Wilder Tanz in h-moll für Klavier

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    • motiaan schrieb:

      Vielleicht wäre ein Cembalo-Klang authentischer.
      Ja - es hat was von Cembalo.

      Ich höre diesem Stück auf dieselbe Art zu wie einem Bach Präludium & Fuge. Ich meine: ich stelle von anfangs Akkordhören dann auf Simultan-mehrspurig-hören um.

      waldhoerer schrieb:

      es ist sozusagen aus sich selbst heraus entstanden. Heute bin ich schon strukturierter unterwegs.
      Was war Dein Ansatz? Wie hast Du angefangen? Kannst Du das beschreiben?
      Mich erinnert Sekunde 6-11 an irgendwas..... hast Du eine Vorlage variiert? Oder eine spontane Idee gehabt?
    • Hi, also nein hab da keine Vorlage variiert. Natürlich hab ich in meinem Leben sehr viel Musik gehört, und man ist nie davor gefeit etwas aufzuschnappen.
      Hatte nur den Ansatz, mal etwas eher virtuoses mit wilden Läufen usw. zu schreiben...
      Wie ich vorgehe? Mir fallen teilweise sehr einfache Melodien ein (meist leider wenn ich unterwegs bin, mittlerweile singe ich sie dann schon in den Handy-Recorder bevor ich sie vergesse), die ich dann sehr intensiv im Tonsatzprogramm verarbeite. Das braucht seeehr viel Zeit, die ich mir mittlerweile aber auch nehme, völlig ohne Streß - das macht dann so auch wirklich Freude.
    • waldhoerer schrieb:

      Hi, also nein hab da keine Vorlage variiert. Natürlich hab ich in meinem Leben sehr viel Musik gehört, und man ist nie davor gefeit etwas aufzuschnappen.
      Hatte nur den Ansatz, mal etwas eher virtuoses mit wilden Läufen usw. zu schreiben...
      Wie ich vorgehe? Mir fallen teilweise sehr einfache Melodien ein (meist leider wenn ich unterwegs bin, mittlerweile singe ich sie dann schon in den Handy-Recorder bevor ich sie vergesse), die ich dann sehr intensiv im Tonsatzprogramm verarbeite. Das braucht seeehr viel Zeit, die ich mir mittlerweile aber auch nehme, völlig ohne Streß - das macht dann so auch wirklich Freude.
      Danke für die Erklärungen !

      Du sagts Dir fallen Melodien einfach so ein.....aber der Rest ist Arbeit.

      Darf ich fragen, was passiert, wenn/falls Dir keine (noch so simplen) Melodien einfallen? Komponierst Du dann gar nicht? Oder versuchst Du dann eine Melodie oder ein Thema bewusst von Grund auf zu erarbeiten?

      Entschuldige diese neugierigen Fragen, aber ich bin wirklich daran interessiert.
      Danke !
    • Scherzo: Ich benutze Capella 8, für meine Zwecke super - und habe mich wegen den guten Anmerkungen hier weiter oben (Dynamik, Vortrag, ...) auch endlich mit dessen Mögl. für VST beschäftigt. ppp - fff, de/crescendo, versch. Anschläge geht alles wunderbar... drum wirds dann auch neue Versionen geben!

      Rosamunde: Nein, wenn mir keine gescheiten Melos einfallen dann mach ich auch nix, ich kann den inneren Radio nicht erzwingen... hab glücklicherweise früher sehr viele Fragmente gesammelt, die ich sicher noch mind. ein Jahr aufarbeiten kann... wie gesagt gibts dann in Kürze ein neues Stück.
      Frage: Komponierst Du auch?
    • waldhoerer schrieb:

      Scherzo: Ich benutze Capella 8, für meine Zwecke super - [...]
      Ich würde mal Überlegungen anstellen, ob das Werkzeug tatsächlich für das Intendierte brauchbar ist, und welche Schlüsse bezüglich Intention und Werkzeug (beides ist ja veränderbar) gezogen werden können.

      Der Weg, das Werkzeug als Imitation eines humanen Vortrags am Hammerklavier zu verwenden, scheint mir extrem steinig und letztlich völlig aussichtslos zu sein (bei dem bereits vorhandenen Material). Ich habe ja bereits vorgeschlagen, das Werkzeug als tatsächliches Instrument zu nehmen und entsprechend die Intuition vom Versuch, ein Klavierstück zu schreiben, zum bewussten Erzeugen mechanischer Musik zu verschieben. Dadurch sollte es möglich sein, das unfreiwillig Komische besser in den Griff zu bekommen.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
      playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)
    • putto schrieb:

      Der Weg, das Werkzeug als Imitation eines humanen Vortrags am Hammerklavier zu verwenden, scheint mir extrem steinig und letztlich völlig aussichtslos zu sein
      Ich denke mal, es ist nicht Waldhoerers Intention, den Computer-generierten mp3 Output als "gültige Interpretation" seines Werks anzusehen. Es ist doch eher ein einfacher Weg, seine Partitur zum Klingen zum bringen, wenn man keinen Virtuosen zur Hand, der bereit ist, das Werk einzustudieren.
      Ich sehe das eher als die heutige Variante, der früher üblichen Prozedur an: ".. am Abend spielte Komponist X seinen Freunden den ersten Satz seiner neuen Sinfonie am Klavier vor ....".
      Das war früher der gängige Weg eine neue Komposition vorzustellen, ohne dessen Instrumentarium zu haben. Und es war mit Sicherheit nur ein blasses Abbild des Werkes.

      Heute gibt es halt noch andere Möglichkeiten ...
      :wink:
    • Ich hab´ mir das Stück soeben auch angehört (mit den Ohren eines Laien) - klingt wirklich interessant ! Aber irgendwo so ab Minute 1:30 / 2:00 hätt ich persönlich eine "Hörpause" gebraucht. Hast Du mal daran gedacht, das Stück in der Mitte aufzubrechen und einen ruhigeren Mittelteil einzuziehen ?

      VG

      Palisander
    • Also ich benutze jetzt das mitgelieferte VST stereo-piano von Capella, experimentiere aber noch. Meine zwei Stücke auf YouTube sind schon viel älter, hatte damals von Capella auf Midi und dann auf irgendein VST plugin gesamplet.
      Weiters... ja möchte ich schon irgendwie ein 'reales' Piano 'hören', ich sehe es so wie Scherzo. putto hat aber nicht unrecht, auf VST samplen ist es halt wirklich ein steiniger Weg...
      Palisander: Ruhe ist immer gut, schon wieder ein guter Hinweis... nur beim 'Wilden Tanz' werde ich keine Ruhe mehr zulassen ;)
      Bei mir ist es so: Je öfter ich ein Stück höre, desto 'logischer' kommt es mir vor. Man darf es dann einige Wochen -nicht- hören, um wieder 'clean' reinhören zu können.
      Geht es euch auch so?
    • Scherzo schrieb:

      Das war früher der gängige Weg eine neue Komposition vorzustellen, ohne dessen Instrumentarium zu haben. Und es war mit Sicherheit nur ein blasses Abbild des Werkes.
      Hast Du mal Aufnahmen von Komponisten am Klavier gehört,welche Ihre Orchesterwerke vorstellen?
      Da gibt es Beispiele von Schostakowitsch,Korngold ,neuerdings auch ein wiederentdeckter Schatz von Rachmaninoff u.v.a. .Das waren keine blassen Abbilder, sondern es klang tatsächlich fast wie ein Orchester.

      Viele Komponisten waren oder sind auch glänzende Pianisten.
      Wir hatten auch an unserem Hause mal einen Kapellmeister, Günther Albers, der bei den Hauptproben zu unserer
      damaligen Wagner "Ring" Produktion den gesamten Ring am Klavier spielte.
      Und zwar aus der Partitur,nicht aus einer Bearbeitung.
      Damals sind Leute auch von weiter weg zu diesen Proben angereist,um DIESES Klavierspiel zu hören.

      Gegen dieses sehr großes Können kommen mir die "heutigen" Methoden eher uninteressant und mechanisch vor.

      Damit will ich jetzt keine Grundsatzdiskussion eröffnen,welche Methode "besser" sei, aber ich wollte darauf hinweisen, daß
      Dein letzter Satz zweifelhaft für mich ist.
    • Michael Schlechtriem schrieb:

      Hast Du mal Aufnahmen von Komponisten am Klavier gehört,welche Ihre Orchesterwerke vorstellen?
      Da gibt es Beispiele von Schostakowitsch,Korngold ,neuerdings auch ein wiederentdeckter Schatz von Rachmaninoff u.v.a. .Das waren keine blassen Abbilder, sondern es klang tatsächlich fast wie ein Orchester.

      Viele Komponisten waren oder sind auch glänzende Pianisten.
      Wir hatten auch an unserem Hause mal einen Kapellmeister, Günther Albers, der bei den Hauptproben zu unserer
      damaligen Wagner "Ring" Produktion den gesamten Ring am Klavier spielte.
      Und zwar aus der Partitur,nicht aus einer Bearbeitung.
      Damals sind Leute auch von weiter weg zu diesen Proben angereist,um DIESES Klavierspiel zu hören.

      Gegen dieses sehr großes Können kommen mir die "heutigen" Methoden eher uninteressant und mechanisch vor.

      Damit will ich jetzt keine Grundsatzdiskussion eröffnen,welche Methode "besser" sei, aber ich wollte darauf hinweisen, daß
      Dein letzter Satz zweifelhaft für mich ist.
      Da stimme ich dir in allen Punkten zu. Unter den Händen eines Könners ist eine solche Wiedergabe auf jeden Fall mehr als ein "blasses Abbild".
      Insofern ist der Begriff hier falsch. Was ich ausdrücken wollte, ist, dass in beiden Fällen die Wiedergabe nicht ganz dem Original entspricht.

      Die MIDI Wiedergabe aus der Notationsdatei ist sozusagen die beste Möglichkeit "des armen Mannes", der sein Werk nicht selbst spielen kann oder keinen Interpreten findet. Herr Brahms würde es wahrscheinlich auch mit den heutigen Möglichkeiten nicht so machen :D

      Im übrigen bin ich großer Bewunderer all dieser Menschen, die in der Lage sind, eine Orchesterpartitur mehr oder weniger vom Blatt adäquat wiederzugeben.
      Das ist eine Fähigkeit, vor der ich allerhöchsten Respekt habe (und auch ein wenig Neid schwingt da mit :evil: ).

      :wink:
    • Scherzo schrieb:

      Die MIDI Wiedergabe aus der Notationsdatei ist sozusagen die beste Möglichkeit "des armen Mannes", der sein Werk nicht selbst spielen kann oder keinen Interpreten findet. Herr Brahms würde es wahrscheinlich auch mit den heutigen Möglichkeiten nicht so machen
      Lieber Scherzo,
      danke für Deine liebe Antwort.
      Ich gebe Dir da auch vollkommen Recht.
      Heutzutage komponieren sehr viele (übrigens auch meine Mutter,welche eine recht angesehene Komponistin für Chorliteratur ist) mit Hilfe dieser Computerprogramme.
      Dagegen ist gar nichts zu sagen,das ist Standard heute.

      Aber falls ich mir als Komponist nicht völlig sicher bin,ob mein Erguss auch möglich zu spielen ist,dann würde ich mich fachkundig machen.
      Und genau das tuen viele nicht mehr,übrigens auch Profis,die es besser kennen sollten und müßten.

      Man sollte dann Instrumentalisten fragen, ob etwas möglich ist und/oder vor allem klingt.
      Aber das war schon in den 70er und 80er Jahren ein Problem,vor MIDI und PC.
      Ich habe recht viele Ergüsse damals aufgeführt oder erstaufgeführt,wo der jeweilige Komponist nur anhand von Tabellen
      meinte zu wissen,was auf dem jeweiligen Instrument möglich sein sollte.
      Was oft nicht der Fall war.
      Das war oft ärgerlich,denn da gab es schon Hornochsen,welche sich für die größten hielten und uns Instrumentalisten
      nur als Fußvolk ansahen.
      Dies waren zu 100% Wichtigtuer und Angeber.
      Es gab aber auch immer wenige Komponisten damals,welche sich wirklich auskannten und vor denen ich
      Respekt hatte.

      Und heute kann sich jeder halt sein Ding am PC abspielen lassen,wo es natürlich funzt.

      Insoferne gebe ich Putto Recht, dass man sich dann bei Nichtwissen besser dazu entscheidet, Maschinenmusik zu schreiben.
      Das ist nichts falsches,wenn es wirklich so gedacht und ausgeführt ist.

      Putto hat das ja schon ausgiebig und sehr,sehr gut beschrieben und erklärt.
      Er hat da einfach Recht.