich zumal wenn man gerade einen neuen Thread eröffnet. Dann kommen erwartbar Repliken wie die obige und man streitet in Folge eher um die Pauschalurteile als das man sich mit dem Komponisten beschäftigt. Schade.
    • Gerade habe ich bei mir eine CD gefunden, auf der ein Werk von Pēteris Vasks enthalten ist: Dona nobis pacem für Chor und Streichorchester (1996/97, Dauer etwas über 15min). Auch hier wieder: lange Klangflächen in Moll (moduliert wird nicht, es bleibt im engen harmonischen Rahmen, im Booklet steht etwas von "weißen" a-Moll-Dissonanzen, beeinflußt von Arvo Pärt). So richtig fesselnd finde ich es nicht, auch wenn Chor und Orchester ihre Sache sehr gut machen, soweit ich das beurteilen kann: Das finde ich durchaus fein aufeinander abgestimmt:


      Eesti Filharmoonia Kammerkoor, Tallinna Kammerorkester, Ltg.: Paul Hillier

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
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      Helmut Lachenmann
    • Wieland schrieb:

      Als jemand der sowohl Ferneyhough als auch Vasks hört, finde ich solche Pauschalabqualifizierungen nicht sehr hilfreich zumal wenn man gerade einen neuen Thread eröffnet. Dann kommen erwartbar Repliken wie die obige und man streite in Folge eher um die Pauschalurteile als das man sich mit dem Komponisten beschäftigt.
      Der von Dir zitierte "grauenvolle Kitsch" war doch gerade nicht pauschal sondern konkret auf die ersten fünf Minuten des Violinkonzerts bezogen. Zwar vermute (bzw. erinnere) ich, dass die folgenden 25 Minuten auch nicht besser sind, aber als Kitsch bezeichnet habe ich nur das, was ich aktuell gehört habe. Mit Vasks habe ich übrigens schon (zu) viel Lebenszeit verbracht, als ich von ihm mal irgendein ein Stück für zwei Klaviere, Streichorchester und Schlagzeug gespielt habe (ich war jung und brauchte das Geld).
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      (Theodor W. Adorno)
    • Auch wenn es hier in erster Linie um die Orchesterwerke gehen soll:

      Die 5 Streichquartette von Vasks erfreuen sich bei den Ensembles einer gewissen Beliebtheit, es gibt bereits einige CDs und eine GA, auch das Artemis Quartett führt z.B. das 5. Quartett von Vasks im Repertoire.



    • ChKöhn schrieb:

      Der von Dir zitierte "grauenvolle Kitsch" war doch gerade nicht pauschal sondern konkret
      Das pauschal bezog sich auch eher auf den Beitrag von teleton. Dein vernichtendes Urteil über die ersten fünf Minuten des Konzertes steht Dir natürlich zu. Und ich habe überhaupt kein Problem damit, dass man die Musik von Vasks überhaupt nicht mag. Ich höre das halt anders.
    • ChKöhn schrieb:

      Übrigens habe ich, um mein Urteil noch einmal zu überprüfen, gerade tatsächlich noch einmal in das Violinkonzert hineingehört: aber nach fünf Minuten habe ich den grauenvollen Kitsch nicht mehr ertragen.

      So lange hast Du das durchgehalten? Respekt! Ich habe das Zeugs schon nach etwas über zwei Minuten ausgemacht.

      LG :wink:
      "Was Ihr Theaterleute Eure Tradition nennt, das ist Eure Bequemlichkeit und Schlamperei." Gustav Mahler
    • Und was soll denn an Vasks Musik gar so schrecklich sein? Die Zuschreibung "grauenvoller Kitsch" und die Anmerkung "das Zeugs schon nach etwas über zwei Minuten ausgemacht" finde ich nicht sonderlich informativ. Über das Violinkonzert jedenfalls sagt das so gut wie nichts aus.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Gurnemanz schrieb:

      Und was soll denn an Vasks Musik gar so schrecklich sein? Die Zuschreibung "grauenvoller Kitsch" und die Anmerkung "das Zeugs schon nach etwas über zwei Minuten ausgemacht" finde ich nicht sonderlich informativ. Über das Violinkonzert jedenfalls sagt das so gut wie nichts aus.

      Damit hast Du durchaus recht. Zunächst einmal sagt es nur aus, dass das Stück Christian Köhn und mir nicht gefällt. Ob das irgendwen interessiert, weiß ich nicht. Zumindest deutet es an, dass die These des Threadstarters von der generellen Gefälligkeit dieser Musik fragwürdig sein dürfte.

      Ich gebe zu, dass ich ein generelles Problem mit diesen postmodernen Säuselheinis habe, ob sie nun Pärt oder Vasks heißen. Ein paar harmlose Akkorde, dargebracht im Gestus der meditativen Versenkung. Wem's gefällt: bitte sehr!

      LG :wink:
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    • Symbol schrieb:

      Ich gebe zu, dass ich ein generelles Problem mit diesen postmodernen Säuselheinis habe, ob sie nun Pärt oder Vasks heißen. Ein paar harmlose Akkorde, dargebracht im Gestus der meditativen Versenkung. Wem's gefällt: bitte sehr!
      Hier bin ich durchaus dabei, allerdings ohne die Polemik - auch wenn mir nicht klar ist, ob es da wirklich nicht mehr als "ein paar harmlose Akkorde" gibt. Mir scheint, daß man als Hörer bei Pärt wie bei Vasks selbst eine bestimmte Bereitschaft zur meditativen Versenkung mitbringen sollte, um die Musik mit Gewinn aufnehmen zukönnen. Von Vasks habe ich allerdings nur die beiden genannten Werke bislang gehört; vielleicht ist es bei anderen seiner Werke nicht so.

      Ich kenne immerhin Leute, deren musikalischen Geschmack ich hochschätze und die sich von Musik dieser Art tief bewegen lassen.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
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      Helmut Lachenmann
    • Felix Meritis schrieb:

      Die a cappella Stücke sind anders. Reichlich dissonante Klangflächen mit wenig Kuschelfaktor. Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen.

      Vielleicht sollte ich den Stücken mal eine Chance geben. Danke für den Hinweis!

      Gurnemanz schrieb:

      Mir scheint, daß man als Hörer bei Pärt wie bei Vasks selbst eine bestimmte Bereitschaft zur meditativen Versenkung mitbringen sollte, um die Musik mit Gewinn aufnehmen zukönnen.

      Vielleicht fehlt mir hier einfach der intellektuelle Zugang - um mal Hape Kerkeling zu zitieren. :D

      Gurnemanz schrieb:

      Ich kenne immerhin Leute, deren musikalischen Geschmack ich hochschätze und die sich von Musik dieser Art tief bewegen lassen.

      Ich möchte auch niemandem, der diese Musik schätzt, Geschmack oder Kompetenz absprechen. Aber wenn dies als eine Art "Königsweg" für neuere Musik propagiert wird, regt sich bei mir Widerspruch. Die Annahme, dass dies allen gefallen müsste/dürfte, trifft halt nicht zu.

      Halbwegs neuere Musik, die beileibe nicht vor klassischen Harmonien zurückschreckt und zutiefst spirituell ist, ist m. E. Vivier.

      LG :wink:
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    • Gurnemanz schrieb:

      Und was soll denn an Vasks Musik gar so schrecklich sein? Die Zuschreibung "grauenvoller Kitsch" und die Anmerkung "das Zeugs schon nach etwas über zwei Minuten ausgemacht" finde ich nicht sonderlich informativ. Über das Violinkonzert jedenfalls sagt das so gut wie nichts aus.
      Ich habe glaube ich keinen Vertrag mit Capriccio unterschrieben, der mich auch dann zu einer ausführlichen Begründung verpflichten würde, wenn mir das Thema dafür einfach zu unbedeutend erscheint. Es gibt für mich persönlich (ich vermute aber für so ziemlich jeden) da eine Grenze nach unten, und Vasks ist nicht einmal in ihrer Nähe. Im Übrigen kann ja jeder hören, was er will: Wer sich mit Gewinn in liegende a-moll-Dreiklänge versenkt, soll das gerne tun. Er soll nur nicht behaupten, da hätte endlich mal ein Komponist begriffen, was "der Hörer bereit ist aufnehmen zu können und möchte". Es gibt auch Hörer ohne reaktionären Musikgeschmack.

      Gurnemanz schrieb:

      Ich kenne immerhin Leute, deren musikalischen Geschmack ich hochschätze und die sich von Musik dieser Art tief bewegen lassen.
      Das mag ja sein, sagt aber genauso wenig über die Musik aus. Oder haben die das (im Gegensatz zu mir) begründet? Ich kenne auch Leute, denen die Tränen der Rührung beim "Gebet einer Jungfrau" kommen. Warum also nicht auch bei Pärt oder Vasks? Angeblich soll es ja sogar Leute geben, die Friedensreich Hundertwasser für einen bedeutenden Künstler halten. Das beweist: Man findet Leute für alles.
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    • Symbol schrieb:

      Aber wenn dies als eine Art "Königsweg" für neuere Musik propagiert wird, regt sich bei mir Widerspruch.
      Bei mir auch. Darüberhinaus genieße ich lieber Musik mit ungenießbar avantgardistischen und sinnlosen Klängen. :versteck1:

      Aber bei Vasks Streichquartetten höre ich demnächst auch mal rein. Da gibt es ja einiges, worauf Wieland oben hinweist.

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
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