Lesen planen

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    • "Königliche Hoheit" ist unter den Mann-Büchern mein absoluter Favorit, den ich in unregelmäßigen Abständen immer wieder vornehme. Mir gefallen die perfekte Ironie und der sprachliche Feinschliff. Deshalb bin auch Jane Austen, insbesondere "Pride and Prejudice", verfallen und konsumiere in weiterer Folge auch JAFF (Jane Austen Fan Fiction) haufenweise.
      Selbstverständlich gibt es andere Dauerbrenner in Menge. So wie Adalbert Stifters "Nachsommer", Schiller, Grillparzer, Nestroy, Walter Scott, Desmond Bagley, L.M. Montgomery bis hin zu Karl May oder (der meist unterschätzten) Eugenie Marlitt und etliche andere auch. Einerseits plane ich meine Lektüre, allerdings sehr locker, bleibe aber elastisch und ändere die Reihenfolge auch nicht selten spontan. Eine allzu starre Reihenfolge verbietet sich sowieso, wenn sich Publikationen dazwischendrängen, die z.B. mit meiner beruflichen Tätigkeit zusammenhängen. Manchmal streife ich auch durch meine Regale und sehe, wo ich hängenbleibe. Probleme gibt es allerdings, weil ich nicht zugleich intensiv lesen und intensiv Musik hören kann. Deshalb wird die Zeit oft zu kurz. Aber solche Probleme zu haben, ist eher ein Glück.
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      Homo sum, ergo inscius.
    • Waldi schrieb:

      Probleme gibt es allerdings, weil ich nicht zugleich intensiv lesen und intensiv Musik hören kann.
      So gehts mir auch. In der Tat ein Luxusproblem! ;)

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Waldi schrieb:

      Manchmal streife ich auch durch meine Regale und sehe, wo ich hängenbleibe.
      Das passiert mir oft vor dem zu Bett gehen, dass ich anfange vor meiner Bibliothek im Stehen zu lesen. So gegen 1-2 Uhr in der Nacht.
      Bei Thomas Mann kommt hinzu, dass ich fast alles (auch Essays) zusätzlich in alten Original-Ausgaben (oft mehrfach) besitze. Die nehme ich nicht zum richtigen Lesen, sondern nur zum vorsichtigen Blättern (Öffnungswinkel höchstens 60 Grad!!) und immer wieder zum Bewundern der Einbände. Das ist auch oft der nächtliche Zeitvertreib. Bei meiner Buddenbrooks-Ausgabe von 1904 musste ich allerdings schon vorsichtig reparieren, weil der Buchblock fragil ist.
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      Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)
    • Knulp schrieb:

      Hat man aber als Leser evtl. mehr davon, die Lektüre in eine sinnvolle Ordnung zu bringen? Aber welche soll das sein?

      Plant ihr eure Lektüre? Wie geht ihr dabei ggf. vor?
      Beides. Wenn ich merke, daß sich ein stärkeres Interesse an einer Thematik im weiteren Sinne bei mir ausprägt, suche ich gezielt dazu eine Auswahl zusammen und wähle dann. Das kann Autoren betreffen, deren Schreibstil ich sehr mag, oder Themensparten wie bspw. Gothic-Literatur aus dem 18. und 19. Jhdt. oder frühe Science fiction Romane ... whatever.
      Ich suche auch gezielt, wenn ich für etwas gerne mehr Vorwissen hätte. Fremdsprachliche Literatur mit Besonderheiten, die sich einem nicht so ohne Weiteres erschließen. Wohl jedem spontan einleuchtend sei hier exemplarisch fremdsprachliche Lyrik, v.a. aus dem Japanischen, angeführt.
      Trotzdem liebe ich es, einfach nur zu stöbern und auszuprobieren, was mich spontan anspricht. Warum es das tut, ist mir dann erstmal egal.
    • Tastenrabe schrieb:

      Beides. Wenn ich merke, daß sich ein stärkeres Interesse an einer Thematik im weiteren Sinne bei mir ausprägt, suche ich gezielt dazu eine Auswahl zusammen und wähle dann. Das kann Autoren betreffen, deren Schreibstil ich sehr mag, oder Themensparten wie bspw. Gothic-Literatur aus dem 18. und 19. Jhdt. oder frühe Science fiction Romane ... whatever.
      Ich suche auch gezielt, wenn ich für etwas gerne mehr Vorwissen hätte. Fremdsprachliche Literatur mit Besonderheiten, die sich einem nicht so ohne Weiteres erschließen. Wohl jedem spontan einleuchtend sei hier exemplarisch fremdsprachliche Lyrik, v.a. aus dem Japanischen, angeführt.
      Trotzdem liebe ich es, einfach nur zu stöbern und auszuprobieren, was mich spontan anspricht. Warum es das tut, ist mir dann erstmal egal.
      Das mache ich ähnlich, wobei ich im Moment eigentlich eher letzteres zutrifft, wenn es sich um reines Vergnügen handeln soll :)
      Rem tene- verba sequentur - Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen

      Cato der Ältere
    • Hier bahnt sich gerade eine Extremsituation im Sinne des Threadthemas an, Ausgang offen.

      Meine "Unendlicher Spaß" - Lektüre neigt sich dem Ende entgegen. 1400+150 ungeheuer intensive und faszinierende Seiten, die mich über gut drei Monate in eine gänzlich andre Welt katapultiert haben. Sowas zum Ende hin zu lesen ist, als fahre man auf eine Klippe zu, hinter der ein Abgrund gähnt, dessen Tiefe in Nebeln verborgen liegt.

      Wie dann weiterlesen?

      Theoretische Möglichkeiten, die mir im Kopf umhergehen:

      1) Beibe doch bei DFW, lies nochmal den "Besen im System", der ist auch sehr gut und es mildert den Trennungsschmerz (aber verlängert ihn auch...)
      2a)was ganz Andres! Du wolltest doch bei Raabe wieder mal tiefer einsteigen! Riskiere den Bruch: (aber Du magst keine Brüche...)
      2b)der angenehme Bruch: guck dir was langes, lockeres, unterhaltsames aus. Rowling hat nach Harry Potter lange Krimis gemacht, sie sollen nicht übel sein? Ab ins Warmwasserbecken, Kraft schöpfen, entspannen und dann ergibt sich der Rest! Du hast dir Wellness verdienst, hey. (aber ich bin doch gerade so gut im Saft, ich will keine Warmwasserbecken...)
      3)Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel. Du bist hochtrainiert. Nie war ein besserer Moment als endlich mit Pynchtons "Enden der Parabel" ernstzumachen. Nutze den Schwung! (...?... ;( )
      4)Lies keine Literatur. Lies Sachtexte. "Der Ursprung der Religionen" hat 99 Tacken gekostet. Er fasziniert . Er ist dran.
      5)kauf dir alle Tim und Struppis, endlich.
      6)mal wieder Musik hören? Liegt eh brach... Aber Musik... :sleeping:
      7)mach nix, schlaf dich aus, es kommt. Mach Waldspaziergänge, guck TV, faulenze. Aus der Leere kommt die Fülle. Irgendwann. Hoffentlich.
      8)zurück zu deinen Wurzeln: das Glasperlenspiel liegt seit Wochen neben dem Kopfkissen. Ersetze bewunderungswürdige Brillianz durch die Substanz eines langen Schreiberlebens eines Mannes den Du lebenslang bewundert hast.


      Was das wird ?(

      Ich werde berichten.... Dann wieder in eben gelesen....


      :)
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • Eine Möglichkeit hab ich vergessen (mit 15 hab ich das schonmal gemacht, bei meiner Erstbegegnung mit Hesse, der Steppenwolf war's) :

      Einfach nochmal zu Seite 1 zurück und das ganze erstaunliche Ding nochmal lesen.

      Aber das hat wäre was beängstigendes, wie ein Moor, das nimmer wieder mich loszulassen droht...


      ?(
      "Verzicht heißt nicht, die Dinge dieser Welt aufzugeben, sondern zu akzeptieren, daß sie dahingehen."
      (Shunryu Suzuki)
    • garcia schrieb:

      "Der Ursprung der Religionen"
      darf ich Dich fragen - Autor und korrekter Titel? Könnte für mich interessant sein.
      Danke!

      Ansonsten:

      garcia schrieb:

      7) mach nix, schlaf dich aus, es kommt. Mach Waldspaziergänge, guck TV, faulenze. Aus der Leere kommt die Fülle. Irgendwann. Hoffentlich.
      Ich lasse Lektüre immer nachwirken, ebenso, wie ich alles andere nachwirken lasse. Sogar Gespräche. Das ist aber keine bewusste Entscheidung, ich bin einfach so. Vom einen ins andere springen, egal ob es Kunst oder eine einschneidende Lebenserfahrung ist, vermindert für mich den Verdauungs- und Verabreitungsprozess und damit ginge mir persönlich viel verloren. Ich habe nach dem Bleak House erstmal eine Woche kein Buch angrührt, hatte auch gar kein Interesse daran, da ich immer noch in der Gedankenwelt drin war. Ich könnte auch nicht jeden Tag in eine andere Oper gehen.
    • Dieser hier, liebe Rosamunde. Die einzige bislang existierende Kundenbewertung ist lesenswert weil ausführlich und informativ.




      :)
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    • Neu

      Knulp schrieb:

      Es geht auch ganz banal: Gestern habe ich mein Buch bei der Arbeit liegengelassen. Ich fühlte mich zu Hause vorübergehend wie nackt und griff dann zu einem schönen Buch über Whisky, in dem ich schon lange wieder mal
      Warum auch nicht? :) Das sind manchmal die schönsten Leseerlebenisse - neu- oder Wiederentdeckungen :)
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      Cato der Ältere