Wertsteigerungen bei limitierten LP- und CD-Editionen

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    • Wertsteigerungen bei limitierten LP- und CD-Editionen

      Nach den Beethoven-Symphonien bringt die Kammerphilharmonie Bremen jetzt auch ihre Schumann-Edition auf Vinyl heraus, 5 LPs zum stolzen Preis von € 399. Da ist die zu erwartende Wertsteigerung gleich mit eingepreist. Die Beethoven-Edition hat noch um die 200 € gekostet und wurde laut Discogs zum Schluss für € 1000 gehandelt. Ob derartige Preise real oder doch eher Wunschdenken sind, weiss ich nicht. Aber auffällig ist es schon, das auch größere CD-Editionen von bestimmten Künstlern (Heifetz, Munch, Monteux) oder Schallplattenlegenden (Mercury Living Presence), kaum dass sie nicht mehr lieferbar sind, im Internet fürs doppelte bis dreifache angeboten werden. Da fragt man sich schon manchmal, ob man diese Boxen nicht auch einfach als Wertanlage kaufen könnte. :pfeif:



      discogs.com/Paavo-Järvi-Deutsc…en-Zyklus/release/8975869
    • Der Vorteil dieser diversen Boxen mit 30 CDs und mehr ist ja, daß sie häufig mit 2,- € pro CD bepreist sind - daher ist es beim Anstieg noch erträglich, wenn sie zum Dreifachen angeboten werden (also 6,- € pro CD). Wenn man also in den sauren Apfel beißen will, ist es noch "erträglich", wie ich finde.

      Aber diese Vinyl-Editionen sind so exklusiv, daß sie trotz des hohen Preises irgendwann weg sind. Wobei ich aber auch vermute, daß viele dieser hohen Preise, die für manche ausverkauften Editionen verlangt werden, nicht die realen Verkaufspreise darstellen, sondern nur die Preise, die die Verkäufer gern haben wollen. Ich sehe bei manchen älteren CD-Titel dreistellige Preise (für eine CD wohlgemerkt!), die ich kaum nachvollziehen kann; ich sage ja schon Nichts mehr bei 80-100 €, aber 700,- oder 800,- €? Oder gar 2500,- €?!?

      Ich gestehe, daß ich solche Preise bei LPs auch für überhöht halte, aber bei einer Pressung aus den 1950er Jahren mit einer Auflage von 500 Stück will ich nicht mal ungnädig sein und sagen, daß wäre nicht gerechtfertigt. Letztendlich liegt es ohnehin an Einem selber, was man bereit ist, für eine Rarität zu zahlen.

      Wieland schrieb:

      Da fragt man sich schon manchmal, ob man diese Boxen nicht auch einfach als Wertanlage kaufen könnte.
      Da sagst du was. Bei diesen großen CD-Boxen habe ich mich auch manchmal gefragt, ob ich da nicht auch welche einsacken sollte, wenn sie günstig angeboten werden. Da würde es sich in fast allen Fällen lohnen, sie nachher anzubieten. Und es sind ja in den letzten zehn Jahren nicht gerde wenige solcher Boxen erschienen... :D

      Aber das muß man konsequent betreiben - und Geduld haben. Und nicht jede Box geht für Spitzenpreise weg. Man braucht dafür eine Krämerseele... :zahlen1: :schwitz1:
      "Interpretation ist mein Gemüse."
      Hudebux
      "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."
      Jean Paul
    • Wieland schrieb:

      Die hatte ich überlegt zu kaufen als sie neu herauskam und ca € 100 kostete.



      Gibt es wirklich Leute, die dafür 622,42 € hinlegen?

      ?(
      Es grüßt Gurnemanz
      ---
      Der Kunstschaffende hat nichts zu sagen - sondern er hat: zu schaffen. Und das Geschaffene wird mehr sagen, als der Schaffende ahnt.
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    • Gurnemanz schrieb:

      Gibt es wirklich Leute, die dafür 622,42 € hinlegen?
      Das ist eine gute Frage. Immerhin ist es der Preis bei Amazon, nicht irgendeinem Drittanbieter.
      Für einen Bruchteil des Preises kann man sich einzelne kleinere Boxen zusammen kaufen, die 95% dessen umfassen, was in der großen Box ist. Aber vielleicht gibt es Komplettisten, die alles brauchen. Und wer eine Burmester-Anlage sein Eigen nennt...
    • Wieland schrieb:

      Die hatte ich überlegt zu kaufen als sie neu herauskam und ca € 100 kostete.



      Ich war auch scharf auf die Box und hatte sie über Monate verfolgt. Im August 2018 habe ich sie dann für € 91,34 neu bekommen.

      Man braucht manchmal Geduld ...

      Gruß
      MB

      :wink:
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    • Mauerblümchen schrieb:

      . Im August 2018 habe ich sie dann für € 91,34 neu bekommen
      Die stand eine Weile bei Saturn in Hamburg für knapp 80 herum . Ich war immer überrascht bei meinen sporadischen Besuchen , daß sie noch da war . Aber dann hat sich wohl ein Schnäppchenjäger erbarmt . Ich vermute , daß die Auflage nicht sehr hoch war . Aber noch kann man die gesamt Box als flac kostenlos herunterladen , da spart man sogar die 80 € , wenn man nur Wert auf die Musik legt .
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    • Gerade bei CDs bin ich hinsichtlich der Nutzung als Wertanlage sehr skeptisch. Editorische aufwendigere Produktionen, die limitiert sind, mögen langfristig ihren Wert erhalten, diesen vielleicht sogar etwas erhöhen.
      Der Erwerb von "Normal-CDs" dürfte bei "Klassik" allerdings eher in Richtung "Geldvernichtung" gehen.
      :cincinbier:
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      - H. W. M.
    • Hueb' schrieb:

      Gerade bei CDs bin ich hinsichtlich der Nutzung als Wertanlage sehr skeptisch. Editorische aufwendigere Produktionen, die limitiert sind, mögen langfristig ihren Wert erhalten, diesen vielleicht sogar etwas erhöhen.
      Der Erwerb von "Normal-CDs" dürfte bei "Klassik" allerdings eher in Richtung "Geldvernichtung" gehen.
      :cincinbier:
      Vor ca. 20 Jahren war ich etwas von der Sammelleidenschaft alter Vinyl-Scheiben infiziert, und kaufte vor allem an Hand des BUCKINGHAM-Code (DECCA) und anderer Press-Informationen zwischen den Auslaufrillen. Da waren ab und an schon einmal 200 € für eine Scheibe weg. Inzwischen bin ich davon wieder abgekommen und kaufe nur nach Gesichtspunkten der aufgenommenen Musik und ihrer Interpretation. Trotzdem pflege ich nach wie vor mit Liebe meine Vinyl-Sammlung und sehe darin etwas Besonderes, was auch wertmäßig Bestand hat oder sogar noch dazu gewinnen kann.

      Bei CDs kann ich dagegen beim besten Willen keine Chance für eine Wertanlage erkennen. Das liegt doch schon daran, dass so eine Silberscheibe ohne Qualitätseinbuße beliebig dupliziert werden kann, so dass auch Fälschungen einfach herzustellen sind. Und die schrecklichen Plastik-Schachteln, die schnell Risse und Kratzer bekommen, versprühen überhaupt keinen Charme und machen damit die CD schwerlich zum Sammelobjekt. Wenn die Streaming-Technik die CD irgendwann einmal komplett verdrängt hat, wird kaum einer diesem temporären Datenträger nachweinen.
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      Was ist heute Kunst ? Eine Wallfahrt auf Erbsen. (Thomas Mann, Doktor Faustus, Kap. XXV)
    • leverkuehn schrieb:

      Und die schrecklichen Plastik-Schachteln, die schnell Risse und Kratzer bekommen, versprühen überhaupt keinen Charme und machen damit die CD schwerlich zum Sammelobjekt.
      Nun ist es bei den von mir erwähnten Boxen in der Regel so, dass die CDs in Papphüllen - oft mit den Originalcovern bedruckt - aufbewahrt werden. Das finde ich schon ganz nett.

      Ansonsten bin ich voll bei Dir, die typischen Jewel-Cases wandern bei mir in den gelben Sack und die CDs werden mit den Booklets in Tütchen verwahrt.

      Was den Wertbestand von LP-Sammlungen angeht, bin ich aber eher skeptisch. Natürlich gibt es dort sündhaft teure Scheiben vor allem aus der Frühzeit, aber das Gros ist nix mehr wert. Mein Plattenhändler verkauft Operngesamtaufnahmen inzwischen für 2,50-5,00 €. Und Boxen mit Symphoniezyklen für 'nen 10er.

      Was dazu geführt hat, dass ich davon viel zu viele bei mir zu Hause stehen habe. :D
    • leverkuehn schrieb:

      Trotzdem pflege ich nach wie vor mit Liebe meine Vinyl-Sammlung und sehe darin etwas Besonderes, was auch wertmäßig Bestand hat oder sogar noch dazu gewinnen kann.

      leverkuehn schrieb:

      Bei CDs kann ich dagegen beim besten Willen keine Chance für eine Wertanlage erkennen.
      Die Wahrheit liegt wie meist genau dazwischen. Natürlich gibt es wertvolle LPs und wertlose CDs - aber eben auch wertvolle CDs und wertlose LPs. Von mir aus mag auch der Anteil der teuren Raritäten bei LPs höher sein als bei den CDs, aber man kann sich in beiden Systemen finanziell ruinieren.

      Anscheinend habt ihr die ganzen CD-Edelschmieden wie MFSL oder die Japaner nicht im Auge: allein bei ebay geht eine Ultradisc nicht gerade für 'nen läppischen Zehner über die virtuelle Ladentheke - gebraucht wohlgemerkt. Es gibt genug begehrte CDs, besonders im Bereich Rock/Pop und Jazz.

      Aber wie häufig sind es nur bestimmte Sachen, die ziehen. Und dieser Anteil ist recht gering. Ich denke, mehr als 1-2% aller Veröffentlichungen werden es nicht sein. Und vermutlich habe ich das schon meilenweit zu hoch angesiedelt.
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    • Wieland schrieb:

      Was den Wertbestand von LP-Sammlungen angeht, bin ich aber eher skeptisch. Natürlich gibt es dort sündhaft teure Scheiben vor allem aus der Frühzeit, aber das Gros ist nix mehr wert. Mein Plattenhändler verkauft Operngesamtaufnahmen inzwischen für 2,50-5,00 €. Und Boxen mit Symphoniezyklen für 'nen 10er.
      Boxen mit Symphoniezyklen gab es meines Wissens nicht in den späten 50er und frühen 60er-Jahren, als z.B. die SXL2000er- und 6000er-Serie von DECCA in 1st label (WB) herauskamen, allerdings natürlich der Solti-Ring und andere Opern. Ich denke aber bewusst an Einzel-LPs aus dieser Zeit, auch von RCA und EMI. Und es kommt da dann auch auf die individuelle Pressung an und die entsprechenden Gravuren im Innenbereich der LP, womit die Generationen von Lackfolie, Mutter und eigentlicher Prägefolie (stamper) unterschieden werden. Dadurch entstehen dann die teilweise aberwitzigen Sammlerpreise, wenn es sich um eine möglichst „jungfräuliche“, also frühe Pressung handelt (im Idealfall Lack=1, Mutter=B, Stamper=1). Eine spätere Pressung des 35. Stampers der 40. Mutter ist dann dagegen spottbillig. Der Vergleich hinkt zwar, aber es verhält sich ähnlich wie mit Erstausgaben von Büchern.
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