Thomas Bernhard - und immer feste druff

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    • Apropos Großaufnahmen: das waren, wenn ich mich im Nachhinein richtig erinnere, immer die Bernhardschen Hammersätze gegen das Theater, gegen die Musikakademie etc. Da hat Ganz dann auch direkt in die Kamera geschaut, also direkt die Zuschauer angesprochen. Peymann wollte den Provokationen da noch eins draufsetzen.
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      Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)
    • < < = = erstaunlich übrigens, dass zwei so profilierte Darsteller wie Maria Singer und Otto Sander sich Zeit u. Energie für derartige ''Minütchenauftritte'' genommen haben - schätze mal, dass beide in der besagten Saison entw. ohnehin in Salzburg zu tun hatten, oder dass es Peymanns Überredungskünste waren...

      n'Morgn :)
      Das Schlimmste ist Konsequenz Bruno Maderna Fleiß ist gefährlich Henning Venske ''Inventur'' Majo ist ätzend Gus Van Sant ''Paranoid Park''
    • Doc Stänker schrieb:

      Sehr schön das Dramolette "Claus Peymann kauft sich KEINE Hose und geht mir mir essen" von Stuckrad Barre mit Harald Schmidt als Peymann als Persiflage auf das fast gleichnamige Bernhard Stück .

      Wolfram schrieb:

      Heute habe ich mir den Ausschnitt aus der Harald Schmidt Show noch einmal angesehen,
      youtube.com/watch?v=zLk-zRcmdy8 (ab 4 Minuten)
      (...)
      Toll ist allerdings, dass es sogar im Privat-TV vor 20 Jahren noch die Möglichkeit in einer reinen Unterhaltungssendung gab, diesen Autor so zu behandeln.

      Doc Stänker schrieb:

      Ja, damals konnte man sowas noch machen.
      Und heute?......

      Ich habe mir jetzt Harald Schmidt in der Rolle des Claus Peymann auch angesehen. Großartig! Und wirklich kaum zu fassen, dass das Sat.1 ist, was man da sieht: also "Unterschichtenfernsehen". Diesen Oberbegriff für Sender wie Sat.1, RTL, RTL2 etc. hat bekanntlich Harald Schmidt geprägt, nachdem er zum Ersten gewechselt ist...

      Tränen gelacht habe ich über Martin Brambach, der vor einigen Monaten im NDR-Fernsehen bei Ina Müller ("Inas Nacht") zu Gast war und u.a. über seine Zeit bei Claus Peymann am Burgtheater Wien sprach. Er machte dabei auch zweimal Peymann mit seinen "Regieanweisungen" nach. Diese lauteten:
      "BRAMBACH!!!!!!! AUCH DUUUUUU!!!!!"
      bzw.
      "BRAMBACH!!!!!! DU BIST KEIN MENSCH!!!!!"

      Was muss dieser Regisseur für ein ... (Edit: das Wort, das hier stand, habe ich vorsichtshalber gestrichen) gewesen sein. Martin Brambach bringt es - mit einem Lächeln - auf den Punkt: Peymann hatte große Verdienste um das deutschsprachige Theater, aber ein junger Schauspieler konnte bei ihm nichts lernen. Weil er nämlich diese fortwährenden Beleidigungen mit nach Hause nahm.

      Ab 12:45 min. dieses herrlichen Videos:
      youtube.com/watch?v=isNN3RohmiU
      :megalol:
    • Neu

      Ich habe ein etwas zwiespältiges Verhältnis zu Thomas Bernhard, weil ich einerseits durchaus die sprachliche Kunst (und auch den Witz; allzu ernst nehmen sollte man Bernhard wirklich nicht) genießen kann, seine Idiosynkrasien aber andererseits auch recht nervig finde. Ich brauche schon die richtige Verfassung dafür, um das lesen zu können.

      Was aber toll ist, ist, dass man Bernhards markanten Stil so wunderbar parodieren, persiflieren und gelegentlich sogar aufrichtig rezipieren kann. So wunderbar, dass es sogar eine Sammlung von Bernhard-Parodien gibt:

      amazon.de/Bernhardiner-Tomaten…en-Bernhard/dp/3704601675

      Das ist von 1990 und seither sind, wie wir wissen, noch einige dazugekommen.

      Liebe Grüße,
      Areios
      "Wenn [...] mehrere abweichende Forschungsmeinungen angegeben werden, müssen Sie Stellung nehmen, warum Sie A und nicht B folgen („Reichlich spekulativ die Behauptung von Mumpitz, Dinosaurier im alten Rom, S. 11, dass der Brand Roms 64 n. Chr. durch den hyperventilierenden Hausdrachen des Kaisers ausgelöst worden sei. Dieser war – wie der Grabstein AE 2024,234 zeigt – schon im Jahr zuvor verschieden.“)."
      Andreas Hartmann, Tutorium Quercopolitanum, S. 163.