Buchempfehlung zur Musikgeschichte

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    • Danke für den interessanten Hinweis, lieber palestrina! Näheres zum Inhalt gibt es z. B. hier: "http://www.swr.de/-/id=12232638/property=download/nid=10748564/178huox/index.pdf". Oder: "http://files.hanser.de/zsolnay/docs/20131002_2131285731-33_978-3-552-05649-7.pdf".

      :wink:
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Ich möchte allen, die glauben schon genug über die Gattung Oper zu wissen und gelesen zu haben ein Buch empfehlen, dass ich zu Weihnachten geschenkt bekommen habe. Erster Gedanke: schon wieder ein Opernwälzer und dazu einer der sich vornimmt die ganze Geschchte zu erzählen. Bereits nach dem 1. Kapitel war ich gefesselt . die beiden Autoren sind Musikwissenschaftler aus Harvard bzw Kings College London und verstehen es die, Operngeschichte wie einen spannenden Roman zu erzählen und dabei etliche Vorurteile und Fehlurteile bei mir aufzudecken und auszuräumen. Einziger Wermutstropfen für mich: dass es kein eigenes Kapitel zu meinem geliebten Bellini gibt, aber im Kapitel" Rossini und der Übergang" wird er immerhin bestens gewürdigt und auch seine Einzigartigkeit im Vergleich mit z.B. Donizetti betont. Wagner- und Verdi Freaks haben natürlich reichere Beute in diesem Buch- Beide haben je zwei eigene Kapitel.
      Der Ritter Gluck wird ausserordentlich für seine Reformarbeit ("Revolution der Oper") gewürdigt, und ich habe endlich auch verstanden warum Balleteinlagen in frz. Opern Teil des Konzepts sind und nicht nur den Herren vom Jockey Club und deren tanzenden Maitressen dienten. Und wie Gluck diese Tradition aufgenommen und weiterentwickelt hat. Im Gegensatz zu anderen deutschen Kollegen, die das Konzept Tanz in der Oper offenbar einfach nicht verstanden haben. Leider bin ich noch nciht weiter als bis Gluck gekommen aber allein bis dahin ist die Lektüre bereits so interessant, unterhaltsam wie lehrrreich. Und ich freue mich auf jedes Kapitel. Herzliche Feen-Empfehlung an alle Opernfreunde und vor allen Dingen Opernferne :fee:
      Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem und die Heilung eine musikalische Auflösung (Novalis)
    • Das im vorherigen Beitrag genannte Buch hat mich auch immer angelacht, gut, dass es bei uns in der Bibliothek zu haben ist.
      Ich hatte schon mal kurz reingeblättert aus Neugier. Besonders schön fand ich ja diesen Satz, der mir gleich ins Auge fiel :
      „Die emotionale Resonanz, die der Operngesang beim Zuhörer auslöst, ist eine Erfahrung, die sich schwer in Worte fassen lässt, die aber gerade deshalb eine unheimliche Wucht entfalten und ein Gefühl der Hingabe erzeugen kann, das anderen (und vor allem denen, denen die Oper nichts bedeutet) irrational erscheinen muss“

      Das gibt genau das wieder, was ich manchmal denke und wie ungläubig ich von anderen deswegen beäugt werde.
      Geht es anderen Opernliebhabern nicht auch so?
      "Allwissende! Urweltweise!
      Erda! Erda! Ewiges Weib!"
    • Mich hat das genannte Buch über die Operngeschichte in der Vorweihnachtszeit in einer Bahnhofsbuchhandlung angelächelt. Nach etwas Lektüre sind meine Gefühle gemischt. Sehr interessant ist sicherlich die frühe Geschichte der Entstehung der Oper, wo ich selbst grundlegende Wissenslücken habe. Auf der anderen Seite kommt mir der Schreibstil etwas "beliebig", wenig "zielführend" vor. Auch der Sinn der Auswahl des Bildmaterials erschließt sich mir nicht. Außerdem sollte einem klar sein, dass das Buch keineswegs ein Opernführer ist. Dennoch finde ich persönlich schade, dass z. B. Opern von Prokofjew (und einigen anderen) nicht einmal Erwähnung finden.

      maticus
      Social media is the toilet of the internet. --- Lady Gaga
      Und wer Herr Reichelt ist, weiß ich auch erst seit Montag. --- Prof. Dr. Christian Drosten
    • Ich habe gerade mit dem mittleren Band (Renaissance+Barock) der dreibändigen "Geschichte der Musik" von Alec Robertson und Denis Stevens (Erstausgabe 1963) begonnen. Die Bände sind als Einführungsliteratur für interessierte Laien gedacht. Macht einen recht guten Eindruck auf mich nach den ersten dutzend Seiten. Die drei Teilbände sind via marketplace problemlos für je 3,01 Euro zu bekommen.
      Ins Gebüsch verliert sich sein Pfad, hinter ihm schlagen die Sträuche zusammen.
    • Ich empfehle mal zwei Bücher: Einmal für Opernfreude "Opera" von Andras Batta :



      Diese Ausgabe ist sicher nicht ganz so günstig, aber jene von 2008 bekommt man fast nachgeworfen. Es wird sehr bildreich und gut die Geschichte der Oper erläutert.

      Für die reine Musikgeschichte würde ich das "Cambridge Buch der Musik" empfehlen:

      [Blockierte Grafik: http://ecx.images-amazon.com/images/I/91rsGEf8XwL.jpg]

      Leider geht der Link nicht richtig. Also sorry, wenn ich es mal auf die eigentlich "falsche Art" hier reingesetzt habe.


      Das Buch gab es lange Zeit vor einigen Jahren immer mal wieder bei Zweitausendundeins für wenig Geld. Heute wohl nur noch gebraucht zu haben. Doch auch hier ein lohnendes Unterfangen.

      Gruß,
      Maurice
      Viele Grüße sendet Maurice

      Musik bedeutet, jemandem seine Geschichte zu erzählen und ist etwas ganz Persönliches. Daher ist es auch so schwierig, sie zu reproduzieren. Niemand kann ihr am Ende näher stehen als derjenige, der/die sie komponiert hat. Alle, die nach dem Komponisten kommen, können sie nur noch in verfälschter Form darbieten, denn sie erzählen am Ende wiederum ihre eigene Geschichte der Geschichte. (ist von mir)
    • Klaus Günther: Magische Töne - erschienen in der Reihe Literareon des Herbert Utz Verlags 2014

      Ich habe das Buch mit dem Untertitel Kastraten, Primadonnen und Tenöre gerade zu Ende gelesen. Dem Autor ist hier ein unterhaltsamer Spaziergang durch 300 Jahre Gesangsgeschichte vortrefflich gelungen.

      Näheres hier:




      Meine uneingeschränkte Lese-Empfehlung!

      :wink: lysiart
    • Succubus' Frage interessiert mich ebenfalls, besonders: etwas zur Übersicht 15.-17. Jahrhundert und speziell italienisches Madrigal ca. 1530-1630. Evt. auch zur franko-flämischen Polyphonie.

      :wink1:

      PS: Einen Tip habe ich in diesem Thread schon gefunden: Beitrag 46. Womöglich gibt's noch mehr hier.
      Es grüßt Gurnemanz
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      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
      Helmut Lachenmann
    • Gurnemanz schrieb:

      Succubus' Frage interessiert mich ebenfalls, besonders: etwas zur Übersicht 15.-17. Jahrhundert
      günstig kann man den Band Haas, Robert: Die Musik des Barock (Handbuch der Musikwissenschaft) bekommen, für ca. 3+3 EUR:
      Es handelt sich zwar um ein älteres Werk (Repr. d. Erstausg. 1929), darf aber wohl als solide Darstellung gelten.
      "http://www.amazon.de/Handbuch-Musikwissenschaften-Haas-Mittelalters-Auff%C3%BChrungspraxis/dp/3799707301/"
      Die Beschreibung sieht zwar so aus, als könnte man gleich 6 Bände des Handbuchs zusammen zum angegeb. Preis bekommen, aber ich denke, das ist ein Fehler in der Beschreibung, und es handelt sich nur um den abgebildeten Barockband.
      Unter demselben Link wird auch separat der Mittelalter/Renaissance-Bd. von Heinrich Besseler für ca. 9+3 EUR angeboten, das war jedenfalls seinerzeit Standardwerk.

      Vom "Neuen Handbuch der Musikwissenschaft" gibt es Bd. 4 (Braun: Die Musik des 17. Jahrhunderts):
      "http://www.antiquariat.de/?i=OR27368700"

      und Bd. 3,1 (Dahlhaus/Finscher: Die Musik des 15./16. Jahrhunderts)
      "http://www.amazon.de/Handbuch-Musikwissenschaft-f%C3%BCnfzehnten-sechzehnten-Jahrhunderts/dp/3890070337%3FSubscriptionId%3DAKIAI62UFGM6SSSKNQIQ%26tag%3Deb-seo-21%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D3890070337"
      auch recht günstig

      sowie Bd. 3,2 (Dahlhaus/Finscher: Die Musik des 15./16. Jahrhunderts)

      "http://www.amazon.de/Handbuch-Musikwissenschaft-f%C3%BCnfzehnten-sechzehnten-Jahrhunderts/dp/3890070434%3FSubscriptionId%3DAKIAI62UFGM6SSSKNQIQ%26tag%3Deb-seo-21%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D3890070434"
      schon teurer, aber verglichen mit dem Neupreis (128 EUR) gehts noch.
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Georg Schünemann, Geschichte des Dirigierens, 1913

      älter, aber unverzichtbares Grundlagenwerk, zu empfehlen

      kostenloser Download:
      "http://kvk.bibliothek.kit.edu/view-title/index.php?katalog=EROMM_WEBSEARCH&url=http%3A%2F%2Fwww.eromm.org%2Fopensearch%2Fresolver.php%3Furl%3Dhttp%253A%252F%252Farchive.org%252Fdetails%252Fgeschichtedesdir00sch%26s%3Do%26i%3D42&signature=p4MhZis04N2ePOP0xnk7nkg7LI0fWDW3q3ptlbDrvgw&showCoverImg=1"

      ev. etwas runterscrollen
      ---
      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Für die Freunde der Opern G.F. Händels gibt es ein sehr ausführliches und gut geschriebenes Handbuch:




      Hier gibt es Informationen zum weiteren Umfeld der Oper zu Beginn des 18. Jh, zu Stil und Rezeption und natürlich zu jeder einzelnen Oper aus Händels Feder. Für mich ein ständiger Begleiter, wenn ich mich mit dem Opernschaffen von Händel beschäftige.

      Für die Freunde der Klaviermusik halte ich dieses Standardwerk für unverzichtbar:



      Der Pianist Peter Hollfelder breitet hier auf gut 1000 Seiten das ganze Spektrum der Klaviermusik aus. Zu jedem Komponisten gibt es eine Kurzbiografie und Hinweise auf sein übriges Schaffen. Ansonsten gibt es jeweils eine Liste der Klavierkompositionen. Es gibt zwar auch Lücken, aber die werden wohl die wenigsten bemerken. Wenn man etwas bestimmtes sucht wird man hier meistens fündig. Übrigens gibt es die Taschenbuchausgabe gebraucht für wenig Geld, man kann also nichts falsch machen.



      Wer hingegen des französischen mächtig ist, sollte zu diesem Werk greifen, welches noch ausführlicher ist:





      Der Komponist Guy Sacre hat hier ein international angesehenes Standdardwerk vorgelegt. Im Gegensatz zu Hollfelder kommentiert Sacre einzelne Kompositionen.

      Peter
      "Sie haben mich gerade beleidigt. Nehmen Sie das eventuell zurück?" "Nein" "Na gut, dann ist der Fall für mich erledigt" (Groucho Marx)
    • Leibowitz Biographie

      es gibt online-kostenlos-legal eine umfangreichen Diss. (570 S.):

      othes.univie.ac.at/10901/1/2010-06-19_9107672.pdf

      Yvonne Schürmann-Zehetner: René Leibowitz - Ein Pionier für die Musik des 20.
      Jahrhunderts.

      seltsames Buch. Einerseits:

      sicherlich das biograph. Basiswerk zu Leibowitz - das muß man erst mal hinkriegen - jedem zu empfehlen, dem die Wiener Schule am Herzen liegt -- aber diese Sprache! - Stilblüten noch und nöcher[1], Zitatübersetzungen wie mit der Übersetzungsmaschine - wohlweislich läßt die Verf. die Finger von Musik, es kommt aber doch heraus, daß sie keine Ahnung hat (weiß nicht, wie eine Streichquartett besetzt ist (nein, nicht vier Geigen!)) - dabei lt. Lebenslauf Musikstudium ...

      Ich will keinesfalls die Nase rümpfen, aber was ist das für eine musikalisch-wissenschaftlich-akademische Sozialisation??


      [1] kleines Beisp.: "Der Bekanntheitsgrad von Leibowitz reichte mittlerweile so weit, dass seine nächsten Konzerte im Ausland stattfanden" (S. 133)
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).
    • Geschichte der Aufführungspraxis

      Die Geschichte der Aufführungspraxis von Dieter Gutknecht in 2 Bd. sowie ein weiteres einschlägiges Buch gibts legal kostenlos zum download (übernehme einen Tip auf Eroica):

      schott-campus.com/open-access/?autor=Dieter+Gutknecht
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      Es wäre lächerlich anzunehmen, daß das, was alle, die die Sache kennen, daran sehen, von dem Künstler allein nicht gesehen worden wäre.
      (J. Chr. Lobe, Fliegende Blätter für Musik, 1855, Bd. 1, S. 24).


      Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren als mit Virtuosen.
      (Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln).