Gershwin, George: Orchesterwerke

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    • Gershwin, George: Orchesterwerke

      [Auf Wunsch des Themenstellers wurde der Titel erweitert. Das bedeutet, daß gern auch weitere Orchesterwerke des amerikanischen Komponisten angesprochen werden können.
      :wink:
      Gurnemanz]


      Hallo Gershwin-Freunde,



      wenn man von Gershwin spricht, dann denkt man sofort sein bekanntestes Werk die Rhapsody in Blue. Seine Second Rhapsody (1931) steht der Nr.1 aber an Musikalität und Spielspaß kaum nach. Es hängt natürlich von der richtigen Aufnahme ab, ob man dies auch so empfindet.

      **** Meine erster Kontakt mit der Second Rhapsody hat sich dabei als Glücksfall herausgestellt, denn rhythmisch so klar pointiert und so perfekt wie in der Siegel / Slatkin-Aufnahme mit dem St.Louis SO , die ich zuerst als VOX-3 LP – Box hatte, habe ich das Werk nie wieder gehört. Die später gekaufte VOX – CD hat dann auch klanglich, gegenüber der insgesamt nur mittelmäßigen VOX – LP, klanglich ganz stark zugelegt:

      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/416ZJ649R0L._SL500_AA240_.jpg] So sieht das heutige Cover aus.

      Rhapsody in Blue; Rhapsody Nr. 2; Catfish Row;
      I got Rhythm-Variations; An American in Paris;
      Lullaby for Strings; Promenade; Cuban Overture

      Siegel, St. Louis SO, Slatkin

      VOX, 1974 , ADD



      ** Später kam zufällig durch den Kauf einer SONY – Doppel- CD mit Gershwin-Werken eine weitere historische Aufnahme der Second Rhapsody mit Oscar Levant und Morton Gould and his Orchestra von 1949 hinzu. Mit dieser Aufnahme kann ich mich bis heute nicht so recht identifizieren, denn Beide fühlen den Rhythmus anders als ich – hinzu kommt die lausige Mono-Klangqualität, die mich auch wenig anspricht. Michael Schlechtriem betrichtete mal an anderer Stelle positiv von dieser Aufnahme.

      Auf der SONY-Doppel-CD ist auch die Rhapsody in Blue mit Gershwin´s Klavierrollenaufnahme von 1925, der Columbia Jazz Band unter Michael Tilson Thomas enthalten. Diese MTT-Aufnahme stammt aus 1975. Hier spielt Gersjwin mit einem aberwitzigen Tempo (War das zu der zeit zeitgemäß ?) mit der die Rhapsody Nr.1 in 13:43 schon zuende ist – eine sehr interessante Aufnahme, aber bei weitem nicht meine Lieblingsaufnahme !

      Es sind weitere auch unbekannte Geshwin-Werke, wie die spritzigen Ouvertüren und Gershwin –Melodien enthalten. Die Aufnahme von Ein Amerikaner in Paris ist mit Ormandy auch erste Sahne von der Interpretation, aber klanglich ist diese 1967er-Aufahme leider schon etwas betagt, im Vergleich zu den fabelhaften Luxusklangaufnahmen mit Metha, Dutoit, Maazel, Chailly (alle Decca).

      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/415K9KMG51L._SL500_AA240_.jpg]

      SONY, ADD





      *** Meine dritte CD-Aufnahme habe ich erst seit ein paar Tagen auf einer weiteren Decca – Doppel – CD. Hier ist eine überraschend auch sehr straffe und sehr gute Aufnahme der Rhapsody in blue mit Louis Lortie / Montreal SO / Dutiot enthalten, die meiner bisherigen Favoritenaufnahme Ian Davis, Cleveland Orch.,Maazel (Decca, 1974, ADD) mindestens ebenbürtig ist. So geladen und emotional angespannt habe ich Dutoit selten erlebt – große Klasse.

      Aber zurück zur Second Rhapsody. Hier auf dieser Decca-eloquence – Doppel-CD ist die Aufnahme mit Artur Fiedler / Boston Pops Orchestra von 1979. Der Pianist ist auf der CD seltsamerweise nicht angegeben. Wer weiß von den Gershwin – Kennern, wer da den Klavierpart übernahm ??? Die Aufnahme ist nicht schlecht, aber kommt an Siegel/Slatkin ebenfalls nur bedingt heran. Sie klingt ganz gut aber sehr trocken; das Klavier wirkt, wie in einem anderen Raum aufgenommen/dazugemischt – seltsame Klangbalance. Insgesamt zwar sehr spielfreudig aber teils anders und ungewohnt akzentuiert als die fetzige Erstaufnahme.



      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/41KXEY2TCVL._SL500_AA240_.jpg]

      Decca, 1971-1991, ADD/DDD



      :!: Zur INFO:

      Der Pianist Jeffrey Siegel meiner Lieblingsaufnahme der Second Rhapsody (und der weiteren Werke für Klavier und Orchester) ist übrigens der Band-Leader, der Siegel-Schwall-Band die mit Seiji Ozawa das fabelhafte Projekt von William Russo´s Vier Stücke für Blues – Band und Sinfonieorchester (bei DG) durchgezogen haben.
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      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Gershwin mit Bernstein

      Keine Resonaz für Gershwin bisher ???



      Mir ein Rätsel, denn ich schätze Gershwin sehr hoch.

      Auch 2010 kaufte ich mir eine CD mit den 3 bekanntesten Werken, auch wenn diese schon in zahlreichen Aufnahmen (zum Teil bereits im ersten Beitrag genannt) vorliegen.



      Bernstein und Gershwin - das muss gut sein - und so kaufte ich jetzt eine fabelhafte Wunsch-CD, die ich schon lange im Auge hatte:



      Leonard Bernstein am klavier und als Leiter mit der Rhapsody in Blue mit dem Columbia SO, Ein Amerikaner in Paris mit den New Yorker PH;

      dazu eine ungemein fastzinierede Aufnahme des Klavierkonzertes mit Andre Previn am Klavier und Kostelanetz und sein Orchester:

      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/51-MGfXnAkL._SL500_AA300_.jpg]

      SONY, 1958-1960, ADD



      Beim KK dacht ich ja, das kann nicht groß was sein mit einem Kostelanetz-Orchester --- weit gefehlt - :thumbsup: es handelt sich um eine der fetzigsten und aufregesten Aufnahmen, die ich je hörte und Previn am Klavier, den ich als Dirigenten oftmals nicht groß schätze, ist hier ganz in seinem Element.



      :thumbsup: Das Bernstein den Ami in Paris TOP hinbekommt war mir klar; er spielt gekonnt jeden Effekt brillant aus und liefert eine der spannensten Aufnahmen dieses wundervollen Reissers. OK einzig das Aufnahmedatum ist hier und da hörbar (nur daher ist mir letztendlicher meine Favoritenaufnahme Metha (Decca) genauso lieb).



      Von der Rhapsody in Blue hatte ich mir nicht allergrößtes erwartet, weil mir seine total überromatisierte Fassung bei DG übehaupt nicht zusagt !

      :thumbup: Auch hier wurde ich eines Bessern belehrt, denn ich muss hier feststellen, das es sich hier um eine der ausgefeiltesten Interpretationen der gesamten Discographie handelt. Welch ein Unterschied, zu dem "Beinahekitsch auf DG". Bernstein weis 100% mit dem Stück umzugehen und liefert jede Phrase amerikanisch perfekt ab. Ein Rätsel, wie man seine Interpretationsauffassung so ins negative ändern kann !



      :angel: Ein großartige CD die die Aufschrift GREAT PRFORMANCES zu recht trägt !
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      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Gershwin: Catfish Row

      :?: Bin ich der Einzige bei Capriccio, der sich für Gershwin interessiert ? Sei es drum ! :P :D :D :D


      Diese DG-CD mit James Levine / Chicago SO steht ganz im Zeichen Gershwin so autentisch wie möglich zu präsentieren !


      DG, 1993, DDD

      Das fängt an mit der Rhapsody in Blue, die in der Jazz Band Version in der Orchestrierung von Ferde Grofé prätentiert wird, die "weit besser zu der geistreich-frechen Rhapsody passen solll, als der weiche flutende Klang eines Sinfonieorchesters". Ich persönlich bin nicht der Meinung und finde die orchestrale Version angenehmer und spannender. Den Klavierpart meistert Levine natürlich meisterlich.

      Die Cuban - Ouvertüre kommt mit einem ausgefeilten Klang, der kein Detail, kein Trömmelchenschlag verschluckt. Ganz grosse Klasse - Gershwin pur !
      Dennoch - es gibt feurigere Aufnahmen, zu denen Chailly und sogar Maazel (beides auf Decca) gehören.

      :!: Das wichtigste Werk der CD ist die Originale Porgy and Bess-Suite Catfish Row, die Gershwin selber in der folgerichtigen Reihenfolge der Oper zusammenstellte und auch in dieser normal ausgewogenen Instrumenetation.
      Weil mir diese original Gershwin-Suite noch fehlte, habe ich die CD auch gekauft.

      Die meistgespielte orchestrale Darbietung Porgy and Bess - A Symphonic Picture wurde von dem Arrageur Robert Russel Benett in anderer, nicht der Handlung entsprechender Reihenfolge, zusammengestellt und Grossorchestral aufgebohrt. Abegesehen davon bietet Antal Dorati mit dem Detroit SO (auf Decca) allerdings eine ebenso glaubwürdige und Alternative, die kaum weniger begeistert und klnglich dieser DG-Aufnahgme nicht bnachsteht. Beide Fassungen dauern 23-24Min.

      :thumbsup: Trotz der dünneren Instrumentierung ist Levine aber bei Catfish Row ganz in seinem Element und holt tempramentvoll rhythmisch alles heraus -glänzende feurige Darbietung, die der Bennett-Fassung trotz der publikumswirksameren Effekte in nichts nachsteht.

      Abschliessend Ein Amerikaner in Paris, dem Levine sogar noch etliche Ruhepunkte findet um dann immer wieder erneut aufzudrehen. Diese Ruhepunkte werden in anderen Aufnahmen eher als vorbereitende aufbauende Spannung für die folgenden Allegropassagen interpretiert. Mir fehlt es von daher etwas an vorwärsschreitendem Gestus, so wie ich es bei Metha, Maazel, Dutoit (alles Decca) gewohnt bin, sowie in der alten DG-Aufnahme mit Ozawa, die klanglich auch nicht hinter dieser glänzenden DDD-Aufnahme zurücksteht. (Bernstein auf SONY ist klanglich hier leider etwas abgeschlagen.)
      Trotzdem gilt auch hier (Worte sagen mehr als nötig): Levine auch hier ganz exquisit mit allen Details.



      :thumbsup: Eine weitere, für mich noch eindrucksvollere Alternative, ist diese Decca-CD mit Analaogaufnahmen von Maazel und Dorati (in DDD), die diese 4 Werke auch klanglich kaum weniger natürlich ist. Aber im Falle der Rhapsody in blue (in orchestalen Fassung) und Ein Amerikaner in Paris nochmal einen fetten Satz Briketts drauflegt und von Porgy and Bess das Symphonic Picture von Benett bietet:


      Decca, 1975-77/1983, ADD/DDD
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      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Lieber Wolfgang - teleton

      nein, Du biast definitiv nicht der Einzige, der sich hier für Gershwin interessiert. Nur ist bei mir die Phase der besonderen Aufmerksamkeit für seine Orchesterwerke schon lange dem an seinen, in meinen Ohren noch viel interessanteren, Musicals (und natürlich PORGY AND BESS) gewichen, so dass ich an meine Einspielungen seiner Orchesterwerke trotz sehr langem Intensivhören vor Jahrzezhnten nur noch blasse Erinnerungen habe. Für einen Vergleich verschiedener Aufnahmen wird es ohnehin kaum reichen, denn mir waren schon immer die Aufnahmen Bernsteins mit seinen damaligen New Yorkern die liebsten und Previn, Dorati oder sogar den recht guten Rattle fand ich daneben zwar nicht überflüssig, aber auch nicht sooo eine Steigerung, dass ich mehr davon bräuchte. Ich werde aber mal gelegentlich in die von Dire empfohlene Levine-Aufnahme hinein hören, weilder sich anscheinend in diesem Repertoire glücklicher bewegt als in vielen sein er "Klassiker"-Aufnahmen und definitiv besser, als man nach seinen eher spärlichen Aufnahmen des amerikanischen Repertoirevermuten könnte.

      Nun aber, da ich langsam wieder in das Stadium einer halbwegs so zu nennenden Normalität gerate, werde ich die Orchesterwerke aber demnächst gerne mal wieder abstauben, denn eines ist fraglos: die Werke sind es wert, immer wieder einmal gehört zu werden.

      Das gilt übrigens auch, wenn nicht gar besonders für Gershwins eigenen Klavieraufnahmen, die besser als viele auch ein Gefühl für die idealen Interpretationen seiner Orchesterwerke vermitteln:

      ...

      Bis zum nächsten Mal in diesem Thread

      :wink: Rideamus
      Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung
    • Gershwin mit Earl Wild / Boston Pops Orchestra / Artur Fiedler

      Ein Zufall konnte ein Vorurteil ausräumen !

      Im Mihaud-Thread zu Ein Franzose in New York hatte ich irrtümlich geschrieben - Ein Amerikaner in Paris ... mit Artur Fiedler.
      * Darauf hat Michael abgehoben und diese als seine favorisierte Aufnahme herausgestellt. Als ich dann gesehen habe, dass da beim KK und der Rhapsody in blue Earl Wild der Pianist ist, den ich bei Rachmaninoff schon gebührend schätzen gelernt hatte, war eines klar - die CD muss her.

      8+) Meine Vorurteil über "die lockere Art von Fiedler und seinen Boston Pops" ist damit eindeutig beigelegt.
      Man hat bei allen Werken erstmals den wirklichen Eindruck, dass hier alles perfekt in Sinne Gershwins interpretiert wird. Nie habe ich solch ein Einfühlungsvermögen und gleichzeitiges Feuer für die 4 Gershwin-TOP-Werke empfunden, wie hier:


      RCA, 1959-60, ADD

      Kurz zu den Werken:
      Die Rhapsody in blue wird straff und ohne kitschiges Ausharren an Details und autentischem Jazzfeeling dargeboten. Bei aller hohen Mega-Wertschätzung für Bernstein (er ist ja einer meiner 3 Lieblingsdir) - aber seine DG-Aufnahme als Pianist ist mir in ihrer übertriebenen Gefühlseeligkeit ein grauss (obwohl pianistisch perfekt gespielt). Seine New Yorker Aufnahme ist da für mich in ihrer direkteren Art ungleich mehr vorzuziehen.
      :thumbup: Earl Wild und Artrur Fiedler bieten genau das Gegenteil - straff, vorwärsschreitend, packend.. Earl Wild am Klavier ist der Traumpianist, der hier jede Note sauber zu Gehör bringt und fantastisch akzentuiert - bestens von Fiedler unterstützt.

      Klavierkonzert in F
      Der straffe und sehr positive Eindruck setzt sich hier fort. Earl Wild ein Hochgenuss; davermittelt jeder Anschlag Autentizität und Niveu. Schon die Spielzeiten 12:00 - 10:29 - 6:15 überzeugen mehr als viele andere Aufnahmen. Das macht sich besonders im Adagio- Andante con moto bemerkbar, dass erstmals in keinem Takt langweil und den Satz sogar ungewöhnlich markant beschieisst. Megaklasse - ich finde - besser geht nicht !

      Ein Amerikaner in Paris
      Sehr gespannte und fabelhaft detailfreudige Aufnahme - die Boston Pops in Bestform. In so flotten 16:41 habe ich das noch nicht genossen.Megaklasse ! Ok, hier ist Metha / Los Angeles PO mein Favorit, was eindeutig an meiner Prägung liegt. Aber Fiedler steht dem Niveau in keinster Weise nach.

      Variationen "I got Rhythm"
      Bisher hatte ich dem Werk wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Rhythmus ist ganz Fiedlers und Wild´s Sache. Das spürt man hier von Anbeginn - tolle Aufführung, die das Werk ab sofort für mich richtig wertvoll machen.

      * Ich möchte diese RCA-Interpretationen eindeutig über die vor einiger Zeit hochgelobten Levine-Aufnahmen mit dem Chicago SO (DG) (siehe auch Beitrag 3) stellen. Dort stehen mit Levine Ein Amerikaner in Paris und die Rhapsody in blue zur Verfügung. Artur Fiedler sehe ich da als eine ganz andere Klasse für Gershwin !



      Die RCA-Klangqualität in ausgezeichnetem 20Bit-remastering sich hören lassen und kommt doch tatsächlich an heutige gute Digitalproduktionen heran.
      :angel: Volle Begeisterung für die RCA - CD !
      :wink: Und meine Dank an Michael für diese unerwartete Info und Empfehlung zu diesen weiteren herausragenden Wild-Aufnahmen und Fiedler nicht zu vergessen.

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      Ich möchte noch einmal meine Frage in Beitrag 1 noch einmal aufgreifen:

      Auf der ausgezeichneten Gershwin - Decca-Doppel-CD ist die Aufnahme der Second Rhapsoy mit Artur Fiedler / Boston Pops Orchestra von 1979 enthalten. Der Pianist ist auf der CD seltsamerweise nicht angegeben. Wer weiß von den Gershwin – Kennern, wer da den Klavierpart übernahm ??? Die Aufnahme ist nicht schlecht, aber kommt an Siegel/Slatkin (VOX) ebenfalls nur bedingt heran. Sie klingt ganz gut aber sehr trocken; das Klavier wirkt, wie in einem anderen Raum aufgenommen/dazugemischt – seltsame Klangbalance. Insgesamt zwar sehr Spielfreudig aber teils anders und ungewohnt akzentuiert als meine fetzige Erstaufnahme.
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      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • teleton schrieb:


      Ich möchte noch einmal meine Frage in Beitrag 1 noch einmal aufgreifen:

      Auf der ausgezeichneten Gershwin - Decca-Doppel-CD ist die Aufnahme der Second Rhapsoy mit Artur Fiedler / Boston Pops Orchestra von 1979 enthalten. Der Pianist ist auf der CD seltsamerweise nicht angegeben. Wer weiß von den Gershwin – Kennern, wer da den Klavierpart übernahm ??? Die Aufnahme ist nicht schlecht, aber kommt an Siegel/Slatkin (VOX) ebenfalls nur bedingt heran. Sie klingt ganz gut aber sehr trocken; das Klavier wirkt, wie in einem anderen Raum aufgenommen/dazugemischt – seltsame Klangbalance. Insgesamt zwar sehr Spielfreudig aber teils anders und ungewohnt akzentuiert als meine fetzige Erstaufnahme.


      Laut Arkivmusic ist der Pianist in der Fiedler-Aufnahme Ralph Votapek (*1939).

      Lionel
      "Musik ist für mich ein schönes Mosaik, das Gott zusammengestellt hat. Er nimmt alle Stücke in die Hand, wirft sie auf die Welt, und wir müssen das Bild zusammensetzen." (Jean Sibelius)


    • Eine meiner liebsten Gershwin-Aufnahmen.

      Die Rhapsody und den Amerikaner teilten sich Wild und Goodman, das Klavierkonzert übernahm dann Oscar Levant. Die Aufnahmen stammen aus den Jahren 1942, 1943 und 1944.

      Im Moment beziehe ich mich v.a. auf die 'Rhapsody', die anderen Werke muss ich später noch mal hören.

      Auf Toscanini und Gershwin wäre ich früher gar nicht erst gekommen. Aber es passt. Toscanini gibt dem Werk eine, wie ich finde, geradezu 'höhere' Ebene, macht es zu einem wirklichen Konzertstück der klassischen Musik, entdeckt Tiefen in ihm, ohne den Jazzgehalt, ohne den musikalischen Witz beiseite zu schieben. Das mag heute selbstverständlich sein, war es aber 3-5 Jahre nach Gershwins Tod wohl noch nicht unbedingt. Immer wieder scheint es geradezu zum Stillstand zu kommen, werden einzelne Details intensiv ausgekostet. Das hat eine unglaubliche Sogkraft in die Tiefe hinein. Und trotzdem gehen der Atem, der Rhythmus nicht verloren.

      Natürlich gehen die beiden Solisten dabei absolut mit. (Wie hätte dies auch anders gehen können bei Toscanini. :D ) Goodmans Einleitung zur Rhapsody ist schlichtweg atemberaubend und Earl Wild zelebriert geradezu jede Note, ohne dass auch er den großen Bogen verlieren würde.

      Unbedingt hören!

      :wink: Wolfram
    • In Beitrag 5 stellte ich vor 4 Jahren die von Micheal SChlechtriem empfohlene Wild / Fiedler - Aufnahme ( RCA, 1960), die sogleich mein neuer Favorit für alle auf der CD enthaltenen Gershwin-Werke wurde …


      *** In den letzten Tagen gesellte sich eine weitere ausgezeichnete CD des Klavierkonzertes in F hinzu, die zwar nicht mit dem unbändigen Feuer der Wild-Aufnahme gekennzeichent ist, dafür aber andere überzeugende Vorteile mitbringt:

      Philipe Entremont Philadelphia Orchestra / Eugene Ormandy
      - die CD ist schon wegen der Ravel-KK gleichermaßen interessant -

      Entremont liefert das Gershwin-KK mit angemessener Virtuosität ohne dick aufzutragen. Das rhythmische Feeling kommt bei ihm gut zur Geltung, seine positive Spiellaune überträgt sich auf den Hörer.
      :thumbup: Herausragend ist aber die orchestrale Brillanz, die Ormandy aus seinem Philadelphia Orchestra herauskitzelt. Da geht kein Detail unter (bzw. es werden neue Details offenbart, die bisher ungehört blieben). Bereits der Anfang mit den Pauken (und grossen Trommeln) ist derart präsent, wie bisher nie gehört. Dazu trägt auch die ausgezeichnete analoge CBS-Klangtechnik (von 1972) bei, die selbst bei tiefsten Frequenzen audiophile Ansprüche erfüllt.
      Schon die Spielzeiten belegen, dass die Int insgesamt nicht so feurig virtuos wie mein o.g. Favorit mit Wild/Fiedler ist: 13:04 - 12:02 - 6:40
      Aber vom Tempo angemessen und in einem Rahmen, der das Konzert absolut virtous erscheinen lässt.

      Der Hörspass wird durch die gebotene Detailschärfe und Entremont´s präzisem Spiel voll erfüllt.

      Klangtechnik: sehr ausgewogen mit vollem Frequenzgang und fast adiophilem Anspruch; sehr genaue orchestrale Abbildung.

      [Blockierte Grafik: https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51TN0-dW8JL.jpg] =>
      SONY, 1972/1975, ADD



      Damit man die Amazon-Kritiken dieser Aufnahmen auch lesen kann, bilde ich die etwas ältere SONY-Ausgabe dieser Aufnahmen aus der Reihe ESSENTIAL CLASSICS ab:


      SONY, 1972/1975, ADD



      Zu den mir ebenso wichtigen Ravel-KK, die ebenfalls mit dieser Datailschärfe ausgestattet sind, komme ich in den Ravel_Threads …
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      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Gerade entdeckt - und voller Staunen und Verblüffung betrachtet! Eine exzellente Restaurierung eines Ausschnitts aus dem glamourösen Film "King of Jazz" von 1930 mit einer verkürzten Fassung der Rhapsody in Blue. Der immense Aufwand dieser Produktion lässt erahnen, was für ein Mega-Star Paul Whiteman in diesen Jahren war. Er ist am Anfang im Intro zu sehen. Der Klaviersolist sieht zwar Gershwin sehr ähnlich, er ist es aber nicht. Gershwin war als Pianist besser und spielte das Werk deutlich schneller. Dennoch eine tolle Entdeckung.


      youtube.com/watch?v=x4yk6TwrmRc

      Cheers,
      Lavine :wink:
      “I think God, in creating man, somewhat overestimated his ability.
      Oscar Wilde
    • Normalerweise mag ich es nicht, wenn Interpreten relativ frei mit dem Notentext umgehen. Aber was Kirill Gerstein mit der Rhapsodie in blue und dem Concerto in F macht, wirkt auf mich absolut stimmig. Er übersetzt die Stücke für meine heutigen Hörgewohnheiten und hat meine Ohren erst so richtig dafür geöffnet.



      Gerstein bewegt sich auf der ganzen CD stilsicher auf dem schmalen Grat zwischen klassischer Musik und Jazz. Ich komme mit dieser modernen Interpretation viel besser klar als mit Geshwins eigener Aufnahme oder als mit der durchaus gelungenen Aufnahme von Earl Wild. Das irritiert mich selber ein bisschen, weil ich bei älterer Musik den HIP Ansatz oft bevorzuge. Hier, wo es die Möglichkeit gibt, mit einer Aufnahme des Komponisten zu vergleichen, ist mir die historisch korrekte Spielart eigenartigerweise nicht so wichtig. Da kommt mir der Gedanke, dass HIP einfach mehr meinen Hörgewohnheiten entspricht und nicht so viel mit historisch korrekt zu tun hat.

      Viele Grüße

      Pizzicato :wink:
    • Général Lavine schrieb:

      Eine exzellente Restaurierung eines Ausschnitts aus dem glamourösen Film "King of Jazz" von 1930 mit einer verkürzten Fassung der Rhapsody in Blue. Der immense Aufwand dieser Produktion lässt erahnen, was für ein Mega-Star Paul Whiteman in diesen Jahren war. Er ist am Anfang im Intro zu sehen.
      Eine der jüngsten Großtaten in der Restauration alter Filme: King Of Jazz ist der einzige Musicalfilm bisher, von dem originale Kameranegativ-Elemente oder Kopien der Farbversion überhaupt noch fast komplett erhalten waren. Dementsprechend zeigt der Film eine optische Qualität, die bei den diversen anderen Werken der damaligen Zeit nicht mehr verfügbar sind.

      War übrigens mit 2 Millionen Dollar eine unglaublich teure Produktion - in der damaligen Zeit der Depression eine irre Unternehmung.

      Es gibt auch eine Blu-ray von dem Film:

      UK-Import

      Kann ich nur empfehlen... :verbeugung1: :verbeugung1: :verbeugung1: :verbeugung1:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul