Notenleere --- füllen

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    • zabki schrieb:

      in der Partitur, die ich aus imslp rausgefischt habe, schreibt Prokofiew klingend. Die Klarinette hat dieselbe Vorzeichnung wie die Streicher (um Zif. 20 herum 2 b's). Wahrscheinl. einfach A- oder B-Klarinette nach Wahl.
      Okay, ich sehe es jetzt auch auf imslp. In der Orchesterpartitur ist an der Stelle alles in B-Dur, und die Klarinettenstimme ist klingend notiert. (Es wird auch nur eine "Klarinette" gefordert.) In der Klarinettenstimme auf imslp (wobei die nicht aus derselben Ausgabe sein muss) ist es transponiert notiert, allerdings für B-Klarinette! In dem Auszug aus meiner Quelle ist es ja für A-Klarinette gesetzt.

      Was jetzt Prokofjew im Original geschrieben hat, in der Orchesterpartitur und in der Stimme, ist jetzt erstmal nicht bekannt. Oder hat jemand eine offizielle Publikation für beides?

      Das ist alles hochgradig verwirrend. Prokofjew kannte aber schon B- und A-Klarinetten?

      maticus
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      Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten
    • Mauerblümchen schrieb:

      Also erstellte er eine sogenannte C-Partitur. -> Wikipedia "Partitur"

      In der Besetzungsliste sagt er, dass die (einzige) Klarinette eine A-Klarinette sein soll.

      maticus schrieb:

      Prokofjew kannte aber schon B- und A-Klarinetten?
      ähnlich teilweise in der Wiener Schule. Von Bergs Violinkonzert gibts auf imslp Partitur und Stimmen, die Partitur ist klingend notiert, die Stimmen transponierend. Übrigens schreibt Berg ausdrücklich vor 1. Klarinette in B, 2. Klarinette in A, und in der Pt. beides klingend, wie gesagt.

      Ich nehme an, die Komonisten haben die Pt. klingend geschrieben, beim Herausschreiben der Stimmen wurde dann transponiert.

      wie ist das eigentlich bei "modernen" Hörnern, sofern nicht HIP-mäßig gespielt wird? Spielt man nicht alles auf einem F-Horn (oder "Doppelhorn" in B/F)? Dann müßte der Spieler jeweils "in Echtzeit" die relative Transposition machen, d.h. eine E-Stimme einen Halbton runter transponieren. Oder wie läuft das da?
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Also ich spiele ja auch transponierende Instrumente ... und da habe ich es oft schon so gesehen, dass diese in der Partitur klingend geschrieben sind und die Einzelstimme des jeweiligen Instrumentes dazu dann transponiert herausgegeben wird.

      Wobei ich über evtl. Druckfehlermöglichkeiten gerade bei Versetzungszeichen innerhalb des Notentextes auch oft grübele ... und (oft auch zusammen mit meiner Lehrerin) schon manche derartige Druckfehler gefunden habe - gerade bei Einzelstimmen für transponierende Instrumente. :S
      Viele Grüße - Allegro

      "Musik ist ... ein Motor, Schönheit, Intensität, Liebe, Zauber, alles in allem: ein Elixir." Lajos Lencsés
    • Khampan schrieb:

      angenommen, es wäre tatsächlich des-Moll, dann muss unbedingt die Tonleiter aus folgenden Tönen bestehen:
      des-es-fes-ges-as-b-ces-des
      Da ja Moderation und Vorstand es offiziell gutheißen, mir vorzuwerfen, ich habe den "Besserwissermodus immer eingeschaltet" (und über meine sonstigen menschlichen Qualitäten öffentlich zu spekulieren), will ich dem auch mal gerecht werden: Der drittletzte Ton der Des-Moll-Tonlieter heißt nur bei melodischem Moll b (dann müsste aber der vorletzte c sein), ansonsten (also bei reinem und harmonischem Moll) bes, heses, b-es oder wie immer man das nennt. Also h mit Doppel-b. Deine Reihe wäre nicht des-Moll sondern dorisch auf des.

      zabki schrieb:

      in der Partitur, die ich aus imslp rausgefischt habe
      Ich wusste gar nicht, dass Du inzwischen in Kanada lebst :D . In Deutschland muss man leider noch zwei Jahre warten, bis bei Prokofieff die 70-Jahre-Schonfrist um ist.
      "Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung."
      "Mir nicht."
      (Theodor W. Adorno)
    • maticus schrieb:

      Was ist, wenn in einer Partitur vor einem "f" ein (Vorzeichen) "b" steht? (Die Tonart ist generell vorzeichenlos, es handelt sich nicht um eine Aufhebung. Aber ist wahrscheinlich auch egal.) Ist es dann ein "e"? Und wenn ja, warum schreibt man das nicht direkt hin?
      Wie schon ausgeführt, es ist in - ggf. winzigen Nuancen - ein anderer Ton, gebildet aus dem Kontext der gewählten Grund - Tonart (vielleicht würden Musiktheortiker*innen das anders ausdrücken, ich spreche hier aus sägerischer Erfahrung. Einige Notierungen haben sicher auch mit "Partituren - Orthografie" zu tun, aber:

      Mauerblümchen schrieb:

      Geiger können zwischen einem fes und einem e differenzieren. Sänger auch.
      Ein Versuch aus der sängerischen Sicht:

      Pauschal gesagt, klingt das fes anders als das e. Das fes ist eine Abweichung aus der Tonart, das e wäre vollends in diese eingeliedert. Also klingt das gesungene e in seinem Charakter gleichförmiger als das fes. Ich meine, als Sänger*in kann man hieraus kaum bewusst oder, besser gesagt, isoliert mit dem fes umgehen, sondern die Klangfarbe ergibt sich aus dem Kontext. Es sind ja andere, meist "fixiertere" Töne, von denen die Singstimme "abspringt" (hier macht wohl eher ein Sprung von oben auf das fes Sinn, um es herausarbeiten zu können bei der eingestrichenen Oktave). Die Frequenzen nimmt die Stimme mit und macht damit klar, ob sie eine Abweichung (eben ein vermindertes f) oder ein klares e singt. Die Töne "schwingen" unterschiedlich.

      Zugegeben, das Beispiel ist für Gesangspartituren alles andere als üblich, da kommt eher bb bzw. x als deutliche Abweichung vor. Zur Einstudierung und am begleitenden Klavier wird natürlich die e - Taste bedient (Temperierung), die sich bei der Begleitung an der Stelle wohl zurückhalten sollte, um den abweichenden Effekt wirken zu lassen.

      :wink: :wink:
      Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren (Bert Brecht)

      ACHTUNG, hier spricht Käpt´n Niveau: WIR SINKEN!! :murg: (Postkartenspruch)
    • Mauerblümchen schrieb:

      Es ging nur darum ...? Ja. Greif "e".

      Wusste gar nicht mehr, dass die Standard-Klarinette so tief kann. Ist aber auch der tiefste Ton, oder?
      ich dachte immer, der tiefste Ton wäre eine Terz zur Grundstimmung, also "d" auf der B- und "cis" auf der A-Klarinette...? (notiert jeweils "e").

      Die Diskussion darüber, dass es nicht egal ist, sondern vom harmonischen Kontext abhängt, ob man fes oder e schreibt, kenne ich auch zu gut. leider ist das unter vielen halb-profi-Gitarristen sehr verbreitet, in c-moll dis und in e-moll es zu schreiben. sowas vom Blatt zu spielen ist einfach nur nervig.
      Die englischen Stimmen ermuntern die Sinnen
      daß Alles für Freuden erwacht
    • philmus schrieb:

      ich dachte immer, der tiefste Ton wäre eine Terz zur Grundstimmung, also "d" auf der B- und "cis" auf der A-Klarinette...? (notiert jeweils "e").

      Ja. Das ist doch kein Widerspruch - "Greif e" macht auf seiner A-Klarinette ein klingendes cis. (Wenn er denn eine A-Klarinette hat.)

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Ich will keine leidenschaftslose Gehirnarbeit, sondern ein durchlebtes Kunstwerk mit einer Aussage." - Karl Amadeus Hartmann, aus seinem Artikel "Von meiner Arbeit" (1962)
    • Ja, genau. E ist der tiefste Ton vom Griff her (es gab auch mal spezielle Klarinetten bis zum Es). Klingend also D auf der B- bzw. Cis (Des?) auf der (vorhandenen) A-Klarinette. Die Bassettklarinette in A, für die Mozarts Konzert geschrieben ist, geht sogar runter zum C (klingend A).

      maticus
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    • ChKöhn schrieb:

      zabki schrieb:

      in der Partitur, die ich aus imslp rausgefischt habe
      Ich wusste gar nicht, dass Du inzwischen in Kanada lebst :D . In Deutschland muss man leider noch zwei Jahre warten, bis bei Prokofieff die 70-Jahre-Schonfrist um ist.
      Wer die Schatztruhe offen stehen läßt, ist schuld, der Dieb kann nichts dafür. Außerdem hat der Dieb den Schatz bloß angeguckt ...
      :versteck1: :versteck1:
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


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    • zabki schrieb:

      Außerdem hat der Dieb den Schatz bloß angeguckt ...
      Jaja. Die ersten Stromdiebe (Umgehen des Zählers) haben vor Gericht sinngemäß argumentiert: "Was? Wir sollen gestohlen haben? Was denn? Elektronen? Die haben wir alle zurückgegeben ..." - und haben Recht bekommen.

      Gruß
      MB

      :wink:
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    • Hier wird einem wirklich nichts geschenkt

      ChKöhn schrieb:


      Khampan schrieb:

      angenommen, es wäre tatsächlich des-Moll, dann muss unbedingt die Tonleiter aus folgenden Tönen bestehen:
      des-es-fes-ges-as-b-ces-des
      Da ja Moderation und Vorstand es offiziell gutheißen, mir vorzuwerfen, ich habe den "Besserwissermodus immer eingeschaltet" (und über meine sonstigen menschlichen Qualitäten öffentlich zu spekulieren), will ich dem auch mal gerecht werden: Der drittletzte Ton der Des-Moll-Tonlieter heißt nur bei melodischem Moll b (dann müsste aber der vorletzte c sein), ansonsten (also bei reinem und harmonischem Moll) bes, heses, b-es oder wie immer man das nennt. Also h mit Doppel-b. Deine Reihe wäre nicht des-Moll sondern dorisch auf des.
      Christian hat natürlich recht, ich war gedanklich in astreinem dorisch.
      Aber, lieber Christian, "bes" sagt man höchstens scherzhaft oder um Jungstudenten mit dem korrekten heses nicht zu überfordern.
      (Student aus Bayern im Gehörbildungsunterricht auf die Frage, welcher Ton das ist: Des? Des is ... äh, des is des Des!)