Muzio Clementi (1752-1832)

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    • Muzio Clementi (1752-1832)

      Muzio Clementi (1752-1832) war ein italienischer Komponist und Pianist, der hauptsächlich in England wirkte. Einen Überblick erhält man auf Wikipedia, daher möchte ich das hier nicht weiter zitieren.

      Seine große Bedeutung liegt wohl in seiner Wirkung auf die nachfolgende Generation. Besonders wäre hier Ludwig van Beethoven zu nennen, aber auch seine Schäler Johann Baptist Cramer und John Field. Im Laufe seines Lebens lernte er auch Mozart, Friedrich Kalkbrenner und Ferdinand Ries kennen.

      Unter seinen Werken befinden sich ca. 60 Klaviersonaten für zwei Hände, zwei komplette und vier unvollständige Symphonien sowie Klaviermusik zu vier Händen und Kammermusik.

      Von den Sonaten gibt es einige Einspielungen zur Auswahl. In meinem Penguin-Guide von 2010 werden für die Klaviersonaten Andreas Staier, Susan Alexander-Max (auf Naxos) und Howard Shelley (auf Hyperion) besonders hervorgehoben.

      Ich würde mich freuen, wenn sich hier weitere Eindrücke sammeln würden. Ich selber kenne derzeit noch gar nichts, werde aber in die Sonaten mit Shelley reinhören und auch in die Symphonien und das Klavierkonzert mit dem Orchestre Sinfonia de Roma.

      Sonaten:


      Symphonien etc:
      Schöne Grüße, Helli


      Immer cool bleiben.
    • Ich bin schon seit vielen Jahren ein großer Clementifan und höre seine Musik sehr gerne. Ob seiner immensen Bedeutung für die Geschichte der Klaviermusik vergisst man oft seine Symphonien, die ich aber fast noch besser finde. Auf jeden Fall kann ich folgende Doppel-CD empfehlen:



      Scinardo spielt diese Werke einfach perfekt, während ich Spada manchmal zu hölzern und Shelley praktisch immer zu schnell finde. Leider gibt es noch immer nur das Vol.1. Ich warte schon sehnsüchtig auf die Fortsetzung. Die Symphonien gefallen mir am besten mit Francesco d'Avalos und dem Philharmonia Orchestra. Vor einigen Jahren gab es diese Einspielung als Neuauflage bei Brilliant zu kaufen, inzwischen ist diese aber wohl leider vergriffen. Bolton mit den Salzburgern hat mir nicht gefallen, da viel zu rumpelig. Schade um diese wunderschönen Symphonien, die mMn ganz vorne mitspielen können...
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • motiaan schrieb:

      Muzio Clementi (1752-1832) war ein italienischer Komponist und Pianist, der hauptsächlich in England wirkte.
      Letzteres war mir nicht bekannt, und so staunte ich nicht schlecht, als ich in der Westminster Abbey, auf dem Weg zu Händels Grab, plötzlich das Grab von Muzio Clementi entdeckte.

      Ich besitze nicht viele Aufnahmen von Clementis Klavierwerken, aber die Horowitz-Aufnahmen auf diesen beiden Alben sind mir die Liebsten

      Es handelt sich um Live- und Studioaufnahmen aus den Jahren 1949, 1950, 1954 und 1979. Das sind aber längst nicht alle Horowitz-Aufnahmen, die es von Clementi-Werken gibt. Eine Liste (inklusive zahlreicher "pirate recordings") findet sich in der online abrufbaren VH-Diskografie von Christian Johansson.

      Hervorzuheben ist ferner die Emil Gilels-Einspielung der Sonate C-Dur op. 34 Nr. 1

      sowie Arturo Benedetti Michelangeli mit der Sonate B-Dur op. 12 Nr. 1
    • Tatsächlich gibt es eine Fülle von Aufnahmen der Werke für Tasteninstrumente von Clementi . Aber Staier , Shelley , Tipo ( ich hatte nur die EMI , nicht die 5 CD Box von Cetra) , Ciccolini - sie hatten keine lange Verweildauer . Horowitz und Peter Katin auf einem Clementi Tafelklavier stehen hier noch irgendwo herum . Aber wenn ich Clementi gelegentlich mal höre , dann greife ich zu den Einspielungen von Lamar Crowson . Einfach , weil mir sein Clementi so gut gefällt .

      Good taste is timeless / "Ach, ewig währt so lang " "Kamikaze - You Yellow Fiend !"
    • Schön, ein Faden zu Muzio Clementi!

      Danke, lieber motiaan.

      Heute vorerst nur meine Empfehlung für eine zupackenden Einspielung von Clementi's Symphonien durch das Mozarteumorchester Salzburg unter Ivor Bolton.

      Ich lege mir diese Musik ab und an ins CD-Fach, zugegebenermassen primär zwecks "easy listening" (nicht abwertend gemeint) und zur Delektierung meines stets überreizten Gemüthes :D ...

      Das ist einfach angenehm zu hörende Musik.
      Ist das zu wenig? Ich glaube nicht.

      Clementi würde es sicherlich verdienen (auch von mir) mit mehr Aufmerksamkeit bedacht zu werden.

      Die Werke sind kunstvoll gewirkt. Vergleiche zu anderen Komponisten scheinen mir allerdings schwierig.

      Das "Rumpelige" (Felix Meritis) wäre mir an dieser Einspielung vordergründig nicht aufgefallen, ausser Du meinst damit eine gewisse Robustheit und Hemdsärmligkeit, die mir aber hier durchaus gefällt, wiewohl ich freilich keine Vergleichsaufnahmen von Clementi's Symphonien kenne, was für eine nachhaltige Beurteilung dieser Musik wohl angebracht wäre.



      Gruss aus Bern vom Walter
    • Felix Meritis schrieb:

      Ich bin schon seit vielen Jahren ein großer Clementifan und höre seine Musik sehr gerne. Bolton mit den Salzburgern hat mir nicht gefallen, da viel zu rumpelig. Schade um diese wunderschönen Symphonien, die mMn ganz vorne mitspielen können
      Nach einem "severe listening"- Hördurchgang durch die Symphonien 1 und 2 von Muzio Clementi in der Aufnahme durch Ivor Bolton und das Salzburger Mozarteumorchester kann ich nun Felix' Einwand der "Rumpeligkeit" dieser Aufnahmen besser nachvollziehen.

      In der Tat ploppt mir beim aufmerksamen Hören dieser mir relativ unbekannten Partituren die hemdsärmelige Holprigkeit (die ich nach meinen "easy listening"- Durchgängen grosszügig überhört habe) nun doch ziemlich ärgerlich auf.

      Ich kenne die Werke kaum, aber das anstrengende Hören der sich vordergründig aufplusternden Einspielung macht mir tatsächlich wenig Lust, mich nachhaltiger in die Werke zu vertiefen.

      Ich muss demnach das gestrige Posting relativieren und mein Urteil revidieren:

      Lieber Felix Meritis, Du hast recht!

      Hier ereignet sich in der Tat durchs Band weg ein arges Gerumpel, welches nur in "low-loudness" und als "background-music" einigermassen erträglich zu gouttieren ist. Schade.

      Gruss aus Bern vom Walter
    • Clementi ist ein starkes Beispiel wie sehr Voruteile haften können. Ich habe vor einiger Zeit eine sehr schöne Platte bei einem Händler gefunden, vier Sonaten gespielt auf einem Pianoforte von 1795. Aufnahme von 1979, gespielt von Jos van Immerseel. Sehr gute Werke und sehr gut gespielt.
      Frank
    • Walter Heggendorn schrieb:

      Ich muss demnach das gestrige Posting relativieren und mein Urteil revidieren:

      Lieber Felix Meritis, Du hast recht!

      Hier ereignet sich in der Tat durchs Band weg ein arges Gerumpel, welches nur in "low-loudness" und als "background-music" einigermassen erträglich zu gouttieren ist. Schade.
      Lieber Walter, es freut mich sehr, dass Du meine Eindrücke nachempfinden kannst. Ich war damals nach dem ersten Hören arg enttäuscht, da ich mich so sehr auf diese neue Einspielung gefreut hatte und eigentlich auch vom Mozarteum viel halte. Gott sei Dank gibt es Alternativen!

      E herzleche Gruëß ins schöne Bern,

      David
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Ich habe mir soeben wieder einmal die 4. Symphonie in der Einspielung von d'Avalos und dem Philharmonia Orchestra angehört und das ist einfach grandiose Musik - teilweise im ersten Satz an Schubert erinnernd (den er nicht gekannt hat) und mit sehr häufigen Anklängen an die Hochromantik (die er nicht erlebt hat). Meine Begeisterung für diese Musik ist noch immer ungebrochen!
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Felix Meritis schrieb:

      Ich habe mir soeben wieder einmal die 4. Symphonie in der Einspielung von d'Avalos und dem Philharmonia Orchestra angehört und das ist einfach grandiose Musik - teilweise im ersten Satz an Schubert erinnernd (den er nicht gekannt hat) und mit sehr häufigen Anklängen an die Hochromantik (die er nicht erlebt hat). Meine Begeisterung für diese Musik ist noch immer ungebrochen!
      Hallo F.M.,

      die habe ich jetzt auch mal geordert, gab es für vergleichsweise kleines Geld bei Ebay. Derzeit Clementi mit dem Orchestra Sinfonica di Roma und Francesco La Vecchia, gefällt mir sehr gut!

      Schöne Grüße, Helli


      Immer cool bleiben.
    • Felix Meritis schrieb:

      Clementi hatte auch eine deutsche Mutter, was seine Affinität zur mitteleuropäischen Musik erklären dürfte.
      Lieber Felix, sieh es mir bitte nach. Dieser Satz ist einfach zu lustig, um ihn unkommentiert zu lassen. Zuerst: Welche Bedeutung mag das "auch" haben?. Hatte er neben der deutschen noch andere Mütter? Zudem hätte ich nicht gedacht, im 21. Jahrhundert noch einmal eine derart unschuldig vorgetragene biographische Erklärung künstlerischen Werkens lesen zu können. Danke auch dafür. Ich frage mich gerade, ob ich italienische Vorfahren habe, weil ich gerne Pizza mag.

      Zur Sache: Neulich habe ich im Radio total langweilige Klaviermusik gehört. "Clementi?", dachte ich sofort. Meinen Geschmack trifft er mit anderen Worten nicht oder besser ich finde das musikalische Geschehen größtenteils uninteressant (ich kenne nur einige Klaviermusik) und ich denke, wenn er nicht ein solch eminenter Klavierpädagoge gewesen wäre, wäre er längst vergessen.


    • Ich habe Clementis Sinfonien mit dieser Doppel-CD kennen gelernt. Allerdings habe ich sie schon sehr lange nicht mehr gehört. Seit einiger Zeit schleiche ich um die Aufnahmen mit Bolton drumherum. Mal schauen, ob ich mich zum Kauf entschließen kann. Gerade eher weniger wichtiges Repertoire für mich.

      Irgendwann dann auch die CD mit Matthias Bamert bei Chandos:



      Bamert hat das doch sehr ordentlich gemacht, aber er hatte auch diese Phase mit den London Mozart Players intensiv beackert.
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)

    • Hieraus die Klaviersonaten op. 7. Der langsame Satz aus 7,1 ist einfach wunderschön und könnte fast von Haydn sein. Nicht alle langsamen Sätze Clementis sind so schön, aber dieser ist ein Volltreffer. Typisch ist wirklich der Kopfsatz aus 7,2: ein wohl nicht sehr spannendes Thema wird in weiterer Folge sehr einfallsreich und wirksam weiterverarbeitet. Das Spannende bei Clementi sind oft die Durchführungen! Vielleicht führt der Umstand, dass Clementis Themen oft nicht so einnehmend sind, zur Unterschätzung seiner Bedeutung als Komponist?
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Felix Meritis schrieb:

      Bevor ich mir die Mühe mache, das zu beantworten, könntest Du doch noch mal eine Runde darüber nachdenken, was denn gemeint gewesen sein könnte. Ich glaube, das Rätsel ist zu knacken. :rolleyes:
      Schon wieder daneben. Ich weiß doch, was gemeint ist. Das Lustige ist, dass du das von dir Gemeinte schriftlich nicht auszudrücken verstanden hast und dein Ergebnis unfreiwillig komisch ist. Kann jedem mal passieren und kannst du doch einfach drüber lachen, anstelle die Schuld bei anderen zu suchen.


    • Soeben verklungen dieser Klassiker der Clementi-Diskographie. Das sind natürlich mitreißende Interpretationen, welche damals auch sicherlich der Bekanntheit Clementis förderlich waren. Es hat schon Gewicht, wenn ein Kaliber wie Horowitz ein ganzes Album Clementi widmet (es soll sich allerdings miserabel verkauft haben). Für meinen Geschmack vielleicht einen Tick zu forsch (v.a. in der g-Moll Sonate), aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Was ich allerdings schade finde, ist die schlampige Dokumentation. Hier eingespielt sind nämlich op. 25,5 und op. 13,6, und nicht op. 24,2 und op. 14,3.
      Im Zweifelsfall immer Haydn.
    • Auch Lazar Berman hat sich Muzio Clementi gewidmet, nämlich der Sonate h-moll op. 40 Nr. 2.

      Es gibt eine russische Live-Aufnahme vom 23. April 1968 in dieser Box:


      Seinen Klavierabend in der Carnegie Hall vom 11. März 1979 eröffnete Berman ebenfalls mit diesem Werk. Ich habe noch die alte Doppel-LP, die 1980 bei CBS Masterworks erschienen ist und die mir Lazar Berman freundlicherweise nach einem Konzert in Hamburg signiert hat. Dieser Mitschnitt ist aber auch in dieser Sony Classical-Box (auf der CD 5) enthalten:


      Ich höre mir gerade den russischen Mitschnitt von 1968 an und bin wunschlos glücklich. Begeisterndes, souveränes Klavierspiel.