Lesen planen

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    • Lesen planen

      Liebe Freunde der Lektüre!

      Jeder kennt es: Nach dem Buch ist vor dem Buch und auf das Beenden der letzten Seite folgt die Freude, ein neues Buch beginnen zu können - wobei nicht wenige vermutlich verschiedene Bücher parallel lesen dürften.

      Ich stehe also vor der großen Menge ungelesener Bücher, greife mir, worauf ich in diesem Moment Lust habe, und lasse mich damit gewissermaßen treiben. Das ist völlig in Ordnung, finde ich.

      Hat man aber als Leser evtl. mehr davon, die Lektüre in eine sinnvolle Ordnung zu bringen? Aber welche soll das sein?

      Plant ihr eure Lektüre? Wie geht ihr dabei ggf. vor?

      Klarstellend: Mir geht es nicht um Fachlektüre für die Arbeit oder für bestimmte Projekte, sondern um Freizeit-Lesen.
    • Interessante Frage.....ich lasse mich treiben, um meiner allgemeinen Tendenz zur Ordnung und zum Kontrolfimmel absichtlich entgegenzuwirken.

      Wenn sich jemand allgemein im Leben eher Treiben lässt, dann würde ich empfehlen mal bei so einer eher unwichtigen Sache genau das Gegenteil auszuprobieren - nämlich zu planen. Und zu schauen, wie sich das anfühlt.

      Bloss, wie planen? Nach welchen Kriterien? Alle Charles Dickens hintereinander, oder gerade nicht?
      :wink:
    • Habe ich noch nie drüber nachgedacht. Aber ich lese recht. Und in der Regel so wie es mir gerade spontan einfällt. Allerdings lese ich in der Regel das angefangene Buch dann auch bis zum Ende. Das einzige was ich bewusste und geplant mache, nicht zu viele Bücher einer Reihe hinter einander, denn ich weiß, dass mich das schnell langweilt. Dann habe ich da wenig Freude dran. Hm ich merke gerade die Frage muss ich mir durch den Kopf gehen lassen. Kann man Lesen wie Musik hören handhaben? Und will ich das? Schwierig.
      Viele Grüße, Michael
    • Ich machs wie du, lesen was mich gerade anspricht.
      Während meiner Bahnfahrten war oft reichlich Zeit und entsprechend der zu erwartenden Dauer wurden mal kürzere mal längere Bücher parallel gelesen. Ich bekam nur Probleme, wenn die Zeitlücken übergroß wurden und irgendwann der Faden verlorenging, - dann gings wieder von vorne los. Einzelne Bücher wanderten halbgelesen ins Regal und verharren im Dornröschenschlaf.^^
    • Ein alter Freund hat eine ganz raffinierte Methode: er nimmt jede Woche das "Literaturlexikon" aus dem Regal, sticht mit dem Messer in eine Seite - und auf der sucht er sich einen "Autor der Woche". Und liest dann wirklich! Was ihn in seinen Jetzt-Achtzigern zu einem Sehr-Vielbelesenen macht....

      Meins ist das nicht. Ich habe ein bis zwei Stapel um mich, gemischt aus Fach- und anderen Büchern. Und lese die so nach und nach durch. Oder stelle fest, dass sie mich jetzt doch nicht fesseln - und lege sie auf "Wiedervorlage". Irgendwann musss ich ja mal was mit dem Kauf erwartet haben - also kommen sie nicht gleich in die Flohmarktkiste. Was dann aber beim zweiten oder dritten Fehl- Anlauf passieren wird.
    • Das ist ein außerordentlich spannendes Thema, zumal es mich auf mich selbst zurückwirft, sprich: wenn ich darüber nachdenke , wie ich das handhabe, finde ich keine rechte Antwort darauf. Ich handhabe das garnicht. Es handhabt mich.

      Planen tu ich garnix. Was als nächstes kommt steigt aus dem Bauch auf (eleganter gesagt: aus den Tiefen meines Unbewußten). Es gibt da eine Instanz in mir, eine Art Instinkt, nichts Überlegtes, das weiß was ich emotional , geistig, lebensgeschichtlich irgendwie brauche, und das lenkt mich sanft und ohne daß mir das groß bewußt werden würde zur nächsten Lektüre.

      Brauch ich eine große Anstrengung, ein Leseprojekt, etwas Forderndes? Dann ist vielleicht mal wieder einer der großen T. Mannsachen fällig. Oder benötige ich schnelle Entspannung? Einen Krimi? Kurze Erzählungen? Sollte es eine bestimmte emotionale Färbung haben? Gibts Themen in meinem Leben, die gespiegelt wieder vorkommen sollten?

      Aber warum das so ist, wie es dann sich dann entscheidet, - - ich weiß nichtmal ob ich das so genau wissen will.

      Ich bin seit jetzt annähernd drei Monaten mit der (Dritt-) Lektüre vom "Unendlichen Spaß" von David Foster Wallace beschäftigt, einer Everestbesteigung also, und es nähert sich dem Ende. Was danach kommt - ich habe nichtmal eine ungefähre Vorstellung, aber die wird ganz plötzlich und unvermittelt da sein, und zwar in Form eines sehr konkreten Bedürfnisses. Ich wriß das jetzt svhon, ich kenne das. Und dem folge ich dann...

      Ich hoffe hier auf viele Beiträge, weil's so spannend ist wie es anderen ergeht damit... Ein Buch beginnen ist ja eine Selbstverpflichtung auf Wochen, das ist der große Unterschied zum Musikhören.


      :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Ich habe auch keine wirkliche Leseordnung, allerdings muss ich beruflich recht viele Lektüren durcharbeiten, daher gönne ich mir nach schwerer (Pflicht-)Lektüre etwas Leichteres zur Unterhaltung. Früher folgte auf Thomas Mann (Pflicht) z.B. gern Karl May.
      Ich habe allerdings die ungelesenen Bücher in einem separaten Regal und sortiere sie erst an ihren endgültigen Platz, wenn ich sie gelesen habe.
      Romane, die ich gar nicht mag und ganz sicher nicht wieder lesen werde, verschenke ich weiter.
      Liebe Grüße
      Jori :verbeugung2:
    • garcia schrieb:

      weiß was ich emotional , geistig, lebensgeschichtlich irgendwie brauche
      Ich schliesse das für mich nicht aus, was Du hier sagts; es könnte durchaus auch bei mir so funktionieren. Bin mir aber nicht sicher - was auch nicht überrascht, denn solche Dinge verbleiben im Ungewissen und man hat nur eine Art "Ahnung", dass es so sein könnte.

      Was ich daran anschliessend sagen möchte ist, dass für mich Lektüre sehr viel stärker transformierend wirken kann, als Musik. Und das liegt sicher auch daran, wie Du sagtest, dass man mit einem Buch längere Zeit verbringt, als mit einem Musikwerk - ausser !!!! - wenn man, wie ich es immer mehr tue, über Tage hin, immer wieder dasselbe Stück und nur dieses Stück anhört. Ich bin zb im Moment bei der h-moll Klaviersonate von Liszt hängengeblieben und höre mir wenn, dann nur noch die Annees de Pelerinage auch von Liszt, auch für solo Klavier an. Weiter nichts. Und das ist nicht geplant oder erzwungen, sondern im Moment stört mich andere Musik, wohingegen ich von dem bestimmten Liszt nicht genug bekommen kann.

      Zurück zur Lektüre:
      Zum ersten mal ist es mir nach der Dickens Lektüre von Bleak House sehr stark aufgefallen, wie positiv transformierend Lesen wirken kann. Und zwar nicht nur intellektuell, sondern auch emotional und geistig. Ich könnte es sogar genau in Worte fassen, was dieses Buch in mir und mit mir angestellt hat - etwas sehr positives - aber damit will ich hier niemanden zureden. Es reicht wohl, es so generell hier im Thread beizutragen.

      Ich denke nun selbstverständlich zurück und versuche mir bewusst zu werden , ob und wann es mir schonmal so dermassen eindringlich genau so ergangen ist.....und kann eigentlich nicht feststellen, dass es schonmal so gewesen ist.
      Ich nehme deshalb an, dass, wie Du auch sagst, das Buch und die Zeit, zu der man es liest, zusammenpassen müssen. Und so ist man dann wieder bei der Frage angelangt, ob man so etwas planen kann.
      Wohl eher nicht.
      Aber man kann sich "einstimmen" und fragen, wohin man im Moment gelockt wird - in der Praxis ist das dann ein etwas gezielteres Sich-treiben-lassen. Das setzt natürlich voraus, dass man die Möglichkeit hat, sich locken zu lassen. also in einem Buchladen herumstöbern; online hermustöbern; schon genug gelesen haben, dass man so etwa weiss, wo man suchen muss; Empfehlungen folgen usw.


    • Soll angeblich auch verfilmt werden. Ich wette, da fehlt dann wieder mehr als die Hälfte der Charaktere und der Handlung, und die herrliche Dramaturgie des Aufbaus wird wohl auch dahin sein. Na ja.

      Gruß
      MB

      :wink:
      "Ich will keine leidenschaftslose Gehirnarbeit, sondern ein durchlebtes Kunstwerk mit einer Aussage." - Karl Amadeus Hartmann, aus seinem Artikel "Von meiner Arbeit" (1962)
    • Interessante Herangehensweisen! Aber niemand plant.

      Als junger Leser von etwa zwanzig Jahren hing ich noch der Idee des Kanons nach, nahm ich also an, es gebe eine gewisse Anzahl von Büchern, die "man" gelesen haben sollte. Demgemäß fand ich Bücher spannend, die solch einen Kanon auf die eine oder andere Art abzubilden versuchten: 100 Bücher von Der Zeit, Die Leseliste von Reclam, Was sollen Germanisten lesen von Segebrecht und auch Eine Bibliothek der Weltliteratur von Hesse etc. Dreißig Jahre später bin ich weit entfernt davon, die in besagten Büchern genannten Bücher gelesen zu haben.

      Oft bin ich bei Autoren hängen geblieben, habe ich mich in deren Prosa verliebt. Alles von Hesse war eine solche erste Liebe. Ich könnte mir eigentlich mal wieder ein Buch von ihm vornehmen, denke ich gerade, vielleicht den Knulp? Stanislaw Lem kam wenig später, vieles von Thomas Mann, der mir damals aber noch über war.

      Apropos Thomas Mann: Das ist ein Autor, bei dem ich das Gefühl habe, es könnte sich lohnen, ihn nochmals zu lesen, gründlicher diesmal und vollständiger, vielleicht chronologisch und mit Kommentar, die kommentierte Frankfurter Ausgabe, die ein Leben lang erscheint? Das wäre ein Plan: dieses Jahr Thomas Mann!

      Andererseits habe ich in meinen Regalen ca. 3-4 Meter ungelesene Bücher. Aus Anlass dieses Threads habe ich sie mir angeschaut und mir die nächsten fünf Bücher zurechtgestellt. Ab und zu gehe ich daran und ändere ich die Reihenfolge. Nur zieht sich meine aktuelle Lektüre leider etwas und wird das Sortieren der Nächsten damit zu einer Art Ersatzbefriedigung.

      Und was ist mit Goethe? Noch so einer, bei dem ich als junger Man dachte, dass er mir womöglich in späteren Jahren mehr sagen könnte. Also mal den Goethe wagen? Auch das wäre ein Plan. Auch dieser wäre langwierig. Bücher werden auf diese Weise zu Konkurrenten. Ein Gedanke, der einem jungen Menschen wohl nicht kommt: Lesezeit für ein Buch geht auf Kosten der Lesezeit für ein anderes. Und läse ich noch so viel, ich schaffte nie alles Lesenswerte. Warum lese ich also aktuell ein Buch über Fußballtaktik?

      Dann gibt aktuelle Empfehlungen aktueller Bücher - z. B. von Jean, deren Empfehlung ich äußerst gern lese, danke dafür - und der Plan ist dahin...
    • Planen? Ist es Planen oder Mäandern?
      Es geht in etwa so:
      Ich habe einen Stapel ungelesener Bücher. Den halte ich bewußt klein, weil ich weiß, das mir sonst zuviel Ungelesenes durch die Lappen geht.
      Ich scheue mich auch nicht Bücher, die mich nicht ansprechen, nach 100 Seiten ins Regal zu stellen. Ich werfe allerdings den größten Mist weg oder verschenke ihn: kein Platz mehr für Unwesentliches.

      Aber dann passiert öfters etwas wie um die Jahreswende bei: Ali Smith "Winter". Lesen und dazu jede Menge Paralleles, das sich aus dem Kontext des Buches ergibt: Zeitungen,- ich habe die SZ seit 2009 als PDF zur Nachforschung, andere Autoren, die Einfluss haben könnten wie John Banville, J.P. Donleavy, dann die Rockmusik der Zeit des Romans hören etc. etc.
      Ein Buch kann so viel zusätzliches Lesen auslösen, es ist schier unglaublich.

      Allein "Gegen den Tag" von Pynchon hat bei mir damals sicherlich mehrere 1000 Seiten Zusatzlektüre ausgelöst, einerseits um den Roman zu verstehen, andererseits seine Recherchen zu verifizieren. Wie war das mit der Weltaustellung in Chicago mit Franz Ferdinand, wie war das mit Tesla und Edison, mit dem Silberabbau, mit der Tungusta Katastrophe mit den Rebellen auf dem Balkan? Recherche!!
      Das macht fast noch mehr Spaß als die Lektüre an sich. Einsteigen in ein Universum: Daten sammeln, recherchieren und bewerten.

      So oft CMS und ich dran denken, einige hundert der ca. 4000 Bücher zu entsorgen; eine Bibliothek mit der man "arbeiten" kann, ohne das Haus zu verlassen ist etwas wert.
      Ich plane nicht richtig, ich weiß, dass ein guter Roman mich in die Recherche zieht und daher Folgelektüre, die kommt wie an einem Band gezogen.
      Momentan ist Ellroys "This Storm" dran. 2. Weltkrieg und die Auswirkungen in L.A. Das gibt Lust auf jede Menge Sekundärliteratur.
      Gruß aus Kiel

      PS.Manche Romane lesen sich aber auch wie der Genuss einer guten Flasche Wein. Wenn sie durch sind sind sie durch und gut war es.
      Manchmal tue ich so, als wäre ich normal. Doch dann wird mir langweilig und ich bin wieder ich selbst.
    • garcia schrieb:

      Das ist ein außerordentlich spannendes Thema, zumal es mich auf mich selbst zurückwirft, sprich: wenn ich darüber nachdenke , wie ich das handhabe, finde ich keine rechte Antwort darauf. Ich handhabe das garnicht. Es handhabt mich.
      Bei mir ist es ähnlich. Es gibt oft Themen, über die ich mehr zufällig stolpere, mich dann aber dran festbeiße und anderes völlig liegen lasse. So bin ich durch die Ullmann-CD von Annika Treutler auf das Thema „Musik im KZ“ gekommen und habe gerade das Buch von Anita Lasker-Wallfisch gelesen und bin dadurch nun auf das brandneue Buch ihrer Tochter Maya gestoßen. Davor hatte ich mich intensiv mit Literatur zu Beethovens Streichquartetten beschäftigt, was jetzt erst einmal auf Eis liegt, obwohl gerade heute die verspätete Lieferung aus meiner irischen Stammbuchhandlung kam mit dem Buch „Beethoven for a later age...“ von Edward Dusinberre (Takács-Qu.). Mal sehen, wann ich bei Beethoven wieder einsteige, oder ob sich plötzlich ein ganz neues Feld auftut.

      An meinem Forum-Namen kann man vielleicht vermuten, dass mir auch Thomas Mann sehr am Herzen liegt, und da habe ich mich bis vor ca. 5 Jahren auch intensivst mit der kommentierten Frankfurter Ausgabe und allerhand Sekundärliteratur herumgeschlagen. Der arme Joseph ist nun aber immer noch bei Potiphar im Dienst. Zu mehr ist er nicht gekommen, da von mir schnöde im Stich gelassen.
      Durch unsere regelmäßigen Irlandurlaube der letzten Jahre gelangte dann nämlich vor allem die irische Geschichte und besonders der Unabhängigkeitskampf ins Blickfeld, genauso die Geschichte der Blasket Islands und ihrer auch literarisch tätigen Bewohner. Aber auch zeitgenössische irische Literatur.

      Diese Beispiele sollen zeigen, dass ich oft nicht vorhersehe, was als nächstes auf mich zukommt. Durch die plötzlichen Umschwünge hat sich oft ein stattlicher Stapel an gekauften Büchern angesammelt, die dann doch („zunächst“) ungelesen liegen geblieben sind.
      So ist es auch mit der (zumeist nur passiven) Teilnahme hier im Forum. Manchmal bleibe ich zwei Stunden am Stück hier hängen und verfolge diesen und jenen Thread, allerdings ist es da vor allem die Angst, zu viel Zeit zu verlieren, die mich dann wieder aussteigen lässt. Dies auch, da ein weiteres intensives Hobby neben der Musik bei mir die Schwarzweiss-Fotografie ist. Aber keine Angst, dazu nichts weiteres, denn das wäre OT.
      Insgesamt stelle ich bei mir fest, dass sich mein Lesestoff sehr zu Sachbüchern verschoben hat, was ich oft etwas bedaure. Aber vielleicht ist es auch das Fehlen der früheren Berufstätigkeit in der Industrie-Forschung, das mich jetzt als Rentner unbewusst immer wieder zu Sachthemen zurückführt. Die Corona-Zeit hat mir da leider nicht sehr geholfen, da ich als neugebackener Hausbesitzer jetzt auch viel Zeit mit Gartenarbeit verbracht habe.

      Nachtrag: Dieser Beitrag ist im Multi-Tasking entstanden, gleichzeitig beim Verfolgen des DFB-Pokalspiels Bayern München gegen Holstein Kiel. Leider werden die Roten wohl doch gewinnen... :D :D
      KORREKTUR: Verlängerung geschafft !! :clap:
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      Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)
    • Viele Themen in einem Beitrag :D

      Thomas Mann war mit etwa 14,15 Jahren mein erster Zugang zu "großer" Literatur neben Hesse. Die kommentierte Frankfurter Ausgabe hab ich wahrgenommen,, aber bringen derart ausufernde Kommentare wirklich was, wenn man Zauberberg, Buddenbrooks und Faustus im Leben schon so oft las? Ich bleibe bei meinen Leseausgaben plus der großartigen Happrecht-Biographie, den Briefen, Tagebüchern etc - das alles zu ersetzen wird mir zu teuer...

      Aber wann und warum will ich Dickens, wann eine SF-Space Opera und wann Raabe lesen? Das sind innere Impulse, denen ich nie ganz auf die Spur komme.

      Sachbücher lese ich selten. Allerdings bemerke ich mit dem Alter einen zunehmenden Hang zu langen, ausufernden historischen Abhandlungen. Diese brauchen Zeit, aber in 7 Jahren werd ich davon eh genug haben...

      Wenn David Foster Wallace zuende ist gibt es erstmal eh nur Krimis. Ich muß dann auftanken.

      Schwarzweißfotographie hat, dies nebenbei, meine allergrößte Sympathie :D


      :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Knulp schrieb:

      Plant ihr eure Lektüre? Wie geht ihr dabei ggf. vor?
      Hallo! Bei mir ist das alles sehr ungeplant. Bücherkaufen und Bücherlesen sind ja bekanntlich zwei voneinander vollständig getrennte Hobbys, und auch bei mir ist das nicht anders. Teilweise entdecke ich einen Autor, will von ihm möglichst viel lesen und setze das auch schnell in die Tat um; teilweise hab ich schon seit einem knappen Jahr Bücher daheim, die des Gelesen-Werdens harren, weil ich einfach noch nicht dazugekommen bin; und gelegentlich muss ich auch fürs Studium Bücher lesen, was mir aber eher auf die Nerven geht.

      Mehrere Bücher gleichzeitig zu lesen habe ich aber nie versucht, das interessiert mich nicht, ich würde wahrscheinlich dann komplett durcheinanderkommen. Und die allermeisten Bücher, die ich anfang, les ich auch fertig. Ich lese auch gern gute Bücher mehrmals, wobei ich beim erneuten Lesen üblicherweise nicht von vorne bis hinten lese, sondern auszugsweise.
      Ich unterhalte mich sehr gern über Bücher/Literatur, und dank guten Freunden konnte ich da schon gute Anregungen bekommen. Und wenn ich glaube, zu einem kürzlich gelesenen Buch etwas der (Foren-)Öffentlichkeit mitteilen zu können, schreibe ich was in den Thread "Eben gewälzt".
      Bibliotheken sind für mich sehr wertvoll, wenn auch nicht so wichtig wie als Kind/Jugendlicher, wo ich noch mehr als jetzt gelesen habe und mir das nie hätte finanzieren können, hätte ich jedes Buch kaufen müssen.
    • garcia schrieb:

      ....Aber wann und warum will ich Dickens, wann eine SF-Space Opera und wann Raabe lesen?....
      Raabe kann ich dir sehr ans Herz legen! Neben Thomas Mann ist das einer meiner Lieblingsautoren - versuche es mal mit dem Schüdderump oder mit dem Stopfkuchen oder mit Abu Telfan (aber bloß nicht mit dem weit bekannter gewordenen Hungerpastor!)!

      Knulp schrieb:

      ....Apropos Thomas Mann: Das ist ein Autor, bei dem ich das Gefühl habe, es könnte sich lohnen, ihn nochmals zu lesen, gründlicher diesmal und vollständiger...
      Fast alle Romane von Thomas Mann (bis auf "Königliche Hoheit" :thumbdown: ) habe ich zweimal gelesen. Meistens in langen Abständen - und das hat sich dann sehr gelohnt! Im Fall von "Joseph und seine Brüder" sowie "Dr. Faustus" werde ich vielleicht demnächst auch noch einen dritten Durchgang wagen....

      ....Beethovens opus 130 oder Wagners Tristan habe ich schließlich auch häufiger als einmal gehört.... :D

      Herzliche Grüße

      Bernd
    • arundo donax schrieb:

      Fast alle Romane von Thomas Mann (bis auf "Königliche Hoheit" :thumbdown: ) habe ich zweimal gelesen. Meistens in langen Abständen - und das hat sich dann sehr gelohnt! Im Fall von "Joseph und seine Brüder" sowie "Dr. Faustus" werde ich vielleicht demnächst auch noch einen dritten Durchgang wagen....
      Ich habe mit viel Freude die Hörbücher mit Gert Westphal gehört, vorzugsweise bei langen Autobahnfahrten. Erstaunlicherweise konnte ich mich auf den Verkehr konzentrieren und trotzdem jeden Satz genießen, da ich den Text ja schon kannte. Es ersetzt nicht die Lektüre, ist aber m.E. eine zusätzliche Bereicherung, da auch das gesprochene Wort einem plötzlich neue Einblicke verschaffen kann.
      Leider sind nicht alle ungekürzt aufgenommen, was aber bei der Josephs-Tetralogie sicher auch ein übermenschliches Projekt gewesen wäre.
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      Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)
    • leverkuehn schrieb:

      arundo donax schrieb:

      Fast alle Romane von Thomas Mann (bis auf "Königliche Hoheit" :thumbdown: ) habe ich zweimal gelesen. Meistens in langen Abständen - und das hat sich dann sehr gelohnt! Im Fall von "Joseph und seine Brüder" sowie "Dr. Faustus" werde ich vielleicht demnächst auch noch einen dritten Durchgang wagen....
      Ich habe mit viel Freude die Hörbücher mit Gert Westphal gehört, vorzugsweise bei langen Autobahnfahrten. Erstaunlicherweise konnte ich mich auf den Verkehr konzentrieren und trotzdem jeden Satz genießen, da ich den Text ja schon kannte. Es ersetzt nicht die Lektüre, ist aber m.E. eine zusätzliche Bereicherung, da auch das gesprochene Wort einem plötzlich neue Einblicke verschaffen kann.Leider sind nicht alle ungekürzt aufgenommen, was aber bei der Josephs-Tetralogie sicher auch ein übermenschliches Projekt gewesen wäre.
      Thomas Mann mal wider zu lesen, nehme ich mir seit Jahren vor. Und irgendwie klappt es dann doch nicht, von daher sind die Hörbücher wirklich eine tolle Alternative. Dann hat man wenigstens 'n 'halben' Mann sich einverleibt.

      Das Thema 'Mann' zeigt mir, dass ich lieber meine Lesewünsche nicht plane. Klappt eh nicht. Der Stapel ungelesener Bücher wächst und wächst und ich komme nicht hinterher, weil ständig irgendeine Empfehlung, irgendein neues Interesse dazwischen kommt.

      Verstärkt werde ich mich aber dieses Jahr bestimmt der Literatur zum Thema 'Film' zuwenden. Das werden Biografien sein, Analysen, Werkinterpretationen - was weiß ich. Es wird immer davon abhängen, was ich gerade sehe und was auf dem Markt überhaupt verfügbar ist.

      Daneben liegt weiterhin 'Middlemarch' hier auf dem Tisch, aber ich zögere im Moment noch. Was ich hasse, wenn ich bei einem dicken Wälzer verrecke, weil ich das Interesse verliere, wie es mir gerade mit 'Geschichte zweier Städte' passiert ist. Sorry, lieber Garcia. ;)

      Eigentlich möchte ich auch mal wieder Dostojewski lesen oder überhaupt die 'ollen' Russen. Aber das auch schon seit Jahren. Nee, nee, ich nehme mir lieber nichts vor, sondern lass mich überraschen.

      :wink: Wolfram