Rahmenbedingungen von Aufführungen: Mit oder ohne Publikum? Die Folgen und zukünftige Entwicklungen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Ich bin halt leider kein religiöser Mensch.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
      playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)
    • Meine Erfahrungen sind eher, dass die Eindrücke der Konzertgäste immer sehr divergieren, der eine fand dies gut der andere jenes, einer war begeistert der andere geradezu erbost über den Mist, viele sind aber auch eher gelangweilt oder desinteressiert.
      Während der Musik besteht die Wahrnehmung anderer Hörer vor allem in Störungen: Geraschel, Husten, Schnaufen, Schnarchen.
      Wenn nachher gigantischer Jubel ausbricht, stößt mich das immer etwas zurück. Da geht es meist um eine Art "Liebesbekundung" zu einem "Star", die mir ähnlich suspekt ist wie die zu einem Politiker.
      Tatsächlich würde ich mir aber oft mehr Kommunikation wünschen, und Formate, in denen die Bar der Bühne beinahe gleichgestellt ist an Wichtigkeit, finde ich nicht übel, Konzerte die zur Party werden, wo man dann doch auch mal mit jemandem redet, den man nicht schon vorher kannte.
      Ansonsten besteht unter Künstlern viel Kommunikation auch eher in Networking (Lobbying) als in ästhetischer Diskussion.
      :/
      Konzerte sind für mich eher Kontemplation als Kommunikation, der Hauptvorzug gegenüber der CD ist akustischer Natur.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
      playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)
    • putto schrieb:

      Die "unmittelbare Kommunikation" der Hörer untereinander besteht also in "Schwingungen"?
      Sorry, das ist für mich haarsträubender Unsinn.
      Wieso eigentlich? Kern der ganzen Veranstaltung sind schließlich auch von Instrumenten verursachte Schwingungen, die sich in die extrem schwingungsaffinen Gehörgänge der Zuhörer schmeicheln...

      putto schrieb:

      Tatsächlich würde ich mir aber oft mehr Kommunikation wünschen, und Formate, in denen die Bar der Bühne beinahe gleichgestellt ist an Wichtigkeit, finde ich nicht übel, Konzerte die zur Party werden, wo man dann doch auch mal mit jemandem redet, den man nicht schon vorher kannte.
      da bin ich ganz bei Dir.
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • Gurnemanz schrieb:

      Vermutlich gibt es aber auch Musiker, die sich sosehr auf ihre Darbietung koinzentrieren, daß sie die Anwesenheit von Publikum komplett ausblenden; dieses könnte dann auch wegbleiben.
      Ich nehme auch an, dass es das gibt, aber selbst dann wäre noch immer zu fragen, ob sie ohne Publikum zu derselben Konzentration in der Lage wären. Insofern stimme ich Deiner Schlussfolgerung (das Publikum könne dann auch wegbleiben) nicht zu.

      Gurnemanz schrieb:

      Mir ist klar (zumindest glaube ich das), daß es Christian nicht um Pausengespräche geht, sondern um die Situation im Konzert selbst, während der Aufführung:
      Du hast mich richtig verstanden. Tatsache ist: Live-Mitschnitte unterscheiden sich auch und gerade bei den größten Musikern meist erheblich von ihren Studioproduktionen derselben Werke, und zwar nicht nur in der "Trefferquote". Woran soll das liegen, wenn nicht an einer gegenseitigen Beeinflussung von Musikern und Hörern? "Haarsträubender Unsinn" ist es nicht, solche Zusammenhänge - wie unzureichend auch immer - zu formulieren, sondern sie zu leugnen.
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • Gurnemanz schrieb:

      Sagen wir einfach so: Es gibt Schwingungen zwischen den Aufführenden und dem Publikum

      putto schrieb:

      Die "unmittelbare Kommunikation" der Hörer untereinander besteht also in "Schwingungen"?
      Sorry, das ist für mich haarsträubender Unsinn.
      Nochmal: Es ging Gurnemanz um eine wie auch immer geartete Beziehung zwischen Aufführenden und Publikum.

      Ich kann die bestätigen. Als Chorleiter stehe ich mit dem Rücken zum Publikum, als Organist sitze ich (meist) oben auf der Empore ohne Blickkontakt, sehe also nichts von den Zuörenden, trotzdem merke ich (oder bilde mir das ein), wann wir/ich die Zuhörenden "haben" und wann nicht. Vermutlich aufgrund der Intensität der nur halb bewusst wahrgenommenen Nebengeräusche oder deren Fehlen.

      Vermutlich ist das auch korreliert - wenn Du selbst im "Flow" bist, dann spürt das ein signifikanter Anteil der Zuhörenden und das drückt sich zusammen mit den verringerten Nebengeräuschen eben so aus, dass der Eindruck einer Kommunikation besteht.

      Aus anderem Kontext: Angebotspräsentationen. Früher vor Ort beim Kunden, seit einem Jahr fast nur online. Auch Kolleg*innen bestätigen: Wenn Du mit dem Kunden in einem gemeinsamen Raum bist, bekommst Du unmittelbar nonverbales Feedback, ob Du sie gerade "hast" und das jeweilige Thema ein wenig vertiefen kannst oder ob Du besser schnell zur nächsten Folie weitergehst. Online - null. Stochern im Nebel ...

      "Schwingungen" könnte man nennen, es ist sicher eine Fornm von Resonanz, die sich da ereignet oder auch nicht. In jedem Fall ist es eine Form von nonverbalem Feedback.

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Es ist ein Jammer, dass die Dummköpfe so selbstsicher und die Gescheiten so voller Zweifel sind." - Bertrand Russell
    • putto schrieb:

      der andere geradezu erbost über den Mist
      das kommt doch oooch als Variante von Kommunikation rüber.. muss nicht immer mal die schlechteste sein :D
      (wurde bereits mal von mir gepostet, dass ein Schüler/Adlatus Alban Bergs seinen geliebten Herrn und Meister über den "Erfolg" seines Wozzecks hinwegtrösten musste :P )

      putto schrieb:

      Wenn nachher gigantischer Jubel ausbricht, stößt mich das immer etwas zurück. Da geht es meist um eine Art "Liebesbekundung" zu einem "Star",
      nach der Premiere (in 96-Provinz ) von Nonos Al gran sole (09.05.04) brach seitens des Auditoriums "gigantischer Jubel aus und der galt nicht irgendwelchen Stars, sondern vor allem der super-fetzigen Mucke Nonos , ihrer Wiedergabe + szenischer Umsetzung....

      putto schrieb:

      Während der Musik besteht die Wahrnehmung anderer Hörer vor allem in Störungen: Geraschel, Husten, Schnaufen, Schnarchen.
      bei den Wittener Tage für neue Kammermucke, sowie dem Now-Festival oder z.B. Parsifal und Tristan in Bayreuth hatten wir aber totalst andere Eindrücke vom Auditorium... als wir uns mal (auch im Kaff Hannover) Nonos Streichquartett mit Nomos-Saitenquälerteam reinzogen (2. Violine = Jutta Rübenacker) war auch großer Haufen Haupt- und Realschüler dabei. Während der Wiedergabe herrschte andächtiges Reinziehn seitens des gesamten Auditoriums, wie etwa in einer Art Feeling "sind für mich eher Kontemplation"... ist doch ooch Variante von Kommunikation ........
      „Ein Komponist, der weiß, was er will, will doch nur was er weiß...“ Helmut Lachenmann
    • ChKöhn schrieb:

      Aber auch außerhalb der gegenwärtigen Situation kann man es z.B. durch die Tatsache belegen, dass Erinnerungen an konkrete Konzerterlebnisse oft viel intensiver und langlebiger, also auch persönlichkeitsprägender sind als die an das erstmalige Hören einer CD oder ähnliches. Die unmittelbare Kommunikation zwischen Musikern und Hörern sowie letzterer untereinander findet nur im gemeinsamen Konzerterlebnis statt, und ohne Kommunikation gibt es auch keine Gemeinschaft.
      Wenn ich das lese, frage ich mich ein wenig, warum wir überhaupt CDs, DVDs oder eben Streaming haben. Und was ist unmittelbare Kommunikation? Inwiefern ist sie über die CD zB nicht unmittelbar? Es ist ja niemand dazwischengeschaltet. Und persönlichkeitsprägend? Also das erstmalige Hören der Sex Pistols erfolgte bei mit notgedrungen über Tonträger (Armins Kassettenrekorder), aber das flashte mich unmittelbar. Wie sagte John Peel: „Als ich mit 13 das erste Mal Little Richard schreien hörte, das klang so wild, so exzessiv, dass ich Angst hatte, auf der Stelle wahnsinnig zu werden. Im Grunde ist es diese Erfahrung, auf die ich noch heute hoffe, wenn ich eine Platte auflege.“

      Die Beatles beispielsweise verzichteten ja bewusst auf das Musizieren vor Publikum. Und es hat sie - sagen wir mal - in kreativer Hinsicht nicht gerade gelähmt.

      Aber gut, auch der nicht zuletzt dank seiner virtuellen Hauskonzerte populäre Igor Levit sagte (gegenüber dem Tagesspiegel): „Nähe, Stimme, Klang, Musik, Miteinander, Freunde in echt hören, und plötzlich wiegen die Worte viel mehr – all das geht nicht digital.“ Und da werden wahrscheinlich sehr viele mitgehen können. Die Nähe und das Miteinander fehlen. Auch, aber nicht nur, in der Musik. Ich freue mich auf den ersten Konzert- oder Opernbesuch nach Corona. Die Karten für Bayreuth sind bestellt. Aber auch in sogenannt normalen Zeiten war dieses Live-Moment stets nur Ergänzung zum Kulturerleben.
    • Amfortas09 schrieb:

      was ist in diesem Zusammenhang "Trefferquote"
      Die Quote der richtig getroffenen Töne. Die liegt bei Studioproduktionen in der Regel bei annähernd 100 Prozent, in Konzerten mehr oder weniger darunter.

      Ekkehard schrieb:

      Wenn ich das lese, frage ich mich ein wenig, warum wir überhaupt CDs, DVDs oder eben Streaming haben. Und was ist unmittelbare Kommunikation? Inwiefern ist sie über die CD zB nicht unmittelbar?
      "Unmittelbar" meinte ich quasi wörtlich, also "ohne Mittel" von Mensch zu Mensch, während eines Konzertes sogar ohne das Mittel der Sprache. CDs usw. haben meines Erachtens (wen wundert's...) ihre Berechtigung, aber nicht als Ersatz für ein Konzert sondern als Kunstwerke eigener Art. Bei Streaming ohne Publikum sehe ich das bisher nicht, das würde ich höchstens als zweitschlechteste Lösung knapp vor dem vollständigen Wegfall von Konzerten sehen, aber wie gesagt mit der Gefahr von Nebenwirkungen.
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • Mauerblümchen schrieb:

      Gurnemanz schrieb:

      Sagen wir einfach so: Es gibt Schwingungen zwischen den Aufführenden und dem Publikum

      putto schrieb:

      Die "unmittelbare Kommunikation" der Hörer untereinander besteht also in "Schwingungen"?
      Sorry, das ist für mich haarsträubender Unsinn.
      Nochmal: Es ging Gurnemanz um eine wie auch immer geartete Beziehung zwischen Aufführenden und Publikum.
      Man könnte ja mal bemerken, dass sich mein Unsinn auf die Schwingungen als "unmittelbare Kommunikation zwischen den Hörern untereinander" bezog, eine Formulierung, an der ChKöhn und Gurnemanz festhalten.

      Da ChKöhn etwas von genauer Formulierung sprach, lese ich halt seine Sätze genau, sorry.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
      playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)
    • philmus schrieb:

      putto schrieb:

      Die "unmittelbare Kommunikation" der Hörer untereinander besteht also in "Schwingungen"?
      Sorry, das ist für mich haarsträubender Unsinn.
      Wieso eigentlich? Kern der ganzen Veranstaltung sind schließlich auch von Instrumenten verursachte Schwingungen, die sich in die extrem schwingungsaffinen Gehörgänge der Zuhörer schmeicheln...
      Weil ich nicht mit der Dame zehn Reihen hinter mir kommuniziere, indem ich dieselben Schallwellen wahrnehme wie sie, die aber von keinem von uns beiden hervorgebracht wurden. Deshalb ist das Unsinn.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
      playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)
    • putto schrieb:

      Und ich hatte in Konzerten schon so ziemlich alle möglichen Positionen inne (Komponist, Interpret, Organisator, Intendant, Gesprächsbeteiligter, Programmtextautor, Publikum).
      und, dasselbe auch in Live-Streaming-Kontexten?

      Amfortas09 schrieb:

      was ist in diesem Zusammenhang "Trefferquote"
      Anteil der getroffenen Töne, nehme ich mal an.
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • putto schrieb:

      Man könnte ja mal bemerken, dass sich mein Unsinn auf die Schwingungen als "unmittelbare Kommunikation zwischen den Hörern untereinander" bezog, eine Formulierung, an der ChKöhn und Gurnemanz festhalten.

      Da ChKöhn etwas von genauer Formulierung sprach, lese ich halt seine Sätze genau, sorry.
      Nein, das tust Du nicht. Sonst hättest Du bemerkt, dass ich nichts von "Schwingungen" geschrieben habe.
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • Mauerblümchen schrieb:

      Gurnemanz schrieb:

      Sagen wir einfach so: Es gibt Schwingungen zwischen den Aufführenden und dem Publikum

      putto schrieb:

      Die "unmittelbare Kommunikation" der Hörer untereinander besteht also in "Schwingungen"?
      Sorry, das ist für mich haarsträubender Unsinn.
      Nochmal: Es ging Gurnemanz um eine wie auch immer geartete Beziehung zwischen Aufführenden und Publikum.
      Ich kann die bestätigen. Als Chorleiter stehe ich mit dem Rücken zum Publikum, als Organist sitze ich (meist) oben auf der Empore ohne Blickkontakt, sehe also nichts von den Zuörenden, trotzdem merke ich (oder bilde mir das ein), wann wir/ich die Zuhörenden "haben" und wann nicht. Vermutlich aufgrund der Intensität der nur halb bewusst wahrgenommenen Nebengeräusche oder deren Fehlen.

      Vermutlich ist das auch korreliert - wenn Du selbst im "Flow" bist, dann spürt das ein signifikanter Anteil der Zuhörenden und das drückt sich zusammen mit den verringerten Nebengeräuschen eben so aus, dass der Eindruck einer Kommunikation besteht.

      Aus anderem Kontext: Angebotspräsentationen. Früher vor Ort beim Kunden, seit einem Jahr fast nur online. Auch Kolleg*innen bestätigen: Wenn Du mit dem Kunden in einem gemeinsamen Raum bist, bekommst Du unmittelbar nonverbales Feedback, ob Du sie gerade "hast" und das jeweilige Thema ein wenig vertiefen kannst oder ob Du besser schnell zur nächsten Folie weitergehst. Online - null. Stochern im Nebel ...

      "Schwingungen" könnte man nennen, es ist sicher eine Fornm von Resonanz, die sich da ereignet oder auch nicht. In jedem Fall ist es eine Form von nonverbalem Feedback.
      Über den Punkt habe ich ja die ganze Zeit NICHT gesprochen, sondern von der schlampigen Methode, alles mögliche Unklare als Kommunikation zusammenzufassen, die dann das Gemeinschaftsprojekt Konzert vor allem ausmachen soll (u.a. Kommunikation zwischen den Hörern).

      Du hast nun sehr schön klar gemacht, wie denn die "Kommunikation" zwischen Interpret und Publikum (auf die ich ja bislang nicht eingegangen bin), aussehen kann. Vor allem: Reduktion von Nebengeräuschen im Publikum, auch optische Wahrnehmungen, die der Musiker macht, spielen wohl oft eine Rolle. Das Publikum "kommuniziert" seine Aufmerksamkeit dabei in der Regel unabsichtlich, beeinflusst dadurch aber die Motivation des Musikers, eventuell auch seine Gestaltung.

      Das jetzt mit der Kommunikation zwischen den Hörern kurzzuschließen (welcher?) und zu schließen mit "ohne Kommunikation gibt es keine Gemeinschaft", tja ... das ist ja schon unfreiwillig komisch, wenn die Kommunikation von Seiten des Publikums dann super funktioniert, wenn es ganz still ist. Das Bild der idealen Gemeinschaft, in der alle kuschen, passt irgendwie nicht.
      :D
      Aber mein Hauptproblem ist ja die Kommunikation zwischen den Hörern, die da irgendwie in den Satz hineingepackt wird, damit es wie eine allumfassende Kommunikation wirkt, die dann die Gemeinschaft ausmacht, und das ist einfach so unsauber und widersinnig in manipulativem Sinne konstruiert, dass ich widerspreche.

      >>Die unmittelbare Kommunikation zwischen Musikern und Hörern sowie letzterer untereinander findet nur im gemeinsamen Konzerterlebnis statt, und ohne Kommunikation gibt es auch keine Gemeinschaft.<<

      Das hat für mich was vom Manager-Sprech-Bullshit-Bingo.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
      playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)
    • ChKöhn schrieb:

      putto schrieb:

      Man könnte ja mal bemerken, dass sich mein Unsinn auf die Schwingungen als "unmittelbare Kommunikation zwischen den Hörern untereinander" bezog, eine Formulierung, an der ChKöhn und Gurnemanz festhalten.

      Da ChKöhn etwas von genauer Formulierung sprach, lese ich halt seine Sätze genau, sorry.
      Nein, das tust Du nicht. Sonst hättest Du bemerkt, dass ich nichts von "Schwingungen" geschrieben habe.
      Du verrätst mir ja nicht, welche Kommunikation zwischen den Hörern Du meinst, also habe ich Gurnemanzens Erklärungsmodell genommen, selbst Schuld, Herr Autor.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
      playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)
    • ChKöhn schrieb:

      "Unmittelbar" meinte ich quasi wörtlich, also "ohne Mittel" von Mensch zu Mensch, während eines Konzertes sogar ohne das Mittel der Sprache.
      >>Die unmittelbare Kommunikation zwischen Musikern und Hörern sowie letzterer untereinander findet nur im gemeinsamen Konzerterlebnis statt, und ohne Kommunikation gibt es auch keine Gemeinschaft.<<

      So, "Schwingungen" sind's nicht, Sprache auch nicht.
      Mir fallen noch meine bösen Blicke ein, wenn mich jemand akustisch stört während des Konzerts.
      8)
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
      playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)
    • philmus schrieb:

      putto schrieb:

      Und ich hatte in Konzerten schon so ziemlich alle möglichen Positionen inne (Komponist, Interpret, Organisator, Intendant, Gesprächsbeteiligter, Programmtextautor, Publikum).
      und, dasselbe auch in Live-Streaming-Kontexten?
      Nein, ich finde das Format auch nicht sehr sinnvoll, vor allem, wenn es Ersatz sein soll.
      Mir ist nur die Argumentation hier zu mystisch.
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
      playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)
    • Es war aber von Anfang an klar, dass es sinnlos ist, auf die Formulierungen einzugehen.

      Zum Thema - ich glaube nicht, dass die vorübergehenden Corona-Maßnahmen zu einer dauerhaften Verlagerung Konzert->Live-Stream führen werden in ähnlichem Maße wie der stationäre Handel dauerhaft an den Online-Handel verlieren wird. Ebenso wird der Wirtshauskonsum nicht dauerhaft vom Take-Away verdrängt. Der Konzertbesuch ist in der Regel etwas "Besonderes" wie der Wirtshausbesuch und ebenso wird Nachfrage bestehen, für klassische Musik tendenziell zu wenig, aber unabhängig von Corona, und es wird eingespart werden, unabhängig von Corona.

      Ich hatte anfangs gehofft, dass statt der ausfallenden Konzerte mehr Aufnahmen produziert werden könnten (natürlich nachbearbeitete, keine Live übertragenen), idealerweise dann auf CD gepresst. Wie in so vielen Dingen hat mich das Handling der Corona-Situation dann enttäuscht. Live-Streams ignoriere ich weiterhin.

      Da ich nun geimpft bin, stehen Opern- und Konzertbesuche wieder auf der To-Do-Liste. Wahrscheinlich beginnend im August mit Gluck/Benda auf Originalinstrumenten und entsprechender Inszenierung (im alten Stil).
      This play can only function if performed strictly as written and in accordance with its stage instructions, nothing added and nothing removed. (Samuel Beckett)
      playing in good Taste doth not confit of frequent Passages, but in expressing with Strength and Delicacy the Intention of the Composer (F. Geminiani)
    • putto schrieb:

      Du verrätst mir ja nicht, welche Kommunikation zwischen den Hörern Du meinst, also habe ich Gurnemanzens Erklärungsmodell genommen, selbst Schuld, Herr Autor.
      Ja, das hast Du richtig erfasst, Herr "Komponist": Ich habe kein Interesse, Dir irgendetwas zu verraten.
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)